Närrinnengruppe beim Umzug in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1966

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Die Närrinnen schreiten im Gleichschritt, Arm in Arm, mit Körben voller Kleinigkeiten – und das Lächeln auf ihren Gesichtern verrät, dass sie die Fasnacht in vollen Zügen genießen. Ihre Kostüme wirken fast wie Schuluniformen: helle Kleider mit breiten weißen Kragen, Schleifen und schwarzen Strümpfen. Doch die selbstbewusste Haltung und die ausgelassene Stimmung zeigen: Hier marschieren keine braven Schülerinnen, sondern Närrinnen, die das Regiment übernehmen.

Linke Reihe, v.l.n.r.: 1 Helene Krauß, 2 Mathilde Schmid (geb. Geisinger, 1926-1989), 3 Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-1980, verdeckt)
Rechte Reihe, v.l.n.r.: 1 Hedwig Hepting (geb. Egle, 1932-2020), 2 Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?), 3 ???, 4 Else Egle (geb. Ganter, 1923-2011), 5 [Hedwig Bayer (geb. Schmid, 1924-1996)???], 6 Henriette Laufer (geb. Metz, 1922-2004), 7 Ernst Krauß (1897-1978)

Sie kommen von der Bahnhofstraße und biegen nun in die Untere Hauptstraße ein, auf dem Weg ins Städtchen. Im Hintergrund sind das Haus Zepf (Rötenbacher Str. 2) und das Schrankenwärterhaus (Rötenbacher Str. 1) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.882487, 8.343162

Bauarbeiten am Bahnübergang Seppenhofer Straße, August 1970

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Verbindungsstraße zwischen Löffingen und Seppenhofen wird ausgebaut. Große Erdmassen werden dabei bewegt, denn die Straße wird begradigt und auch ein Fußgängerweg wird angelegt. In der Bonndorfer Straße wird außerdem die Kanalisation verlegt und der Bahnübergang an der Seppenhofer Straße wird geschlossen. Damit verliert das Schrankenwärterhäuschen (Seppenhofer Str. 20), das links zu sehen ist, seine bisherige Funktion. Fortan soll der Verkehr zwischen Löffingen und Seppenhofen über die Bonndorfer Straße geführt werden.

Das Haus vis-à-vis des Schrankenwärterhäuschens ist das Haus Schreiber (Seppenhofer Str. 19). Es wurde nach dem Großbrand 1921 erbaut, als Familie Schreiber im Zuge des Wiederaufbaus aus der Demetriusstraße wegzog. 1975 wird das landwirtschaftliche Anwesen bei einem Brand seinerseits zerstört.

Standort des Fotografen: 47.880194, 8.345806

4 Fotos: Stadtpfarrer Litterst bei der Fahrzeugweihe, 1. Mai 1999

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Traditionell findet am 1. Mai in der Witterschneekirche die Wallfahrtseröffnung mit einem Gottesdienst und anschließender Fahrzeugweihe statt. Auch in diesem Jahr lockt es wieder viele Autofahrer*innen und sonstige Fahrzeugführer*innen aus dem gesamten Hochschwarzwald nach Löffingen.

Dekan Hermann Litterst (1929-2013) geht zusammen mit zwei Ministrant*innen über die zugeparkten Wiesen rund um die Wallfahrtskirche und segnet mit Weihwasser Fahrzeuge aller Art, PKWs, Motorräder, Roller, Fahrräder und Traktoren. Für Litterst, der seit 1977 in der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael wirkt, ist es die letzte Fahrzeugweihe, da er im Herbst in den Ruhestand geht.

Die Ministrant*innen sind Eva Thurau und Raphael Picht. Unter den Wallfahrer*innen sind u.a. zu sehen: Alexander Gromann, `??? Zipfel (Rötenbach) und Adelheid Zipfel geb. Vögt (Rötenbach).

Standort des Fotografen: 47.893550, 8.335996

Blick in die verschneite Rötenbacher Straße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Fahrzeuge werden auf der Rötenbacher Straße zur Zeit ihre Probleme haben, durchzukommen. Denn die Fahrbahn ist noch nicht komplett geräumt. Noch ragt der Schnee in die Höhe. Der Buchbinder Albert Rebholz (1907-1962) ist mit seiner Kamera losgezogen und fängt ein paar winterliche Impressionen des Städtchens ein.

