Personengruppe im Gasthaus XXX, ca. 1955

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hans-Peter Hepting und Christa Egle zur Verfügung.

In der Gaststube ist eine Personengruppe an einem langen Tisch zusammengerückt. Männer und Frauen sitzen beieinander, vor ihnen stehen Bier- und Weingläser sowie Teller. Die Männer tragen Anzug und Krawatte. Man lacht oder schaut erwartungsvoll in die Kamera.

Rechts im Hintergrund befindet sich die Theke. Dort wird »Fürstenberg«-Bier ausgeschenkt. Daneben steht der Wirt oder ein Mitarbeiter hinter dem Tresen. Auch der Kachelofen ist zu sehen und vermittelt etwas von der behaglichen Atmosphäre der Gaststube.

Welches Gasthaus hier als Treffpunkt dient, ist noch ungeklärt. Vielleicht geben die Einrichtung, der Kachelofen oder die Theke einen Hinweis. Wer erkennt die Wirtsstube – oder einzelne Personen der geselligen Runde?

V.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 Karl Hepting (1893-1973), 3 Josef Bader (1880-1959), 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???

Standort des Fotografen: ???

Mitarbeiter des Sägewerk Benz vor einem Gasthaus, ca. 1970

Stadtarchiv

Für das Gruppenfoto haben sich die Mitarbeiter des Sägewerks Benz vor einem Gasthaus versammelt. Einige stehen dicht gedrängt vor dem Eingang, andere haben auf der Außentreppe Platz genommen. Heute geht es einmal nicht um Bretter, Sägen und Produktionsabläufe, sondern um einen gemeinsamen Betriebsausflug. Mit dabei ist auch Firmenchef Peter Benz (1939-2000).

Das Gasthaus ist mit Blumenkästen geschmückt, auf der Treppe und vor dem Gebäude findet die große Gruppe gerade so Platz. Viele Männer tragen Anzug oder Jackett und haben sich sichtbar für den Ausflug chic gemacht. Nur eine Frau steht mitten unter den Beschäftigten.

Unbeschwert sind diese Jahre für den Betrieb allerdings nicht. Am 24. Juli 1970 zerstört ein Großbrand die Platten- und Kistenfabrikation. Zwei Jahre später, im Herbst 1972, wird die Produktion vollständig eingestellt. Damit endet die Geschichte der Josef Benz A.G., die über Jahrzehnte zu den wichtigsten Arbeitgebern in Löffingen und der Umgebung gehört. Das Foto hält damit nicht nur einen geselligen Ausflug fest, sondern zugleich eine Belegschaft kurz vor dem Ende eines Unternehmens, das das Wirtschaftsleben des Städtchens lange geprägt hat.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Peter Benz, 6 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???
4.Reihe, auf der Treppe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Standort des Fotografen: ???

Joseph Benitz als Soldat, 1917

Fotograf: Georg Jung, Lenzkirch | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Noch ist Joseph Benitz (1897-1981) ein sehr junger Mann, als er sich für dieses Porträt fotografieren lässt. In Uniform blickt er ernst in die Kamera. An seiner Brust trägt er die Ordensspange mit dem Band des Eisernen Kreuzes II. Klasse – eine Auszeichnung, die er am 31. Oktober 1917 erhalten hat. Das Foto dürfte während eines Heimaturlaubs entstanden sein.

Als im August 1914 der Erste Weltkrieg begann, war Joseph Benitz gerade einmal 16 Jahre alt. Der Sohn des Weinhändlers Joseph Benitz sen. und seiner Ehefrau Anna Benitz (geb. Glunk) lebte damals in Freiburg und absolvierte eine Ausbildung im Bankwesen. Am 12. September 1916 wurde er selbst Soldat. Zunächst kam er zum Infanterie-Regiment 111, einen Monat später zum Infanterie-Regiment 112. Am 14. Mai 1917 rückte er schließlich mit dem Infanterie-Regiment 114 ins Feld.

Vom 2. bis 15. September 1917 kann er für kurze Zeit auf Heimaturlaub zurückkehren. Wenige Wochen später wird er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Doch schon am 10. November 1917 wird er nördlich von Passchendaele in Westflandern verwundet. Nach einer ersten Versorgung im Revier kommt er in das Feldlazarett 200 im belgischen Pittem, wo er bis zum 5. Dezember bleibt. Während seiner Genesung wird er wegen seiner, wie es in den Militärunterlagen heißt, »hervorragenden Tapferkeit vor dem Feind« zum Gefreiten befördert.

