Blick zum Haus Benitz in der Alenbergstraße, ca. 1960

Deutsche Luftbild K.G.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Veronika Leber zur Verfügung.

Im Mittelpunkt dieser Luftaufnahme steht das Haus Benitz (Alenbergstr. 7/9), das von den Einwohner*innen das »Hohe Haus« genannt wird. Das stattliche Gebäude überragt die umliegenden Häuser der Alenbergstraße deutlich. Es ist aber nicht nur wegen seiner Größe ein »Hohes Haus«, sondern auch, weil aus der Familie Benitz zwei herausragende »Söhne der Stadt« hervorgegangen sind: Paul Benitz (1899-1979) amtiert als Bürgermeister, während sein Bruder Joseph Benitz (1897-1981) sich als Kreisrat politisch engagiert und einen Namen macht. Die Luftaufnahme findet als Ansichtskarte Verbreitung, die als Werbemittel des Geschäfts der Familie Benitz dient. Auf der Rückseite findet sich der Aufdruck: »Weinkellerei Joseph Hogg (Familie Benitz)«.

Alle Häuser, die auf dem Luftbild zu sehen sind, wurden nach dem Großbrand 1921 neu erbaut. Sie wurden damals von der Wiederaufbaukommission nach einem Masterplan errichtet und verfügen über einheitliche architektonische Merkmale. Nur ganz am rechten Bildrand, das Haus Nobs (Alenbergstr. 2), das angeschnitten zu sehen ist, wurde beim Großbrand nicht zerstört und ist wesentlich älter.

Haus Unger in der Hochfirststraße, ca. 1960

Sammlung Familie Waßmer

Auf dem hinteren Alenberg wird ein Neubaugebiet erschlossen. Neu gebaut ist auch das kleine Haus von Frieda Unger (Hochfirststr. 5). Von ihrem Haus hat sie freien Blick bis hinüber zur Wallfahrtskirche Witterschneekreuz und zum, der Straße den Namen gebenden, Hochfirst.

Frieda Unger ist die Schwiegermutter von Textilfabrikant Johannes Prause (1921-2003). Sie ist mir Arthur Unger verheiratet, dem Vater von Elfriede Prause (geb. Unger, 1923-1996) und Manfred Unger (1930-2012).

Manfred Unger war 1957 aus der DDR in die Bundesrepublik geflüchtet und hatte sich 1959 in Löffingen niedergelassen. Hier gründete er eine Wäschefabrik (Bahnhofstraße), in der 25 Nährerinnen beschäftigt sind. Die Firma wird später zusammengelegt mit der Blusenproduktion von Johannes Prause und firmiert unter dem neuen Namen Prause & Unger OHG.

Standort des Fotografen: 47.887876, 8.342573

Festhalle und Volksschule an der »Hasle«, ca. 1950

Cramers Kunstanstalt K.G. Dortmund / Stadtarchiv

»Museum, Schule und Festhalle«: So lautet die Beschriftung dieses Fotos, das der in Dortmund ansässige Verlag Cramers Kunstanstalt als Ansichtskarte vertreibt. Der Blick fällt vom Krankenhaus in der Seppenhofer Straße hinüber zum 1936 fertiggestellten Gebäudekomplex an der »Hasle«, in dessen linken Hälfte die Festhalle (Festhallenstr. 3) und rechten Hälfte die Volksschule (Festhallenstr. 7) untergebracht sind. Im Mitteltrakt befindet sich das Heimatmuseum. 1923 war mit dem Bau des Komplexes begonnen worden, aber Inflation und Wirtschaftskrise verhinderten, dass der Neubau zügig fertiggestellt wurde.

Die Bäume, die an der Böschung stehen, sind noch jung. Das Foto ist vermutlich in den frühen 1950er Jahren aufgenommen. Der Zaun, der das Bild nach unten hin begrenzt, befindet sich neben dem Städtischen Krankenhaus. Dahinter liegen die Gärten in den »Bittenwiesen«. Die Wolken im Himmel sind in das Bild hineinretuschiert.

Standort des Fotografen: 47.882000, 8.345139

Haus Adrion in der Feldbergstraße, ca. 1966

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Am Sonntagnachmittag versammelt sich Familie Adrion vor dem Haus, um ein Gruppenfoto aufzunehmen. Arno Adrion und Irma Adrion (geb. Schmid), die 1948 geheiratet haben, posieren mit ihren beiden Kindern Bernhard und Renate neben den blühenden Stiefmütterchen. Da das Foto wohl kaum mit Selbstauslöser aufgenommen wird, knipst vermutlich der älteste Sohn Werner Adrion (1948-2023).

