Blick vom Kirchturm in Richtung Bahnhof und Maienland, ca. 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der Bildmitte sticht der strahlend weiß gestrichene »neue Benzbau« (Ringstr. 8) ins Auge. Das Mehrfamilienhaus wurde 1922/23 von der Firma Benz erbaut, um darin Werksangehörige mit ihren Familien unterzubringen. Bei einem Fliegerangriff 1945 beschädigt, sind die Spuren des Krieges bereits beseitigt. Auf dem Grundstück davor hängt frisch gewaschene Wäsche auf der Leine.

Neu erbaut ist auch das Bahnhofsgebäude: Der alte Bahnhof war von einer Bombe komplett zerstört worden. Lange Zeit diente daraufhin eine hölzerne Behelfsbaracke als Bahnhof. doch damit ist jetzt Schluss, denn 1957 wurde das neue Stationsgebäude eingeweiht.

Im Vordergrund sind die Häuser des Altstadtrings zu sehen, besonders schön die Häuserzeile der Demetriusstraße bis zum Mailänder Tor. Dahinter öffnet sich der Blick zum Maienland hin. In der Ferne ist die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.882603, 8.343920

2 Fotos: Unterer Rathausplatz mit Kriegerdenkmal, ca. 1950

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Von der Rathausecke fällt der Blick auf den unteren Rathausplatz. Das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Kriegsteilnehmer des deutsch-französischen Krieges 1870/71, das von einem Reichsadler gekrönt wird, ragt auf dem Platz in den Himmel. Eingefasst ist es durch einen schmucklosen Maschendrahtzaun. Dahinter ist die Gemeindewaage auf dem Boden eingelassen.

Im Hintergrund sind das Haus Siefert (Rathausplatz 6) und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883891, 8.344029

Blick durch das Mailänder Tor zum Rathausplatz, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

Hübsch eingerahmt durch den Torbogen des 1922 erbauten Mailänder Tores fällt der Blick auf die Häuser am unteren Rathausplatz und in der Unteren Hauptstraße. Auf dem Platz selbst sind der Demetriusbrunnen und der Straßenwegweiser zu erkennen.

Dahinter steht das Haus Siefert (Rathausplatz 6). Das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« scheint bereits ausgezogen zu sein, denn der Schriftzug an der Fassade ist verschwunden. Noch existiert aber das kleine Gärtchen, in dem die 1911 gepflanzte Tanne in die Höhe ragt. Ihre Tage sind aber bereits gezählt, denn wenig später wird sie umgesägt und verschwindet aus dem Stadtbild. Beim Haus von Schuhmachermeister Emil Schmid (Rathausplatz 7) ist ein modernes Schaufenster in die Fassade gebrochen und die Fassade frisch verputzt und gestrichen.

Standort des Fotografen: 47.884016, 8.343647

Umzugswagen in der Unteren Hauptstraße, Fasnacht 1958

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Nanu!? Warum führt denn plötzlich die Bahnlinie mitten durch das Städtchen? Und warum hält die »Badische Staatsbahn« neben der Bäckerei Willmann in der Unteren Hauptstraße? Warum? – Darum! Es ist Fasnacht und die 20-Jährigen haben sich einen ganz besonderen Umzugswagen einfallen lassen. Schließlich lautet das diesjährige Motto: »Ein Durchschnitt durch das 20. Jahrhundert mit Sensationen, Fortschritten und Errungenschaften«.

Und genau das war die hintere Höllentalbahn, als sie am 20. August 1901 eröffnet wurde. Und 57 Jahre später geht es deshalb mit einer dampfenden Lokomotive, die die Waggons hinter sich herzieht, quer durch das Städtchen. »Einsteigen bitte!«

Doch die Straßen sind wie leer gefegt. Es herrscht Schmuddelwetter mit Schneeregen und die Narren und Zuschauer sind in die umliegenden Gasthäuser geflüchtet.

Standort des Fotografen: 47.883184, 8.343703

Narrengruppe vor dem Gasthaus »Adler«, Fasnacht 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Die Chronik der »Laternenbrüder« berichtet, dass 1928 die Fasnacht ausfiel, weil man »keine Lust, keine Ideen« hatte. Aber echte Fasnachtsnarren haben natürlich immer Lust und auch jederzeit Ideen! Und die Kinder haben sowieso Freude an der Verkleidung – egal ob als Clown oder Trachtenmädchen!

