Rückseite des Hauses Selb in der Festhallenstraße, ca. 1910

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sibylle Selb zur Verfügung.

Eine echte Rarität stellt diese Aufnahme dar. Es ist die einzige bekannte Aufnahme des landwirtschaftlichen Anwesens von Familie Selb (Obere Hauptstr. 12), das wenige Jahre später einem Brand zum Opfer fällt. Am 15. August 1914 brennt das Wohnhaus und der Ökonomieteil bis auf die Grundmauern nieder.

Das Anwesen war 1835 als eine Art Aussiedlerhof errichtet worden. Die damaligen Besitzer waren nach einem Brand ihres Hauses am Rathausplatz aus dem Städtchen hierher gezogen. Der Neubau an der Landstraße nach Unadingen bestand aus einem dreistöckigen Wohnhaus, mit Gewölbekeller, Scheuer und Stall, Wagenschopf und Schweineställen. Ab 1887 gehörte das Anwesen dem Landwirt Karl Selb (1860-1935) und seiner Ehefrau Maria Anna geb. Hasenfratz (1864-1935). Sie hatten es nach ihrer Eheschließung von den Eltern Alois und Monika Selb übernommen. Auf dem Foto ist Karl Selb zu sehen, wie er mit zwei Hunden vor einer der Stalltüren steht.

Am linken Bildrand steht neben dem Misthaufen ein Güllewagen, der mit zwei Pferden bespannt ist. Dass Familie Selb Pferde besitzt, ist auch an dem Zubehör (Pferdekummet und Geschirr) zu erkennen, das über der Holzbiege an der Hauswand hängt. Unter dem hölzernen Balkon im 2. Obergeschoss befindet sich das Plumpsklo.

Links im Hintergrund ist das Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10) zu sehen. Der Weg in Richtung »Hasle« führt über den Hof von Familie Selb. Die damalige Bezeichnung lautet »Bildgaß«, vermutlich ein Hinweis auf die Kümmerniskapelle, die bis 1823 in der Nähe der Straßenkreuzung stand. Heute ist der Weg eine ausgebaute Straße und heißt »Festhallenstraße«. 

Standort des Fotografen: 47.884179, 8.347734

Umzug in der Festhallenstraße beim Kreisfeuerwehrfest, 6./7. Juni 1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

1953 findet nicht nur das Kreisfeuerwehrfest in Löffingen statt. Zugleich feiert die Löffinger Wehr ihr 90. Gründungsjubiläum. Der Festumzug mit einem Pferdewagen bewegt sich durch die Festhallenstraße in Richtung Festhalle. Der Obstgarten links gehört zum Gasthaus »Linde«, darauf wird später die Realschule erbaut. Im Hintergrund ist das holzverschindelte Haus der Witwe Anna Heizmann (Festhallenstr. 1) und das Haus von Landwirt Heinrich Selb (Obere Hauptstr. 12) zu sehen. Zwischen den beiden Häusern ragt der Feuerwehrturm in die Höhe.

Standort des Fotografen: 47.883482, 8.348032

Bau des Realschulgebäudes in der Festhallenstraße, 1972

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Renate Meder zur Verfügung.

Nein, der höchste Punkt, den eine Löffinger Hexe erreichen kann, ist nicht auf dem Hexenwagen und auch nicht auf der Fasnachtsbühne oben auf der Pyramide bei der Walpurgisnacht. Auch die Hexenfigur auf dem 1975 errichteten Hexenbrunnen erreicht nur eine Höhe von drei Metern. Der höchste Punkt ist auf diesem Foto zu sehen.

Man muss schon genau hinschauen, um die Hexe zu entdecken, die an dem Baukran baumelt. In schwindelerregender Höhe schwebt sie über der Baustelle der künftigen Realschule in der Festhallenstraße und zeigt allen an, dass Fasnacht ist.

Standort des Fotografen: 47.883753, 8.348594

Hemdglunkerumzug in der Oberen Hauptstraße, ca. 1980

Aus der Festschrift »100 Jahre Laternenbrüder Löffingen 1889-1989«

In der Oberen Hauptstraße versammeln sich alljährlich am »Schmutzigen Dunschdig« Närrinnen und Narren, in Nachthemden gekleidet, mit weißen Zipfelmützen und weiß gepudertem Gesicht zum »Hemdglunkerumzug« durch das Städtchen. 1930 wurden riesige »Hemdglunki«-Figuren mit Pappmaché-Köpfen gefertigt, die seitdem durch die Straßen getragen werden. Irgendwann wurden sie durch neuere Figuren ersetzt. Das Foto zeigt die beiden »Hemdglunki«, die heute noch zum Einsatz kommen.  

Standort des Fotografen: 47.884382, 8.347132

Familie ??? nach der Taufe auf dem Heimweg in der Oberen Hauptstraße, ca. 1940-1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Kuster zur Verfügung.

Es ist Winter. Schnee liegt am Straßenrand. Eine Personengruppe steht an der Kreuzung von der Oberen Hauptstraße und der Dittishauser Straße. Man kommt gerade aus der katholischen Pfarrkirche St. Michael zurück, wo ein neugeborenes Baby soeben getauft wurde. Getragen wird es von der Hebamme Maria Häusle geb. Schultheiß (1883-1966). Der Vater trägt einen schwarzen Anzug und Zylinder. Die Mutter (oder die Patentante?) geht neben ihm, drei Kinder, die zur Feier des Tages herausgeputzt sind, springen herum.

Wer weiß, um welche Familie es sich handelt? Wie heißt der Täufling?

Standort des Fotografen: 47.884664, 8.348151

Fasnachtswagen »Mein Tirol« in der Oberen Hauptstraße, ca. 1970-1972

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Luzia Heiler zur Verfügung.

Am Rosenmontag fährt ein Fasnachtswagen durch die Obere Hauptstraße. Der Traktor mit dem Anhänger biegt gerade um das »Scharfe Eck«. Der Mottowagen trägt den Titel: »Mein Tirol«. Dargestellt ist ein Schneegipfel, auf dem ein Skifahrer mit der Startnummer »13« steht. 

Rechts ist der Giebel des Gasthauses »zur Linde« zu sehen. Daneben klafft eine Baulücke: Das frühere Haus Fechtig (Obere Hauptstr. 8), das der Tapeziermeister Karl Koch kurz vorher gekauft hatte, ist abgerissen. Noch steht der Neubau nicht. Am Ende der Straße ist das Haus Selb (Obere Hauptstr. 12) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.884539, 8.345859

Brautpaar mit Hochzeitsgästen vor dem Haus Selb, ca. 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ein Brautpaar hat sich mit seinen Hochzeitsgästen vor dem Haus Selb in der Oberen Hauptstraße zu einem Gruppenfoto aufgestellt. Die Braut trägt kein weißes Brautkleid, sondern ein schwarzes Kleid mit einem weißen Brautschleier. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass ein naher Familienangehöriger erst kürzlich verstorben ist.

Ob Braut oder Bräutigam aus dem Haus Selb stammten, ist nicht bekannt. Denkbar ist auch, dass die Hochzeitsfeier im nahen Gasthaus »zur Linde« oder im »Gebertsaal« stattfand und man sich deshalb hier zum Gruppenfoto versammelte. Der Brunnen, vor dem sich die Hochzeitsgesellschaft aufgestellt hat, trägt auf der Brunnensäule eine Kugel und noch nicht die Figur des Heiligen Josef. 

Standort des Fotografen: 47.884352, 8.347012