Zwei Narren, Fasnacht 1914

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zwei Narren stehen nebeneinander, eng beieinander, fast kumpelhaft. Der linke trägt ein schillerndes, aus Taft gefertigtes Kostüm mit weiten Ärmeln und Flickenapplikationen. Dazu eine hohe, spitze Mütze. Sein Gefährte daneben gibt sich eleganter: kariertes Jackett mit großen Knöpfen, dunkle Weste, helle Hose mit seitlichem Streifen. Am Revers eine große Stoffblume, auf dem Kopf ein kleiner Hut mit auffälliger Feder. Unter dem Arm trägt er einen geschlossenen Regenschirm.

Die beiden Narren ergeben zusammen ein eingespieltes Duo – vielleicht Freunde, vielleicht Brüder, vielleicht einfach zwei, die wissen, dass Fasnacht der richtige Moment ist, um für die Kamera eine kleine Rolle zu spielen.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???

Und während sie hier lachend posieren, beginnt im selben Jahr der Erste Weltkrieg. Dieses Bild hält einen unbeschwerten Moment fest – Fasnacht, Humor, Freundschaft – unmittelbar vor einer Zeitenwende.

Standort des Fotografen: ???

Maria Egle geb. Heizmann als junge Frau, ca. 1910-1919

Fotograf: G. Stoffleth, Singen
Diese Fotos stellten dankenswerterweise Christoph Müller und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Keine gebürtige Löffingerin ist Maria Egle. Geboren wurde sie am 12. Dezember 1890 in Neustadt als Maria Heizmann. Hier lässt sie sich in einem Fotoatelier in Singen fotografieren. Sie heiratet 1920 den Landwirt Josef Egle (1890-1970). Die Egles wohnen im »Eckeret«, der heutigen Eggertenstraße. Sie haben drei Kinder: Fritz Egle, Franz Egle (1924-1951) und Elisabeth Egle (verh. Müller, 1927-2020).

Am 17. August 1969 stirbt Maria Egle im Alter von 78 Jahren und wird auf dem Friedhof Löffingen beerdigt. Ihr Mann folgt ihr ein Jahr später: Josef Egle stirbt am 27. Oktober 1970.

Standort des Fotografen: Singen

Familie Fehrenbach (?), ca. 1910

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Im Fotoatelier lässt sich eine Familie fotografieren. Einen eigenen Fotoapparat besitzen um die Jahrhundertwende nur wenige. Also nichts wie ab ins Atelier. Um dem besonderen Augenblick Rechnung zu tragen (schließlich ist eine solche Fotografie für die Ewigkeit bestimmt), sind alle ordentlich gekleidet. Ein junger Mann trägt eine Soldatenuniform.

Wer weiß, wer die Familie ist?

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ??? (sitzend), 4 ???, 5 ???

Standort des Fotografen: ???

Frau mit zwei Kindern, ca. 1910-1920

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Frau sitzt vor ihrem Haus, die Hände liegen auf ihrem Schoß. Sie blickt frontal in die Kamera. Eingerahmt wird sie von zwei Jungs. Vermutlich sind es ihre Söhne. Der ältere der beiden Jungs legt seinen Arm um die Schulter seiner Mutter. Er scheint eine Pfadfinderuniform zu tragen. Wer die drei sind, ist unbekannt. Ebenso ist unklar, vor welchem Haus das Foto aufgenommen wird. Auffallend ist der Spalierbaum, der an der Fassade wächst.

Weiß jemand zufällig, welche Familie hier zu sehen ist?

Standort des Fotografen: ???

Zwei Frauen in der Oberen Hauptstraße, ca. 1910-1920

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Zwei Frauen lassen sich gemeinsam in ihrem Garten fotografieren. Sie sind Schwestern, unverheiratet und wohnen zusammen – bis zu ihrem Lebensende. Acht Jahre beträgt der Altersunterschied zwischen den beiden. Maria Meßmer (1877-1960) und Josefine Meßmer (1885-1960) sind die Töchter des Gast- und Landwirts Karl Meßmer (1832-1916) und dessen zweiten Ehefrau Pauline Meßmer (geb. Kaiser, 1852-1937). Während ihr Bruder das Gasthaus »Linde« erbt, bekommen die beiden Schwestern von den Eltern das kleine Wohnhaus (Obere Hauptstr. 29) vermacht, das »Bei des Mahlers Kreuz« steht. Es ist eines der letzten Häuser an der Straße, die nach Unadingen führt.

