Ernst Keller und Otto Schweizer, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Mitten in freier Landschaft lassen sich Ernst Keller (1912-1985) und Otto Schweizer (1906-1992) neben einer auffälligen schwarz-weißen Richtungstafel fotografieren. Beide tragen Anzug und Krawatte, Otto Schweizer zudem einen Hut. Die beiden kennen sich schon seit ihrer Kindheit – aus der gemeinsamen Zeit im Turnerbund und im Fußballclub. Vermutlich befinden sich die beiden auf einem kleinen Spaziergang oder Ausflug – Ernst Keller hält jedenfalls einen Wanderstock in der Hand.

Die Richtungstafel mit ihren kräftigen schwarzen Pfeilwinkeln warnt vor einer scharfen Kurve und macht den Straßenverlauf schon aus größerer Entfernung kenntlich. Im Hintergrund öffnet sich eine unbebaute Landschaft mit Wiesen, Feldern und Wald.

Das Foto entsteht in den 1950er Jahren. Die NS-Diktatur und der Zweite Weltkrieg liegen noch gar nicht lange zurück, doch über die eigene Rolle in dieser Zeit wird vielfach nur ungern gesprochen. Für die Erwachsenen ist die Vergangenheit noch Teil der eigenen Biografie.

Auch der Lebensweg von Ernst Keller führt mitten hinein in diese Zeit. Er wurde am 2. Oktober 1912 in Rielasingen bei Singen als Sohn des Blechnermeisters Ernst Keller sen. geboren. Sein Vater fiel gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges als Soldat. Ernst Keller wuchs anschließend in Löffingen auf und besuchte dort die Volksschule. Mit 14 Jahren begann er in Freiburg eine kaufmännische Lehre, die er im Juni 1930 abschloss. Bis November 1931 blieb er als Gehilfe in seinem Ausbildungsbetrieb. Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage nahm er anschließend eine Stelle als Hilfsarbeiter im Sägewerk Benz an und stieg dort später zum Lohnbuchhalter auf. Seit Mai 1935 gehörte der 22-Jährige der SS an. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der SS-Rottenführer am 6. September 1939 zur Waffen-SS eingezogen. Am 1. Juni 1941 erfolgte die Beförderung zum SS-Unterscharführer, am 1. September 1943 zum SS-Oberscharführer. Während des Krieges heiratete er am 30. August 1941 Hilde Schmutz (1920-2013), die Tochter des Maurers Karl Schmutz und dessen Ehefrau Karolina Schmutz (geb. Hirt). Wo er während des Krieges eingesetzt war, ist nicht bekannt. Am Ende des Krieges geriet er in Gefangenschaft. Dort entdeckte Ernst Keller eine neue Leidenschaft: Er beobachtete einen Aquarellmaler bei der Arbeit und begann selbst zu malen. Seine Bilder verkaufte er an mitgefangene Kameraden – bezahlt wurde mit Zigaretten. In der Nachkriegszeit arbeitet er in der Firma Wider als Buchhalter. Während seiner Berufstätigkeit bleibt nur wenig Zeit für das Malen. Erst nach dem Eintritt in den Ruhestand 1975 greift Ernst Keller wieder häufig zu Pinsel und Farbe und malt Dutzende historische Stadtansichten von Löffingen. Legendär sind auch seine alljährliche Auftritte als Ansager beim »Bunten Abend« des Turnerbundes. Er stirbt am 27. August 1985.

Standort des Fotografen: ???

Kinder des Jahrgangs 1921/22 bei einem Ausflug, ca. 1928

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Heute bleibt die Schulbank leer. Die Kinder des Jahrgangs 1921/22 sind zu einem Ausflug ins Grüne aufgebrochen und versammeln sich für ein Erinnerungsfoto auf einer Wiese. In drei Reihen sitzen und stehen sie dicht beieinander. Dabei ist die Geschlechtertrennung kaum zu übersehen: Vorne haben ausschließlich die Mädchen Platz genommen, während die Jungen in den beiden hinteren Reihen stehen und sitzen. Einzige Ausnahme ist ein Mädchen, das in der Mitte der dritten Reihe steht.

Auch die Kleidung erzählt von ihrer Zeit. Gleich mehrere Jungen tragen Matrosenanzüge mit dem charakteristischen breiten Kragen. Diese Kindermode ist im Kaiserreich außerordentlich beliebt, hält sich aber noch lange darüber hinaus. Die Mädchen tragen Kleider und Schürzen, manche mit großen weißen Kragen oder Schleifen im Haar.