V.l.n.r.: 1 Irma Adrion (geb. Schmid, 1927-2019), 2 Arno Adrion (1924-1993), 3 Renate Adrion (geb. 1952), 4 Bernhard Adrion (geb. 1951)

Die Adrions haben das Haus Anfang der 1960er Jahre gebaut. Im Feuerversicherungsbuch wird es ab 1. Januar 1964 aufgeführt. Am linken Bildrand ist der Pfosten des Heuschopfs von Landwirt Gottfried Vogelbacher zu erkennen. An seiner Stelle wird 1973 das Haus Gaede (Wartenbergstr. 1) errichtet.

Standort des Fotografen: 47.886991, 8.343247

Familien Vogt und Limb in der Unteren Hauptstraße, ca. 1948

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gaby Vogt zur Verfügung.

Neben dem Garten der Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6) stellen sich Wilhelm Vogt und Hedwig Limb mit ihren Familien zu einem Gruppenfoto auf. Anlass ist vermutlich die Verlobung oder Hochzeit des Paares.

V.l.n.r.: 1 Friseurmeister Julius Limb (1883-1968), 2 Maria Limb (geb. Nägele, 1894-?), 3 Emma Limb (verh. Binder), 4 Elisabeth Vogt (geb. Martin, 1877-1959), 5 ???, 6 Kaufmann Wilhelm Vogt sen. (1880-1964), 7 Hedwig Limb (verh. Vogt, 1919-2010), 8 Wilhelm Vogt jun. (1910-1990), 9 Gertrud Limb (verh. Geisinger, 1923-2011), 10 Franz Vogt, 11 [Käthe Nägele (verh. Kaufmann, 1922-2013?]

Im Hintergrund ist das Wohn- und Geschäftshaus Maier (Untere Hauptstr. 5) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883287, 8.343541

Klara Zepf in den Bittengärten, ca. 1936-1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Lydia Zepf zur Verfügung.

Eine junge Frau steht in einem der Gärten in der Bittenwiese. Es ist Frühling. Noch ist alles kahl, aber der Schnee ist weggeschmolzen und die Sonne scheint. Die Gartenarbeit kann also für diese Saison beginnen! Die junge Frau ist Klara Zepf (geb. Fehrenbach). Sie wurde am 4. Dezember 1902 geboren. Verheiratet ist sie mit dem Landwirt August Zepf (1900-1982), mit dem sie die Kinder Elisabeth (verh. Isele, 1930-2012), Margret (verh. Senn, 1932-2021), Albin (1934-2009) und Irma (verh. Hasenfratz, geb. 1937) hat.

Die Fassade der Volksschule an der »Hasle«, die im Hintergrund zu sehen ist, erstrahlt in neuem Glanz. Offensichtlich liegt die Einweihung des Gebäudekomplexes 1936 noch nicht lange zurück. Auch die Böschung, die zum Schulhof hinaufführt, ist noch nicht bewachsen. Vor der Treppe, die zum Heimatmuseum im Mitteltrakt hinaufführt, ist ein Fahnenmast zu erkennen, an dem im Schulalltag während der NS-Zeit die Hakenkreuzfahne gehisst wird.

Standort des Fotografen: 47.882000, 8.346417

Benz-Villen in der Bonndorfer Straße mit viel Schnee, ca. 1951/52

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nicht von der Straßenseite, sondern rückseitig vom Garten aus werden die beiden Benz-Villen fotografiert. Erbaut wurden sie vom Sägewerksbesitzer Josef Benz (1882-1932). Insofern passt es, dass der Fotograf aus dieser Perspektive auch den Schornstein des Sägewerks mit auf das Bild bekommt – am linken Bildrand ragt er in den Himmel. Als das Foto entsteht, ist Josef Benz schon lange tot, aber seine Firma, die nach ihm bekannten Holzindustriewerke Josef Benz AG, gibt es noch. Eigentümer sind seine beiden Söhne.

Die linke Villa (Bonndorfer Str. 7) gehört Direktor Walter Benz (1908-1990). Die rechte Villa (Bonndorfer Str. 8) wird von Hans Benz (1914-1957) bewohnt. Die beiden Villen präsentieren sich in einer verschneiten Winterlandschaft.

Standort des Fotografen: 47.879919, 8.345703

2 Fotos: 20-Jährige in der Maienlandstraße, Fasnacht 1950

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Luzia und Dieter Vierlinger zur Verfügung.

