Fronleichnamsaltar vor der alten »Sonne«, ca. 1960-1963

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Man bekommt fast den Eindruck, das ganze Städtchen ist auf den Beinen – zumindest der katholische Teil. Es ist Fronleichnam, die Sonne scheint, die Kastanie zwischen Gasthaus »zum Löwen« und der »alten Sonne« blüht. Auf dem oberen Rathausplatz ist ein Fronleichnamsaltar aufgebaut. Eine Schar Ministranten steht davor. Fahnen und Flambeaux sind zu erkennen. Vor allem neben dem Rathausbrunnen stehen die Gläubigen dicht gedrängt. Mit größerem Abstand stehen weitere Zuschauer*innen am Straßenrand.

Standort des Fotografen: 47.884158, 8.344972

Früheres Gasthaus »Sonne« am Rathausplatz, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Mitte der 1920er entsteht dieses Foto vom oberen Rathausplatz»Alte Sonne« hat jemand handschriftlich auf dem zugeschneiten Dach notiert. Statt der Gaststube befinden sich in dem Gebäude  nun Wohnungen. Der Schriftzug »Gasthof z. Sone«, der für viele Jahre zwischen den Fenstern im ersten und zweiten Stockwerk angebracht war, ist überstrichen. Im früheren Ökonomieteil auf der linken Seite sind Rundbogenfenster eingebaut. Dort befindet sich nun die Stadtmühle. Aber das Gebäude wird noch in anderer Hinsicht genutzt. Die eingerahmten Fenster im ersten Stockwerk markieren den Saal, der von den evangelischen Gläubigen zum Feiern ihrer Gottesdienste genutzt wird.

Standort des Fotografen: 47.883919, 8.344802

Blick auf den oberen Rathausplatz in Richtung Rathaus, 1976

Stadtarchiv

Nach dem Abbruch der »alten Sonne«, die den oberen Rathausplatz bis 1973 dominierte, und dem Neubau des modernen Geschäfts- und Wohnhauses (Rathausplatz 9 und 10) hat sich das Aussehen des Platzes stark verändert.

Am Rathausgebäude wurde der Schriftzug »Volksbank« abmontiert, nur die Löcher in der Mauer künden noch von der früheren Nutzung der Räumlichkeiten im Erdgeschoss. Die Volksbank hat ihre neuen Geschäftsräume in dem benachbarten Neubau bezogen. 

Es ist Weihnachtszeit. Ein Tannenbaum steht neben dem Rathausbrunnen. Über die Straßen ist die Weihnachtsdekoration gespannt. Am rechten Bildrand ist das Postamt (Rathausplatz 2) zu sehen. An der Ecke steht ein Telefonhäuschen, daneben parkt ein VW Käfer.

Standort des Fotografen: 47.884101, 8.345182

Wirtshausschild der »Sonne«, 2006

Sammlung Familie Waßmer

Die »Sonne« gibt es in der Löffinger Geschichte zweimal, was für einige Verwirrung sorgen kann. Aber das Wirtshausschild gibt es nur einmal, es hing im Laufe der Zeit nur an zwei verschiedenen Gebäuden. Bis zu ihrem Abbruch 1973 stand auf dem oberen Rathausplatz die »alte Sonne« (Rathausplatz 9/10). Nach etlichen Besitzerwechseln war es bereits 1920 mit dem Gasthaus »Sonne« vorbei. Das Gebäude wurde an die Stadtgemeinde verkauft, die darin Wohnungen einbaute und die Stadtmühle einichtete. Das alte Wirtshausschild blieb zunächst am Rathausplatz hängen. 1932 wurde dann der Name »Sonne« auf das bisherige Gasthaus »zum Lamm« (Kirchstr. 29) übertragen und auch das Wirtshausschild umgehängt. Seitdem hängt es an der »neuen Sonne«, die auch nicht mehr so neu ist.

Standort des Fotografen: 47.883023, 8.343856

Abbruch des früheren Gasthauses »Sonne«, Januar 1973

Sammlung Familie Waßmer

Im Rahmen der Stadtsanierung wird das Gebäude der »alten Sonne« im Januar 1973 abgerissen. Damit verschwindet ein Stück Alt-Löffingen unwiederbringlich aus dem Stadtbild. Es wird durch ein modernes Geschäfts- und Wohnhaus ersetzt.

Auf dem Foto geht der Blick vom unteren Rathausplatz, am Rathaus vorbei, in Richtung der »alten Sonne«. Die Straße ist für den Verkehr wegen der Abbrucharbeiten gesperrt. In Kürze wird von dem altehrwürdigen Gebäude nur noch ein Trümmerhaufen übrig sein.

Standort des Fotografen: 47.883733, 8.343978

Stadtmühle im früheren Gasthaus »Sonne«, ca. 1972/73

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Seit 1920 befindet sich in der linken Gebäudehälfte des früheren Gasthauses »Sonne« die Stadtmühle. Sie wurde zunächst von Müllermeister Josef Hasenfratz (1899-1967) und später von seinem Sohn Hans Hasenfratz (geb. 1935) betrieben. 1969 stellte er den Mühlenbetrieb ein, weil dieser unrentabel geworden war. Damit waren auch die Tage des gesamten Gebäudekomplexes gezählt. 1973 wird die »alte Sonne« abgerissen.

