Frauengruppe mit Ewald Hepting, ca. 1938

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Eine Gruppe von Frauen hat einen Ausflug ins Grüne unternommen. Am Rand einer Weide, vor dem dunklen Hintergrund des Waldes, stellen sie sich für ein gemeinsames Foto auf. Einige der Frauen haben sich untergehakt, man steht eng beieinander.

Mitten unter ihnen steht ein kleiner Junge: Ewald Hepting (1933-2010). Er ist gewissermaßen der »Hahn im Korb«. Seine Mutter Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) steht hinter ihm und legt ihm die Hand auf die Schulter. Aufmerksam blickt er in die Kamera. Vielleicht nicht ganz freiwillig Teil dieser Frauenrunde, so ganz ohne gleichaltrige Spielkameraden – und doch sichtbar in ihrer Mitte aufgehoben.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), 3 Ewald Hepting (1933-2010), 4 ???, 5 ???, 6 Mathilde Keller (verh. Kranzer), 7 ???, 8 Elisabeth Obert (geb. Bader, 1909-1997), 9 ???, 10 ???

Standort des Fotografen: ???

Johanna Ganter beim Wasserreservoir auf dem Alenberg, Frühjahr 1933

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003) lässt sich im Frühjahr 1933 vor dem Wasserreservoir auf dem Alenberg fotografieren. Die 19-Jährige steht vor der schweren, schmiedeeisernen Tür, über der die Jahreszahl »1901« zu lesen ist – das Baujahr des Reservoirs.

Mit dem Bau der Anlage wurde ein drängendes Problem gelöst: Bis dahin war die Wasserversorgung im Städtchen häufig unzureichend. Erst die Hochdruckwasserleitung vom Waldgebiet bei der »Stierhütte«, verbunden mit Hausanschlüssen und dem Wasserbehälter auf dem Alenberg, brachte eine nachhaltige Verbesserung.

Für Johanna Ganter ist das Wasserreservoir auf dem Alenberg auch mit dem Beruf ihres Vaters verbunden, denn Blechnermeister Otto Ganter (1881-1960) ist auch als Wassermeister tätig. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Kontrolle des Wasserreservoirs. Gut möglich, dass er sie als kleines Mädchen einmal hierher mitgenommen hat – und sie das Reservoir sogar betreten durfte.

Standort des Fotografen: 47.886323, 8.344697

Sofie Hepting beim Wasserreservoir auf dem Alenberg, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Das Wasserreservoir auf dem Alenberg ist zwar kein architektonisches Schmuckstück – und doch wird es im Laufe der Zeit zu einem beliebten Fotomotiv. Spaziergänger*innen, die im Alenbergwäldchen unterwegs sind, lassen sich gerne vor der markanten Tür ablichten. So auch diese Frau, die mit Mantel und Tasche für einen Moment innehält. Es ist Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), die direkt neben dem Wasserreservoir in ihrem Elternhaus (Alemannenstr. 1) aufgewachsen ist.

Über der schweren Eisentür ist die Jahreszahl »1901« zu erkennen. Sie verweist auf das Baujahr des Reservoirs. Bis dahin war die Wasserversorgung im Städtchen oft unzureichend. Abhilfe schuf der Bau einer Hochdruckwasserleitung vom Waldgebiet bei der »Stierhütte« bis in den Ort – mit Hausanschlüssen und dem Wasserbehälter auf dem Alenberg. Ein aufwendiges Projekt: Die Kosten beliefen sich auf 100.400 Mark.

Standort des Fotografen: 47.886323, 8.344697

Haus Ganter in der Seppenhofer Straße mit Pfarrkirche, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Der Blick fällt über eine Wiese hinweg auf das Haus Ganter (Seppenhofer Str. 1). Aufgenommen ist das Foto aus dem Bereich des heutigen Pfarrwegs – damals noch kein ausgebauter Straßenzug, sondern eher ein Wiesenrand, an dem sogar noch Bretter lagern. Das Haus gehört dem Schneidermeister Edmund Ganter (1879-1956) und seiner Ehefrau Maria Ganter (geb. Bader, 1881-1962). Auffällig ist der Giebel im Dachgeschoss: Er wurde erst nachträglich im Zuge eines Dachausbaus ergänzt und fehlt auf älteren Aufnahmen um die Jahrhundertwende noch.

