Gruppenfoto in der Flaschnerwerkstatt Willmann, Juli 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

In der Werkstatt von Flaschnermeister Ernst Willmann (1888-1947) geht es heute hoch her. Eine lustige Runde hat sich versammelt. Man spielt zunächst zusammen Karten, albert herum, bis jemand die Idee hat, dass man mit einem Ruderboot einen Ausflug machen könnte. Daraufhin macht man es sich in zwei Holzkisten bequem. Ernst Willmann schnappt sich zwei Paddel.

Die anderen geben den Takt zum Rudern vor: Man schlägt auf ein Rohr, man klopft auf einen Topf, man klirrt mit dem Glas einer Petroleumlampe.

Wer kennt die Personen?
1.Reihe, v.l.n.r.: Fritz Strobel (1906-1997), ???, ???, Ernst Willmann
2.Reihe: Albert Rebholz (1907-1962)

Standort des Fotografen: 47.883948, 8.343645

Junger Mann mit Flasche in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Vermutlich an Fasnacht wird dieses Foto aufgenommen. Der junge Mann ist Franz Isele (1930-2021). Er hat sich Mitten auf die verschneite Obere Hauptstraße gestellt. Links ist der »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11) und rechts das Haus Selb (Obere Hauptstr. 12) zu erkennen. Franz Isele hält eine überdimensionierte Flasche in den Händen und trinkt einen großen Schluck Alkohol – zumindest tut er so. Na dann: Zum Wohl!

Standort des Fotografen: 47.884377, 8.346801

Närrisches Treiben im Kindergarten, Fasnacht 1980

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Was für ein Gaudi am »Schmutzigen Dunschdig« im Kindergarten! Die Zeit bis zur Befreiung durch die »Hansele« wird mit allerlei Spielen zugebracht. Mit verbundenen Augen sich gegenseitig einen Brei zu füttern, ist gar nicht so einfach! Nur gut, dass beide Kinder Lätzchen umhaben, da ist die Sauerei nicht gar so groß!

Die Kinder im Hintergrund, die bei dem Spiel konzentriert zuschauen, sperren ihre eigenen Münder auf, um beim Füttern zu helfen.

Standort des Fotografen: 47.883353, 8.346785

2 Fotos: Lustige Runde bei einer Geburtstagsfeier, 1937

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Offensichtlich hat sich diese lustige Runde zu einer Geburtstagsfeier zusammengefunden. Der Herr vorne, im schwarzen Anzug und mit Zylinder, scheint der Jubilar zu sein. Denn vor ihm ragt die Zahl »67« ins Bild, die vermutlich als Dekoration beim Tischschmuck dient. Die versammelten Gäste machen sich einen Spaß und tragen alle Hüte. Für die beiden Fotos wechseln sich Julius Limb und Fritz Seilnacht als Fotografen ab, sodass mal der eine, mal der andere mit auf dem Foto zu sehen ist.

Aber wer ist das Geburtstagskind, das hier sein 67. Wiegenfest feiert? Er müsste Jahrgang 1870 sein. Und in welcher Wohnung steigt die Party? Und wie heißen die versammelten Gäste?

Oberes Foto:
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Hedwig Limb (verh. Vogt, 1919-2010), ???, ???, Gertrud Limb
2.Reihe, v.l.n.r.: Friseurmeister Julius Limb (1883-1968), Maria Limb geb. Nägele, Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), Anna Ganter geb. Hepting (1899-?), Kaufmann Albert Benitz (1905-1996)

Auf dem unteren Foto steht ganz rechts Metzgermeister Fritz Seilnacht (1901-1987).

Albert Benitz, Hermann Ganter, Julius Limb und Fritz Seilnacht sind die vier Sänger des »Baaremer Quartett«. Vielleicht haben sie die Feier musikalisch umrahmt?

Standort des Fotografen: ?

Freunde beim Kranzen, ca. 1925

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Eine fröhliche Gruppe Jugendlicher hat sich versammelt. Man trinkt Alkohol, musiziert auf dem Akkordeon und blödelt miteinander herum. Der junge Mann im Vordergrund hält zwei Püppchen in der Hand. Die Gruppe hat sich eine Girlande aus Reisig über die Schultern gelegt.