Im Hintergrund ist das Haus Jordan (Obere Hauptstr. 21) zu sehen, das nach dem Großbrand 1907 erbaut wurde. Dort wohnt die Landwirtin Ida Jordan (geb. Schlatter, 1879-1947) mit ihren Kindern. Das Nachbargrundstück ist noch unbebaut. Nach dem Großbrand 1921 wird der Landwirt Karl Wölfle (1876-1953) dort ein neues landwirtschaftliches Anwesen (Obere Hauptstr. 23/25) errichten.

Maria Meßmer und Josefine Meßmer sterben beide 1960. Maria Meßmer stirbt am am 21. April 1960 im Alter von 82 Jahren. Als Todesursache ist im Sterbebuch »Lähmung« vermerkt. Am 1. Dezember 1960 folgt ihr die 74-jährige Josefine Meßmer nach. Sie stirbt an »Altersschwäche«.

Standort des Fotografen: 47.885296, 8.350685

Josef Egle als Soldat, ca. 1910

Fotoatelier Josef Kuban, Konstanz
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Der Landwirt Josef Egle (1890-1970) leistet als junger Mann seinen Militärdienst. In seiner Soldatenuniform lässt er sich im Fotoatelier in Konstanz fotografien, die weißen Handschuhe in der rechten Hand. Vermutlich gehört er dem 6. Badischen Infanterie-Regiment »Kaiser Friedrich III.« Nr. 114 an.

Egles Elternhaus steht in der Rötengasse. Geboren wurde er dort am 13. März 1890. Er heiratet später Maria geb. Heizmann (1890-1969) aus Neustadt. Sie wohnen in der Eggertenstraße, wo sie eine Landwirtschaft betreiben. Josef Egle stirbt 80-jährig am 27. Oktober 1970. Er folgt seiner Frau nach, die ein Jahr vorher verstirbt.

Standort des Fotografen: Konstanz

Kirchenchor bei einem Ausflug in der Ravennaschlucht, ca. 1914

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christa Egle und Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Neben dem Wasserfall in der Ravennaschlucht posieren die Damen und Herren des katholischen Kirchenchores für ein Gruppenfoto. Es ist Sommer und man unternimmt einen gemeinsamen Wanderausflug. An der steinernen Wegmarkierung mit der Aufschrift »Ravennaschlucht« lässt man sich nieder. In der Mitte steht Oberlehrer Eugen Steidlinger, der das Dirigentenamt seit 1914 ausübt.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Anna Beha (verh. Hasenfratz, 1896-), 8 ???, 9 Karl Gebert (1888-1961)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Otto Ganter (1881-1960)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ??? 4 Eugen Steidlinger (1873-1939), 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 Frida Egle (geb. Klotz, 1887-1951) (mit X), 10 Konrad Bader (1868-1958)

Standort des Fotografen: Ravennaschlucht

Unbekannte Brandruine, ca. 1910-1920

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Klaus Ganter zur Verfügung.

Nach mündlicher Überlieferung soll dieses Foto in Löffingen aufgenommen sein. Falls diese Behauptung zutreffend sein sollte: Welche Brandruine ist dann auf dem Foto zu sehen?

Das Haus Selb (Obere Hauptstr. 12), das im August 1914 abbrennt, ist nicht abgebildet.

Standort des Fotografen: ???

Drei Frauen im Fotostudio, ca. 1910

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Und wieder geben sich drei Frauen aus Löffingen im Fotoatelier Molitor in Neustadt ein Stelldichein, um gemeinsam fotografiert zu werden. Sind es Schwestern oder beste Freundinnen?

V.l.n.r. ??? (sitzend), Amalie Ganter (verh. Fürderer, 1897-1973), ???