Rechts schließt sich die katholische Kaplanei (Seppenhofer Str. 3) an. Im Erdgeschoss ist noch das große Scheunentor zu sehen, das erst später durch Fenster ersetzt wird. Im Hintergrund erhebt sich der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael. Der rund 57 Meter hohe Kirchturm zeigt hier noch sein unverputztes Mauerwerk – ein Zustand, der sich erst 1961 im Zuge einer Renovierung ändert. Auch die freie Fläche im Vordergrund bleibt nicht lange unbebaut: Ab 1949 entstehen hier nach und nach neue Gebäude, darunter das Haus Gwinner (Seppenhofer Str. 2) und um 1960 das neue katholische Pfarrhaus (Pfarrweg 3).

Standort des Fotografen: 47.881570, 8.343957

Fünf Festteilnehmerinnen vor dem »Gebertsaal«, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Vor dem 1925/26 gebauten »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11) stehen fünf junge Frauen. Sie stehen dicht nebeneinander, die Arme eingehakt, und blicken selbstbewusst in die Kamera. Ihre Kleider sind sorgfältig gewählt – modisch, mit Volants und leichten Stoffen, dazu passende Schuhe und kleine Handtaschen. An der Brust tragen sie Anstecknadeln, ein weiteres Zeichen, dass hier ein Fest gefeiert wird.

Links und rechts des Eingangs stehen kleine Tannenbäumchen, geschmückt mit Papierstreifen. Offensichtlich wird heute Hochzeit gefeiert! Der »Gebertsaal« bildet den passenden Rahmen für solche Feiern. Er ist Treffpunkt und Festsaal.

V.l.n.r.: 1 Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?), 2 ???, 3 Agathe Beha (verh. Geisinger, 1906-1972), 4 Anna Benz (verh. Strobel, 1906-1986), 5 Maria Beha (verh. Maier)

Standort des Fotografen: 47.884471, 8.346889

Zwei Frauen beim Café »Schönblick«, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Neben dem Café »Schönblick« (Stadionstr. 6) stehen zwei junge Frauen auf der Wiese und blicken in die Kamera. Das 1929 erbaute Haus macht seinem Namen alle Ehre: Von hier aus eröffnet sich ein weiter Blick über das Städtchen. Die Dächer der Häuser in der Haslachstraße, der Oberen Hauptstraße und der Vorstadtstraße liegen förmlich zu Füßen. Ist das Feuerwehrhaus (Florianweg 1) noch nicht gebaut? Oder ist es aus dieser Perspektive nicht zu sehen?

Im Hintergrund erhebt sich der Alenberg mit seinem Wäldchen. Zwischen den Bäumen ist die Friedhofskapelle zu erkennen, deren kleines Türmchen mit Kreuz aus dem Grün herausragt. Das Café mit angeschlossener Pension wird von Ernst Wurster und seiner Frau betrieben und ist ein beliebtes Ziel zur Einkehr.

Die beiden Frauen auf der Wiese sind Else Häusle und Mathilde Keller. Sie sind Klassenkameradinnen – und ihre Freundschaft hat offenbar auch die Schulzeit überdauert.

V.l.n.r.: 1 Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?), 2 Mathilde Keller (verh. Kranzer, 1911-?)

Standort des Fotografen: 47.883374, 8.349115

Hilde Selb auf dem Alenberg, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Hilde Selb (geb. Laufer, 1887-1969) steht auf dem Alenberg und blickt hinunter auf das Städtchen. Neben ihr breitet eine Fichte ihre Äste aus, während sich unterhalb des Hanges die dicht gedrängten Häuser der Altstadt ausbreiten. In ihrer Hand hält sie eine kleine Handtasche; ihr dunkles Kleid wirkt schlicht und elegant – vielleicht ist sie gerade auf einem Sonntagsspaziergang unterwegs.