1.Reihe, v.l.n.r.: ???, Eugen Hepting (1921-2011), Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011), ???, ???

2.Reihe, v.l.n.r.: ???, Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), ???, Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-?), Anna Ganter geb. Hepting (1900-?)

Standort des Fotografen: 47.883588, 8.343783

20-Jährige unter dem Narrenbaum, Fasnacht 1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Narrenbaum steht! Die 20-Jährigen sind »auf die Laterne« der Laternenbrüder vereinigt. Ausgelassen feiernd stehen sie neben dem Baum auf dem unteren Rathausplatz, zwei von ihnen haben ihre Hand an den Stamm gelegt.

1.Reihe, knieend, v.l.n.r.: Karl Götz (geb. 1934), Rosemarie Fehrenbach (verh. Götz)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Anneliese Vogelbacher (verh. Rappenegger, 1933-1992), Horst Gaede (geb. 1934), Egon Zimmermann, Martha Schreiber (verh. Seidenberg, 1933-1994), ???, ???, ???, Albin Zepf (1934-2009)
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Egon Frei (1933-2019), Ernst Mayer (1934-2009)

Im Hintergrund ist das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu sehen. Der (neue) Demetriusbrunnen ist noch nicht gebaut, sodass auf dem Platz eine Lücke klafft. Der Blick fällt die Untere Hauptstraße hinunter.

Standort des Fotografen: 47.883943, 8.343895

Wirtsstube vom Gasthaus »Adler«, ca. 1950-1965

Verlag Gebrüder Metz / Stadtarchiv Löffingen

Die Wirtsstube vom Gasthaus »Adler« befindet sich im ersten Stockwerk. An der niedrigen, holzvertäftelten Decke sind mehrere Gemälde mit religiösen Motiven angebracht. Das Foto wird von den Wirtsleuten Seilnacht als Werbepostkarte verkauft. Auf der Karten-Rückseite heißt es, dass der »Adler« ein »gut bürgerliches Haus« sei, dessen »Fremdenzimmer mit fließend Wasser« ausgestattet seien.

Aus dem Fenster ganz links fällt der Blick auf das gegenüber liegende Haus am Rathausplatz 6. Durch die Gardine hindurch ist zu entziffern, dass sich darin das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« befindet.

Standort des Fotografen: 47.883591, 8.343645

Renovierung des ehemaligen Pfarrhauses, ca. 1952

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Mathilde Ganter zur Verfügung.

Sieben Jahre ist es her, dass das katholische Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) bei einem Fliegerangriff am Ende des Zweiten Weltkrieges stark beschädigt wurde. Der Stadtpfarrer und die Vikare fanden in der Kaplanei eine neue provisorische Bleibe, bis im Pfarrweg ein moderner Neubau errichtet wurde. Das ehemalige Pfarrhaus wird zur Zeit renoviert, wie der Blick vom Kirchturm zeigt. Es ist eingerüstet, das Dachgeschoss wird ausgebaut, mit Dachgauben versehen und neu eingedeckt. Nach dem Abschluss der Renovierungsarbeiten wird darin die Landwirtschaftsschule eröffnet.

Es ist ein altehrwürdiges Gebäude, das 1788 als Barockhaus erbaut wurde. Die Pfarrscheuer, die ursprünglich daneben stand, musste dem Bahnbau weichen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite standen bis zum Fliegerangriff am 25. Februar 1945 zwei weitere Gebäude, die komplett zerstört wurden. Das Haus Kaus, ebenfalls ein Barockhaus, wurde nicht wieder aufgebaut. Anstelle des Hauses Zepf steht nun ein Neubau (Untere Hauptstr. 9), dessen Rohbau vollendet ist: Er gehört dem Schuhmachermeister Arno Adrion. 1956 wird das Haus von der Drogistin Rosa Pacher übernommen.

Standort des Fotografen: 47.882599, 8.343920

2 Fotos: Landwirtschaftsschule und Haus Adrion mit viel Schnee, ca. 1952

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das ehemalige katholische Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10), das bei einem Fliegerangriff am Ende des Zweiten Weltkrieges stark beschädigt wurde, ist renoviert und erstrahlt in neuem Glanz. Aber die Nutzung hat sich verändert: Darin befindet sich jetzt seit 1952 die Landwirtschaftsschule. Auf der Straßenseite gegenüber stand bis zu seiner Zerstörung am 25. Februar 1945 das Haus Zepf. An seiner Stelle steht nun ein Neubau (Untere Hauptstr. 9), der noch nicht verputzt ist: Er gehört dem Schuhmachermeister Arno Adrion. 1956 wird das Haus von der Drogistin Rosa Pacher übernommen.