Ein besonders schönes Detail trägt der Junge ganz links in der hinteren Reihe bei sich: An einem Riemen hängt ihm eine kleine Blechdose vor dem Bauch. Vermutlich steckt darin sein Proviant für unterwegs. Schließlich macht ein Wandertag hungrig.

Wo der Ausflug hinführt, ist nicht bekannt. Dichter Wald und Gebüsch bilden die Kulisse. Für die Kinder dürfte es ein kleines Abenteuer sein – und das Gruppenfoto hält einen jener besonderen Schultage fest, an denen einmal nicht Lesen, Schreiben und Rechnen auf dem Stundenplan stehen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Hedwig Egle (1921-1929), 4 ???, 5 Agathe Köpfler (verh. Jordan, 1922-1982), 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Eugen Biedermann (1921-1943), 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Mathilde Wider (verh. Schwörer, 1921-2015), 4 Karl Benz (1921-2010), 5 ???

Zum Jahrgang gehören auch: Gertrud Brugger (verh. Heitzmann, 1921-2005), Elisabeth Gebert (verh. Keller, 1921-2006), Hildegard Heizmann (verh. Pfeifer, 1922-2008), Maria Honold. (verh. Göhry, 1921-1997), Hedwig Thoma (1921-2006), Hans Geisinger (1921-1993), Karl Heiler (1921-2007), Martin Mayer (1922-2008), Fritz Straub (1921-2007), Fritz Fritsche (1922-1968)

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Schulausflug zum Feldberg mit Lehrer Schlachter, 1949

Sammlung Familie Waßmer

Auf einer Wiese am Feldberg rücken die Schüler*innen für die Erinnerungsfotos eng zusammen. Einige sitzen im Gras, andere suchen weiter oben am Hang noch einen Platz. Mittendrin sind Lehrer Emil Schlachter und weitere erwachsene Begleitpersonen zu sehen. Die große Zahl der Kinder und ihre unterschiedlichen Altersstufen lassen vermuten, dass mehrere Schulklassen gemeinsam unterwegs sind. Mit dabei ist der Jahrgang 1936/37.

Für die Mädchen und Jungen ist der Ausflug in den Hochschwarzwald sicherlich ein besonderes Erlebnis. Gemeinsam geht es hinauf auf den Feldberg, wo Zeit zum Wandern, Spielen und Ausruhen bleibt. Dass beim Gruppenfoto nicht alle stillhalten, versteht sich beinahe von selbst: Manche blicken ernst in die Kamera, andere lachen, reden miteinander oder schneiden Grimassen.

Wo genau die beiden Aufnahmen entstehen, ist nicht sicher. Das geschindelte Gebäude im Hintergrund ist weder der »Feldberger Hof« noch das Caritas-Haus. Fest steht nur: Für einen Augenblick versammelt sich hier eine große Löffinger Schülerschar – und bewahrt die Erinnerung an einen gemeinsamen Ausflugstag im Sommer 1949.

oberes Bild
Zu sehen sind u.a.

unteres Bild
1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Inge Sauter (verh. Benitz), 2 Lotte Seilnacht (verh. Smith), 3 Elisabeth van den Heuvel (verh. Laule), 4 Irmgard Guth (verh. Zepf)
2.Reihe, v.l.n.r.:
1 ???, 2 ???, 3 Vroni Krauß (verh. Klose), 4 Irma Zepf (verh. Hasenfratz, 1937-2026), 5 Anneliese Heizmann (verh. Scholl), 6 Helga Fuß, 7 ???, 8 Ernst Fritsche (1937-2005)
3.Reihe, v.l.n.r.:
1 ???, 2 ???, 3 Bruno Schwanz (1936-2918)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hermann Beha (1937-2021), 2 Karl Sibold (1937-2016), 3 Bruno Nägele (1937-2010), 4 Hermann Zahn
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 Ferdi Hasenfratz (1937-2018), 2 ??? Glunk, 3 Waldemar Zepf (1937-2024), 4 Bernd Schmid (1937-2022)

Zum Jahrgang 1936/37 gehören auch u.a. Helga Fuss, Irmgard Stolzer, Friedegard Faller (verh. Sibold), Manuela Werne, Alban Keller, Alfons Schlenker, Gottfried Dorer, Berthold Fehrenbach, Emil Benz, Paul Straub, Egon Voigt, Siegfried Nüssle und Ernst Messmer

Standort des Fotografen: Feldberg


Ausflug des Kirchenchores zum Feldberg, 1. August 1937

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Eng gedrängt stellt sich der katholische Kirchenchor vor dem Bismarckdenkmal auf dem Feldberg zum Erinnerungsfoto auf. Das aus Bruchsteinen errichtete Monument mit dem Bildnismedaillon Bismarcks stammt aus den Jahren 1895/96. Für einen Augenblick halten alle still – nach dem Aufstieg und vor dem gemeinsamen Rückweg.

