Maria und Emma Winterhalder im Fotostudio, ca. 1916-1920

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hilde Adrion und Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Die beiden Schwestern Maria Winterhalder (?-?) und Emma Winterhalder (verh. Hasenfratz, 1898-?) lassen sich im Fotostudio in Neustadt fotografieren. Eine steht neben dem kleinen Tisch, die andere sitzt auf dem Stuhl, die Hände sorgfältig abgelegt. Der gemalte Hintergrund, der Blumenstrauß in der Vase, die bewusst gewählte Haltung – alles folgt den Regeln der Atelierfotografie. Ein solcher Besuch ist nichts Alltägliches. Man kleidet sich gut, nimmt sich Zeit und weiß, dass dieses Bild bleiben wird.

Die beiden jungen Frauen sind Töchter des Landwirts Robert Winterhalder und dessen Ehefrau Sophie Winterhalder (geb. Wittmann). Die Familie wohnt im »Schlempental« (Obere Hauptstr. 45). Maria Winterhalder kam ??? zur Welt. Emma Winterhalder wurde am 23. Juni 1898 geboren. Sie heiratet 1921 Karl Hasenfratz von Dittishausen

Oder sind es gar nicht die Winterhalder-Schwestern? Sind es vielleicht Agathe Jonner und Rosa Rosenstiel?

Standort des Fotografen: Neustadt

Margareta Senn mit drei Kindern im Schulweg, ca. 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gabi Senn zur Verfügung.

Ein Tag im Frühherbst. Margareta Senn (geb. Zepf, 1932-2021) schiebt den Kinderwagen mit sicherem Griff, zwei Mädchen laufen fröhlich nebenher, das kleinere trägt eine Puppe im Arm, als wäre sie selbst eine Mutter. Die Sonne steht hoch und wirft lange Schatten über den Schulweg. Das jüngste Kind im Wagen sitzt aufrecht in einer Latzhose, fest eingepackt in einen gestrickten Pullover. Die beiden Mädchen tragen identische Kleider mit Bubikragen – wahrscheinlich selbst genäht, wie so vieles in dieser Zeit.

Die beiden Mädchen sind Maria Schelling (geb. 1951) und Ursula Schelling (geb. 1950), Nichten zweiten Grades von Margareta Senn. Das Kind im Kinderwagen ist evtl. Irene Schelling (geb. 1954).

Der neue Kindergarten im Schulweg wird erst 1965 eröffnet. Im Hintergrund reihen sich die Häuser der Bittengasse auf, dahinter erkennt man die Rückseite der Häuser der Kirchstraße. Der neu errichtete Bauhof steht noch frisch im Bild, daneben der Farrenstall. Das Trafohaus steht an der Einmündung zur Bittengasse.

Standort des Fotografen: 47.883280, 8.346341

2 Fotos: Kinder vor dem Haus Stöhr in der Rötengasse, ca. 1942

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Hans-Peter Hepting und Christa Egle zur Verfügung.

Vier Kinder sind auf dem Foto zu sehen. Das jüngste von ihnen, ein Kleinkind auf dem Arm eines älteren Mädchens, wurde 1941 geboren – daraus ergibt sich die ungefähre Datierung des Bildes. Zu sehen ist ein Moment des Alltagslebens während des Zweiten Weltkriegs, festgehalten in einem unbeschwerten Augenblick der Kindheit.

Drei der Kinder sind Geschwister und stehen vor ihrem Elternhaus in der Rötengasse. Das Mädchen ganz links, das das jüngste Kind hält, stammt aus dem Nachbarhaus. Die Kinder posieren barfuß auf dem unbefestigten Weg vor der Hauswand, die von sorgfältig gestapeltem Brennholz gesäumt ist. Zwei Fenster mit Gardinen und eine kleine Baumkrone rahmen die Szene.

oberes Foto
V.l.n.r.:
1 Hedwig Egle (1932-2020), 2 Gerda Stöhr (geb. 1941), 3 Martin Stöhr (geb. 1935), 4 Helga Stöhr (verh. Küßner, geb. 1938)

Standort des Fotografen: 47.885333, 8.341754

Rene Egle und Jeanette Egle in den Bittenwiesen, 1980

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rene Egle zur Verfügung.

