Kindergruppe mit Sankt Nikolaus und Knecht Ruprecht in der »Linde«, ca. 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Else Egle zur Verfügung.

Eine Schar Kinder blickt andächtig in die Kamera. In ihren Händen halten einige der Jungens und Mädchen Teller, die mit Nüssen und anderen Leckereien gefüllt sind. Der Sankt Nikolaus mit weißem Rauschebart, gekleidet in sein Bischofsornat und in seiner Hand den Bischofsstab haltend, steht inmitten der Kinderschar. Bei sich hat er seinen treuen Begleiter Knecht Ruprecht, einen dunklen Gesellen, gekleidet in ein Fell, dessen Gesicht kaum zu erkennen ist.

An den tapezierten Wänden im Hintergrund hängen eine Uhr und ein Kruzifix sowie das Porträt eines Mannes. Die Vorhänge der großen Fenster sind zugezogen. Das Foto soll im Gasthaus »zur Linde« entstanden sein.

Standort des Fotografen: 47.884285, 8.346547

Gaststube im Gasthaus »Linde« in der Oberen Hauptstraße, ca. 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rolf Meßmer zur Verfügung.

Eine Handvoll Tische mit weißen Tischdecken, Holzstühle darum gruppiert, ein Kachelofen rechts an der Wand, große Fenster, durch die das Tageslicht fällt: diese Innenaufnahme zeigt die alte Wirtsstube des Gasthauses »Linde«. Seit 1823 befindet sich das Gasthaus im Familienbesitz der Meßmers. Damaliger Besitzer waren – seit 1927 – Ernst Meßmer (1897-1950) und seine Ehefrau Paula geb. Kaier (1903-1984).

Das Foto muss vor 1938 entstanden sein. Denn in diesem Jahr wird der Kachelofen in das Gaststube erneuert. Heute wird der Ofen von einer verzierten Ofenkachel geschmückt, auf der das nach dem Großbrand gebaute Mailänder Tor zu sehen ist. Darunter steht: »Das Mailänder Tor / Löffingen in der Baar / steht mehr denn tausend Jahr / 1938«.

Standort des Fotografen: 47.884307, 8.346616

Hochzeitsgesellschaft von Joseph Benitz und Hedwig Steidlinger, ca. 1928

Leo Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sonja Schwörer geb. Vogt zur Verfügung.

Die Großeltern des heutigen Freiburger Erzbischofs Stephan Burger heiraten: Der Kaufmann Joseph Benitz (1897-1981) und Hedwig Steidlinger (1900-?) geben sich das Ja-Wort. Die Hochzeitsfeier findet offenbar im Gasthaus »zur Linde« statt, denn das Gruppenfoto scheint auf dem heutigen »Linden«-Parkplatz aufgenommen worden zu sein. Das Wäldchen im Hintergrund wäre dann die »Hasle«.

1. Reihe v.l.n.r.: Wilhelm Vogt (1880-1964), Franz Vogt (1920-1971), ???, Oberlehrer Eugen Steidlinger (1873-1939), Lina Steidlinger geb. Weber (1877-1953), ???
2. Reihe v.l.n.r.: ???, Braut Hedwig Benitz geb. Steidlinger (1900-?), Bräutigam Joseph Benitz (1897-1981), ???, Hauptlehrer Alfred Zwingert.
3. Reihe v.l.n.r.: ???, Albert Benitz (1905-1996), Paul Benitz (1899-1979), ???

Standort des Fotografen: 47.884265, 8.346807

Hochzeitsgesellschaft von Karl Gebert und Elisabeth Benz, 1919

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Conrad Bader zur Verfügung.

Der Gast- und Landwirt Karl Gebert (1888-1961) und Elisabeth Benz (1897-1958) heiraten. Das Brautpaar versammelt sich mit den Hochzeitsgästen zu einem Gruppenfoto vor dem Gasthaus »zur Linde«, das vis-à-vis vom »Gebert« liegt. Die Männer tragen Anzug, vier der Frauen tragen Tracht.