Der Ausflug beginnt am Morgen um 9 Uhr mit der Bahnfahrt nach Bärental. Von dort wandert die Gruppe hinauf zum »Feldberger Hof«. Die Chronik des Kirchenchores schwärmt vom »sommerfrohen Wandern«, von blühenden Wiesen, einsamen Bauernhöfen und dem Wechselspiel zwischen bunten Blumen und dunklen Tannen. Im Gasthaus wartet bereits ein reichliches Mittagessen, dessen Kosten vom Stadtpfarrer und der Kirchenkasse übernommen werden.

Nach dem Essen singt das Löffinger Quartett bestehend aus Julius Limb, Hermann Ganter, Fritz Seilnacht und Albert Benitz, anschließend stimmt der ganze Chor ein. Danach geht es weiter zum Aussichtsturm und zum Bismarckdenkmal. Auf dem Berggrat eröffnet sich ein weiter Blick über den Schwarzwald.

Für einige gestaltet sich der Rückweg besonders bequem: Sie ergattern in einem Lastwagen einen, wie es die Chronik scherzhaft nennt, »feudalen Stehplatz«. Am Abend klingt der Ausflug im Gasthaus »Adler« bei Chormitglied Fritz Seilnacht aus.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Fritz Seilnacht (1901-1987), 2 Johanna Ganter (verh. Rebholz), 3 Hermann Ganter, 4 ???, 5 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Anna Kuster (verh. Schelling, 1919-2010), 6 ???, 7 Johanna Fehrenbach (verh. Bernauer, 1912-?), 8 ???, 9 ???, 10 August Limb, 11 Luise Strobel (verh. Trescher, 1914-?)
3.Reihe: 1 Hedwig Fieger (geb. Butsch 1912-1989), Maria Kopp (verh. Kiefer, 1919-1978)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Martha Brugger (verh. Trenkle, 1919-2013), 5 ???, 6 Maria Faller (verh. Selb), 7 ???, 8 ???, 9 Albert Benitz, 10 ???, 11 ???

Standort des Fotografen: Feldberg

Kirchenchor bei einem Ausflug in St. Blasien, 17. August 1947

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Zwei Jahre nach Kriegsende unternimmt der Kirchenchor der katholischen Pfarrgemeinde einen gemeinsamen Ausflug. Ziel ist St. Blasien. Vor der mächtigen Fassade des Doms stellt sich die Gruppe auf den Treppenstufen zum Erinnerungsfoto auf. Zwischen den hohen Säulen wirken die Sänger*innen beinahe klein. Vor der eindrucksvolle Kulisse stehen sie dicht gedrängt beieinander, vorne die Frauen in hellen Sommerkleidern und Schürzen, dahinter die Männer in Anzügen. Zwei Fahnen ragen über die Gruppe hinaus.

Noch ist die Nachkriegszeit überall spürbar. Vieles ist knapp, Reisen sind keineswegs selbstverständlich. Umso besonderer dürfte dieser Ausflug für die Chormitglieder sein: einmal herauskommen aus dem Alltag, gemeinsam unterwegs sein, singen, beten, miteinander Zeit verbringen.

Über dem Portal hängt ein festlich geschmücktes Banner mit Reisiggirlanden: »Gott segne das ehrbare Handwerk«. Darüber prangt die Zahl »25«. Offenbar findet in St. Blasien zur gleichen Zeit eine Feier des Handwerks statt. Welches Jubiläum damit genau gemeint ist, lässt sich dem Foto nicht entnehmen.

Standort des Fotografen: St. Blasien

Sofie Hepting bei einer Radtour, ca. 1937

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Ein Ausflug an der frischen Luft: Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) ist mit ihrem kleinen Sohn Ewald Hepting (1933-2010) per Fahrrad unterwegs. Die beiden befinden sich auf einer ruhigen Landstraße, gesäumt von Böschung und Wald. Vielleicht ist es die Straße zwischen Löffingen und Dittishausen. Es scheint ordentlich Bergauf zu gehen.