Die Geschwister Rene Egle und Jeanette Egle (1965-1981) werden in einem unbeschwerten Moment fotografiert. Jeanette sitzt lachend auf Renes Schultern, während er mit herausgestreckter Zunge in die Kamera schaut. Die Geschwister albern auf der »Bittenwiese« hinter ihrem Elternhaus (Seppenhofer Str. 15) herum. Ein Jahr später wird Jeanette Egle bei einem Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen. Sie wird nur 16 Jahre alt.

Im Hintergrund ist eine weitere Person zu erkennen, die die Wiese recht. Es ist vermutlich die Mutter der beiden: Helga Egle (geb. Klaiber) stammt aus dem bayerischen Erbendorf. Vor der »Hasle« steht das 1969/70 erbaute evangelische Pfarrhaus.

Standort des Fotografen: 47.881269, 8.346553

Silvesterfeier bei Familie Zepf, Dezember 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Lydia Zepf zur Verfügung.

Die Zepf-Geschwister Elisabeth (1930-2012), Margaret (1932-2021), Albin (1934-2009) und Irma (geb. 1937) feiern zusammen mit ihren Familien Silvester. Man sitzt zusammen, hat schon gegessen und wartet jetzt, dass es Mitternacht schlägt und das Jahr 1962 beginnt. Selbst die Kinder sind noch nicht im Bett. Eines von ihnen hält einen Luftballon mit dem Werbeaufdruck »Kadus für’s Haar« in den Händen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Theo Hasenfratz (1934-2005)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Elisabeth Isele (geb. Zepf), 2 Irma Hasenfratz (geb. Zepf), 3 Margaret Senn (geb. Zepf), 4 Zita Senn, 5 Josef Senn (1932-2013), 6 Lydia Zepf, 7 Marion Isele (mit Ballon), 8 Albin Zepf, 9 Andrea Senn

Standort des Fotografen: ???

Georgina Zepf an ihrem 90. Geburtstag mit neun Kindern, April 1951

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gabi Senn zur Verfügung.

90 Jahre ist sie alt: Georgina Zepf (geb. Hilpert, 1861-1953)! Geboren wurde sie am 22. April 1861 in Löffingen als Tochter von Nagelschmied Johann Hilpert und dessen Ehefrau Adelheid Hilpert (geb. Löffler). Ihr Elternhaus stand in der Unteren Hauptstraße, an der Ecke zur Seppenhofer Straße. In ihrer frühesten Jugend war es ihre Aufgabe, die handgeschmiedeten Nägel, die in der väterlichen Nagelschmiede hergestellt wurden, zu verkaufen – in der näheren und in der weiteren Umgebug. Da es damals noch keine Eisenbahn gab, musste sie alle Wege bis hinunter nach Freiburg zu Fuß zurücklegen. Am 18. April 1887 heiratete sie den Landwirt Jakob Zepf (1859-1931) und übernahm das elterliche Anwesen. Das Ehepaar Zepf bekam 12 Kinder, wobei zwei Kinder – August Zepf (1888-1888) und Otto Zepf (1893-1893) – bereits als Kleinkinder starben. Auch die Tochter Luise Zepf (verh. Sibold, 1894-1936) ist beim 90. Geburtstag bereits verstorben.

2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Anna Imhof (geb. Zepf, 1896-?), 2 August Zepf (1900-?), 3 Maria Rogg (geb. Zepf, 1887-1972), 4 Julius Zepf (1889-?), 5 Theresia Hurle (geb. Zepf, 1891-?), 6 Anselm Zepf (1898-1989), 7 Emilie Steiert (geb. Zepf) oder Sophie Zepf (1899-?), 8 Franz Zepf (1905-?), 9 Karl Zepf (1892-?)

Bereits seit 20 Jahren ist Georgina Zepf Witwe, denn ihr Ehemann Jakob Zepf starb am 27. Dezember 1931 im Alter von 72 Jahren. Sie selbst wird 92 Jahre alt und stirbt am 27. Februar 1953. Das Foto wird im Haus Zepf (Dittishauser Str. 21) aufgenommen. Das frühere Wohnhaus in der Unteren Hauptstraße war bei einem Fliegerangriff 1945 zerstört worden.

