Menschenmenge bei einer NS-Kundgebung auf dem Oberen Rathausplatz, ca. 1935-1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zu Verfügung.

Aus einem Rathausfenster fällt der Blick auf den oberen Rathausplatz, auf dem gerade eine Kundgebung der NSDAP-Ortsgruppe Löffingen abgehalten wird. Vor der Freitreppe des früheren Fürstenbergischen Amtshaus (Rathausplatz 2) ist die Rednertribüne aufgebaut, die mit Hakenkreuzfahnen geschmückt ist. Wer der Redner ist, ist nicht zu erkennen.

NS-Formationen sind auf dem Platz angetreten, aber auch eine große Menschenmenge hat sich in einem Halbkreis versammelt. Die Menge ist »gleichgeschaltet«, alle haben den rechten Arm zum »Hitler-Gruß« hochgerissen. Sogar die Kinder auf dem Foto tun es den Erwachsenen gleich und entbieten ebenfalls den »Deutschen Gruß«. Er war zunächst nur der Gruß der NSDAP-Mitglieder, wurde aber nach 1933 zum offiziellen Gruß der »Volksgenossen« und zu einem tagtäglich wiederholten aktiven Bekenntnis zum Nationalsozialismus.

Standort des Fotografen: 47.883855, 8.344622

Helene Krauß in Tracht, ca. 1935

Verlag A. Rebholz

Helene Krauß sitzt in Tracht vor dem Haus Fehrenbach in der Maienlandstraße. Sie ist Mitglied der 1935 gegründeten Trachtengruppe. Die Porträtaufnahme ist Teil einer Fotoserie, die verschiedene Mitglieder des Trachtenvereins, entweder alleine oder als Gruppe, zeigt. Als Kulisse wird das holzverschindelte Haus Fehrenbach gewählt, vor dem eine Holzbiege aufgeschichtet ist, weil es so urig aussieht.

Standort des Fotografen: 47.887761, 8.341504

Fußballmannschaft FC Löffingen, 1930

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Hilda und Walter Köpfler sowie Alexandra Scholl zur Verfügung.

Der Fußballclub Löffingen wurde am 29. Januar 1921 im Gasthaus »zur Linde« gegründet. Als Vereinsfarben legte man die Farben Rot-Weiß fest. Zunächst wurde auf den umliegenden Wiesen gespielt, da es noch keinen Fußballplatz gab. Ab 1924 nutzte der FC Löffingen dann das Gelände oberhalb des Wäldchen »Hasle«. Auf dem Gruppenfoto ist die erste Mannschaft von 1930 zu sehen, die vor dem Tor steht. Auf ihren weißen Hemden tragen die Spieler das Logo des FCL.

V.l.n.r.: ???, Anton Geisinger (1911-1978), ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???.

Standort des Fotografen: 47.882757, 8.350019

Feuerwehrübung auf dem Rathausplatz, ca. 1935

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

Die Feuerwehr ist im Einsatz. Die 1927 angeschaffte Automobilfeuerspritze ist Mitten auf dem oberen Rathausplatz geparkt. Schläuche sind ausgerollt. Das Wasser wird aus dem Rathausbrunnen gepumpt. Die mechanische Schiebeleiter von 1923 ist an die Rathausfassade angelegt und ausgefahren. Was wie ein Ernstfall aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine Feuerwehrübung. Der Löschwagen und die Leiter sind mit Tannenreisig geschmückt. »Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr«: Der Leitspruch der Feuerwehr ist auf ein Schild geschrieben, das auf der Automobilfeuerspritze angebracht ist. 

Noch ist das Erdgeschoss zur Platzseite nicht umgebaut. Kurze Zeit später verschwinden zwei der alten Kaufhaustüren, die auf dem Bild mit Holzläden geschlossen sind. Sie werden zu Fenstern umgebaut. 1935 eröffnet die Vorschussbank in den Räumlichkeiten dahinter ihre Geschäftsräume.