Seine militärische Laufbahn setzt sich fort. Vom 11. März bis zum 31. Mai 1918 besucht Benitz einen Lehrgang für Offiziers-Aspiranten und besteht die Reserveoffiziersprüfung. Im April wird er zum überzähligen Unteroffizier, im Mai zum Vizefeldwebel befördert. Am 9. Juli 1918 kehrt er erneut an die Front zurück.

Am 2. Oktober 1918 wird Joseph Benitz ein zweites Mal verwundet, diesmal in den Ardennen südwestlich von Liry auf dem Höhenzug »Der breite Rücken«. Über das Kriegslazarett »Macdonald« in Sedan gelangt er schließlich in das Vereinslazarett nach Emmendingen. Dort bleibt er bis zum 4. November. Nur wenige Tage später endet der Erste Weltkrieg.

Für Joseph Benitz ist damit die Geschichte als Soldat allerdings noch nicht zu Ende. Er gehört zu jener Generation, deren Lebensweg von beiden Weltkriegen geprägt wird: Mehr als zwanzig Jahre später trägt er erneut Uniform und wird auch im Zweiten Weltkrieg zum Militärdienst herangezogen. Die Kriegserlebnisse aus beiden Weltkriegen lassen ihn bis ins hohe Alter nicht los

Standort des Fotografen: Lenzkirch

Ernst Keller und Otto Schweizer, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Mitten in freier Landschaft lassen sich Ernst Keller (1912-1985) und Otto Schweizer (1906-1992) neben einer auffälligen schwarz-weißen Richtungstafel fotografieren. Beide tragen Anzug und Krawatte, Otto Schweizer zudem einen Hut. Die beiden kennen sich schon seit ihrer Kindheit – aus der gemeinsamen Zeit im Turnerbund und im Fußballclub. Vermutlich befinden sich die beiden auf einem kleinen Spaziergang oder Ausflug – Ernst Keller hält jedenfalls einen Wanderstock in der Hand.

Die Richtungstafel mit ihren kräftigen schwarzen Pfeilwinkeln warnt vor einer scharfen Kurve und macht den Straßenverlauf schon aus größerer Entfernung kenntlich. Im Hintergrund öffnet sich eine unbebaute Landschaft mit Wiesen, Feldern und Wald.

Das Foto entsteht in den 1950er Jahren. Die NS-Diktatur und der Zweite Weltkrieg liegen noch gar nicht lange zurück, doch über die eigene Rolle in dieser Zeit wird vielfach nur ungern gesprochen. Für die Erwachsenen ist die Vergangenheit noch Teil der eigenen Biografie.

Auch der Lebensweg von Ernst Keller führt mitten hinein in diese Zeit. Er wurde am 2. Oktober 1912 in Rielasingen bei Singen als Sohn des Blechnermeisters Ernst Keller sen. geboren. Sein Vater fiel gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges als Soldat. Ernst Keller wuchs anschließend in Löffingen auf und besuchte dort die Volksschule. Mit 14 Jahren begann er in Freiburg eine kaufmännische Lehre, die er im Juni 1930 abschloss. Bis November 1931 blieb er als Gehilfe in seinem Ausbildungsbetrieb. Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage nahm er anschließend eine Stelle als Hilfsarbeiter im Sägewerk Benz an und stieg dort später zum Lohnbuchhalter auf. Seit Mai 1935 gehörte der 22-Jährige der SS an. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der SS-Rottenführer am 6. September 1939 zur Waffen-SS eingezogen. Am 1. Juni 1941 erfolgte die Beförderung zum SS-Unterscharführer, am 1. September 1943 zum SS-Oberscharführer. Während des Krieges heiratete er am 30. August 1941 Hilde Schmutz (1920-2013), die Tochter des Maurers Karl Schmutz und dessen Ehefrau Karolina Schmutz (geb. Hirt). Wo er während des Krieges eingesetzt war, ist nicht bekannt. Am Ende des Krieges geriet er in Gefangenschaft. Dort entdeckte Ernst Keller eine neue Leidenschaft: Er beobachtete einen Aquarellmaler bei der Arbeit und begann selbst zu malen. Seine Bilder verkaufte er an mitgefangene Kameraden – bezahlt wurde mit Zigaretten. In der Nachkriegszeit arbeitet er in der Firma Wider als Buchhalter. Während seiner Berufstätigkeit bleibt nur wenig Zeit für das Malen. Erst nach dem Eintritt in den Ruhestand 1975 greift Ernst Keller wieder häufig zu Pinsel und Farbe und malt Dutzende historische Stadtansichten von Löffingen. Er stirbt am 27. August 1985.