Standort des Fotografen: 47.886237, 8.350061

Familie Fehrenbach (?), ca. 1910

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Im Fotoatelier lässt sich eine Familie fotografieren. Einen eigenen Fotoapparat besitzen um die Jahrhundertwende nur wenige. Also nichts wie ab ins Atelier. Um dem besonderen Augenblick Rechnung zu tragen (schließlich ist eine solche Fotografie für die Ewigkeit bestimmt), sind alle ordentlich gekleidet. Ein junger Mann trägt eine Soldatenuniform.

Wer weiß, wer die Familie ist?

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ??? (sitzend), 4 ???, 5 ???

Standort des Fotografen: ???

Franz und Erna Bader mit ihren Kindern, Februar 1958

Foto Schmidt-Kugler, Tuttlingen
Diese Fotos stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Am 9. Februar 1958 lassen sich Franz Bader (1901-1986) und Erna Bader (geb. Mutterer, 1908-1969) mit ihren Kindern in einem Fotoatelier in Tuttlingen fotografieren. Alle sind chic gekleidet, denn Franz und Erna Bader feiern ihre Silberne Hochzeit. 1933 gaben sich die beiden in Beuron das Ja-Wort. 25 Jahre später kehren sie dorthin zurück.

Das Goldene Ehejubiläum ist dem Paar nicht vergönnt, denn Erna Bader stirbt 1969 nach 36 Ehejahren.

V.l.n.r.: 1 Egon Bader (1933-1999), 2 Gerda Bader (geb. 1934), 3 Franz Bader, 4 Erna Bader, 5 Elmar Bader (1940-2017), 6 Brunhilde Bader (1938-2006)

Standort des Fotografen: Tuttlingen

Familie Egle bei einer Feier, 21. Mai 1941

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.

Familie Egle ist in der Stube versammelt, um ein Familienfoto aufzunehmen. Denn es ist ein besonderer Tag: August Egle feiert seinen 55. Geburtstag. Der Landwirt und Korbmacher wurde am 21. Mai 1886 geboren. Verheiratet ist er mit Klara (geb. Wintermantel, 1889-1964), die aus Hüfingen stammt und Modistin von Beruf ist. Die beiden haben vier Kinder: Rosalie Egle (verh. Konhäuser, 1917-2014), Ferdinand Egle (1919-2010), Hans Egle (1926-1951) und Rudolf Egle (1927-1992). Auf dem Foto sind nur drei der Kinder zu sehen: Ferdinand, der älteste Sohn, ist Soldat im Zweiten Weltkrieg.

Die Egles wohnen in der Demetriusstraße, zwei Häuser neben dem Mailänder Tor. In dem Haus befinden sich auch die Korbmacher-Werkstatt und das kleine Modegeschäft, die die Egles betreiben. August Egle stirbt am 2. April 1946 im Alter von 59 Jahren. Die Witwe Klara Egle folgt ihm 1964.

An den Wänden der Stube hängt ein gerahmtes Gemälde, das Jesus Christus zeigt. In der Zimmerecke hängen zwei ovale Porträts: Das linke zeigt August Egle als jungen Soldaten während des Ersten Weltkrieges. Er kehrte als Kriegsinvalider nach Hause zurück. Das rechte Porträt zeigt einen älteren Mann.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 August Egle, 2 Klara Egle (geb. Wintermantel)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Rosalie Egle (verh. Konhäuser), 2 Hans Egle (1926-1951), 3 [Alma Egle?], 4 Johanna Fürst (geb. Biethinger, 1907-1955), 5 Otto Fürst, 6 Rudolf Egle (1927-1992)