Aus dem Dächergewirr ragt der Rathausturm hervor. Dahinter erhebt sich der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael, der das Stadtbild prägt und weithin sichtbar ist. Jenseits des Städtchens öffnet sich die Landschaft mit Feldern und sanften Hügeln der Baar.

Der Blick vom Alenberg gehört zu den schönsten Aussichtspunkten auf Löffingen. Spaziergänger*innen kommen hierher, um kurz innezuhalten und über das Städtchen zu schauen – so wie Hilde Selb an diesem Tag.

Standort des Fotografen: 47.885624, 8.344861

Drei Freundinnen vor dem Jahn-Denkmal, Sommer 1934

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Drei junge Frauen machen bei einem Spaziergang durch die »Hasle« Halt am Jahn-Denkmal. Zwischen hohen Nadelbäumen und hellen Waldwegen steht der mächtige Tuffsteinblock, in dessen Mitte ein Rundrelief mit dem Porträt von Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) eingelassen ist. Seit seiner Errichtung im Jahr 1928 ist das Denkmal ein beliebter Ort für Erinnerungsfotos – so auch an diesem Sommertag.

V.l.n.r.: 1 Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009), 2 Josefine Schweizer (verh. Kühn), 3 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003)  

Errichtet wurde das 3,40 Meter hohe Denkmal vom Turnerbund. Anlass war der 150. Geburtstag des als »Turnvater« bekannten Pädagogen Friedrich Ludwig Jahn, des Begründers der deutschen Turnbewegung. Zugleich sollte das Denkmal an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Turner erinnern. Die Inschrift lautet: „Unserm Turnvater Jahn / Unsern Gefallenen 1914–18 / Turnerbund Löffingen / 1928“.

Jahn spielte nicht nur für das Turnwesen eine wichtige Rolle, sondern auch für die frühe deutsche Nationalbewegung. Seine Ideen zielten darauf, die Jugend körperlich zu stärken und für den Kampf gegen die napoleonische Besatzung zu formen. Heute wird er wegen seiner nationalistischen und völkischen Vorstellungen auch kritisch betrachtet.

Standort des Fotografen: 47.879838, 8.349970

Personengruppe am Waldrand, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Drei junge Menschen stehen am Waldrand. Hinter ihnen ragen dunkle Tannen auf. Im Mittelpunkt des Fotos: Mathilde Keller (1911-?). Sie trägt ein helles Kleid mit feinem Strickjäckchen, dazu weiße Strümpfe und Riemchenschuhe. Eingerahmt wird sie von zwei jungen Männern.

Links von ihr steht ein junger Mann im zweireihigen Anzug mit Krawatte. Die Frisur ist geschniegelt, die Haltung aufrecht. Es ist ihr Bruder Ernst Keller (1912-1985), der selbstverständlich an ihrer Seite steht. Rechts hingegen ein weiterer junger Mann, ebenfalls im Anzug, mit Einstecktuch und Blume am Revers. Mathilde Keller legt ihm die Hand auf die Schulter – eine kleine, aber deutliche Geste der Vertrautheit. Ist es ihr Freund?

Mathilde Keller ist die Tochter des Taglöhners und Leichenschauers Josef Keller (1881-1955) und seiner Ehefrau Rosalie (geb. Schmid, 1884-1962). Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf.

V.l.n.r.: 1 Ernst Keller (1912-1985), 2 Mathilde Keller (verh. Kranzer, 1911-?), 3 ???

Standort des Fotografen: ???

Vier Musiker an Fronleichnam, 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Vier junge Musiker stehen geschniegelt in dunklen Uniformröcken mit doppelter Knopfreihe, breiten Gürteln und auffälligen, glänzenden Helmen. In ihren Händen halten sie Blasinstrumente, wie Trompete und Horn. Unten auf dem Foto steht in schwungvoller Handschrift: »Frohnleichnahm 1935« – mit gleich zwei überflüssigen »h«. Das menschliche Gedächtnis – und manchmal auch die Rechtschreibung – irrt eben gelegentlich.