1. Reihe v.l.n.r.: Maria Glunk geb. Bader (1866-1956), Anna Strobel geb. Benz (1906-1986), Agathe Benz geb. Benz (1899-?), Anna Benz geb. Bader (1870-1951), Emma Binder geb. Limb (1913-2005), Emma Gebert geb. Rosenstiel (1865-1936), ??? Rosenstiel, ??? Albert geb. Benz, Josefa Beha geb. Benz (1905-?).

2. Reihe v.l.n.r.: Therese Meier geb. Benz, ???, Johann Glunk (1865-1921), ???, Konrad Bader (1868-1958), Braut Elisabeth Gebert geb. Benz (1897-1958), Bräutigam Karl Gebert (1888-1961), Anna Limb geb. Gebert (1890-1960), August Limb (1884-1976), Robert Rosenstiel (1900-?), Maria Kopp geb. Benz, ??? Albert aus Hüfingen.

Standort des Fotografen: 47.884337, 8.346542

 

Zwanzigjährige im Gasthaus »Linde« nach dem Fasnetfunken, 5. März 1933

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Emma Binder zur Verfügung.

Die närrische Jahreszeit geht zu Ende – und damit auch die »Regentschaft« der Zwanzigjährigen. Im Gasthaus »Linde« versammeln sie sich, um das Ende der Fasnacht mit Alkohol zu begießen. Es wird Akkordeon gespielt und gesungen. Es ist laut und geht feucht-fröhlich zu. Dass wenige Tage zuvor in Berlin der Reichstag brannte und die Nationalsozialisten dies seitdem als Vorwand nutzen, um politisch Andersdenkende im ganzen Land brutal zu verfolgen, interessiert hier gerade niemanden.

Am »Schmutzige Dunschdig« wurden die Angehörigen des Jahrgangs 1912/13 nach dem Narrenbaumstellen »auf die Laterne« der Laternenbrüder vereidigt. Sie schwörten ewige Treue zur Löffinger Fasnet: »Linke Hand auf’s rechte Herz, rechte Hand auf die Laterne! Ich schwöre, angesichts dieser Laterne und der anwesenden Laternenbrüder, dass ich, solange ich lebe und Atem habe, mit allen Fasern meines Lebens, treu zur Laternenbrüder-Narrenfreiheit stehe, den Anordnungen der Narrenobrigkeit willig Folge leiste, die Löffel des Stadtwappens nie missachte, mich als Mensch vom Menschen stammend, als Mensch aufführe, und den Narrentribut, wie es das Gesetz vorschreibt, jährlich willig bezahle.«

Das Foto wurde am Sonntag, den 5. März 1933 aufgenommen, am »alten Fasnetsundig«. Der Narrenbaum wurde versteigert und gefällt. Die Zwanzigjährigen haben Brennbares eingesammelt und auf der »Wanne« zu einem großen Fasnetfunken aufgehäuft und entzündet. Mit dem Fansetfunken haben sie die Fasnacht verbrannt.

Wer erkennt die Zwanzigjährigen auf dem Foto?
Emma Binder geb. Limb (*1913) müsste auf dem Gruppenfoto zu sehen sein.

Standort des Fotografen: 47.884285, 8.346547

Porträt von »Linden«-Wirt Ernst Meßmer, 1941

Karl Ehret

Der Gewerbeschullehrer Karl Ehret porträtierte 1941 den »Alt-Lindenwirt« Ernst Meßmer im Profil.

Ernst Meßmer wurde am 20. September 1869 als Sohn der Wirtsleute Karl Meßmer und Franziska geb. Kramer in Löffingen geboren. Er übernahm die elternliche Gastwirtschaft und betrieb außerdem eine Landwirtschaft. Am 20. Mai 1895 heiratete der 25-Jährige seine Frau Josephine Benitz (1867-1932), die ebenfalls aus Löffingen stammte. Gemeinsam bekamen sie neun Kinder. Zwei Jahre, nachdem er porträtiert wurde, starb Ernst Meßmer am 31. Dezember 1943 im Alter von 74 Jahren.