Angehörige des Geburtsjahrgangs 1905/06 haben sich zusammengetan, um zu Kranzen. Reisigreste liegen über den Dielenboden verstreut. Vermutlich findet in den nächsten Tagen eine Hochzeitsfeier statt und da gilt es, Vorbereitungen zu treffen und für die Dekoration zu sorgen.

Wer weiß, wer die jungen Leute sind?
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Otto Schweizer (1906-?), Eugen Sibold, Franz Vogelbacher, Albert Benitz (1905-1996)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Helene Müller, Rupert Hepting (1905-1990), Mathilde Heiler (verh. Schmitt), ? Thoma, Karolina Fehrenbach (verh. Vogelbacher, 1906-1993)

Wo wird das Foto aufgenommen? In einer Gaststube, neben dem warmen Ofen? An den Wänden hängt Werbung einer Freiburger Bäckerfabrik: »Meyer’s Freiburger Brezeln« ist darauf zu lesen. Links an der holzvertäfelten Wand hängt außerdem Werbung der Getränkefirma Teinacher.

Standort des Fotografen: Unbekannt

2 Fotos: Silvesterfeier im Haus Schweizer, 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Otto und Maria Schweizer haben zur Silvesterparty geladen. Nicht nur ein Jahr geht zu Ende, auch ein ganzes Jahrzehnt. Um Mitternacht beginnen die 60er Jahre! Zu den geladenen Gästen zählen das Ehepaar Senn, Egon und Rosa Eggert mit ihrer Tochter Irmentrude (geb. 1949) sowie Karl und Maria Hall. Man feiert ausgelassen, was an der Anzahl der geleerten Flaschen auf dem Tisch abzulesen ist. Die Stimmung ist feucht-fröhlich. Als die Kinder schon im Bett sind, hat irgendjemand die glorreiche Idee, dass jede*r am Tisch Strumpfmasken über das Gesicht zieht. Gut getarnt rutscht man in das Jahr 1960.

Standort des Fotografen: 47.882206, 8.344230

3 Fotos: Belegschaft des Sägewerk Benz, ca. 1965-1970

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.

Bei der alltäglichen Arbeit wird nur selten fotografiert. Aber als eine Gruppe Mitarbeiter*innen des Sägewerk Benz in einer Arbeitspause Blödsinn treiben, ist die Kamera schnell zur Hand, um eine Fotoserie aufzunehmen. Die Frauen verkleiden sich mit Kittelschürzen und Kopftüchern, man posiert auf Holzklötzen, die verschieden hoch aufgereiht sind.

Auf den Fotos sind zu sehen: Hedwig Maier geb. Kiesinger, Elisabeth Isele geb. Zepf, Maria Göpper geb. ? und Olga Streit geb. Fehrenbach.

Standort des Fotografen: 47.883397, 8.339445

Drei Frauen beim Mittagsschläfchen, ca. 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Dieses Foto ist ein echter Schnappschuss. Zumindest scheint die Szene nicht gestellt zu sein, die Frauen scheinen tatächlich erschöpft eingeschlafen zu sein und gerade ein Nickerchen zu machen. Die Frau links hat ihren Kopf auf der Tischplatte abgelegt. Die beiden älteren Frauen auf dem Sofa sind auch vom Schlaf übermannt worden, wobei unklar ist, ob die Frau rechts tatsächlich noch in ihrem Buch liest, oder ob auch ihr bereits die Augen zugefallen sind. Im Bilderrahmen über dem Sofa hängt eine Darstellung von Jesus Christus mit Dornenkrone.

Die Frau in der Mitte ist Maria Ganter geb. Bader (1881-1962). Sie ist mit dem Schneidermeister Edmund Ganter (1879-1956) verheiratet. Gemeinsam wohnen sie in der Seppenhofer Straße. 

Die Frau links ist die Pfarrhaushälterin von August Ganter (1907-1970). Er wurde am 21. Juni 1907 in Löffingen geboren und 1933 zum Priester geweiht. Ganter war Vikar in St. Märgen, Donaueschingen und Todtnau. Ab 1942 wirkt er zunächst als Pfarrverweser, dann als Stadtpfarrer in Ewattingen. Von 1954 bis zu seinem Tod ist der Geistliche in Obersasbach tätig. Er stirbt am 17. Juni 1970 auf einer Wallfahrt nach Altötting.