Standort des Fotografen: 47.883847, 8.343569

Familie Fehrenbach, ca. 1889

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Am 15. September 1864 hatten Michael Fehrenbach und Aloisia geb. Faller geheiratet. Der Landwirt und Säger war 1834 als Sohn des Zieglers Johann Fehrenbach (1798-1871) und dessen Ehefrau Magdalena geb. Bader (1803-1876) geboren worden und hatte seine Kindheit in der städtischen Ziegelhütte verbracht, die seine Eltern gepachtet hatten. Aloisia Fehrenbach geb. Faller kam 1837 in Bonndorf zur Welt. Das Ehepaar Fehrenbach hatte elf Kinder, die zwischen 1865 und ca. 1880 geboren wurden. Das Foto wird vermutlich anlässlich der Silbernen Hochzeit 1889 aufgenommen.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Michael Fehrenbach (1834-1912), Julius Fehrenbach (1877-1967), Adolf Fehrenbach (1879-1918 gefallen), Aloisia Fehrenbach geb. Faller (1837-1909)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Josef Fehrenbach (1868-1950), Johann Fehrenbach I (genannt »Molker«, 1871-1943), Berta Fehrenbach (?-?) mit August Fehrenbach (1875-?), Maria Fehrenbach (1865-1904), Hermann Fehrenbach (1866-?)

Das Ehepaar Fehrenbach wohnte 1866 im Haus Nr. 198 (Maienlandstr. 32) und betrieb dort auch eine Gastwirtschaft. Jedenfalls wird Michael Fehrenbach mehrfach als Wirt bezeichnet, bei der Geburt seines Sohnes 1877 als »Rösslewirth«. Seinen Lebensabend verbringt das Ehepaar ab 1895 im Haus Nr. 133 (Maienlandstr. 39). Aloisia Fehrenbach geb. Faller stirbt am 16. Oktober 1909 im Alter von 72 Jahren. Michael Fehrenbach folgt ihr am 5. Dezember 1912 78-jährig.

Nicht mit auf dem Familienfoto sind der Sohn Wilhelm Fehrenbach (1872-1872), die Tochter Mathilde Fehrenbach (1873-1873) und die Tochter Sofie Fehrenbach (1880-1883), die wenige Tage nach der Geburt bzw. als Kleinkind starben.

Standort des Fotografen: ???

Familie Guth in Seppenhofen, ca. 1928

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

Fritz Fehrenbach (1904-1973) und Sofie Fehrenbach (geb. Guth, 1909-1999) betreiben eine Landwirtschaft in der Maienlandstraße. Das Foto wird aber nicht vor ihrem Anwesen aufgenommen, sondern in Seppenhofen, vor dem Elternhaus von Sofie Fehrenbach. Zusammen mit ihren Eltern Johann und Stephanie Guth sowie ihren Geschwistern lässt sich die gesamte Familie Guth fotografieren.

1.Reihe, sitzend: 1 Stephanie Guth, 2 Johann Guth
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Klara Guth (Schwester Erema), 2 Adolf Guth, 3 Willi Guth, 4 Pius Guth, 5 Leo Guth, 6 Berta Guth, 7 Karl Guth, 8 Sofie Fehrenbach (geb. Guth, 1909-1999), 9 Fritz Fehrenbach (1904-1973)

Standort des Fotografen: Seppenhofen

Famlie Glunk, ca. 1914

Fotostudio Leo Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Familie Glunk betreibt eine Landwirtschaft im Maienland. Was mag der Anlass sein, dass sie sich heute im Sonntagsstaat im Fotostudio Leo Molitor in Neustadt fotografieren lässt? Vielleicht wird der Sohn Karl Glunk (1897-1980) ins Heer einberufen, um im Krieg zu kämpfen? Schließlich weiß man nie, ob man sich wiedersehen wird.

1.Reihe, v.l.n.r.: Maria Glunk geb. Bader (1866-1956), Josefa Glunk (verh. Beha, 1904-1964), Maria Glunk (verh. Fehrenbach, 1902-?)
2.Reihe, v.l.n.r.: Johann Glunk (1865-1921), Karl Glunk (1897-1980)

Johann Glunk stirbt am 14. März 1921 im Alter von 55 Jahren. Seine Witwe überlebt ihn um 35 Jahre. Maria Glunk stirbt 89-jährig am 9. März 1956 an Altersschwäche.

Standort des Fotografen: Neustadt