Gläubige vor der Kirche Witterschneekreuz, 19. September 1937

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Dicht gedrängt stehen die Gläubigen vor der Wallfahrtskirche Witterschneekreuz. So viele Menschen sind gekommen, dass längst nicht alle im Kircheninneren Platz finden. Vor allem Männer und »Jungmänner« aus Löffingen und der Umgebung nehmen an der Wallfahrt teil, dazwischen sind auch einige Frauen zu erkennen. Am rechten Bildrand steht eine große Limousine – mit ihr ist Erzbischof Conrad Gröber (1872-1948) zur Kirche gefahren.

Der Freiburger Erzbischof ist an diesem Sonntag zu Gast in Löffingen. Am Vormittag spendete er in der Pfarrkirche St. Michael das Sakrament der Firmung. Am Nachmittag begann um 14.30 Uhr eine weitere große kirchliche Veranstaltung: die Wallfahrt der Männer und »Jungmänner« zum Witterschneekreuz. Gröber hielt zunächst in der Pfarrkirche die Wallfahrtspredigt. Anschließend setzte sich die Prozession in Bewegung. Während die Gläubigen zu Fuß durch das Städtchen und das Maienland hinauszogen, legte der Erzbischof den Weg mit dem Auto zurück.

An der Wallfahrtskirche angekommen, kann die Menschenmenge nicht vollständig aufgenommen werden. Es findet aber ohnehin nur eine kurze Segensandacht statt. Das Foto vermittelt eindrucksvoll, welche Anziehungskraft das Witterschneekreuz als Wallfahrtsort besitzt und welche Bedeutung der Besuch eines Erzbischofs für die katholische Gemeinde hat.

Stadtpfarrer Robert Winkel (1897-1972) mahnte seine Pfarrangehörigen vor dem Besuch des Erzbischofs ausdrücklich: »Nicht öhmden!« Mit »Öhmd« ist der zweite Grasschnitt des Jahres gemeint. Er forderte sie auf, an diesem besonderen Sonntag die Feldarbeit ruhen zu lassen. Wenn der Erzbischof durch Löffingen zieht, soll sich die Pfarrgemeinde offenbar von ihrer besten katholischen Seite zeigen – arbeitende Bauern auf den Wiesen hätten da ein denkbar schlechtes Bild abgegeben.

Standort des Fotografen: 47.893117, 8.337014

Ausflug des Kirchenchores zum Feldberg, 1. August 1937

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Eng gedrängt stellt sich der katholische Kirchenchor vor dem Bismarckdenkmal auf dem Feldberg zum Erinnerungsfoto auf. Das aus Bruchsteinen errichtete Monument mit dem Bildnismedaillon Bismarcks stammt aus den Jahren 1895/96. Für einen Augenblick halten alle still – nach dem Aufstieg und vor dem gemeinsamen Rückweg.

Der Ausflug beginnt am Morgen um 9 Uhr mit der Bahnfahrt nach Bärental. Von dort wandert die Gruppe hinauf zum »Feldberger Hof«. Die Chronik des Kirchenchores schwärmt vom »sommerfrohen Wandern«, von blühenden Wiesen, einsamen Bauernhöfen und dem Wechselspiel zwischen bunten Blumen und dunklen Tannen. Im Gasthaus wartet bereits ein reichliches Mittagessen, dessen Kosten vom Stadtpfarrer und der Kirchenkasse übernommen werden.

Nach dem Essen singt das Löffinger Quartett bestehend aus Julius Limb, Hermann Ganter, Fritz Seilnacht und Albert Benitz, anschließend stimmt der ganze Chor ein. Danach geht es weiter zum Aussichtsturm und zum Bismarckdenkmal. Auf dem Berggrat eröffnet sich ein weiter Blick über den Schwarzwald.

Für einige gestaltet sich der Rückweg besonders bequem: Sie ergattern in einem Lastwagen einen, wie es die Chronik scherzhaft nennt, »feudalen Stehplatz«. Am Abend klingt der Ausflug im Gasthaus »Adler« bei Chormitglied Fritz Seilnacht aus.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Fritz Seilnacht (1901-1987), 2 Johanna Ganter (verh. Rebholz), 3 Hermann Ganter, 4 ???, 5 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Anna Kuster (verh. Schelling, 1919-2010), 6 ???, 7 Johanna Fehrenbach (verh. Bernauer, 1912-?), 8 ???, 9 ???, 10 August Limb, 11 Luise Strobel (verh. Trescher, 1914-?)
3.Reihe: 1 Hedwig Fieger (geb. Butsch 1912-1989), Maria Kopp (verh. Kiefer, 1919-1978)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Martha Brugger (verh. Trenkle, 1919-2013), 5 ???, 6 Maria Faller (verh. Selb), 7 ???, 8 ???, 9 Albert Benitz, 10 ???, 11 ???

