4 Fotos: Schulhof der Realschule, 1979

Archiv der Realschule

Große Pause in der Realschule: Überall stehen, sitzen und laufen Schüler*innen auf dem Schulhof. Manche haben sich in kleinen Gruppen auf den Bänken niedergelassen, andere lehnen an den neu gepflanzten Bäumen oder ziehen über den weitläufigen Platz. Es herrscht ein buntes Gewimmel – genau so, wie man sich einen Pausenhof vorstellt.

Der Schulhof präsentiert sich gerade frisch neugestaltet. Nach einem Entwurf der Lehrerin Brigitte Schweinfurth (verh. Leber) wurden im Sommer 1979 die grauen Betonsteine mit farbigen Flächen und geschwungenen Formen bemalt. Auch die Sitzgelegenheiten entstehen unter Beteiligung der Schüler*innen. Rund um die jungen Bäume werden hölzerne Bänke gebaut, die offensichtlich sofort gut angenommen werden. Statt einer kahlen Betonfläche entsteht so ein farbenfroher Aufenthaltsort.

Auch die Architektur der erst wenige Jahre zuvor eröffneten Realschule prägt das Bild. Der große Schulbau mit seinen langen Fensterbändern begrenzt den Hof auf der einen Seite, gegenüber liegt die Sporthalle. Noch sind die neu gepflanzten Bäume klein und spenden kaum Schatten. Doch die Fotos zeigen bereits, was mit der Umgestaltung erreicht werden soll: Der Schulhof ist nicht nur Durchgangsfläche, sondern wird zum Treffpunkt, an dem die Schüler*innen ihre Pausen gemeinsam verbringen.

Standort des Fotografen: 47.884271, 8.347609

Realschule und Sporthalle in der Festhallenstraße, ca. 1995

Sammlung Familie Waßmer

Vom Hang neben der Festhalle fällt der Blick hinunter auf die Realschule. Das 1974 eingeweihte Schulgebäude präsentiert sich frisch saniert: Der ursprünglich sichtbare Beton hat einen hellgrauen Anstrich erhalten, der freundlicher wirken soll. Die gestaffelten Flachdächer und langen Fensterbänder verraten jedoch weiterhin unverkennbar die Architektur der 1970er-Jahre. Noch fehlt neben dem Eingang an der Festhallenstraße ein später auffälliges Detail. Wenig später entsteht dort im Rahmen eines Schülerprojekts eine plastische Installation, die häufig als »großer Stift« bezeichnet wird. Sie verweist auf Lernen und Schreiben und damit auf die Funktion des Gebäudes als Schule.

Links hinter der Realschule steht die Sporthalle. Auch das weitläufige, noch recht offene Schulgelände wird sich in den kommenden Jahren stark verändern. 2001/02 entsteht am linken Bildrand ein weiteres Schulgebäude. Die alte Sporthalle wird später abgerissen und durch die 2010 eingeweihte Dreifeldsporthalle ersetzt.

Schließlich verändert sich auch die Realschule selbst grundlegend. Bei der umfassenden Sanierung und Modernisierung von 2020 bis 2022 verschwindet das charakteristische terrassenartige Flachdach. Das Gebäude wird im dritten Obergeschoss aufgestockt und erhält ein Satteldach. Große neue Fenster sowie helle Weiß- und markante Grüntöne verändern das Erscheinungsbild zusätzlich. So dokumentiert die Aufnahme einen Zwischenstand in der langen Baugeschichte des Schulstandortes.

Standort des Fotografen: 47.883412, 8.348230

Maienlandstraße beim Hochwasser, 10. Juli 1975

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Matthias von Dungen zur Verfügung.

Die Maienlandstraße hat sich in eine Wasserstraße verwandelt. Braune Fluten strömen in Richtung Städtchen. An der Einmündung der Rötengasse, wo die Straße ansteigt, haben sich Schaulustige versammelt. Auch auf den Treppenstufen zum Malergeschäft Sibold stehen eine Frau und ein Kind und betrachten die Bescherung. Der erhöht gelegene Garten des Kindererholungsheims Gugelberger bleibt von den braunen Fluten verschont.

Am Donnerstag, dem 10. Juli 1975, geht über Löffingen ein heftiges Sommergewitter nieder. Innerhalb von nur drei Stunden fallen 86 Liter Regen pro Quadratmeter. Der eingedolte Stettbach kann die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Statt unterirdisch durch das Städtchen zu fließen, ergießt sich das Wasser über Straßen und Plätze.

