Fritz Selb auf einer Bank, ca. 1900-1910

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Einfach mal die Beine ausstrecken, mag sich Fritz Selb (1875-1956) gedacht haben. Bei einem Spaziergang im Grünen macht er es sich kurzerhand auf einer Sitzbank bequem. Er sitzt allerdings nicht, sondern legt sich hin und streckt alle Viere von sich. Vielleicht wird das Foto in der »Hasle« aufgenommen, oder aber bei einem Ausflug in der weiteren Umgebung.

Fritz Selb trägt einen Anzug, aus der die goldene Kette einer Taschenuhr hervorschaut. Er ist Taschenuhrmacher und wohnt in der Vorstadtstraße 8. Geboren wurde er am 1. Juli 1875. Sein Elternhaus steht wenige Meter entfernt in der Oberen Hauptstraße, wo seine Eltern Hermann Selb (1840-1892) und Sofie Selb geb. Fischer (1847-1922) eine Bierbrauerei betrieben. Fritz Selb heiratet Hilda geb. Laufer, die Ehe bleibt kinderlos. Er stirbt am 13. April 1956 im Alter von 80 Jahren.

Standort des Fotografen: ???

Zwei Frauen beim Jahn-Denkmal, ca. 1947

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.

Als der Turnerbund 1928 das Denkmal für »Turnvater« Friedrich Ludwig Jahn schuf, stand der Stein umgeben von Bäumen im »Hasle«-Wäldchen. Rund 20 Jahre später bietet sich ein ganz anderer Anblick: Das Jahn-Denkmal steht inmitten einer großen Lichtung.

In der Nachkriegszeit waren Holzfällergruppen aus Frankreich nach Löffingen gekommen, das in der franzöischen Besatzungszone liegt. Sie schlugen im umgebenden Wald rund 15.000 Festmeter Holz für französische Firmen. Der starke Borkenkäferbefall tat ein übriges. Große Kahlfächen sind entstanden.

Die beiden jungen Frauen, die sich vor dem Jahn-Denkmal fotografieren lassen, sind v.l. Johanna Sibold (verh. Thoma), genannt Hanni, und Elisabeth Zepf (verh. Isele, 1930-2012). Die beiden sind Schulkameradinnen.

Standort des Fotografen: 47.879840, 8.349947

Turnerinnen beim Jahn-Denkmal, ca. 1930-1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Anlässlich des 150. Geburtstages des als »Turnvater« bekannt gewordenen Pädagogen Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), der als Begründer der deutschen Turnbewegung gilt, schuf der Turnerbund ein Denkmal. Am Sonntag, den 12. August 1928 wurde es in der »Hasle« feierlich eingweiht. Die Inschrift lautet: »Unserm Turnvater Jahn / Unsern Gefallenen 1914-18 / Turnerbund Löffingen / 1928«.

Auf dem Gruppenfoto posieren elf Turnerinnen neben dem Denkmal, die der Damenriege angehören. Bei ihnen steht Turnwart Fritz Adrion.

V.l.n.r.: Else Egle, Rosa Adrion, ???, Anna Studer, ??? Mündle, Rosa Egle (verh. Wagner, 1905-?), Fritz Adrion, ???, Rosa Henzler, ? Neuberger, Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-1982)
Dahinter steht erhöht Karolina Greuter (verh. Auer, 1905-?).

Standort des Fotografen: 47.879840, 8.349967

2 Fotos: Personengruppe mit Hund vor einem Gartenhaus, ca. 1910-1920

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Auf den ersten Blick ist unklar, wo diese beiden Fotos aufgenommen werden. Zunächst sieht man einen Garten mit Gemüsebeeten und ordentlich geharkten Kieswegen. In einem Rondell steht ein holzverschindeltes Gartenhaus. Davor haben sich zwei Frauen mit drei Kindern und einem Hund niedergelassen, um fotografiert zu werden. Der Kleidung nach zu urteilen, entstehen die Fotos in den 1910er Jahren.

Der Garten wird von einem Staketenzaun begrenzt. Im Hintergrund geht es einen Hang hoch, auf dem ein Wäldchen steht. Von der Form des Geländes her könnte es sich um die »Hasle« handeln, bevor dort 1923 mit dem Bau der Festhalle und der Volksschule begonnen wird. Der Garten befände sich demnach beim heutigen Schulweg. Und tatsächlich ist auf der ersten Luftaufnahme des Städtchens, die aus den Jahren 1925-1928 datiert, ein Gartenhaus in diesem Bereich zu erkennen.