Er steht wenige Meter neben dem Bahnübergang, als er dieses Foto aufnimmt. Auf der linken Straßenseite ist das Schrankenwärterhaus (Rötenbacher Str. 1) und das Haus Selb (Rötenbacher Str. 3) zu sehen. Auf der rechten Straßenseite stehen das Haus Limb (Rötenbacher Str. 6) und das Forstamt (Rötenbacher Str. 8). Dahinter endet die Bebauung. Nur das Sägewerk Benz schließt sich noch an. Aber das Gewann »Breiten« ist noch vollkommen unbebaut.

Standort des Fotografen: 47.881935, 8.342730

Blick vom Reichberg auf das Städtchen, ca. 1908

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv

Diese colorierte Ansichtskarte wird am 11. November 1939 von Löffingen nach Leipferdingen versendet. Das Motiv auf der Vorderseite ist aber rund 30 Jahre älter. Die Karte scheint ein echter Ladenhüter gewesen zu sein. Denn das Aussehen des Städtchens hat sich seitdem merklich verändert. Am Alenberg sind noch deutlich die Häuser zu erkennen, die beim Großbrand 1921 zerstört werden. Und in der Oberen Hauptstraße steht noch das Haus Selb, das 1915 abbrennt und danach in veränderter Form wiederaufgebaut wird.

Der Fotograf steht unterhalb des Reichbergs im Gewann »Im kleinen Brühl«. Sein Blick fällt über die Bahnlinie in Richtung Städtchen. Entlang der Göschweiler Straße sind kleine Bäume gepflanzt. Häuser stehen diesseits der Bahnlinie noch keine, weder im Bereich der Göschweiler noch der Bonndorfer Straße. Am linken Bildrand ist das Bahnwärterhaus in der Rötenbacher Straße zu erkennen. Am rechten Bildrand steht das 1871 erbaute Krankenhaus (Seppenhofer Str. 7), das 1921 in westlicher Richtung erweitert wird.

Standort des Fotografen: 47.880065, 8.343601

Kirche Witterschneekreuz mit Gnadenbild, ca. 1900

Verlag Wilhelm Nimis (Walldürn) /// Stadtarchiv

Die colorierte Ansichtspostkarte zeigt die ab 1894 erbaute und 1901 geweihte »Wallfahrtskirche zu Löffingen« und rechts daneben das »Gnadenbild Schneekreuz«. Die alte hölzerne Kapelle aus den Jahren 1849/50 ist auf der Ansicht weggelassen, statt dessen ist das kleine Bahnwärterhaus rechts hinter der Kirche dargestellt.

Die Figur des gekreuzigten Jesus Christus wurde 1740 von einem Mann gestiftet, der sich in einem Schneesturm verlaufen und schon fast jede Hoffnung verloren hatte, als er doch noch gerettet wurde. Das Kruzifix fand nach dem Neubau der neoromanischen Wallfahrtskirche Witterschneekreuz seinen Platz über dem Hochaltar. Es wurde zu einer Kreuzigungsgruppe erweitert und mit den Figuren der heiligen Maria und des heiligen Johannes ergänzt. Bildhauer Franz Josef Simmler (1846-1926) überarbeitete das Kreuz und versah die Kreuzendungen mit vergoldeten Vierpässen und mit den Symbolen der vier Evangelisten.

Am 15. Juli 1894 war die feierliche Grundsteinlegung erfolgt. Die Konsekration des Gotteshauses erfolgte schließlich am 31. August 1901 durch den Freiburger Erzbischof Thomas Nörber.

Der Verlag Wilhelm Nimis, der die Postkarte verlegt, heißt offiziell »Devotionalien- und Bilderfabrik«. Er hat seinen Sitz in Walldürn.

Standort des Fotografen: 47.893276, 8.336123

Blick vom Kirchturm in Richtung Rötenbacher Straße, 1961

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Bahnübergang an der Rötenbacher Straße ist geschlossen. Ein Zug fährt gerade in Richtung Bahnhof ein. Gezogen wird er von einer Dampflok, vermutlich der Baureihe 50 vom BW Villingen. Sofort staut sich der Verkehr beiderseits des beschrankten Bahnübergangs, schließlich dient die Straße noch als Bundesstraße. Der Durchgangsverkehr aus der Richtung Freiburg und aus Donaueschingen muss durch das Städtchen fahren.