Standort des Fotografen: 47.884005, 8.345149

Ewald Hepting an seinem ersten Schultag in der Dittishauser Straße, ca. 1939

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

Der große Tag ist da! Für Ewald Hepting (1933-2010) beginnt der Ernst des Lebens, denn er wird in die Volksschule eingeschult. An der Hand seiner Mutter Sofie Hepting geb. Jonner (1909-1995) macht er sich auf den Weg. Die beiden gehen die Dittishauser Straße entland. Im Hintergrund sind das Haus Hepting (Dittishauser Str. 7) und das Haus Sperer (Dittishauser Str. 9) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.885187, 8.348848

Trachtengruppe vor dem Haus Fehrenbach in der Maienlandstraße, ca. 1935

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise 
Helene Krauß zur Verfügung.

1935 wird die Löffinger Trachtengruppe gegründet. Kurze Zeit nach der Gründung entsteht eine Fotoserie, die Vereinsmitglieder vor dem Haus Fehrenbach im Maienland zeigt, sowohl in Einzelporträts, als auch in Gruppenaufnahmen. Das Haus Fehrenbach wird als Kulisse für das Fotoshooting gewählt, weil es mit seiner holzveschindelten Fassade und dem kleinen Balkon mit holzgschnitztem Geländer sehr urig aussieht.  Die Zeit scheint hier stehen geblieben. Auf dem Foto sind Helene Krauß, Alma Egle, Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), Maria Faller (1919-1967) und Landwirt Johann Laufer zu sehen. 

Standort des Fotografen: 47.887787, 8.341421

Feuerwehr vor dem Rathausbrunnen, ca. 1935

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

»Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr« ist der Leitspruch der Feuerwehr. Er ist auf ein Schild geschrieben, das von Tannenreisig geschmückt über der 1927 angeschafften Automobilfeuerspritze angebracht ist. Die Feuerwehr versammelt sich nach einer Feuerwehrübung auf dem Rathausplatz zu einem Gruppenfoto vor dem Rathausbrunnen. Die Schnitterin ragt über dem Fahrzeug und den Feuerwehrhelmen herraus.

Wer erkennt die Feuerwehrmänner?

Vor dem Auto stehend, v.l.n.r.: Ernst Krauß
Auf dem Auto vl.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.884003, 8.344781

Maria Faller in Tracht, ca. 1935

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Bölle, Aloisia Huber und Monika Huber zur Verfügung.

Maria Faller (1919-1967) steht in Tracht vor dem Haus Fehrenbach in der Maienlandstraße. Die junge Frau ist Mitglied der 1935 gegründeten Trachtengruppe. Die Porträtaufnahme ist Teil einer Fotoserie, die verschiedene Mitglieder des Trachtenvereins, entweder alleine oder als Gruppe, zeigt. Als Kulisse wird das holzverschindelte Haus Fehrenbach gewählt, vor dem eine Holzbiege aufgeschichtet ist, weil es so urig aussieht. Maria Faller heiratet später den Zugführer Ferdinand Selb (1911-1966).

Standort des Fotografen: 47.887761, 8.341504

2 Fotos: Theateraufführung »Die Räuber« im »Gebertsaal«, ca. 1930

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Walter Nägele zur Verfügung.

Vor dem Bau der Festhalle dient vor allem der »Gebertsaal« als Veranstaltungsort. Theateraufführungen verschiedener Vereine, aber auch Gastspiele von auswärtigen Theaterensembles finden in dem Saalbau des Gasthauses »Gebert« statt. Hier wird gerade das 1782 uraufgeführte Drama »Die Räuber« von Friedrich Schiller aufgeführt.

Standort des Fotografen: 47.884502, 8.346992

Goldene Hochzeit von Justus und Albertine Benz, Juni 1932

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Bölle, Aloisia Huber und Monika Huber zur Verfügung.