Vielen Einwohner*innen dürfte dabei das Hochwasser vom 1. Juli 1958 wieder in Erinnerung kommen. Damals bot sich ein ähnliches Bild. Nun wiederholt sich das Szenario nach nur 17 Jahren.

Standort des Fotografen: 47.884664, 8.343069

5 Fotos: Volkstrauertag auf dem unteren Rathausplatz, November 1999

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Traditionell findet das Totengedenken am Volkstrauertag auf dem unteren Rathausplatz statt. Am Mailänder Tor befinden sich seit 1930 die Gedenktafeln mit den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Der 1954 geschaffene Demetriusbrunnen erinnert zudem an die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Kirchgang versammelt sich hier die Gemeinde.

Der Volkstrauertag wurde 1922 als Gedenktag für die Kriegstoten des Ersten Weltkriegs eingeführt. In der Bundesrepublik Deutschland wird er seit 1952 als staatlicher Gedenktag begangen und erinnert heute allgemein an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Dieses Gedenken ist jedoch nicht unproblematisch. Lange Zeit wurde pauschal der Gefallenen gedacht – und damit auch Soldaten eingeschlossen, die Teil eines verbrecherischen Angriffskrieges waren. Spätestens seit der Wehrmachtsausstellung von 1995, die in verschiedenen Städten gezeigt wurde und eine öffentliche Debatte entfachte, ist bekannt, dass nicht nur SS und Waffen-SS, sondern auch Teile der Wehrmacht an Kriegsverbrechen beteiligt waren und Mitverantwortung für den Holocaust trugen. Der Volkstrauertag steht seither stärker im Spannungsfeld zwischen persönlichem Gedenken, historischer Aufarbeitung und kritischer Erinnerungskultur.

Auf den Fotos ist die Gedenkfeier zu sehen: Die Stadtmusik spielt, die Feuerwehr tritt an und senkt die Fahne. Während sich die Anwesenden zum stillen Gedenken versammeln, hält Bürgermeister Frank Schmitt (1963-2005) eine Ansprache. Für ihn ist es eine Premiere: Erst seit Kurzem ist er Bürgermeister von Löffingen.

Standort des Fotografen: 47.883707, 8.343856

Narrengruppe beim Umzug auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1987

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Manege frei für Clowns, Akrobaten und Musikanten« – unter diesem Motto steht die diesjährige Fasnacht. Diese Gruppe hat sich ganz offensichtlich für die dritte Variante entschieden: die Musik. Als Köche verkleidet ziehen die Musikant*innen durch die Straßen. Weiße Kochjacken und hohe Mützen bestimmen das Bild, dazu kommt ein besonderes Detail: Die Gesichter sind je zur Hälfte silbern und golden geschminkt. Die Schminke harmoniert mit den glänzenden Blechinstrumente, die sie mit sich führen.

Mit Tuba, Posaune, Saxophon und Schlagzeug sorgen sie für Stimmung im Narrenumzug am »Fasnet Mäntig«. Gerade passieren sie das Rathaus, während sich am Straßenrand zahlreiche Zuschauer*innen versammelt haben. Es ist der erste Auftritt des »Flädlesuppen-Clubs«. Die Musiker*innen gehören zur Stadtmusik. Ihr Name rührt daher, dass die »Flädler« bei Festlichkeiten der Stadtmusik große Mengen Flädlesuppe zubereiten und diese zugunsten der Vereinskasse verkaufen.

V.l.n.r.: 1 Fridolin Benz, 2 Karl Binder, 3 Klaus Baader, 4 Edwin Kuttruff, 5 Jolanda ???, 6 Lothar Baader

Standort des Fotografen: 47.883962, 8.344399

Rückseite vom Haus Scholz in der Ringstraße, ca. 1989

Stadtarchiv

Von der Ringstraße aus zeigt sich die Rückseite des Hauses Scholz (Demetriusstr. 7), in dem der Schuhmachermeister Gerhard Scholz (1925-1998) mit seiner Ehefrau Anneliese Scholz (geb. Wehrle, 1924-2011) lebt. Neben seinem Beruf engagiert sich Gerhard Scholz in der katholischen Pfarrgemeinde – unter anderem als Meßmer. Es ist ihm daher ein besonderes Anliegen, jedes Jahr zum Palmsonntag einen »Palmen« anzufertigen.

Auf dem Foto ist dieser gut zu erkennen: Neben der Tordurchfahrt bei der ehemaligen Molkerei (Demetriusstr. 6) ragt er hoch in den Himmel – schlicht gebunden, aber eindrucksvoll in seiner Höhe. Ein stiller Hinweis darauf, wie lebendig religiöse Bräuche auch im Alltag verankert sind.