Standort des Fotografen: Katholisches Pfarrhaus Ewattingen

Weihnachtsfeier der Wäschefabrik Prause & Unger, 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Wäsche- und Kleiderfabrik Prause & Unger OHG lädt die Belegschaft zu einer Weihnachtsfeier in das Gasthaus »Löwen« ein. Es gibt Essen und Trinken und natürlich auch den obligatorischen Jahresrückblick mit dem Dank des Firmenchefs Johannes Prause an die Belegschaft. Im Laufe des Abends steigt die Stimmung. Der konsumierte Alkohol zeigt nicht zuletzt seine Wirkung. Feucht-fröhlich geht es zu. Zur allgemeinen Heiterkeit muss der Chef eine Streichholzschachtel mit der Nase an seine Frau weitergeben.

Standort des Fotografen: 47.883835, 8.345099

3 Fotos: Wieberfasnet des Müttervereins im Gasthaus »Linde«, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es ist Wieberfasnet. Das Gasthaus »Linde« ist ganz in weiblicher Hand. Die Frauen des katholischen Müttervereins haben zum vierten Mal ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Gefeiert wird ganz ohne männlichen Anhang, eine wunderbare Gelegenheit, um die Männer durch den Kakao zu ziehen. Hier wird gerade die perfekte Nassrasur geübt, allerdings nicht an einem lebenden Objekt, sondern an Luftballons, die dick mit Rasierschaum eingeschmiert sind. Die Kunst besteht darin, die Ballons mit dem scharfen Messer zu rasieren, ohne dass sie knallen.

Wer weiß, wer die Frauen sind?
V.l.n.r.: Maria Kaufmann geb. Vogelbacher (geb. 1931), Klara Zepf geb. Assmuth (1907-1999), Gertrud Faller (1925-2005), Maria Hall (1924-2014)

Standort des Fotografen: 47.884269, 8.346528

Töchter der Familie Gebert in Uniform, ca. 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christel Wehrle zur Verfügung.

Vier junge Frauen haben sich im Winter zu einem Gruppenfoto aufgestellt. Sie stehen in Reih und Glied. Ein Hund stromert um ihre Beine. Die Frauen tragen knielange Kleider. Sie haben sich Schiffchen aufgesetzt, die in der Wehrmacht und in der Waffen-SS als Kopfbedeckung verwendet werden. Deutlich zu erkennen ist die Kokarde in den Reichsfarben schwarz-weiß-rot. Darüber ist der gewebte Hoheitssadler mit dem Hakenkreuz aufgenäht.

Bei den Frauen handelt es sich um v. l. Anna Gebert (geb. ???), Maria Gebert (geb. 1922), Elisabeth Gebert (geb. 1921) und Josefa Gebert (geb. 1920). Sie sind die Töchter des Gast- und Landwirts Karl Gebert, der die gleichnamige Gastwirtschaft in der Oberen Hauptstraße betreibt. Der »Gebert« fungiert seit dem Ende der 1920er Jahre auch als Parteilokal der NSDAP. Die vier Frauen haben sich neben dem Gasthaus vor dem angrenzenden Ökonomiegebäude aufgestellt.

Standort des Fotografen: 47.884454, 8.346853

Preismaskenball in der Festhalle, Fasnacht 1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

In der Festhalle ist ein großer Laufsteg aufgebaut. Es findet aber keine Modeschau statt, sondern ein »Preismaskenball«, so lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht.

Ein Mann im Anzug, mit Sonnenbrille und Strohhut, fährt gerade auf einem viel zu kleinen Kinderrad, das unter seiner Last zusammenzubrechen droht, über den Steg. Der Fasnachtsnarr ist Arno Adrion (geb. 1924). Im zivilen Leben ist er Schuhmachermeister von Beruf und betreibt bei der Kirche ein Schuhgeschäft.

Ihm dicht auf den Fersen folgt Gertrud Schmid (verh. Faller, 1925-2005). Sie hat einen großen Regenschirm aufgespannt.

Standort des Fotografen: 47.882900, 8.347843