Standort des Fotografen: ???

Köhler-Familie Nägele vor dem Meiler, 1911

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Käthe Kaufmann zur Verfügung.

Der Meiler ist inzwischen vollständig aufgeschichtet und abgedeckt. Wie ein mächtiger Hügel erhebt er sich auf dem »Kohlplatz« im Stadtwald. Die Holzscheite im Innern sind unter einer dichten Schicht aus Reisig, Erde und Rasensoden verschwunden. Nun beginnt der entscheidende Teil der Arbeit: Im Innern soll das Holz langsam verkohlen, ohne offen zu verbrennen.

Vor dem Meiler hat sich die Köhler-Familie Nägele für den Fotografen aufgestellt. Ganz links steht Konrad Nägele (1885-1960), in der Mitte seine Ehefrau Sophie Nägele (geb. Eckert, 1886-?), und rechts seine Mutter Ludowika Nägele (geb. Winter, 1853-1932). Sein Vater Peter Nägele (1850-1910) starb 1910 und ist daher nicht mit auf dem Bild. Die beiden Frauen halten lange Arbeitsgeräte in den Händen. Das Foto zeigt damit zugleich, dass die Köhlerei keineswegs allein Sache der Männer ist: Die ganze Familie lebt und arbeitet während der Saison auf dem Kohlplatz.

Sobald der Meiler angezündet ist, muss er über Tage hinweg aufmerksam beobachtet werden. Zu viel Luft könnte das Holz in Brand setzen, zu wenig den Verkohlungsprozess ersticken. Deshalb verbringen die Nägeles im Sommer mit ihren Kindern viel Zeit im Wald und leben zeitweise in der Köhlerhütte. Aus dem Arbeitsplatz wird für einige Monate ein zweites Zuhause – erfüllt vom Geruch nach Rauch und Holzkohle, der sich in Kleidung und Haaren festsetzt.

Standort des Fotografen: 47.909612, 8.323702

Joseph Brugger mit Frau und Sohn, Juli 1918

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Michael Jakubaszek zur Verfügung.

Für das Erinnerungsfoto hat sich die junge Familie im Fotoatelier Molitor in Neustadt eingefunden. Joseph Brugger (1883-1970) steht in der Uniform eines Soldaten des Ersten Weltkriegs neben seiner Ehefrau Elsi Brugger (geb. Malet, 1887-1980). Auf ihrem Schoß sitzt der erst wenige Monate alte Sohn Ewald Joseph Brugger (1918-2011), der am 17. Februar 1918 in Zürich geboren wurde. An Joseph Bruggers Uniform ist eine Ordensspange befestigt.

Die Aufnahme entsteht während eines Heimaturlaubs. Auf der Rückseite ist handschriftlich vermerkt: »Zum Andenken an unseren Urlaub vom 15. Juli bis 1. August 1918«. Offenbar nutzt die Familie diese Wochen auch für einen Aufenthalt bei der Verwandtschaft in Löffingen. Während Joseph Brugger noch Soldat ist und der Krieg weiter andauert, bietet der Urlaub für kurze Zeit Gelegenheit, als Familie zusammen zu sein. Das Atelierfoto hält diesen Moment bewusst fest.

Nur wenige Monate später endet der Erste Weltkrieg. Für die Familie Brugger beginnt einige Jahre danach ein neuer Lebensabschnitt: 1925 wandert sie in die Vereinigten Staaten aus. Das Foto aus Neustadt bleibt damit zugleich eine Erinnerung an die Jahre, bevor die Familie Europa verlässt.