Standort des Fotografen: 47.884435, 8.344030

Holländische Gäste auf dem Unteren Rathausplatz, Mai 1932

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gertrud Heitzmann zur Verfügung.

Das Automobil steht quer auf dem Unteren Rathausplatz, als wäre es gerade erst zum Stehen gekommen. Daneben haben sich die Reisenden aufgestellt, geschniegelt und gut gekleidet, ein wenig stolz auf das Gefährt, das sie hierhergebracht hat. Besuch aus den Niederlanden sorgt für Aufmerksamkeit und verleiht Löffingen für einen kurzen Moment internationales Flair.

Agathe Brugger ist mit dabei. Sie stammt aus Löffingen, lebt und arbeitet jedoch inzwischen in Den Haag. Dort steht sie im Dienst eines holländischen Ehepaares, das sie nun auf dieser Reise begleitet. Zuvor waren sie gemeinsam in Italien unterwegs, auf der Rückfahrt legen sie einen Zwischenstopp im Schwarzwald ein. Der Besuch ist etwas Besonderes – nicht nur wegen der weiten Reise, sondern auch wegen des Automobils, das in diesen Jahren noch kein alltäglicher Anblick ist.

Links im Bild ist der Demetriusbrunnen zu erkennen, dahinter erhebt sich das Rathaus mit seiner repräsentativen Fassade. Der Platz wirkt aufgeräumt und weit, das Pflaster zieht sich bis an die Gebäude heran. Am rechten Bildrand steht die »alte Sonne«. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird sie nicht mehr als Gasthaus genutzt, stattdessen befinden sich dort nun die Stadtmühle und Wohnungen.

Für Agathe Brugger ist es ein Besuch in ihrer Heimat und ein Wiedersehen mit vertrauten Orten. Doch seit dem Großbrand von 1921, der weite Teile des Städtchens zerstört hatte, hat sich das Stadtbild im Zuge des Wiederaufbaus deutlich verändert.

Standort des Fotografen: 47.883738, 8.343706

Umbau vom Haus Fehrenbach in der Maienlandstraße, 1987

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Staub liegt in der Luft, ein Kran ragt über das Dach hinaus. In der Maienlandstraße wird gerade ein Stück vertrauter Bausubstanz abgerissen: Der Ökonomieteil des Hauses Fehrenbach (Maienlandstr. 33) verschwindet Stein für Stein. Die Fehrenbachs betreiben schon länger keine Landwirtschaft mehr. Der Strukturwandel macht sich auch hier bemerkbar und verändert nach und nach Häuser und Straßenzüge. Was früher Stall, Scheune oder Lagerraum war, entspricht den Anforderungen der Zeit nicht mehr. An die Stelle des Ökonomiebereichs tritt neuer Wohnraum.

Das Haus gehört dem Landwirt Johann Fehrenbach (1922-2020), genannt »Bappile«. Es ist sein Elternhaus. Seine Eltern waren Johann Fehrenbach III (»Bläsius«, 1883-1938) und Karolina Fehrenbach (geb. Müller, 1894-1948). Schon früh musste Johann Fehrenbach Verantwortung übernehmen. Sein Vater kam1938 bei einem Motorradunfall am Mailänder Tor ums Leben, gerade einmal 54 Jahre alt. Mit 19 Jahren wurde Johann Fehrenbach zur Wehrmacht eingezogen und kehrte 1945 aus französischer Kriegsgefangenschaft zurück. 1947 heiratete er Frieda Fehrenbach (geb. Heckle, 1925-2013). Johann Fehrenbach ist in Löffingen bekannt und präsent: Von 1969 bis 1988 leitet er den landwirtschaftlichen Absatzverein mit Laden und Lager in der Kirchstraße. Außerdem ist er für die Breisgau-Milch auf den Höfen unterwegs, um Milchproben zu ziehen, und arbeitet als Strom- und Wasserableser für die Stadt Löffingen. Auch als Feuerwehrmann und Gemeinderat engagierte er sich.

Standort des Fotografen: 47.887567, 8.341262

2 Fotos: Unterer Rathausplatz mit viel Schnee, 1979

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Schneeberge im Städtchen! Der untere Rathausplatz hat sich in eine nahezu alpine Landschaft verwandelt. Rund um das Mailänder Tor türmen sich gewaltige Schneemassen, die beim Räumen der Straßen zusammengeschoben wurden. Der Platz wirkt verwandelt und verschwindet unter dem Weiß.