Standort des Fotografen: Feldberg

Hochzeitsgesellschaft Gremper/Bader, 3. Mai 1937

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Sophie Bader (1905-1984) und der Bildhauer Max Gremper haben geheiratet. Aus diesem Anlass versammelt sich die Hochzeitsgesellschaft zu einem gemeinsamen Gruppenfoto. Die Familienangehörige der Braut scharen sich um das Brautpaar.

Wie üblich werden die Kinder ganz vorne platziert, damit sie auf dem Bild gut zu erkennen sind. Dahinter folgen die Erwachsenen, die sitzend und stehend Aufstellung genommen haben. Eltern, Geschwister, Schwägerinnen und Schwager, Onkel und Tanten, Nichten und Neffen – ein vielstimmiges Familienbild über mehrere Generationen hinweg.

1.Reihe, sitzend und stehend, v.l.n.r.: 1 Franz Isele (1930-2021), 2 Hilde Selb (geb. Laufer), 3 Erna Bader (geb. Rudolf), 4 Winfried Bader (1932-1942), 5 Agnes Bader (1907-1998), 6 Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009), 7 Gerda Bader (1934-2026), 8 Anna Benz (geb. Bader, 1870-1951), 9 Lore Isele (geb. 1933), 10 Braut Sophie Gremper (geb. Bader, 1905-1984), 11 Bräutigam Max Gremper, 12 Egon Bader (1933-1999), 13 Konrad Bader (1868-1958), 14 Annemarie Bader (1931-2024), 15 Elisabeth Bader (verh. Obert, 1909-1997), 16 Maria Glunk (geb. Bader, 1866-1956), 17 ???
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Konrad Bader (1915-1946), 2 ???, 3 Josef Bader (1900-1988), 4 Anna Isele (geb. Bader, 1903-1959), 5 Franz Bader (1901-1986), 6 Erna Bader (geb. Mutterer, 1908-1969), 7 Fritz Selb, 8 ???, 9 Karl Bader (1902-1971)

Das Gruppenfoto wird vermutlich im Kurpark aufgenommen. Das Ehepaar lässt sich in Tiengen nieder, dem Geburtsort des Bräutigams.

Standort des Fotografen: 47.885183, 8.346330

Kinder mit Ziege vor dem Haus Rosenstiel in der Oberen Hauptstraße, 1937

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Ein Schnappschuss, festgehalten im Sommer 1937: Eine Ziege läuft durchs Bild – und zieht dabei ungewollt alle Aufmerksamkeit auf sich. Dabei ist sie nichts Ungewöhnliches. Die Ziege gehört wie Kühe, Pferd, Hühner oder Hund selbstverständlich zum landwirtschaftlichen Anwesen von Familie Rosenstiel (Obere Hauptstr. 45).

Auf den Treppenstufen des wenige Jahre zuvor neu errichteten Hauses sitzt eine Gruppe von Kindern: Franz Rosenstiel (1927-2006) und Friedhilde Rosenstiel (geb. 1932) sowie Nachbarskinder und Freund*innen. Sie schauen teils amüsiert, teils abgelenkt der Ziege hinterher, die direkt vor ihnen durch’s Bild huscht. Aus der Nähe und in Bewegung erscheint das Tier fast übergroß.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Franz-Rudi Buss, 2 Franz Rosenstiel (1927-2006), 3 Riggi Buss
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Friedhilde Rosenstiel (geb. 1932)

Standort des Fotografen: 47.885223, 8.352700

Frau mit Kind vor dem Haus Geisinger in der Maienlandstraße, 1937

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Eine Frau steht vor dem Haus Geisinger (Maienlandstr. 12). Sie hält ein kleines Mädchen auf den Armen, das eine Schleife in den Haaren trägt. Das Mädchen ist Paula Schweizer (verh. Veith, 1934-2020), die im Haus gegenüber aufwächst. Das Haus Geisinger im Hintergrund hat einen Hausnamen: »s’Schlosser-Viktore Hus« oder auch »d’Strähli«.

