Freundinnen bei einem Ausflug im Wald, ca. 1935

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Die Sommertage sind vorüber und die kalte Jahreszeit hat begonnen. Elf Freundinnen unternehmen zusammen einen Ausflug im Wald. Vielleicht sind es auch 12 – denn schließlich ist ja auch noch eine Person hinter der Kamera versteckt und fotografiert die anderen. Die Mädchen haben sich an einer Böschung niedergelassen. Sie sind in warme Wintermäntel gekleidet. Fast alle tragen ihre Haare, der Mode der Zeit folgend, in Form von zwei geflochtenen Zöpfen. Ein Akkordeon des Musikinstrumentenherstellers Hohner wird mitgeführt, sodass für Musik und gute Laune gesorgt ist.

1.Reihe: Maria Ganter (verh. Fehrenbach, 1920-1998)
2.Reihe, v.l.n.r.: Anna Kuster (verh. Schelling, 1919-2010) (stehend), Maria Faller (verh. Selb, 1919-1967), Maria Nägele (1919-1938), ???, ??? (stehend)
3.Reihe, v.l.n.r.: Maria Kopp (verh. Kiefer, 1919-1978), ???, ???, Martha Brugger (verh. Trenkle, 1919-2013), ???

Standort des Fotografen: ???

Bautrupp beim Bau der hinteren Höllentalbahn, ca. 1900

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Klaus Eggert zur Verfügung.

Von der Einweihung der hinteren Höllentalbahn und des Bahnhofs in Löffingen am 19./20. August 1901 sind erstaunlicherweise genauso wenig Fotos überliefert wie vom Bahnbau selbst. Dies ist umso überraschender, da es sich doch um eine wichtige Infrastrukturmaßnahme handelt, von der man annehmen könnte, dass sie fotografisch dokumentiert wird.

Das einzige bekannte Bild aus der Gegend von Löffingen stellt dieses Gruppenfoto dar, das einen Bautrupp zeigt. Mit dabei ist Rottenführer Konrad Eggert (1870-1942), der nach der Eröffnung der Bahnlinie als Schrankenwärter am Bahnübergang in der Seppenhofer Straße seinen Dienst erfüllt.

Ende 1898 wurde mit dem Bau der hinteren Höllentalbahn begonnen, die in nur vier Jahren fertiggstellt wird. Fünf Tunnels werden auf der Strecke zwischen Neustadt (Schwarzwald) und Donaueschingen gebaut, wobei der Dögginger Tunnel mit 535 Meter der längste ist. Fünf Brücken werden angelegt, darunter auch die Gutachbrücke, die mit 141 Meter die (damals) größte steingewölbte Bogenbrücke Deutschlands ist. 

Standort des Fotografen: ???

Fritz Selb auf einer Bank, ca. 1900-1910

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Einfach mal die Beine ausstrecken, mag sich Fritz Selb (1875-1956) gedacht haben. Bei einem Spaziergang im Grünen macht er es sich kurzerhand auf einer Sitzbank bequem. Er sitzt allerdings nicht, sondern legt sich hin und streckt alle Viere von sich. Vielleicht wird das Foto in der »Hasle« aufgenommen, oder aber bei einem Ausflug in der weiteren Umgebung.

Fritz Selb trägt einen Anzug, aus der die goldene Kette einer Taschenuhr hervorschaut. Er ist Taschenuhrmacher und wohnt in der Vorstadtstraße 8. Geboren wurde er am 1. Juli 1875. Sein Elternhaus steht wenige Meter entfernt in der Oberen Hauptstraße, wo seine Eltern Hermann Selb (1840-1892) und Sofie Selb geb. Fischer (1847-1922) eine Bierbrauerei betrieben. Fritz Selb heiratet Hilda geb. Laufer, die Ehe bleibt kinderlos. Er stirbt am 13. April 1956 im Alter von 80 Jahren.

Standort des Fotografen: ???

4 Fotos: Waldbad, ca. 1955

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Dass das Waldbad zu Recht Waldbad heißt, ist auf den Fotos sofort zu sehen. Denn das 1935 eröffnete Freibad liegt idyllisch am Waldrand. Seit der Kriegszeit hatte es ein trauriges Dasein gefristet. Doch 1954 beschloss der Gemeinderat, das Waldbad wieder instand zu setzen.