Sofie Hepting steht neben ihrem Fahrrad und hält es sicher fest, während der kleine Ewald im Kindersitz Platz genommen hat. Der Sitz ist vorne am Lenker angebracht, sodass Mutter und Kind sich beim Fahren sehen können. Das Fahrrad selbst ist ein klassisches Herrenrad mit hoher Querstange. Für Sofie Hepting bedeutet es ein Stück Mobilität und Freiheit: für ein paar Stunden hinaus aus dem Städtchen, hinaus in die Landschaft.

Standort des Fotografen: evtl. 47.896982, 8.356340

Klassenausflug in der Wutachschlucht, Juli 1957

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Eberhard Müller zur Verfügung.

Die Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse der Volksschule sind auf Klassenausflug. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Karl Burkhart haben sie sich auf den Weg in die Wutachschlucht gemacht. Oberhalb der Lotenbachklamm wird eine Pause eingelegt. Vor einem Wegweiser stellt sich die Gruppe für ein Erinnerungsfoto auf. Die Kinder drängen sich dicht zusammen, einige stehen, andere sitzen im Gras. Viele lachen – die fröhliche Stimmung ist deutlich spürbar.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Peter Keller, 2 Rolf Imbery, 3 Eberhard Müller, 4 Werner Kienzler, 5 Wolfgang Schmitt, 6 Werner Adrion (»Gladi«, 1948-2023), 7 Gottfried Herrmann, 8 Karl-Heinz Hahn, 9 Willi Geisinger (1949-2024)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Werner Hasenfratz, 2 Walter Frey (1948-2009), 3 Marianne Zepf (verh. Grieshaber), 4 Elisabeth Wölfle (verh. Ratzer), 5 Hannelore Gedack, 6 Stephanie Fehrenbach, 7 Theresia Guth (verh. Ganter), 8 Gertrud Heizmann
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Norbert Brugger, 2 Gretel Jordan (verh. Ganter), 3 Maria Hall (Begleitperson), 4 Angela Reichenbach, 5 Elfriede Hall (verh. Faller), 6 Gisela Höfler
4.Reihe: Lehrer Karl Burkhart

Standort des Fotografen: 47.837671, 8.311185

Turnerbund beim Wandern im Mauchachtal, ca. 1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Eine größere Gruppe hat sich am Rand einer Wiese versammelt, vermutlich im Mauchachtal in der Nähe der »Öle«. Für ein Gruppenfoto legt man einen kurzen Zwischenstopp ein: Man stellt sich zusammen, rückt ein wenig enger, einige setzen sich ins Gras, andere stützen sich auf ihre Wanderstöcke.

Die Mitglieder des Turnerbundes unternehmen einen gemeinsamen Ausflug. Solche Wanderungen gehören selbstverständlich zum Vereinsleben dazu – sie stärken nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch den Zusammenhalt.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Edmund Kaltenbrunner, 2 ???, 3 ???, 4 Hans Streit, 5 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 Ernst Göhry, 10 Brunhilde Zepf, 11 Margarete Zepf (verh. Senn, 1932-2021), 12 Hilda Hepting (geb. Fehrenbach), 13 Ewald Hepting (1933-2010)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Anselm Zepf (1898-1989), 6 Hermann Jordan (geb. 1935), 7 ???, 8 ???

Standort des Fotografen: 47.896470, 8.349946

Frauengruppe mit Ewald Hepting, ca. 1938

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Eine Gruppe von Frauen hat einen Ausflug ins Grüne unternommen. Am Rand einer Weide, vor dem dunklen Hintergrund des Waldes, stellen sie sich für ein gemeinsames Foto auf. Einige der Frauen haben sich untergehakt, man steht eng beieinander.

Mitten unter ihnen steht ein kleiner Junge: Ewald Hepting (1933-2010). Er ist gewissermaßen der »Hahn im Korb«. Seine Mutter Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) steht hinter ihm und legt ihm die Hand auf die Schulter. Aufmerksam blickt er in die Kamera. Vielleicht nicht ganz freiwillig Teil dieser Frauenrunde, so ganz ohne gleichaltrige Spielkameraden – und doch sichtbar in ihrer Mitte aufgehoben.

V.l.n.r.: 1 Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-?), 2 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), 3 Ewald Hepting (1933-2010), 4 ???, 5 ???, 6 Mathilde Keller (verh. Kranzer), 7 ???, 8 Elisabeth Obert (geb. Bader, 1909-1997), 9 ???, 10 ???

Standort des Fotografen: ???