Standort des Fotografen: Neustadt

Ehepaar Ganter (?) im Fotostudio, ca. 1910

Fotograf Leo Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Man lässt sich nicht alle Tage im Fotoatelier fotografieren. Klar, dass man dann besondere Kleidung anzieht und sich herausputzt. Schließlich ist so ein Foto für die Ewigkeit. Dieses Löffinger Ehepaar hat sich auf den Weg nach Neustadt gemacht, um im Studio von Fotograf Leo Molitor abgelichtet zu werden. Die Frau sitzt auf einem Stuhl mit Armlehne, der Mann steht hinter ihr.

Wer weiß, wer das Ehepaar ist?

Standort des Fotografen: Neustadt

Mehrbildkarte mit Gewerbeschule und Gesamtansicht, ca. 1910

Stadtarchiv

Am 23. März 1907 waren bei einem Großbrand im Städtchen 15 Häuser eingeäschert worden. Wenige Jahre später wird diese Ansichtskarte vertrieben, die unten links eine Ansicht von zwei wiederaufgebauten Häusern zeigt: Die »Gewerbliche Fortbildungsschule« (Demetriusstr. 1), die den Straßenzug zum oberen Rathausplatz hin abschließt, und daneben das Haus von Sattlermeister Wilhelm Krauß (Demetriusstr. 2). Wie neu die beiden Gebäude und die Außenanlage sind, ist auch an den beiden frisch gepflanzten Bäumchen zu erkennen, die links und rechts der Freitreppe der Gewerbeschule stehen.

Auf die Mehrbildkarte ist außerdem eine Gesamtansicht des Städtchens zu sehen, die vom Gewann »Im kleinen Brühl« aufgenommen wird. Dass diese Perspektive gewählt wird, hängt sicherlich mit der 1901 eröffneten Bahnlinie zusammen, die man so bestens mit auf das Bild bekommt. Schließlich ist man Stolz darauf, dass das Städtchen Anschluss an das moderne und Fortschritt verheißende Transportmittel Eisenbahn hat. Außerdem bekommt der Fotograf aus dieser Perspektive auch die neu erbaute neoromanische Wallfahrtskirche Witterschneekreuz mit auf das Foto, die 1901 geweiht wurde, wenngleich sie nur aus der Ferne grüßt.

Auch das 1907 erbaute Großherzogliche Forstamt (Rötenbacher Str. 8) ist am linken Bildrand zu sehen. Daneben steht das Haus von Landwirt Karl Benz (Rötenbacher Str. 10).

Haus Selb in der Vorstadtstraße, ca. 1910

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Im Feuerversicherungsbuch aus dem Jahr 1898 wird das Gebäude in der Vorstadtstraße als »1stöckiges Brauereigebäude mit gewölbtem Keller« bezeichnet. 1909 wurde der Eintrag dahingend aktualisiert, dass es sich mittlerweile um ein »1stöckiges Wohnhaus mit gewölbtem Keller« handele. Offenbar hatte zwischenzeitlich ein Umbau stattgefunden.

Das Ergebnis ist auf dem Foto zu sehen: Vor ihrem kleinen Häuschen in der Vorstadtstraße steht die Witwe Sophie Selb geb. Fischer (1847-1922), die mit dem Bierbrauer Hermann Selb (1840-1892) verheiratet war. Sophie Selb verbringt hier ihren Lebensabend. Nach ihrem Tod wird ihr Sohn Fritz Selb (1875-1956), der Uhrmacher von Beruf ist, das Häuschen erben.

Ganz links steht die Tochter Anna Bader geb. Selb (1876-1918), die mit dem Landwirt Konrad Bader verheiratet ist und mit ihrer Familie in der Oberen Hauptstraße wohnt. Das kleine Mädchen ist entweder ihre Tochter Sophie Bader (verh. Gremper, 1905-1984) oder ihre Tochter Agnes Bader (verh. Vetter, 1907-1998). Somit sind auf dem Foto drei Generationen zu sehen, die vor dem Haus posieren. Der Weg, der im Vordergrund zum Friedhof hinaufführt, wird von einer Bruchsteinmauer gestützt.

Standort des Fotografen: 47.884666, 8.346305