1955 ist es dann soweit und das Waldbad wird wieder eröffnet. Entweder anlässlich der Wiedereröffnung oder zumindest kurz danach entsteht diese Fotoserie. Zu sehen ist das Schwimmbecken und die angrenzende Liegewiese. Nach und nach tummeln sich mehr und mehr Besucher*innen im Wasser und auf dem Gras, vor allem Kinder haben sichtlich Vergnügen. Dabei ist das Wasser noch richtig kalt, denn eine Heizung wird erst 1969 bei der Renovierung des Bades eingebaut. In der hinteren Ecke des Schwimmbeckens kommt das Wasser über eine Leitung direkt aus dem Wald. Manchmal werden auch kleine Tiere (Wassermolche?) über die Leitung ins Schwimmbecken gespült.

Standort des Fotografen: 47.899466, 8.332172

Tanne im Stadtwald, ca. 1920

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Rund 400 Jahre ist diese Tanne alt. Sie existierte vermutlich bereits als kleiner Setzling, als sich Löffinger Bauern 1524/25 am Bauernkrieg beteiligten, und sie war ein junger Baum, als 1535 das ganze Städtchen bis auf die aus Stein erbaute Kirche abbrannte.

Früher brachte sie es auf eine stattliche Höhe von 48 Meter. Zum Vergleich: Der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael ist mit 51 Meter nur unwesentlich höher! Doch mittlerweile hat die Tanne an Höhe eingebüßt, ihre Krone brach ab und sie ist nur noch 30 Meter hoch. Allein seit 1868 wurde sie bereits dreimal vom Blitz getroffen. Ihr Umfang von 4,8 Meter ist aber immer noch beeindruckend. Und ihr Volumen wird auf 36 Kubikmeter geschätzt. Um den mächtigen Stamm ist eine Sitzbank angebracht. Ein Wanderer, der mit einem Anzug bekleidet ist und einen Hut trägt, steht daneben, die Kette seiner Taschenuhr ist deutlich zu sehen. Er stützt sich auf einen Wanderstock auf.

Die Tanne steht im Stadtwald (in der Nähe der Dreisteinhütte). Sie wird etwa in den 1960er Jahren gefällt.

Standort des Fotografen: 47.923528, 8.303472

Ernst Willmann mit Motorrad und Beiwagen, Juli 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Von dieser gut gelauten Personengruppe gibt es eine ganze Fotoserie. Es ist Juli 1928, Hochsommer, und die Fünf unternehmen einen Motorradausflug ins Grüne. Dank des Beiwagens ist es tatsächlich möglich, dass eine solch stattliche Anzahl an Personen zur »Fahrt ins Blaue« mitkommt.

Der stolze Besitzer des Kraftrades ist Flaschnermeister Ernst Willmann (1888-1947). Das Numernschild seines Motorrades beginnt mit dem Buchstaben-Kürzel »IV B«, das für das Land Baden steht. Hinter ihm sind Fritz Strobel (1906-1997) und Albert Rebholz (1907-1962) zu sehen. Die beiden Frauen im Beiwagen sind unbekannt.

Ob die beiden jungen Männer wohl mehr vom Motorrad beeindruckt oder doch von den beiden Damen eingenommen sind? Im Hintergrund ist eine Waldhütte zu erkennen, vor der zwei weitere Männer stehen.

Standort des Fotografen: ???

Eingangsbereich zum Wildpark, ca. 1970

Sammlung Familie Waßmer

Etwa 1968 öffnete der »Wildpark« seine Pforten. In einem zeitgenössischen Prospekt wirbt er um Besucher*innen: »Besuchen Sie den neu errichteten Wildpark Löffingen mit seiner Vielzahl von Tieren: Wisente – Wildschweine – Hirsche – Rehe – Muffel u.a. Ein Erlebnis für jung und alt. Gönnen Sie sich und vor allem Ihren Kindern dieses nachhaltige Erlebnis. Ihre Kinder werden von der Tierfütterung, die sie selbst besorgen können, begeistert sein.«

Das Foto zeigt den Eingangsbereich mit dem Kassenhäuschen. Das geparkte Auto, ein »NSU 1000 C«, hat das Autokennzeichen »NEU«. Es leitet sich von der Kreisstadt Neustadt ab und wird von 1956 bis 1972 ausgegeben.

Standort des Fotografen: 47.900263, 8.338746

Frauen auf einem Wanderausflug, 12. Juni 1932

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Daniela Scherzinger zur Verfügung.