Noch stehen wenige Häuser jenseits der Bahnlinie, wie dieser Blick vom Kirchturm der katholischen Pfarrkirche zeigt. Neben dem Schrankenwärterhaus (Rötenbacher Str. 1) und dem Haus von Anton und Hedwig Selb (Rötenbacher Str. 3) sind auf der anderen Straßenseite das Haus von Ratschreiber Karl Zepf (Rötenbacher Str. 2) und – daran angebaut – ein Haus mit Dienstwohnungen der Deutschen Bundesbahn (Rötenbacher Str. 4) zu sehen. Darin wohnen Bahnhofvorsteher Willi Brendel und seine Ehefrau Johanna Brendel geb. Prause mit ihren drei Kindern Barbara, Wilfriel und Christel. Auf der anderen Straßenseite steht das Haus von Schreinermeister August Limb (Rötenbacher Str. 6).  Das Neubaugebiet in der »Breiten« ist noch nicht erschlossen. Felder und Wiesen schließen sich an.

Standort des Fotografen: 47.882626, 8.344064

Blick vom Kirchturm zum Bahnübergang, 1961

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl Hauger zur Verfügung.

Vom Kirchturm der Pfarrkirche St. Michael fällt der Blick hinunter auf den Bahnübergang. Rechts vorne ist die Einmündung der Bahnhofstraße zu sehen. Auf dem Grundstück im Vordergrund links stand bis zu seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg das Haus der Witwe Theresia Kaus geb. Kaier (1860-1935).

Jenseits der Gleise stehen die Häuser der Rötenbacher Straße: Das Haus von Ratschreiber Karl Zepf und seiner Ehefrau Maria geb. Biehler (Rötenbacher Str. 2), das sie 1954 erworben hatten. Daran angebaut Dienstwohnungen der Deutschen Bundesbahn (Rötenbacher Str. 4), in denen Stationsvorsteher Willi Brendel mit seiner Familie wohnt. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite steht das kleine einstöckige Bahnwärterhäuschen im Besitz der Deutschen Bundesbahn (Rötenbacher Str. 1) und daneben das Haus von Landwirt Anton Selb und seiner Ehefrau Hedwig geb. Oschwald (Rötenbacher Str. 3), das sich schon seit Generationen im Familienbesitz befindet. Dahinter schließen sich Wiesen und Felder an, denn die Conradin-Kreutzer-Straße gibt es 1961 noch nicht.

Standort des Fotografen: 47.882626, 8.343992

Kirche und Kapelle Witterschneekreuz mit Schrankenwärterhaus, ca. 1901

Stadtarchiv Titisee-Neustadt

Gleich zwei Neubauten sind auf dieser Fotografie zu sehen: Im Vordergrund steht das Schrankenwärterhaus, das im Zuge des Bahnbaus errichtet wurde. Automatische oder ferngesteuerte Bahnschranken gibt es 1901 noch nicht. Der Schrankenwärter hat deshalb die Aufgabe, die Schranken am Bahnübergang vor der Annäherung eines Zuges zu schließen und nach seiner Vorbeifahrt wieder zu öffnen.

Im Hintergrund sind die 1894-1898 errichtete Wallfahrtskirche Witterschnee und dahinter die alte Kapelle zu sehen. Ursprünglich stand die 1846/47 errichtete Kapelle dort, wo später die Kirche im Stil der Neoromanik gebaut wurde. 1894 hob man die alte Kapelle auf Baumstämme und rollte sie an den heutigen Standort. Die angebaute Kreuznische entfernte man dabei und überführte später das Gnadenkreuz mit der Christusfigur in die neue Kirche. Ihre Apsis steht an der Stelle, an der der Wanderer 1740 im Schneesturm unter einem Lindenbaum Schutz gesucht und sein Gelübdnis abgelegt haben soll, im Falle seiner Errettung ein Kreuz zu stiften. Der Lindenbaum musste dem Neubau des Kirchengebäudes in den 1890er Jahren weichen.