Zum zweiten Mal nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird wieder Fasnacht gefeiert! Die 20-Jährigen des Jahrgangs hatten Glück im Unglück: Die Männer waren im Zweiten Weltkrieg noch zu jung, sodass sie nicht Soldaten waren. Die NS-Gewaltherrschaft und der Krieg sind überstanden und man feiert ausgelassen. Veranstaltet wird ein »Völkertreffen in Löffingen, der Zentrale Europas«, so das diesjährige Fasnachtsmotto.

In der Maienlandstraße stellen sich die 20-Jährigen zu einem Gruppenfoto auf. Sie haben sich als »Indianer« verkleidet, wie sie in Karl Mays Romanen beschrieben sind – wobei sie natürlich kein Klischee auslassen! Zu erkennen sind u.a. Johann Glunk, Elisabeth Zepf (verh. Isele) und Heinrich Kopp.

Hinter ihnen ist ein Teil des Gartens der Villa Gugelberger zu sehen. Auf diesem Bereich des Grundstücks wird Malermeister Karl Sibold in den 1960er Jahren ein Wohn- und Geschäftshaus (Maienlandstr. 4) neu errichten. Oben auf dem Alenberg sind die Häuser Benitz (Alenbergstr. 7-9), das Haus der Witwe Sofie Himmelseher (Alenbergstr. 12) und das Haus von Blechnermeister Otto Ganter (Alenbergstr. 14) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.884657, 8.343159

Zwei Kinder beim Spielen beim Krankenhaus, ca. 1943

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Im Garten neben dem Städtischen Krankenhaus (Seppenhofer Str. 7) sind zwei Kinder am Spielen. Ein hölzernes Schaukelpferd steht bereit. Daneben stehen die beiden »Pferdeflüsterer«. Eines der beiden Kinder ist vermutlich Hans-Jürgen Schweizer (geb. 1941), der Sohn von Gipser Otto Schweizer (1906-1992) und Maria Schweizer (geb. Ganter, 1909-?), die in der Nachbarschaft (Seppenhofer Str. 1) wohnen.

Standort des Fotografen: 47.882071, 8.344968

2 Fotos: Bau eines Swimmingpools im Garten der Villa Benz in der Bonndorfer Straße, ca. 1969

Stadtarchiv

Im Garten der Villa Benz (Bonndorfer Str. 7) wird ein kleiner Swimmingpool angelegt. Das spätere Schwimmbecken ist schon ausgehoben und die Wände verschalt. Doch bis man hier im Wasser schwimmen kann, wird es noch eine kleine Weile dauern. Das Ganze wird überdacht und ein kleines privates Hallenbad.

Die Villa und das dazugehörige Grundstück gehören Sägewerksbesitzer Walter Benz (1908-1990). 1976 werden sie von der Familie Ogrisek erworben. Später gehören die Villa und das Grundstück dem Zahnarzt Franz-Peter Seibel. Auf dem Foto sind im Hintergrund vor dem Haus die Häuser Seppenhofer Str. 13 und 17 und hinter der Villa die angrenzenden Häuser in der Gartenstraße zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.880278, 8.344861

Kommunionkind Walter Maier im Garten, 1937

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Im Garten vom »neuen Benzbau« (Ringstr. 8), in dem Sägearbeiter mit ihren Familien wohnen, steht der kleine Walter Maier (1927-?). Er trägt einen schwarzen Anzug. In der rechten Hand hält er eine Kerze und in der linken einen Rosenkranz und ein Gebetbuch. Er geht zur ersten heiligen Kommunion und zur Feier des Tages wird ein Foto von ihm aufgenommen.

Standort des Fotografen: 47.883736, 8.342885

Haus Storz in der Maienlandstraße, ca. 1985

Sammlung Familie Waßmer

Der Pflästerer Ludwig Storz (1902-1987) wohnt seit 1958 in dem kleinen Wohnhaus (Maienlandstr. 10) zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Elisabeth Storz (geb. Thoma), die aus Wahlwies bei Stockach stammt. Neben dem Haus steht ein alter Schopf, in dem sich seine Werkstatt befindet. Ludwig Storz sammelt darüber hinaus allerlei Schrott, der sich vor dem Haus stapelt. Tatsächlich werden Leute immer wieder bei ihm fündig, wenn sie für Reparaturen irgendwelche seltenen Ersatzteile benötigen.

Das Haus ist bis Ende der 1980er Jahre nicht an die Kanalisation angeschlossen, sondern verfügt über eine Güllegrube. Nach dem Tod von Ludwig Storz 1987 zieht seine Witwe Elisabeth Storz ein Jahr später zu ihrem Bruder in ihren Heimatort. Das Haus und Grundstück werden von Hajo und Andrea Hofmann gekauft.

Standort des Fotografen: 47.885294, 8.342619