Irgendwo im Wald zwischen Löffingen und Unterbränd legen diese jungen Frauen auf ihrem Wanderausflug eine Rast ein. Es ist Sonntag, der 12. Juni 1932. Sie lassen sich im Schatten auf Baumstämmen nieder, die gefällt am Wegesrand liegen. Ob sie im Kirnbergsee baden und sich in dem kühlen Nass erfrischen wollen?

Wer erkennt die jungen Frauen?

1.Reihe, v.l.n.r.: ???, Erna Schmid (verh. Biethinger), ???, [Agathe Kuster (verh. Schmidt, ?-1985)], ???
2.Reihe, v.l.n.r.: Maria Straub (verh. Willmann, 1911-2001), Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?), Elise Schultheiß (1911-?), ???, ???, ???
3.Reihe, v.l.n.r.: Emma Limb (verh. Binder, 1913-2005), ???

Standort des Fotografen: ???

Waldarbeiter im Wald, 1927

Sammlung Familie Waßmer

Im Wald stellen sich neben einer Holzbeige Waldarbeiter für ein Gruppenfoto auf. Sie halten ihre Werkzeuge in die Kamera. Auf das Sägeblatt der einen Säge wurden mit weißer Farbe die Worte geschrieben: »Holzhauerrotte Lanz, Frei & Isele 1927«.

Wer erkennt die Männer?

Standort des Fotografen: ???

Waldarbeiter bei einer Arbeitspause, ca. 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

Die Männer machen Mittagspause. Sie haben sich im Wald neben Baumstämmen niedergelassen, ein Rucksack liegt im Vordergrund. Man raucht ein Pfeifchen oder isst etwas Warmes aus dem Henkeltöpfchen. Es ist ein kurzer Moment, bevor die Arbeit weiter geht. Denn die sechs Männer sind Waldarbeiter. Es ist kalt, auf der Waldlichtung liegt Schnee. Doch beim Arbeiten wird einem warm.

Wer erkennt die Männer?
Stehend, v.l.n.r.: Rupert Hepting, ???, ???
Sitzend, v.l.n.r.: ???, Emil Schlenker (1907-1999), ???

Standort des Fotografen: ???

Personengruppe bei einem Ausflug im Wald, 12. Juni 1932

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Sommer 1932: Die miteinander verwandten Familien Schmid und Schultheiß unternehmen am 12. Juni einen Ausflug in die Natur. Da sie mit Wanderstöcken ausgerüstet sind, scheint es kein kleiner Spaziergang, sondern eine richtige Wanderung zu sein. Es gibt vermutlich nach Unterbränd. Für eine kurze Rast haben sie sich am Wegesrand auf Baumstämmen niedergelassen. Eine gute Gelegenheit, um auch ein Foto als Erinnerung aufzunehmen. Fotografiert wird Anfang der 1930er Jahr noch sehr selten und meist nur zu besonderen Anlässen. Insofern ist das Foto durchaus besonders.

V.l.n.r.: Karl Schultheiß (1903-1986) mit Gertrud Schmid (verh. Faller, 1925-2005), Maria Häusle, Maria Straub (verh. Willmann), Elisabeth Schultheiß (1911-?), Maria Schmid geb. Schultheiß (1906-1974), Timotheus Schmid (1903-1984) mit Irma Schmid (verh. Adrion, 1927-2019).

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Einsatz der Wurzelstöcke-Rodungsmaschine im Wald, ca. 1930

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Rudi Jordan und Rita Willmann zur Verfügung.

Der Schmiedemeister Josef Göhry (1893-?), der rechts unten steht, ist der Erfinder dieser Rodungsmaschine. Die Bevölkerung nennt sie »Waldteufel« oder »Höllenzwang«. Mit der Maschine Marke Eigenbau lassen sich innerhalb kurzer Zeit selbst die größten Würzelstöcke heben. Josef Göhry verbessert seine Maschine nach und nach und veranstaltet sogar öffentliche Vorführungen, z. B. vor Forsträten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kommt es zur Einstellung des Rodungsmaschinenbaus.

Auf dem Foto ist Josef Göhry zusammen mit Franz Göhry (rechts oben, 1914-2002) und Kraftfahrer Albert Kaufmann (links unten) zu sehen.

Standort des Fotografen: ???