Standort des Fotografen: Neustadt

Teilnehmer eines Skikurses in der Festhallenstraße, Januar 1995

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Dick eingepackt in Skianzüge, Mützen und Handschuhe haben sich die jungen Skifahrer*innen in der Festhallenstraße zum Gruppenfoto versammelt. Hinter ihnen türmt sich der Schnee. Manche knien im Schnee, andere stehen dahinter. Nach mehreren Tagen auf den Skiern sind die Kinder schon zu einer Gruppe zusammengewachsen.

Insgesamt 38 Kinder nehmen an dem fünftägigen Skikurs teil, den der Skiclub gemeinsam mit einer Skischule aus Neustadt veranstaltet. Zum Skifahren geht es nach Waldau. Betreut werden die Teilnehmer*innen unter anderem von den beiden Vereinsvorsitzenden Erich Sattler, der mit auf dem Foto zu sehen ist, und Peter Conzelmann.

Die Lokalzeitung berichtet, dass es zu Beginn auf der Piste noch etwas unbeholfen zugeht, das Können der jungen Skifahrer*innen aber von Tag zu Tag wächst. Zum Abschluss wird sogar ein kleines Skirennen veranstaltet. Alle Teilnehmer*innen erhalten anschließend eine Erinnerungsurkunde – und mit diesem Gruppenfoto bleibt noch eine weitere Erinnerung an fünf winterliche Tage im Schnee.

Standort des Fotografen: 47.883668, 8.348237

4 Fotos: Oberschwester Hildegard der TV-Serie »Schwarzwaldklinik« mit dem Löwen am Rathaus, 1985

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Eine gelbe Telefonzelle steht unmittelbar beim Rathaus – und davor streift ein ausgewachsener Löwe umher. Mittendrin: Oberschwester Hildegard, gespielt von Eva Maria Bauer (1923-2006). Für die Dreharbeiten zur Fernsehserie »Schwarzwaldklinik« verwandelt sich Löffingen für kurze Zeit in eine Filmkulisse. Gedreht wird für die Folge »Die fromme Lüge«, die als 14. Folge der ersten Staffel am 4. Januar 1986 ausgestrahlt wird. In der Handlung reißt ein Löwe aus einem Zirkus aus und sorgt in der Umgebung für Aufregung. Löffinger Statist*innen spielen Passant*innen, die beim Anblick des Tieres erschrocken das Weite suchen. Bei einem Kameraschwenk ist sogar kurz das Gasthaus »Löwen« am Rathausplatz zu erkennen – ein passender Hintergrund für eine Szene mit einem echten Löwen.

Oberschwester Hildegard sucht in Panik Schutz in einer Telefonzelle, die eigens für die Dreharbeiten beim Rathaus aufgestellt wurde. Auch die Ausstattung ist auf den Drehort abgestimmt: In der Kabine ist Werbung für die Volksbank Löffingen angebracht, außerdem ein Aufkleber der Kurverwaltung Löffingen. So können aufmerksame Fernsehzuschauer*innen erkennen, wo die Szene aufgenommen wird.

Doch die vermeintlich sichere Zuflucht erweist sich als weniger zuverlässig als gedacht. Löwe »Ken« schleicht nicht nur um die Kabine herum, sondern richtet sich plötzlich auf und lehnt sich gegen die Glasscheibe. Die Lokalzeitung berichtet später, ein wenig mehr Druck hätte genügt, und das Tier wäre mitsamt der Scheibe Oberschwester Hildegard entgegengekommen. Die Szene wird deshalb nur ein einziges Mal gedreht.

In der fertigen Folge wandert der Löwe schließlich weiter zum »Hüsli«, dem Wohnhaus der Familie Brinkmann. Während die Erwachsenen in Aufregung geraten, begegnet Angie dem Tier erstaunlich furchtlos. Haushälterin Käti erschrickt beinahe zu Tode, und Zivi Mischa versucht, das Mädchen zu retten – wofür er einen schmerzhaften Kratzer am Hintern davonträgt.

