
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.
Festlich ist der Eingang des katholischen Pfarrhauses (Untere Hauptstr. 10) geschmückt. Eine Reisiggirlande mit weißen Papierblüten rahmt die Haustür ein, links und rechts des Treppenaufgangs stehen junge Tännchen. Davor hat sich der Kirchenchor versammelt. Die Sänger halten ihre aufgeschlagenen Liederbücher in den Händen, während Stadtpfarrer Robert Winkel (1897-1972) erhöht vor dem Eingang steht und den musikalischen Gruß entgegennimmt.
Der Anlass ist die feierliche Investitur des bisherigen Pfarrverwesers als Stadtpfarrer der katholischen Kirchengemeinde Löffingen. Passender könnte der Tag kaum gewählt sein: Es ist der Sonntag vom Guten Hirten. In der Chronik des Kirchenchores heißt es: »Da das Fest gerade auf den Sonntag des guten Hirten fiel, begrüßte der Kirchenchor den hochwürdigen Herrn Stadtpfarrer am Eingang seines Hauses bei der Abholung mit dem 32. Psalm ›Der Herr ist mein Hirt‹.« Geleitet wird der Chor von Hauptlehrer Emil Willig. Auch die anschließende Festmesse umrahmt der Kirchenchor musikalisch.
Hinter der feierlichen Zeremonie liegt eine dramatische Vorgeschichte. Am 23. Juni 1934 war Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974) von den Nationalsozialisten gewaltsam aus Löffingen vertrieben worden. Danach blieb die Pfarrstelle zunächst unbesetzt. Erst am 17. Januar 1935 übernahm Robert Winkel als Pfarrverweser die Leitung der Gemeinde. Mehr als ein Jahr später, am 3. April 1936, ernannte ihn Erzbischof Conrad Gröber zum Stadtpfarrer. Am 26. April wird er schließlich durch Dekan Bernhard Kromer aus Friedenweiler feierlich in sein Amt eingeführt.
Robert Winkel wurde am 31. August 1897 in Gernsbach bei Rastatt geboren und wuchs seit 1904 in Freiburg auf. Am 18. Juni 1922 empfing er durch Erzbischof Karl Fritz die Priesterweihe. Seine erste Stelle führte ihn nach Kirrlach bei Waghäusel, anschließend war er von 1923 bis 1931 Kaplan der Herz-Jesu-Gemeinde in Mannheim. Es folgten Stationen als Pfarrverweser in Kappel am Rhein, Spechbach bei Heidelberg und Steinbach bei Bühl, bevor er nach Löffingen kam.
Standort des Fotografen: 47.882621, 8.343363















