Anna Maria Selb, ca. 1896-1899

Fotograf: J. B. Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Die junge Frau, die sich im Fotoatelier Molitor in Neustadt ablichten lässt, ist Anna Maria Selb (verh. Bader). Sie wurde am 9. September 1876 als Tochter des Bierbrauers Hermann Selb und dessen Ehefrau Sophie Selb (geb. Fischer) geboren. Am 25. Mai 1899 heiratet die 22-Jährige den Landwirt Konrad Bader (1868-1958), mit dem sie acht Kinder bekommt.

Im Alter von nur 42 Jahren stirbt sie am 23. Oktober 1918. Als Todesursache ist im Sterbebuch »Lungenentzündung« angegeben. Sie soll ein Todesopfer der »Spanischen Grippe« geworden sein, die zu diesem Zeitpunk grassiert. Zwei Tage nach ihrem Tod wird sie auf dem Friedhof beerdigt.

Standort des Fotografen: Neustadt

Lehrer Ferdinand Eggert, ca. 1890

Fotograf: C. Clare, Freiburg | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Generationen von Schülerinnen und Schülern unterrichtet der Lehrer Ferdinand Eggert (1851-1927) im Laufe seines 40-jährigen Berufslebens an der Volksschule in Löffingen, die sich im Rathausgebäude befindet. Der Hauptlehrer tritt 1919 in den wohlverdienten Ruhestand.

Als das Porträt in einem Fotoatelier in Freiburg aufgenommen wird, ist freilich an Ruhestand noch nicht zu denken. Geboren wurde Ferdinand Eggert 1851. 1879 wurde der 28-Jährige vom Großherzoglichen Oberschulrath als Unterlehrer von Meßkirch nach Löffingen versetzt. Er ist mit Berta Eggert (geb. Koch, ???-1898) verheiratet, die aber schon in jungen Jahren am 26. Oktober 1898 an »Schwindsucht« verstirbt. Ferdinand Eggert stirbt am 20. April 1927.

Standort des Fotografen: Freiburg

Josephine Benitz, ca. 1890-1895

Fotograf: A. Dilger & Sohn, Freiburg
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Eine junge Frau aus Löffingen lässt sich in einem Fotoatelier in Freiburg fotografieren. »A. Dilger & Sohn« betreiben in der Rheinstr. 30 ein »Atelier für Photographie u. Malerei« und führen den Titel »Hof-Photograph«.

Josephine Benitz (1867-1932) heißt die junge Frau. Geboren wurde sie am 17. März 1867, im Taufbuch der katholischen Pfarrgemeinde ist ihr Vorname als »Josefa« eingetragen. Sie ist eine Tochter des Uhrenhändlers Josef Benitz und dessen Ehefrau Barbara geb. Kaefer. 1895 heiratet sie den »Linden«-Wirt Ernst Meßmer (1869-1943). Gemeinsam betreiben sie das Gasthaus in der Oberen Hauptstraße und die dazugehörige Landwirtschaft. Sie stirbt am 9. Dezember 1932 im Alter von 66 Jahren.

Standort des Fotografen: Freiburg

Schulklasse des Jahrgangs 1889/90 mit Lehrer Eggert, ca. 1896

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Die Mädchen und Jungen der ersten Volksschulklasse treten mit Hauptlehrer Ferdinand Eggert (1851-1927) zum Fototermin an. Sie verlassen dazu den Klassenraum im Rathaus, das zugleich Schulhaus ist, und lassen sich vis-à-vis vor dem Haus des Sattlers Michael Benz (Rathausplatz 6) fotografieren. Das Haus brennt 1909 ab. Ihr Lehrer wirkt seit 1880 an der Volksschule Löffingen. 1919 geht er nach 40 Dienstjahren in den Ruhestand. Am 20. April 1927 stirbt er im Alter von 75 Jahren.

Wer erkennt die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 1889/90?
1.Reihe, v.l.n.r.: 1. Josef Egle (1890-1970), 2. ???, 3. Ernst Faller (1889-1961), 4. ???, 5. ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1. ???, 2. ???, 3. ???, 4. ???, 5. ???, 6. Agathe Benz (verh. Faller, 1890-1971), 7. ???, 8. ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1. ???, 2. ???, 3. ???, 4. ???, 5. ???, 6. ???, 7. Maria Mayer (verh. Brugger ,1890-1935), 8. ???
4.Reihe, v.l.n.r.