Standort des Fotografen: 47.883729, 8.344304

Investitur von Pfarrer Winkel vor dem Pfarrhaus, 26. April 1936

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Festlich ist der Eingang des katholischen Pfarrhauses (Untere Hauptstr. 10) geschmückt. Eine Reisiggirlande mit weißen Papierblüten rahmt die Haustür ein, links und rechts des Treppenaufgangs stehen junge Tännchen. Davor hat sich der Kirchenchor versammelt. Die Sänger halten ihre aufgeschlagenen Liederbücher in den Händen, während Stadtpfarrer Robert Winkel (1897-1972) erhöht vor dem Eingang steht und den musikalischen Gruß entgegennimmt.

Der Anlass ist die feierliche Investitur des bisherigen Pfarrverwesers als Stadtpfarrer der katholischen Kirchengemeinde Löffingen. Passender könnte der Tag kaum gewählt sein: Es ist der Sonntag vom Guten Hirten. In der Chronik des Kirchenchores heißt es: »Da das Fest gerade auf den Sonntag des guten Hirten fiel, begrüßte der Kirchenchor den hochwürdigen Herrn Stadtpfarrer am Eingang seines Hauses bei der Abholung mit dem 32. Psalm ›Der Herr ist mein Hirt‹.« Geleitet wird der Chor von Hauptlehrer Emil Willig. Auch die anschließende Festmesse umrahmt der Kirchenchor musikalisch.

Hinter der feierlichen Zeremonie liegt eine dramatische Vorgeschichte. Am 23. Juni 1934 war Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974) von den Nationalsozialisten gewaltsam aus Löffingen vertrieben worden. Danach blieb die Pfarrstelle zunächst unbesetzt. Erst am 17. Januar 1935 übernahm Robert Winkel als Pfarrverweser die Leitung der Gemeinde. Mehr als ein Jahr später, am 3. April 1936, ernannte ihn Erzbischof Conrad Gröber zum Stadtpfarrer. Am 26. April wird er schließlich durch Dekan Bernhard Kromer aus Friedenweiler feierlich in sein Amt eingeführt.

Robert Winkel wurde am 31. August 1897 in Gernsbach bei Rastatt geboren und wuchs seit 1904 in Freiburg auf. Am 18. Juni 1922 empfing er durch Erzbischof Karl Fritz die Priesterweihe. Seine erste Stelle führte ihn nach Kirrlach bei Waghäusel, anschließend war er von 1923 bis 1931 Kaplan der Herz-Jesu-Gemeinde in Mannheim. Es folgten Stationen als Pfarrverweser in Kappel am Rhein, Spechbach bei Heidelberg und Steinbach bei Bühl, bevor er nach Löffingen kam.

Standort des Fotografen: 47.882621, 8.343363

Mitglieder des Schwarzwaldvereins, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.

An’s Wandern denkt im Augenblick niemand. Die Mitglieder des Schwarzwaldvereins haben es sich gemütlich gemacht und sind offenbar bester Laune. Man rückt eng zusammen, legt sich gegenseitig die Arme um die Schultern und lacht in die Kamera. Kurios sind die aufgespannten Regenschirme, denn die Männer und Frauen befinden sich in einem Innenraum und damit im Trockenen. Jedenfalls sorgen die Schirme sichtbar für Heiterkeit.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Albert Kienzler (1921-?)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: ???, Joseph Benitz jun. (1928-2012), Engelbert Straetker (1923-2017), ???, ???, ??? Maier

Das Foto zeigt schön, dass der Schwarzwaldverein nicht nur aus Wanderungen, dem Erneuern von Wegmarkierungen und dem gemeinsamen Naturerlebnis besteht. Mindestens ebenso wichtig ist das gesellige Beisammensein nach einer Tour oder bei Vereinsabenden. Und wenn die Stimmung stimmt, wird aus dem Wanderverein schnell eine fröhliche Runde.

Standort des Fotografen: ???

Holzhauer im Wald, 1927

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Für einen Moment ruht die Arbeit im Stadtwald. Die Holzhauer haben sich zwischen den gefällten Stämmen aufgestellt und präsentieren sich dem Fotografen mit ihren Werkzeugen. Äxte, Beile und lange Sägen bestimmen das Bild. Einer der Männer hält ein Sägeblatt in die Kamera. Zwei andere Männer geben gerade vor, zu sägen. Auf ihrem Sägeblatt ist mit heller Farbe zu lesen: »Holzhauer G.W. Löffingen 1927«.