Erkennt jemand die Frauen und Kinder?
V.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.883446, 8.346145

Matrosen beim Jahn-Denkmal, ca. 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Schneidig sehen sie aus, die Matrosen in ihrer weißen Uniform, mit Matrosenkragen und Tellermütze. Und trotzdem sind sie nicht echt. Es ist die Riege des Turnerbundes, die hier neben dem 1928 eingeweihten Jahn-Denkmal in der »Hasle« posiert.

Auf dem Mützenband steht »Hamburg«: An Fasnacht 1929 verkleidete sich der Turnerbund erstmalig als Schiffsmannschaft des gleichnamigen Passagierschiffes der Hamburg-Amerika-Linie. Bei einem Festumzug Mitte der 1930er Jahre kreuzt die »Hamburg« dann erneut durch das Städtchen.

1.Reihe, v.l.nr.: ???, August Fehrenbach, ???, Leopold Strobel, Oberturnwart Anselm Zepf, Fritz Strobel (1906-1997), ???, ???
2.Reihe, v.l.nr.: Otto Schweizer (1906-1992), Ernst Keller

Standort des Fotografen: 47.879861, 8.349954

Blick in den Schulweg zur Festhalle und Schule, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Noch ist der Kindergarten im Schulweg nicht gebaut. Zu beiden Seiten des schmalen Weges erstrecken sich Gärten. Am Ende des geht es bergauf zur ab 1923 gebauten Festhalle und Volksschule. Daneben steht die evangelische Kirche, deren Grundstein am 19. Juli 1953 gelegt und am Himmelfahrtstag 1954 eingeweiht wurde.

Im Vordergrund links ist ein Maschendrahtzaun zu sehen. Auf älteren Fotos handelt sich um noch um einen Staketenzaun. In dem Garten steht seit Jahrzehnten ein hölzerner Pavillon.

Standort des Fotografen: 47.883495, 8.345778

Frauen beim Flachsbrechen an der »Hasle«, ca. 1920

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Um aus dem Flachs Bastfasern gewinnen zu können, müssen die Pflanzenstängel zunächst gebrochen werden. Dieses mechanische Verfahren ist hier auf dem Foto fest in Frauenhand: Frauen unterschiedlichen Alters, alle in Arbeitskittel gekleidet und mit Kopftuch, stehen neben ihrem wichtigsten Werkzeug, der Handbreche. Sie bewegen den Deckel auf und nieder, während die Flachsstängel immer weiter aus der Breche hervorgezogen werden. Die hölzernen Stängelteile fallen dabei zu Boden, die Fasern verbleiben in einem Büschel. 

Wo das Foto aufgenommen wird, ist unklar. Ist es am Rande der »Hasle«? Oder in der Nähe der »Öle«? Oder auf dem Weg nach Dittishausen? Unterhalb des Hangs scheint sich eine Straße entlang zu schlängeln.

Wer erkennt die Frauen?

Standort des Fotografen: ???

Blick von der »Breiten« auf das Städtchen mit Neujahrsgruß, ca. 1927/28

Verlag A. Rebholz / Sammlung Familie Waßmer

»Herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel« ist auf diese Ansichtskarte gedruckt, die das Städtchen vom Gewann »Breiten« aus zeigt. Der Sägearbeiter Alois Breimaier schickt die Neujahrsgrüße nach Oggelshausen in Oberschwaben. Da die Briefmarke nicht mehr erhalten ist, ist auch kein Poststempel mehr vorhanden, sodass unklar ist, zu welchem Jahreswechsel Alois Breimaier die Karte versendet.

Ziemlich präzise datieren lässt sich allerdings, wann die Gesamtansicht des Städtchens fotografiert wurde. Ein erster Anhaltspunkt sind die Festhalle und die Volksschule bei der »Hasle«, die sich noch im Rohbau befinden. Noch sind nicht alle Fenster eingesetzt. In der Seppenhofer Straße steht bereits das 1927 erbaute Haus von Blechnermeister Robert Geisinger (Seppenhofer Str. 4), aber das 1929 errichtete Haus »Schönblick« (Stadionstr. 6) ist noch nicht gebaut. Und in der Kirchstraße sind noch Häuser zu erkennen, die bei einem Brand 1929 zerstört werden. Folglich muss das Foto 1927/28 aufgenommen worden sein.

