Porträt von »Linden«-Wirt Ernst Meßmer, 1941

Karl Ehret

Der Gewerbeschullehrer Karl Ehret porträtierte 1941 den »Alt-Lindenwirt« Ernst Meßmer im Profil.

Ernst Meßmer wurde am 20. September 1869 als Sohn der Wirtsleute Karl Meßmer und Franziska geb. Kramer in Löffingen geboren. Er übernahm die elternliche Gastwirtschaft und betrieb außerdem eine Landwirtschaft. Am 20. Mai 1895 heiratete der 25-Jährige seine Frau Josephine Benitz (1867-1932), die ebenfalls aus Löffingen stammte. Gemeinsam bekamen sie neun Kinder. Zwei Jahre, nachdem er porträtiert wurde, starb Ernst Meßmer am 31. Dezember 1943 im Alter von 74 Jahren.

Primizfeier von Pater Alfred Benz in der »Linde«, 6. Mai 1962

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.

»Herzlich willkommen« steht über dem geschmückten Eingang des Gasthauses »zur Linde«. Davor steht Pater Alfred Benz, der am 6. Mai 1962 seine Heimatprimiz in dem Baarstädtchen feiert. Nicht nur seine Familie, sondern auch Nachbarn und andere Löffinger sind stolz auf den »Sohn der Stadt«, der sich entschieden hat, in eine katholische Ordensgemeinschaft einzutreten.

Standort des Fotografen: 47.884344, 8.346522

Blick in die Obere Hauptstraße mit Restauration »Gebert«, ca. 1935-1940

Verlag A. Rebholz

Vis-à-vis vom Gasthaus »zur Linde« in der Oberen Hauptstraße steht das »Gebert«. Seit 1849 ist das Haus im Familienbesitz. Im Adressbuch von 1936 wird es nicht als Gasthaus aufgeführt, sondern als »Restauration« mit »Wein-, Bier- und Speisewirtschaft«. Eigentümer sind der Gast- und Landwirt Karl Gebert (1888-1961), der das Anwesen 1921 von seinen Eltern übernommen hat, und seine Ehefrau Elisabeth geb. Benz (1897-1958). Am Seitengiebel hängt ein Schild mit der Aufschrift »Verkehrs-Lokal der N.S.D.A.P.«, denn das »Gebert« dient bereits seit der Gründung einer NSDAP-Ortsgruppe 1928 als Parteilokal.

Standort des Fotografen: 47.884301, 8.347072

Fronleichnamsaltar beim Gasthaus »Linde«, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rolf Meßmer zur Verfügung.

An Fronleichnam ist neben dem Gasthaus »zur Linde« einer der Stationenaltäre aufgebaut. Davor ist ein Blumenteppich gelegt worden, der aus bunten Ornamenten besteht. Der Teppich ist rechtzeitig fertig geworden, gleich wird die Prozession eintreffen. Dann wird der Pfarrer mit der Monstranz über den Teppich schreiten. Am Altar wird er einen Abschnitt aus dem Evangelium vortragen, es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen und über die Stadt erteilt.

Standort des Fotografen: 47.884334, 8.346887

Trachtengruppe vor dem Gasthaus »Linde« in der Oberen Hauptstraße, ca. 1950-1953

Verlag A. Rebholz / Stadtarchiv

Die Schrecken der NS-Diktatur und des Zweiten Weltkrieges lagen erst wenige Jahre zurück, als man sich in den 1950er Jahren nach einem Stück heiler Welt sehnte. Die Brauchtumspflege wurde wieder entdeckt, diesmal sollte sie – anders als in der NS-Zeit – unpolitisch sein. Die Trachtengruppe wurde wieder aktiv. Sie sollte auch dazu beitragen, den Fremdenverkehr zu beleben. Auf dem Foto stehen Mitglieder der Trachtengruppe vor dem Gasthaus »zur Linde«. Nicht zufällig posieren sie vor dem großen Nadelbaum, sollte er doch den »Schwarzwald« symbolisieren, in dem Löffingen angeblich lag.

Im Hintergrund ist das Haus Fechtig zu erkennen. In diesem Gebäude befand sich bis 1882 eine weitere Wirtschaft, nämlich das Gasthaus »zum Kranz«. Doch das war lange her. Als dieses Foto entstand gehörte das Haus der Witwe Maria Fechtig geb. Mogel (1895-?). Ihr Mann Johann Fechtig (1869-1943) war Zimmermeister gewesen. Fechtig genoss als gläubiger Katholik großes Ansehen: Viele Jahre war er Mitglied des katholischen Stiftungsrates und einer der »Himmelträger« bei den Fronleichnamsprozessionen gewesen. 

Standort des Fotografen: 47.884391, 8.346817