Ganz offensichtlich ist die Szene arrangiert. Die Männer stehen und sitzen so verteilt, dass möglichst jeder gut zu sehen ist. Einige lehnen auf ihren Werkzeugen, andere haben sich auf Baumstämmen niedergelassen. Im Vordergrund kniet ein Waldarbeiter an einer kleinen Kochstelle. Vielleicht wird dort gerade Kaffee gekocht oder eine Mahlzeit warm gemacht – auch die Pause gehört schließlich zum langen Arbeitstag im Wald.

Der Fotograf hat die Umgebung bewusst mit ins Bild genommen. Links ragt ein mächtiger Baum ins Foto, in dessen Stamm ein Beil eingeschlagen ist. Überall liegen Holzreste, Äste und bereits gefällte Stämme. So entsteht nicht nur ein Gruppenporträt der Männer, sondern zugleich ein anschauliches Bild ihres Arbeitsplatzes. Die Aufnahme zeigt eine Arbeitswelt, in der fast alles mit Muskelkraft geschieht. Motorsägen gibt es noch nicht; gefällt, entastet und zerteilt wird mit Axt und Handsäge. Umso stolzer wirken die Holzhauer, als sie für einen Augenblick die Arbeit niederlegen und sich mit ihrem Handwerkszeug ablichten lassen.

1.Reihe: 1 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???
4.Reihe: 1 ???

Standort des Fotografen: ???

3 Fotos: Löwenbiss bei den Dreharbeiten zur TV-Serie »Schwarzwaldklinik«, 12. Juli 1985

Fotograf: Wolfram J. Mehl, Hamburg | Dies Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Ein spektakulärer Zwischenfall überschattet die Dreharbeiten zur TV-Serie »Schwarzwaldklinik«. Regisseur Hans-Jürgen Tögel (1941-2026) liegt auf der Straße, umklammert von Löwe »Fritzchen«. Ein Tierpfleger und weitere Helfer greifen ein. Das Foto hält einen Moment fest, der wenig später bundesweit durch die Presse geht – und lange Zeit Gesprächsstoff im Städtchen bleibt.

Eigentlich soll »Fritzchen« an diesem Morgen nur für eine Filmszene durch das Mailänder Tor trotten. Der Filmlöwe gilt als zahm und menschenfreundlich. Nach dem Drehbuch sollen ahnungslose Passant*innen beim Anblick des Tieres erschrecken und in die umliegenden Geschäfte flüchten. Mehrmals wird die Szene geprobt. Doch der Löwe wirkt auf dem ungewohnten Gelände zunehmend nervös. Plötzlich läuft er nicht mehr wie vorgesehen, sondern weicht nach links und rechts aus. Erst ein Stück Fleisch bringt ihn wieder auf Kurs.

Kurz darauf treten Regisseur Hans-Jürgen Tögel und einige Mitarbeiter*innen näher an das Tier heran. Offenbar zu nahe: Um »Fritzchen« herum bewegen sich plötzlich zahlreiche fremde Menschen und Beine. Als sich eines davon in seine Richtung bewegt, schnappt der Löwe zu. Tögel schreit auf und steht zunächst unter Schock. An seiner linken Wade ist eine handflächengroße Hautverletzung entstanden. Der Tierpfleger bekommt den Löwen sofort wieder unter Kontrolle, sodass ein Betäubungsschuss nicht notwendig wird. Nach dem Unfall wird sofort Hilfe gerufen. Dr. Wolfgang Dilger versorgt den verwundeten Regisseur noch am Drehort, anschließend bringt ihn das Rote Kreuz in das Kreiskrankenhaus Neustadt. Die Dreharbeiten in Löffingen werden abgebrochen.

Die Aufnahme wirkt heute fast voyeuristisch. Doch schon 1985 wird der Löwenbiss zum Medienereignis: Fotos des verletzten Regisseurs erscheinen in Lokal- und Regionalzeitungen, aber auch bundesweit und im Ausland. Tögel selbst verwendet nach seiner Genesung ausgerechnet dieses Foto sogar als Autogrammkarte und signiert es für Fans. Damit wird aus einem schmerzhaften Unfall am Rande der »Schwarzwaldklinik« schließlich selbst ein Stück Fernsehgeschichte.

Standort des Fotografen: 47.883560, 8.343864