Selbst der Demetriusbrunnen ist kaum noch zu erkennen. Nur die Brunnensäule mit der Figur des Demetrius ragt aus dem Schnee hervor, als würde er langsam darin versinken. Dächer, Giebel und das Tor tragen dicke Schneelasten, und das sonst so belebte Zentrum des Städtchens liegt still da. Der Winter hat Löffingen fest im Griff.

Standort des Fotografen: 47.883730, 8.343963

Klassentreffen des Jahrgangs 1951/52 am Demetriusbrunnen, 2001

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Fünfzig Jahre sind sie alt, die Frauen und Männer, die vor vielen Jahrzehnten gemeinsam die Schulbank drückten. Jetzt stehen sie wieder Seite an Seite, versammelt am Demetriusbrunnen auf dem unteren Rathausplatz. Hinter ihnen spannt sich das farbenfrohe Ensemble der Altstadthäuser auf, mittendrin das Mailänder Tor.

Ein Klassentreffen ist immer auch eine kleine Zeitreise: Man erzählt Geschichten von früher, lacht über Streiche, erinnert sich an Lehrer*innen, die man längst vergessen glaubte. Die Gesichter sind älter geworden, doch in den Blicken blitzt ein Stück Vertrautheit auf.

V.l.n.r.: 1 Werner Maier, 2 Manfred Kienzler, 3 Veronika Ruf (geb. Kaltenbrunner, geb. 1951), 4 Walter Hauser, 5 Renate Obert (geb. Trenkle), 6 Annemarie Fischer (geb. Hryzuniak), 7 Ursula Hodel (geb. Schelling), 8 Klaus Heizmann, 9 Marietta Rosenstiel (geb. Mürb, geb. 1952), 10 Georg Dieterle, 11 Luzia Vierlinger (geb. Trenkle, geb. 1951), 12 Bernhard Adrion (geb. 1951), 13 Priska Winterhalter (geb. Nickel)

Standort des Fotografen: 47.883715, 8.343747

2 Fotos: Hängen der Fasnachtsbändel beim Hexenbrunnen in der Kirchstraße, Fasnacht 1989

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die bunten Bändel flattern im Wind und lassen den Hexenbrunnen in der Kirchstraße festlich wirken. Mit Leitern und selbst mit Hilfe der Feuerwehr-Drehleiter bringen die Hexen die Girlanden an, Stück für Stück. Rund acht Kilometer Fasnachtsbändel, gefertigt von der Hanselegruppe, müssen aufgehängt werden. Nun haben die 27 aktiven Hexen mit Franz Hofmeier und Klaus Effinger an der Spitze alle Hände voll zu tun. Denn die Zeit drängt: Am Wochenende soll alles fertig sein, damit vom 20. bis 22. Januar 1989 das 100. Jubiläum der »Laternenbrüder« gefeiert werden kann. Mit dem bunten Schmuck zeigt sich schon jetzt, wie groß die Vorfreude im Städtchen ist.

Im Hintergrund ist auf der linken Straßenseite u.a. das Haus Freund (Kirchstr. 12) zu sehen. Es wird wenig später renoviert und in das Erdgeschoss zieht das Elektrogeschäft Meister.

Standort des Fotografen: 47.882962, 8.344151

Närrinnengruppe beim Umzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1987

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willman zur Verfügung.

Die Straßen des Städtchens sind gefüllt mit Zuschauer*innen, die begeistert den Narrenumzug am »Fasnet Mändig« verfolgen. Kinder in bunten Kostümen säumen die Wege und bringen zusätzliches Leben in die Szenerie. Gerade läuft eine fröhliche Gruppe Närrinnen vorüber und interagiert mit den Zuschauer*innen. Es sind die Frauen der »Alt-Hexen«. Auch sie bringen sich in das närrische Treiben ein und füllen die alemannische Fasnacht mit Leben.

V.l.n.r.: 1 ??? Vogelbacher, 2 Albertina Glunk, 3 Hedwig Bayer (geb. Schmid, 1924-1996), 4 Maria Kaufmann (geb. Vogelbacher, 1931-2022)
Das kleine Mädchen ist Michaela Andris.

Im Hintergrund sind die farbenfrohen Häuserfassaden der Gasthäuser »Ochsen« (Rathausplatz 12) und »Löwen« (Rathausplatz 11) zu sehen. Ganz links steht das Haus Vogt (Rathausplatz 13), als »Zigarren-Vogt« bekannt.

Standort des Fotografen: 47.884011, 8.344590