Die vier Musiker gehören der Stadtmusik an, die bis 1920 bei der Feuerwehr eingegliedert ist. Die alten Uniformen werden weiter genutzt, deswegen auch die Feuerwehrhelme. Fronleichnam ist ein Hochfest mit feierlicher Prozession, bei der Musik nicht fehlen darf.

Die Szene wirkt wie ein spontaner Schnappschuss am Rande der Feierlichkeiten. Die jungen Männer schauen nicht alle selbstbewusst in die Kamera: Einer blickt abgelenkt zur Seite, ein anderer blickt lächelnd gen Himmel. Gerade diese leichte Unbeholfenheit verleiht dem Bild seinen Charme. Es zeigt nicht nur vier Musiker in einem festlichen Moment, aber mit ganz und gar menschlicher Ausprägung.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 August Kuster jr. (Jahrgang 1924/25)

Standort des Fotografen: ???

Walpurgisnacht auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1939

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Ein gleißender Feuerschein zerreißt die Dunkelheit über dem Rathausplatz. Rauch zieht in Schwaden durch die Nacht, Funken stieben in die Höhe. Es ist Fasnacht 1939 – und seit wenigen Jahren gehört die »Walpurgisnacht« zum festen Bestandteil des närrischen Programms. Seit 1934 führt die Hexengruppe dieses schaurige Spiel auf. Den Text verfasste Leo Ratzer (1881-1948). Was hier geboten wird, ist ein schaurig-schönes Spektakel.

Der Blick fällt über den oberen Rathausplatz in Richtung des Gasthauses »Löwe« (Rathausplatz 11). Details verschwimmen im Halbdunkel, doch gerade das macht den Reiz der Aufnahme aus. Schemenhaft sind Figuren zu erkennen – vielleicht der Teufel mit erhobenem Arm, vielleicht Hexen, die um das Feuer tanzen. Das Licht der Flammen wirft flackernde Schatten auf die Fassaden, während sich die Menge im Vordergrund dicht um die Fasnachtsbühne drängt.

Solche Fotografien sind selten. Die »Walpurgisnacht« findet in der Dunkelheit statt, und die technischen Möglichkeiten der 1930er Jahre machen Nachtaufnahmen zu einer Herausforderung. Umso kostbarer ist dieses Bild. Eine echte Rarität!

Erst rund zwei Jahrzehnte später entsteht jene Musik, die seither alljährlich bei der »Walpurgisnacht« von der Stadtmusik gespielt wird. Komponiert wird sie vom Musikpädagogen und Komponisten Dr. Hermann Regner (1928-2008). Von 1958 bis 1964 wirkt er als Dozent an der Hochschule für Musik in Trossingen. In dieser Zeit – vermutlich 1961 – kommt es auf Initiative von Rupert Hepting (1905-1990), dem Dirigenten der Stadtmusik, zur Zusammenarbeit: Regner komponiert die Musik zur »Walpurgisnacht« – und nebenbei auch den Löffinger Narrenmarsch, der bis heute zum festen Repertoire gehört.

Standort des Fotografen: 47.884084, 8.344622

Narrengruppe in der Demetriusstraße, Fasnacht ca. 1931

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Drei Mädchen haben sich Hand in Hand vor dem Haus Krauß (Demetriusstr. 2) aufgestellt. Es ist Fasnacht und der Ernst in ihren Gesichtern steht in einem reizvollen Kontrast zu ihren Kostümen.

Links trägt das älteste der drei Mädchen ein fröhlich gemustertes Kleid mit Luftballons in den Farben weinrot, flieder und hellgrün, darüber eine dunkle Weste mit Zierborten und ein Stirnband im Haar. Der Rock fällt weit, darunter weiße Strümpfe und geschnürte Halbschuhe. In der Mitte steht ein jüngeres Mädchen, die Kleinste der Gruppe. Sie trägt ein Kleid mit geschnürtem Mieder, darüber eine helle Schürze mit Spitzenbesatz. Ganz rechts schließlich steht ein Mädchen in Löffinger Tracht mit der charakteristischer Haube. In der Hand hält sie ein kleines Körbchen – ein liebevolles Detail, das die Tracht vervollständigt.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???

Standort des Fotografen: 47.884294, 8.344938