Standort des Fotografen: 47.893899, 8.334270

Wehrmachtssoldaten in der Bonndorfer Straße, ca. 1940-1942

Sammlung Familie Waßmer

Eine lange Kolonne von Wehrmachtssoldaten zieht durch die Bonndorfer Straße an der Bahnlinie entlang. Die Männer sitzen auf Pferden, hinter ihnen folgen mit Pferden bespannte hölzerne Wagen. Ziel ist offenbar der Bahnhof, wo Soldaten, Tiere und Fahrzeuge für den Weitertransport mit der Eisenbahn verladen werden.

Die Aufnahme macht zugleich deutlich, wie stark die Wehrmacht trotz aller Bilder von Panzern und Lastwagen noch auf Pferde angewiesen ist. Sie dienen nicht nur der Kavallerie, sondern vor allem dem Transport von Material, Munition und Versorgungsgütern. Auch die Wagen der Kolonne werden von Pferden gezogen – ein vertrautes Bild im militärischen Alltag des Zweiten Weltkriegs.

Im Hintergrund stehen die Häuser der Seppenhofer Straße. Für einen Moment wird die Bonndorfer Straße zur militärischen Marschroute. Wohin die Einheit vom Löffinger Bahnhof aus weitertransportiert wird und zu welchem Truppenteil die Soldaten gehören, ist bislang nicht bekannt.

Standort des Fotografen: 47.880705, 8.344562

Blick vom Reichberg auf das Städtchen, ca. 1910-1914

Sammlung Familie Waßmer /  Stadtarchiv

»11.8.19« notierte jemand auf dieser Ansichtskarte. Dies ist freilich nicht das Datum, an dem das Foto aufgenommen, sondern die Karte verschickt wird. Der Poststempel drückt von der Rückseite durch. Sein Umriss ist in der linken oberen Ecke deutlich zu erkennen.

Der Fotograf des Bildes stand auf einer Anhöhe »Im kleinen Brühl«, also im Bereich der heutigen Bonndorfer Straße oder Gartenstraße. Von hier eröffnet sich ihm ein unverbauter Blick, über die Bahnlinie hinweg, auf das Städtchen mit der katholischen Pfarrkirche.

Im Vordergrund sind die wenigen Häuser der Seppenhofer Straße zu sehen: Ganz vorne steht das kleine Bahnwärterhaus (Seppenhofer Str. 20). Die Häuser Schreiber und Brunner existieren noch nicht, sie werden erst nach dem Großbrand 1921 errichtet.

Zu sehen sind das 1907 erbaute Haus des Kaufmanns Karl Nägele (Seppenhofer Str. 15), der 1918 als Soldat in Flandern fällt, und schließlich das »kleine Krankenhaus« mit dem 1890 erbauten zweistöckigen Krankenhaus (Seppenhofer Str. 7) daneben. An der Einmündung des Pfarrwegs stehen das Haus von Schreiner Anselm Heiler (Seppenhofer Str. 5), der 1918 an den Folgen einer Kriegsverletzung stirbt, und die Kaplanei der katholischen Kirchengemeinde.

Doch auch die Häuser, die sich im Hintergrund verbergen, sind interessant und in diesem Fall für die Datierung der Ansicht besonders hilfreich. In der Oberen Hauptstraße ist das Haus Selb zu erkennen, das am 15. August 1914 abbrennt und anschließend neu gebaut wird. Die Fotografie muss demnach zwischen 1907 und 1914 aufgenommen worden sein. Bemerkenswert ist auch der rechte Bildrand: Zu sehen ist das Gelände bei der »Hasle«, auf dem ab 1923 die Festhalle und Volksschule gebaut werden.

Standort des Fotografen: 47.879950, 8.343938

Blick vom Kirchturm in Richtung Seppenhofen, 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Karl Hauger zur Verfügung.

Farbfotos sind Anfang der 1960er Jahre noch eine Seltenheit. Dieses Foto ist Teil einer Serie, die einen Rundumblick vom Kirchturm herunter dokumentiert.

Der Blick schweift in diesem Foto über die Häuser in der Seppenhofer Straße in Richtung Bahnlinie mit der Bonndorfer Straße und der neu angelegten Gartenstraße auf der anderen Seite des Bahndamms. Eine rege Bautätigkeit hat eingesetzt: In der Gartenstraße sind neue Gebäude entstanden, aber auch in der Bildmitte ist ein neues Einfamilienhaus neu gebaut (Seppenhofer Str. 6).

Standort des Fotografen: 47.882646, 8.344120