An der Fassade ist ein Wandgemälde zu sehen, das das Wappen der Stadt Löffingen zeigt. Am linken Bildrand ist das Haus von Wagnermeister Hermann Schelling (Kirchstr. 13) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883869, 8.344883

Fronleichnamsprozession auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1945-1955

Verlag A. Rebholz

Die »alte Sonne« am oberen Rathausplatz war lange Zeit eine Station bei der jährlichen Fronleichnamsprozession der katholischen Kirchengemeinde. Zu diesem Anlass wurde ein Altar aufgebaut und die Fassade festlich geschmückt.

Als dieses Foto entstand, war die »Sonne« seit mehr als 20 Jahre kein Gasthaus mehr. Bereits um die Jahrhundertwende hatte der Niedergang des traditionsreichen Gasthauses eingesetzt. Das Gebäude stand ständig zum Verkauf und wurde immer wieder neu verpachtet. Die Stadtgemeinde kaufte das Gebäude 1920, richtete darin Wohnungen ein und baute die Ökonomie in der linken Gebäudehälfte um. Fortan befand sich dort die Stadtmühle.

Doch nicht nur die katholische Kirchengemeinde nutzte die »Sonne« einmal jährlich an Fronleichnam für einen Stationsaltar. Im alten »Sonne«-Saal versammelten sich von 1920 bis 1953 die evangelischen Gläubigen zu ihren Gottesdiensten.

Standort des Fotografen: 47.884076, 8.344566

Gruppenfoto der »Hansele« vor dem früheren Gasthaus »Sonne«, ca. 1925

Sammlung Familie Waßmer

Als sich die Löffinger »Hansele« für dieses Foto ablichten ließen, gab es sie noch gar nicht als eine eigenständige Narrengruppe. Erstmalig erwähnt wurden sie kurz zuvor, 1924. Erst später entstand das einheitliche Häs und die bis heute gängige Holzmaske.  »Narro Löffinger!«, schrieb jemand schwungvoll auf das Foto am unteren Bildrand.

Die Narren stehen vor dem früheren Gasthaus  »Sonne«, das die Stadtgemeinde wenige Jahre zuvor erworben hatte. Darin befinden sich nun Wohnungen und die Stadtmühle.

Standort des Fotografen: 47.883850, 8.344758

Motorisierte Narrengruppe auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1925

Stadtarchiv

Mitte der 1920er Jahre hat es noch Seltenheitswert, wenn eine Fasnachtsgruppe motorisiert unterwegs ist. Hier fahren gerade sechs kostümierte Narren auf einem Kraftfahrzeug am früheren Gasthaus »zur Sonne« vorbei. Drei von ihnen musizieren auf Musikinstrumenten. Im Hintergrund ist das Rathaus mit seinem hölzernen Eingangsportal zu erkennen.

V.l.n.r.: Hermann Berger (?-?), Schlossermeister Leopold Berger (1878-1952), Friseurmeister Julius Limb (1883-1968), ???,  Steinmetzmeister Karl Häusle (1878-1956) und Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957). Ein Junge sitzt vorne auf der Kühlerhaube.

Wer weiß, wer die anderen Männer und der Junge sind?

Standort des Fotografen: 47.883805, 8.344747

Straßenarbeiten vor dem Gasthaus »Sonne«, ca. 1916-1920

Verlag A. Rebholz

Nur eine kleine Fläche rund um den Rathausbrunnen ist damals gepflastert. Der übrige Rathausplatz und die zuführenden Straßen sind weitgehend unbefestigt. Die Aufnahme zeigt Straßenarbeiter, die einen neuen Belag aufbringen. Das Interesse des Fotografen, der dieses Ereignis festhält, gilt vermutlich der qualmenden Dampfwalze als einem Symbol des Fortschritts, der in Löffingen Einzug hielt. Die »Schnitterin« auf dem Rathausbrunnen zeigt sich davon unbeeindruckt.

Schön zu erkennen ist das alte Gasthaus »zur Sonne«, an dem noch das schmiedeeiserne Wirtshausschild hängt. 1920 fand die 300-jährige Geschichte als Gasthaus ein Ende. Die Stadtgemeinde kaufte das Gebäude und richtete darin die Stadtmühle und Mietwohnungen ein. 

Standort des Fotografen: 47.884081, 8.344520

Närrisches Treiben vor dem Gasthaus »Sonne«, Fasnacht 1911

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Emma Kienzler zur Verfügung.

Der Marktplatz ist seit jeher auch Schauplatz für Darbietungen an Festen und an Fasnacht, wie hier im Jahre 1911. Diesmal lautet das Motto für die fünfte Jahreszeit: »Münchner Oktoberfest». Auf dem Foto ist eine Schuhplattlergruppe zu sehen, die auf der Fasnachtsbühne tanzt.

Im Hintergrund steht das alte »Gasthaus z. Sonne« (Rathausplatz 9/10). Der Giebel am linken Bildrand gehört zum Gasthaus  »zum Löwen« (Rathausplatz 11).

Standort des Fotografen: 47.884002, 8.344725

Wirtshausschild des Gasthauses »zur Sonne«, 2006

Sammlung Familie Waßmer

Das schmiedeeiserne Wirtshausschild des Gasthauses »zur Sonne« hängt seit 1932 in der Kirchstraße am früheren Gasthaus »Lamm«, das seitdem »zur Sonne« heißt. Davor hing es aber über Generationen am oberen Rathausplatz an der »alten Sonne«, wie die Löffinger zur Unterscheidung der beiden Gasthäuser sagen. 

Seitdem das Gebäude der »alten Sonne« 1973 abgerissen wurde, erinnert im heutigen Stadtbild nur noch dieses Wirtshausschild an das einst bedeutende Lokal, das 300 Jahre lang ein Schankrecht besaß.

Standort des Fotografen: 47.883021, 8.343859