Primizfeier von Pater Alfred Benz in der »Linde«, 6. Mai 1962

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.

»Herzlich willkommen« steht über dem geschmückten Eingang des Gasthauses »zur Linde«. Davor steht Pater Alfred Benz, der am 6. Mai 1962 seine Heimatprimiz in dem Baarstädtchen feiert. Nicht nur seine Familie, sondern auch Nachbarn und andere Löffinger sind stolz auf den »Sohn der Stadt«, der sich entschieden hat, in eine katholische Ordensgemeinschaft einzutreten.

Standort des Fotografen: 47.884344, 8.346522

Blick in die Obere Hauptstraße mit Restauration »Gebert«, ca. 1935-1940

Verlag A. Rebholz

Vis-à-vis vom Gasthaus »zur Linde« in der Oberen Hauptstraße steht das »Gebert«. Seit 1849 ist das Haus im Familienbesitz. Im Adressbuch von 1936 wird es nicht als Gasthaus aufgeführt, sondern als »Restauration« mit »Wein-, Bier- und Speisewirtschaft«. Eigentümer sind der Gast- und Landwirt Karl Gebert (1888-1961), der das Anwesen 1921 von seinen Eltern übernommen hat, und seine Ehefrau Elisabeth geb. Benz (1897-1958). Am Seitengiebel hängt ein Schild mit der Aufschrift »Verkehrs-Lokal der N.S.D.A.P.«, denn das »Gebert« dient bereits seit der Gründung einer NSDAP-Ortsgruppe 1928 als Parteilokal.

Standort des Fotografen: 47.884301, 8.347072

Fronleichnamsaltar beim Gasthaus »Linde«, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rolf Meßmer zur Verfügung.

An Fronleichnam ist neben dem Gasthaus »zur Linde« einer der Stationenaltäre aufgebaut. Davor ist ein Blumenteppich gelegt worden, der aus bunten Ornamenten besteht. Der Teppich ist rechtzeitig fertig geworden, gleich wird die Prozession eintreffen. Dann wird der Pfarrer mit der Monstranz über den Teppich schreiten. Am Altar wird er einen Abschnitt aus dem Evangelium vortragen, es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen und über die Stadt erteilt.

Standort des Fotografen: 47.884334, 8.346887

Trachtengruppe vor dem Gasthaus »Linde« in der Oberen Hauptstraße, ca. 1950-1953

Verlag A. Rebholz / Stadtarchiv

Die Schrecken der NS-Diktatur und des Zweiten Weltkrieges lagen erst wenige Jahre zurück, als man sich in den 1950er Jahren nach einem Stück heiler Welt sehnte. Die Brauchtumspflege wurde wieder entdeckt, diesmal sollte sie – anders als in der NS-Zeit – unpolitisch sein. Die Trachtengruppe wurde wieder aktiv. Sie sollte auch dazu beitragen, den Fremdenverkehr zu beleben. Auf dem Foto stehen Mitglieder der Trachtengruppe vor dem Gasthaus »zur Linde«. Nicht zufällig posieren sie vor dem großen Nadelbaum, sollte er doch den »Schwarzwald« symbolisieren, in dem Löffingen angeblich lag.

Im Hintergrund ist das Haus Fechtig zu erkennen. In diesem Gebäude befand sich bis 1882 eine weitere Wirtschaft, nämlich das Gasthaus »zum Kranz«. Doch das war lange her. Als dieses Foto entstand gehörte das Haus der Witwe Maria Fechtig geb. Mogel (1895-?). Ihr Mann Johann Fechtig (1869-1943) war Zimmermeister gewesen. Fechtig genoss als gläubiger Katholik großes Ansehen: Viele Jahre war er Mitglied des katholischen Stiftungsrates und einer der »Himmelträger« bei den Fronleichnamsprozessionen gewesen. 

Standort des Fotografen: 47.884391, 8.346817