Standort des Fotografen: 47.883668, 8.344048

Mondscheinkarte mit Blick von der »Breiten«, ca. 1899

Sammlung Familie Waßmer

Zugegeben: Auf der Ansichtskarte lassen sich kaum Details erkennen, weil die Lichtverhältnisse der Aufnahme sehr schlecht sind. Doch genau diese Wirkung war beabsichtigt, denn es handelt sich um eine so genannte Mondscheinkarte. Durch Nachbearbeitung erweckt sie die Illusion einer Nachtaufnahme und soll romantisch wirken. Oben rechts ist der Vollmond hineinretuschiert. Beliebt waren Mondscheinkarten um 1900.

Diese Ansichtskarte wurde am 24. September 1909 nach Stavelot in Belgien versandt. Doch die Gesamtansicht auf der Vorderseite der Karte dürfte einige Jahre zuvor, bereits kurz vor der Jahrhundertwende, entstanden sein. Die 1901 eröffnete Bahnlinie ist darauf nicht zu erkennen. Auch das 1905/06 erbaute Forsthaus (Rötenbacher Str. 8) und das 1900 erbaute Wohn- und Ökonomiegebäude von Landwirt Karl Benz (Rötenbacher Str. 10) sind darauf nicht zu sehen. Geschickt wurde die Karte an ein »Mademoiselle«: »Salutation de bell Löffingen«, ist auf Französisch darauf geschrieben.

Standort des Fotografen: 47.881614, 8.339253

Anna Benz geb. Bader, ca. 1896

Fotograf: A. Dilger & Sohn, Freiburg | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Eine junge Frau lässt sich im Fotostudio in Freiburg fotografieren. Es ist Anna Benz geb. Bader (1870-1951). Geboren wurde sie am 1. Oktober 1870. Verheiratet ist sie seit 1896 mit dem Landwirt Karl Benz (1875-1916), mit dem sie in der Rötenbacher Straße wohnt. Das Paar bekommt sechs Kinder, die zwischen 1897 und 1906 geboren werden. Im Alter von 45 Jahren wird Anna Benz Witwe, da ihr Ehemann am 29. März 1916 in Freiburg an einem Kriegsleiden verstirbt. Sie überlebt ihn um 35 Jahre. Am 3. Februar 1951 stirbt auch Anna Benz im Alter von 80 Jahren.

Standort des Fotografen: Freiburg

Karl Benz als junger Soldat, ca. 1893-1895

Fotograf: A. Dilger & Sohn, Freiburg | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Am 17. Oktober 1893 kommt Karl Benz als »Zweijährig-Freiwilliger« zum Badischen Infanterie-Regiment Nr. 113. Er gehört der 1. Kompanie an, die in Freiburg stationiert ist. Während seines zweijährigen Militärdienstes entsteht diese Atelieraufnahme des jungen Mannes.

Geboren wurde er am 29. Januar 1875 als Sohn des Sattlers Michael Benz und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Marx. Am 19. September 1895 wird der 20-Jährige zur Reserve entlassen. Er heiratet ein Jahr später, am 20. Oktober 1896, Anna geb. Bader (1870-1951) und bekommt mit ihr sechs Kinder.

20 Jahre nach seiner Entlassung aus dem Militär muss der Landwirt wieder die Soldatenuniform anziehen. Denn mittlerweile tobt der Erste Weltkrieg und Karl Benz kommt am 19. Januar 1915 zum 4. Landsturm-Infanterie-Ersatzbataillon Heidelberg XIV/27. Er überlebt seinen Kriegsdienst nicht: Im Lazarett in Freiburg stirbt er am 29. März 1916 an Lungen- und Kehlkopftuberkulose. Beerdigt wird er am 1. April 1916 auf dem Friedhof in Löffingen. Seine Witwe steht mit den sechs Kindern und der Landwirtschaft alleine da.

Standort des Fotografen: Freiburg

Demeter Bader, ca. 1890

Fotograf: Carter’s Studio, Memphis, Tenn.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Nach der gescheiterten badischen Revolution wanderte Demeter Bader (1824-1893) zusammen mit seiner Ehefrau Maria geb. Bader (1821-?) am 19. April 1849 in die USA aus. Das Ehepaar ging zunächst nach Frankreich. Zwei Jahre später schifften sich die Baders von Le Havre nach Amerika ein. Am 8. September 1851 kam der 26-Jährige mit seiner Ehefrau in New York an.

Geboren wurde Demeter Bader am 16. Dezember 1824 als Sohn des Landwirts und Müllers Michael Bader und dessen Ehefrau Katharina Faller. In den USA lassen sich die Baders im Bundesstaat Ohio nieder. Demeter Bader stirbt am 19. Dezember 1893 in Newark im Alter von 69 Jahren.