Das Jubelpaar Justus Benz (1855-1935) und Albertine geb. Merz (1862-1936) sitzt in der Mitte. Sie feiern ihre Goldene Hochzeit. Kinder und Enkelkinder sind zusammen gekommen, um zu gratulieren. Geheiratet haben die beiden am 12. Juni 1882. Das Foto entsteht im Garten hinter ihrem Haus (Maienlandstr. 27). Drei Jahre nach der Goldenen Hochzeit stirbt Justus Benz am 14. Februar 1935 im Alter von 79 Jahren. Seine Witwe Albertine, die gebürtig aus Bruggen bei Wolterdingen stammt, folgt ihm ein Jahr später am 24. Februar 1936.

  1. Reihe, v.l.n.r.: ???
    2. Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, Kind, Albertine Benz geb. Merz, Justus Benz, Kind, Hedwig Maier geb. Benz, ???, Agathe Faller geb. Benz, ???
    3. Reihe, v.l.n.r.: ??? Strobel (Vater von Hans und Hermine Strobel)
    4. Reihe, v.l.n.r.: Else Rokoschoski geb. Benz, ???, Maria Faller, Hermine van Dungen geb. Strobel (1917-?)
    5. Reihe, v.l.n.r.: Architekt Hans Strobel (1913-1964), Mathilde Schilling geb. Strobel, Ernst Faller, Beppi Benz (»de Diese«), ???, ???, Franz Faller

Standort des Fotografen: 47.886458, 8.340933

Männergruppe auf dem Bahnsteig am Bahnhof, ca. 1938

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Ihr Erkennungszeichen ist offenbar der Strohhut mit dem schwarzen Band. Zehn Männer stehen auf dem Bahnsteig des Löffinger Bahnhofs, den Hut auf dem Kopf, ihr Reisegepäck in der Hand. Es wird gelacht und gescherzt. Der Zug steht jedenfalls schon zur Abfahrt bereit. Er wird die Sangesbrüder nach Rüdesheim bringen.

Auffallend sind die Farbflecken auf den Waggons. Ob es sich um einen Buntfarbenanstrich zur Tarnung, etwa während des Zweiten Weltkrieges, handelt?

Im Vordergrund ohne Hut ist Engelbert Müller (1896-?) zu sehen. Die anderen Männer sind v.l.n.r.:
Schneidermeister Otto Schmitt (1905-?), Schmiedemeister Otto Fürst (1894-?), Ernst Keller (1912-?), Elektromeister Karl Götz, Albert Schwörer (1910-2001) , Malermeister Karl Hepting (1893-?), Gipser Otto Schweizer (1906-1992), Sattlermeister Ernst Krauß (1897-?) und Kaufmann Karl Hasenfratz II (1899-?).

Standort des Fotografen: 47.883296, 8.342170

Männergruppe mit Leiterwagen vor dem Haus Krauß in der Demetriusstraße, ca. 1938

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Mit großem »Hallo« sammeln sich diese Männer vor dem Haus von Sattlermeister Ernst Krauß (Demetriusstr. 2). Sie wollen verreisen und sind auf dem Weg zum Bahnhof. Alle Männer tragen helle Strohhüte. Sie haben einen Leiterwagen mit sich, auf den ihr Reisegepäck geladen ist. Ein Junge zieht ihnen den Wagen. Die Männer tragen außerdem kleine Handkoffer mit sich. Dass es zu regnen scheint, tut ihrer Stimmung keinen Abbruch. Wer weiß, wohin ihre Reise ging?

V.l.n.r.: Schmiedemeister Otto Fürst (1894-?), ???, Ernst Keller (1912-?), Malermeister Karl Hepting (1893-?), ???, ???, Schneidermeister Otto Schmitt (1905-?), Sattlermeister Ernst Krauß (1897-?) und Berta Krauß (1905-?).

Beim Leiterwagen steht der Gipser Otto Schweizer (1906-1992), der seinen Hut abgenommen hat. Der Junge vor dem Leiterwagen ist Ernst Krauß jun., der später nach Alaska auswandert, und das Mädchen ist Christa Krauß (später verh. Welte). Das kleine Mädchen an der Wand ist vermutlich Veronika Krauß (später verh. Klose ). 

Standort des Fotografen: 47.884284, 8.344915