Über den Werkstattfenstern im Erdgeschoss hängt ein Schild. Darauf ist zu lesen: »Viktor Geisinger Sattler Tapeziergeschäft«. Viktor Geisinger wurde am 22. Juli 1872 als Sohn des Schlossermeisters Wilhelm Geisinger (1841-1900) und dessen Ehefrau Josefa (geb. Häusle, 1843-?) geboren. Josefa Geisinger hatte das Haus in der Maienlandstraße von ihren Eltern geerbt. Viktor Geisinger wuchs an der Seite von sechs Geschwistern auf: Emil (geb. 1869), Johann (geb. 1870), Josef (geb. 1873), August (1875-1903), Robert (1877-1918) und Maria (geb. 1879). Lange blieb Viktor Geisinger Junggeselle, bis der 47-Jährige schließlich am 7. Januar 1920 Maria (geb. Wenzinger, 1874-1939) heiratete, die aus Unadingen stammte. Das Paar blieb kinderlos. Der Sattler fertigt auch Bettmatratzen und hobelt dazu Seegras vor dem Haus. Viktor Geisinger stirbt am 18. Februar 1941 im Alter von 68 Jahren. Als Todesursache wird im Sterbebuch der katholischen Pfarrei »Asthma infolge Sattlerarbeiten (Staub!)« angegeben.

Standort des Fotografen: 47.885428, 8.342483

Kommunionkind Walter Maier im Garten, 1937

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Im Garten vom »neuen Benzbau« (Ringstr. 8), in dem Sägearbeiter mit ihren Familien wohnen, steht der kleine Walter Maier (1927-?). Er trägt einen schwarzen Anzug. In der rechten Hand hält er eine Kerze und in der linken einen Rosenkranz und ein Gebetbuch. Er geht zur ersten heiligen Kommunion und zur Feier des Tages wird ein Foto von ihm aufgenommen.

Standort des Fotografen: 47.883736, 8.342885

20-Jährige beim Feiern im Gasthaus, Fasnacht 1937

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.

Die 20-Jährigen des Jahrgangs 1917/18 sind am »alten Fasnet Sunntig« (14. Februar 1937) in einer Gaststube zusammengekommen. Wurst und Kuchen haben sie bei sich, für Getränke ist gesorgt. Auch ein Akkordeon ist zur Hand. Also langweilig wird es den 12 auf dem Foto sicherlich nicht. Neben der Eingangstür zur Gaststube hängen die Winterjacken.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Rosalie Egle (verh. Konhäuser, 1917-2014), 2 ???, 3 ???
2.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 [Johann Rosenstiel (1917-2007)?], 4 ???, 5 ???, 6 ???
3.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Fritz Nägele (1918-1946), 3 ???

Zum Jahrgang gehören auch Käthe Beha (verh. van den Heuvel, 1917-1972) und Anna Kopp (1917-2010).

Standort des Fotografen: evtl. Café Fuß

Narrengruppe auf der Bühne, Fasnacht 1937

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Genoveva Kienast zur Verfügung.

Da sind sie, die Schützen! Denn an der diesjährigen Fasnacht steht Löffingen ganz im Zeichen eines »Schützengildenfestes im 15. Jahrhundert«. Und da dürfen natürlich die Schützen nicht fehlen! Sie werden gleich auf der Fasnachtsbühne auf dem oberen Rathausplatz aus einem riesigen Geschütz feuern. Das Rohr ist am rechten Bildrand gerade noch zu sehen. Das wird einen ohrenbetäubenden Knall geben!

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 [Ernst Krauß (1897-1978)?], 6 ???
2.Reihe, v.l.n.r.:

Im Hintergrund sieht man die weibliche Narrenpolizei (u.a. Helene Häusler verh. Krauß) und den Narrenvater.

Standort des Fotografen: 47.883957, 8.344846

Umzugswagen in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1937

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

»Schützengildenfest im 15. Jahrhundert« – so lautet das diesjährige Fasnachtsmotto. Der Narrenumzug stellt sich wie jedes Jahr im »Schlempental« auf und bewegt sich dann in Richtung Städtchen. Ein Pferdewagen hat sich in den Umzug eingereiht. Auf der Straße schreitet (im Stechschritt?) ein unifomierter Narr. Einige Kinder laufen neben der Umzugsstrecke her.

Schön zu sehen sind auf dem Foto die Häuser in der Oberen Hauptstraße. Auf der rechten Straßenseite steht das 1931 erbaute Haus von Schlossermeister Leopold Berger (Obere Hauptstr. 16). Es ist noch nicht verputzt, sodass die Backsteine zu sehen sind. Ein Werbeschild mit der Aufschrift »NSU« hängt an dem Neubau, die drei Buchstaben stehen für einen deutschen Fahrrad-, Motorrad-, Automobil- und Motorroller-Hersteller. Hinter dem Haus Berger ist das Haus von Schotterwerksbesitzer Franz Bader (Talstr. 1) zu sehen.