Standort des Fotografen: Memphis, Tennessee

Schulklasse des Jahrgangs 1888/89 mit Lehrer Matt, ca. 1896

Stadtarchiv

Dieses Klassenfoto zählt zu den ältesten bekannten Aufnahmen, die Schülerinnen und Schüler der Volksschule in Löffingen zeigen. Zusammen mit ihrem Lehrer, Wilhelm Matt, haben sich die Schulkinder des Jahrgangs 1888/89 vis-à-vis vom Rathaus zu einem Gruppenfoto versammelt. Vermutlich stehen und sitzen sie vor dem Haus des Sattlers Michael Benz (Rathausplatz 6), das 1909 abbrennt.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Karl Gebert (1888-1961), 9 ???, 10 ???
2.Reihe, v.l.n.r.:
3.Reihe, v.l.n.r.:
4.Reihe, v.l.n.r.:
5.Reihe, v.l.n.r.:

Vermutlich sind auf dem Foto auch zu sehen: Johann Laufer (1888-1951)

Standort des Fotografen: 47.883668, 8.344048

Rupert Hepting als Soldat, 1890

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christa Egle und Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Der Unteroffizier Rupert Hepting (1864-1932) lässt sich im Fotostudio in Konstanz in seiner Soldatenuniform ablichten. Seine Pickelhaube liegt neben ihm. Vermutlich dient er im 6. Badischen Infanterie-Regiment »Kaiser Friedrich III. Nr. 114 «, einem Infanterieverband der Preußischen Armee, der in Konstanz stationiert ist. Er ist zu diesem Zeitpunkt etwa 26 Jahre alt. In seinem zivilen Leben ist er Drechslermeister von Beruf und mit Agathe Hepting (geb. Bader, 1865-1939) verheiratet. Er stirbt am 30. Oktober 1932 im Alter von 68 Jahren.

Rupert Hepting hat insofern Glück, als dass er nur in Friedenszeiten im Militär dient. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 ist er noch ein Kind und im Ersten Weltkrieg ist er bereits zu alt, um Kriegsdienst zu leisten.

Standort des Fotografen: Konstanz

Zwei Kinder auf dem Schulhof beim Rathaus, ca. 1890

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Michael Jakubaszek zur Verfügung.

Als dieses Foto aufgenommen wird, befindet sich im ersten Obergeschoss des Rathauses noch die Volksschule. Und die Freifläche zwischen dem Haus Sibold (Rathausplatz 8) und dem Gasthaus »Sonne« (Rathausplatz 9-10) wird als Schulhof genutzt. Auf dem kleinen Grundstück sind Bäume gepflanzt, die in den Pausen Schatten spenden. Zwei Kinder lassen sich hier fotografieren. Das Mädchen ist vermutlich Johanna Brugger (1881-1982) und der Junge ihr jüngerer Bruder Wilhelm Brugger (1887-1955).

Das Foto stammt aus dem Nachlass ihres gemeinsamen Bruders Josef Brugger (1883-1970), der in die USA ausgewandert ist.

Standort des Fotografen: 47.883600, 8.344334

Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit drei Ansichten, ca. 1895-1900

Verlag J. A. Binder Nachfolger, Bonndorf
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

August Limb schreibt diese lithografische Ansichtskarte offenbar an seinen Bruder Julius Limb. Abgebildet sind auf der Mehrbildkarte drei Ansichten des Städtchens.

Über die gesamte Breite der Karte erstreckt sich im oberen Teil eine Gesamtansicht, wie sie sich dem Betrachter vom Gewann »Im kleinen Brühl« aus darbietet. Zu sehen ist die katholische Pfarrkirche St. Michael und die Häuser in der Altstadt sowie im Maienland und auf dem Alenberg. Im Vordergrund ist die Bahnlinie zu sehen, auf der eine Eisenbahn fährt, obwohl die Strecke erst 1901 in Betrieb genommen wird. Auch das Bahnhofsgebäude ist zu erkennen.

In einem runden Passpartout ist darunter der obere Rathausplatz abgebildet. Zu sehen sind das Rathaus und die drei Gasthäuser »Sonne« (Rathausplatz 9-10), »Löwe« (Rathausplatz 11) und »Ochsen« (Rathausplatz 12). Über den Platz fahren gerade eine Pferdekutsche und ein Fahrradfahrer. 

In dem rechteckigen Passpartout daneben ist das neu geschaffene Kriegerdenkmal zu sehen. Es wurde 1894 zum Gedenken an die Soldaten des deutsch-französischen Krieges 1870/71 eingeweiht. Die lithografische Darstellung ist in idealisierter Form wiedergegeben: Das Denkmal erscheint größer als in Wirklichkeit und es scheint frei in einer Grünanlage zu stehen. 

In der Mitte der Ansichtskarte ist der Schriftzug »Gruss aus Löffingen« zu lesen, von Blumen eingerahmt.