Männergruppe bei einem Ausflug, ca. 1910

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Eine große Schar Männer hat sich vor einem Gebäude zu einem Gruppenfoto versammelt. In fünf Reihen liegen und stehen sie dicht beieinander, geschniegelt in Anzügen und mit Hüten – einheitlich im Auftreten und doch individuell in Haltung und Ausdruck. Einige rauchen, andere halten Spazierstöcke in den Händen. Ein Mann in der zweiten Reihe hat ein Buch aufgeschlagen, als wolle er dem Moment eine besondere Bedeutung verleihen.

Auffällig ist, dass das Foto nur fragmentarisch überliefert ist: Die Anordnung der Gruppe deutet auf eine ursprünglich ausgewogene, wohl symmetrische Komposition hin. Am rechten Bildrand bricht diese jedoch ab – mehrere Personen sind angeschnitten, sodass anzunehmen ist, dass dort mindestens eine Handvoll Personen verloren gegangen ist.

Im Hintergrund sind an den Fenstern weitere Personen zu sehen, darunter auch Frauen und Kinder, die sich neugierig zum Fotografen wenden. Das Gebäude selbst wirkt wie ein Ausflugslokal. Vielleicht entsteht die Aufnahme bei einem Vereinsausflug, möglicherweise zum Titisee?

Wer weiß, wo das Foto aufgenommen wird? Wer erkennt die Männer? Sind sie Mitglieder der 1846 gegründeten Museumsgesellschaft?

1.Reihe, liegend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 [Eugen Hepting (1891-1915)], 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 [Hans Scheuregger], 8 ???, 9 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Pfarrer ???, 4 [??? Thoma], 5 Alfred Köpfler (1880-1939) (mit Buch), 6 ???, 7 [Ferdinand Eggert], 8 ???, 9 ???, 10 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Konrad Bader (1868-1958), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Rupert Hepting (1866-1932), 9 ???, 10 ???, 11 ???
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 [Karl Ritter (1850-1927)], 5 [Johann Preuß???], 6 ???, 7 ???, 8 Leo Münzer (1871-1952), 9 ???, 10 ???

Standort des Fotografen: ???

Personengruppe am Waldrand, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Drei junge Menschen stehen am Waldrand. Hinter ihnen ragen dunkle Tannen auf. Im Mittelpunkt des Fotos: Mathilde Keller (1911-?). Sie trägt ein helles Kleid mit feinem Strickjäckchen, dazu weiße Strümpfe und Riemchenschuhe. Eingerahmt wird sie von zwei jungen Männern.

Links von ihr steht ein junger Mann im zweireihigen Anzug mit Krawatte. Die Frisur ist geschniegelt, die Haltung aufrecht. Es ist ihr Bruder Ernst Keller (1912-1985), der selbstverständlich an ihrer Seite steht. Rechts hingegen ein weiterer junger Mann, ebenfalls im Anzug, mit Einstecktuch und Blume am Revers. Mathilde Keller legt ihm die Hand auf die Schulter – eine kleine, aber deutliche Geste der Vertrautheit. Ist es ihr Freund?

Mathilde Keller ist die Tochter des Taglöhners und Leichenschauers Josef Keller (1881-1955) und seiner Ehefrau Rosalie (geb. Schmid, 1884-1962). Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf.

V.l.n.r.: 1 Ernst Keller (1912-1985), 2 Mathilde Keller (verh. Kranzer, 1911-?), 3 ???

Standort des Fotografen: ???

Fünf Freundinnen bei einem Ausflug bei der Ziegelhütte, Herbst 1933

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Fünf junge Frauen schieben ihre Fahrräder nebeneinander her, lachen, halten kurz inne. Vom Stadtwald kommend passieren sie die Ziegelhütte und die Jungviehweide. Ihr Ausflug nach Oberbränd liegt hinter ihnen, nun geht es zurück in Richtung Städtchen.

Die Freundinnen tragen Röcke und Jacken. Die Räder sind schwer, die Strecke zieht noch einmal an. Bis hinauf zur Anhöhe am Witterschneekreuz heißt es schieben oder kräftig in die Pedale treten. Danach wird es leicht, dann rollt der Weg fast von selbst bergab. Zeit zum Durchatmen, für Gespräche und gemeinsames Lachen. Das Foto hält einen unbeschwerten Moment ihrer Freundschaft fest. Ein Ausflug wie dieser bedeutet auch Abwechslung vom Alltag und ein Stück Freiheit.

V.l.n.r.: 1 Josefine Schweizer (verh. Kühn), 2 ???, 3 Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009), 4 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003), 5 ???

Standort des Fotografen: 47.897084, 8.336641