Standort des Fotografen: 47.880780, 8.340002

Personengruppe in der »Hasle«, ca. 1930-1933

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Vermutlich in der »Hasle« wird dieses Gruppenfoto aufgenommen. Auf einer hölzernen Sitzbank hat sich das Ehepaar Rappenegger niedergelassen. Dahinter stehen vier Männer, jeder in einen Anzug gekleidet und – der Mode der Zeit entsprechend – mit einem Hut auf dem Kopf.

Warum lässt sich die Gruppe zusammen fotografieren?

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Luise Rappengger geb. Heizmann (1902-?) und Forstwart Johann Rappenegger (1901-1933)  
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Franz Bader, ???, August Zepf, [Leonhard Vergut? (1902-?)]

Standort des Fotografen: ???

Blick vom Rathausturm zur Schule, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Rathausturm fällt der Blick über die Dächer im Altstadtring in Richtung »Hasle«. Den Schulweg gibt es schon, aber der Kindergarten wird erst in den 1960er Jahren gebaut. Links und rechts des Weges sind nur Wiesen zu sehen, links die »Linden-Wiese« und rechts die »Bittenwiesen«. Leicht erhöht stehen die Festhalle und die Volksschule, 1936 eingeweiht, vor dem kleinen Wäldchen. Rechts daneben ist die frisch erbaute evangelische Johannes-Kirche zu sehen. Das evangelische Pfarrhaus wird erst 1969/70 erbaut und fehlt noch auf dem Bild.

Die Dächer im Vordergrund gehören zum Gasthaus »Löwen« und zum ehemaligen Gasthaus »Sonne« am oberen Rathausplatz und dahinter zu den Häusern der Kirchstraße. Vis-à-vis vom Fotografen ist die ehemalige Zehntscheuer der Fürstenbergischen Standesherrschaft (Kirchstr. 9) zu sehen. Sie gehörte ab 1843 als Ökonomiegebäude zum »Löwen« und seit 1933 dem Viehhändler Karl Krieg.

Standort des Fotografen: 47.883870, 8.344350

3 Fotos: Ministerpräsident Filbinger zu Besuch, ca. 1972

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Werner Lubrich zur Verfügung.

Wenn Politprominenz aus Stuttgart nach Löffingen kommt, dann verwandeln sich die »Bittenwiesen« in einen Hubschrauberlandeplatz. Der Baden-Württembergische Ministerpräsident Hans Filbinger (1913-2007) kommt auf eine Stippvisite in das Baarstädtchen, um bei einer Veranstaltung der CDU in der Festhalle zu sprechen. Es herrscht Wahlkampf. Die Landtagwahlen stehen an.

Bei der Landtagswahl am 23. April 1972 gewinnt die CDU fast neun Prozente hinzu und erringt die absolute Mehrheit. Eine CDU-Alleinregierung unter dem alten und neuen Ministerpräsidenten Filbinger löst die bisherige Große Koalition aus CDU und SPD ab. Sechs Jahre später muss Filbinger zurücktreten, nachdem bekannt geworden ist, dass er als Marinerichter im Zweiten Weltkrieg mehrere Todesurteile beantragt bzw. gefällt hat.

Im Hintergrund der Fotoserie sind die Festhalle und Schule sowie die Evangelische Kirche mit dem 1969/70 neu erbauten evangelischen Pfarrhaus (Lärchenweg 2) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882254, 8.346790

Festjungfrauen beim Sängerfest, 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Hermann Egle und Carola Hannes zur Verfügung.

Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957) ist der Hahn im Korb. Im schwarzen Anzug und mit Fliege steht er, mit verschränkten Armen vor der Brust, in der Mitte des Bildes. Umgeben ist er von den Festjungfrauen. Ganter gehört dem Ehren- und Festausschuss an, der das Schwarzwaldgau-Sängerfest 1927 organisiert. Die jungen Frauen reihen sich auch in den Festumzug am Sonntag, den 30. Juli 1927 ein, an dem sich insgesamt 4.000 bis 5.000 Personen beteiligen.

1.Reihe, kniend und sitzend, v.l.n.r.: ???, Monika Wehrle (geb. Baader), ???, ???, ???, ???, ???, Klara Egle

2.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, Hermann Ganter, Else Häusle (verh. Weiss), Sofie Hepting, Ida Schultheiß, Elise Schultheiß

3.Reihe, v.l.n.r.: ???, Maria Schreiber (verh. Frei), ???, Karolina Auer, ???, Bertel Schmid

Standort des Fotografen: 47.883330, 8.348506