Auf der linken Straßenseite stehen die Häuser von Landwirt Konrad Bader (Obere Hauptstr. 17), Weidewart Edmund Jordan (Obere Hauptstr. 21) und Landwirt Karl Wölfle (Obere Hauptstr. 23/25) aufgereiht.

Standort des Fotografen: 47.88474620739467, 8.348451431280099

Drei Kinder in der Alenbergstraße, 1937

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge sowie Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

In der Alenbergestraße stehen vor einem Staketenzaun drei Kinder. Der kleine Junge in der Mitte trägt eine Lederhose, in deren Taschen er seine Hände vergräbt. Die beiden Mädchen zu seiner Linken und Rechten sind ein paar Jahre älter und identisch gekleidet: Karierte Kleidchen, weiße Schürzen, weiße Söckchen, dunkle Schnallenschuhe. Das Mädchen links, mit geflochtenen Zöpfen, hält über ihrem Arm ihren ledernen Schulranzen. Das Mädchen rechts, mit weißer Schleife im Haar, scheint noch nicht zur Schule zu gehen: Statt eines Schulranzens umklammert sie ihre Puppe.

V.l.n.r.: 1 Luise Vogelbacher (verh. Winkler, 1930-2020), 2 Gottfried Vogelbacher (1933-2008), 3 Maria Vogelbacher (verh. Kaufmann)

Im Hintergrund fällt der Blick vom Alenberg hinunter ins Maienland. Der Hausgiebel mit Fachwerk gehört zum Anwesen von Landwirt Johann Geisinger (Maienlandstr. 16).

Standort des Fotografen: 47.885681, 8.343713

Erzbischof Gröber vor dem Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße, 19. September 1937

Sammlung Familie Waßmer | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Der hohe kirchliche Würdenträger, der hier soeben das katholische Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße verlässt, ist der Freiburger Erzbischof Conrad Gröber (1872-1948). Das Foto wird am Sonntag, den 19. September 1937 aufgenommen, als er anlässlich der Firmung in Löffingen weilt. Gröber schreitet in Chorkleidung unter einem Stoffbaldachin dem Gottesdienst entgegen. Getragen wird dieser von vier sogenannten »Himmelträgern«. Im Hintergrund ist der Eingang des Pfarrhauses (Untere Hauptstr. 10) zu erkennen.

V.l.n.r.: 1 [Gastwirt Ernst Meßmer?], 2 Uhrmachermeister Wilhelm Maier, 3 Alt-Bürgermeister Adolf Kuster, 4 Kaufmann Joseph Benitz (1897-1981)

Conrad Gröber war am 20. Juni 1932 zum Erzbischof von Freiburg inthronisiert worden. Wenige Monate später übernahmen die Nationalsozialisten die Macht. Gröbers Haltung gegenüber dem NS-Regime ist bis heute umstritten: Er begrüßte die Machtübernahme und trat 1934 sogar als förderndes Mitglied der SS bei, was ihm im Volksmund den Beinamen »brauner Conrad« einbrachte.

Auch der Löffinger Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974), der am 23. Juni 1934 von den Nationalsozialisten gewaltsam aus seiner Pfarrei vertrieben wurde, zeigte sich später enttäuscht über die mangelnde Unterstützung durch seinen Bischof.

Standort des Fotografen: 47.882614, 8.343357

Festumzug an Erntedank in der Unteren Hauptstraße, 3. Oktober 1937

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Josef Wölfle zur Verfügung.

Es ist Sonntag, 3. Oktober, der erste Sonntag nach Michaelis. Im gesamten Deutschen Reich wird das Reichserntedankfest gefeiert, seit 1933 einer der höchsten nationalen Feiertage des NS-Staates. An der zentralen Feier am Bückeberg südlich von Hameln nehmen 1937 etwa 1,2 bis 1,3 Millionen Menschen teil.

Ganz so viele Teilnehmende sind beim Festumzug in Löffingen zwar nicht dabei. Aber auch hier wird die Bedeutung der Bauernschaft im Sinne der nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Ideologie beschworen. Die Umzugsstrecke in der Unteren Hauptstraße ist mit Hakenkreuzfahnen geschmückt. Voll beladene Heuwagen werden durch das Städtchen gefahren. Im Anschluss an den Festumzug wird die Rede Hitlers öffentlich übertragen.

Standort des Fotografen: 47.883503, 8.343800