Die beiden Fotos werden von dem Weg aufgenommen, der zum Hauptportal der katholischen Kirche St. Michael führt. Hoch liegt der Schnee und nur ein Trampelpfad ermöglicht den Zugang. Der Schnee liegt auch auf den Bäumen.

Standort des Fotografen: 47.882669, 8.343840

Luftbild auf das Städtchen, ca. 1933/34

Verlag A. Rebholz / Stadtarchiv
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Monika Huber zur Verfügung.

Das Luftbild zeigt »Löffingen im badischen Schwarzwald« Anfang der 1930er Jahre. Das Städtchen ist längst über seinen historischen Altstadtring hinausgewachsen. Die Häuser im Maienland und auf dem Alenberg, in der Vorstadt, im »Schlempental« und in der Seppenhofer Straße übersteigen zahlenmäßig die Häuser der Altstadt. Neu war zu diesem Zeitpunkt das Gebäude der Turn- und Festhalle sowie der Schule, das am rechten Bildrand zu sehen ist. Mit dem Bau war bereits 1923 begonnen worden, fertiggestellt und eingeweiht wird das Gebäude an der »Hasle« aber erst 1936.

Dass das Städtchen im Begriff ist, sich auch jenseits der Bahnlinie weiter auszudehnen, zeigt sich an der Bebauung in der Bonndorfer Straße. Die beiden Villen rechts entstanden bereits Anfang der 1920er Jahre. Das Haus von Postschaffner Karl Kuster (Bonndorfer Str. 3) ist gerade neu gebaut. Wenige Jahre später werden weitere Häuser folgen: 1935 baut Bauunternehmer Heinrich Wider an der Einmündung zur Göschweiler Straße sein Wohnhaus (Göschweiler Str. 1). Ein Jahr später errichtet die Gemeinnützige Baugenossenschaft ein Beamtenwohnhaus (Bonndorfer Str. 6), in das Bürgermeister Heinrich Andris mit seiner Familie und Lehrer Lipps einziehen.

Ausschnitt: »Restauration« Benz und Kaufhaus »Kasten« in der Unteren Hauptstraße, 1898

Verlag J. A. Binder Nachfolger, Bonndorf / Stadtarchiv

Das Aussehen dieser Straßenkreuzung hat sich nur wenige Jahre zuvor stark verändert. Rechts steht das Haus Benz (Untere Hauptstr. 8), der »alte Benzbau«, wie er heute genannt wird. Es wurde nach dem Brand von 1887 neu errichtet und gehört dem Holzhändler und Gastwirt Johann Benz (1850-1908) und seiner Ehefrau Katharina geb. Maier (1850-?). Im Erdgeschoss betreiben sie ein Gasthaus, eine »Restauration«, wie auf dem Schild zu lesen ist. Offenbar ist dieser Neubau der Grund, warum diese Bildperspektive für eine Ansichtskarte attraktiv erscheint.

Links neben dem »alten Benzbau« ist das Gasthaus »Lamm« (Kirchstr. 29) zu sehen, hinter dem die katholische Pfarrkirche St. Michael hochragt. Am linken Bildrand steht das dreistöckige Warenhaus »Zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7), das von Sofie Traber von 1894 bis 1899 betrieben wird.

Dieses Bild ist ein Ausschnitt aus einer Mehrbildkarte.

Standort des Fotografen: 47.883280, 8.343513

Narrengruppe vor dem Gasthaus »Adler«, Fasnacht 1928

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Diese Narren lassen es sich nicht nehmen und ziehen verkleidet durch das Städtchen, obwohl 1928 offiziell gar keine Fasnacht stattfindet. Man hatte keine rechte Lust und keine zündenden Ideen, so dass sie einfach ausfällt. Inakzeptabel für die Narren auf dem Foto. Sie haben Lust und sie haben Ideen.

In weiße Kittel gekleidet, mit weißen Zipfelmützen auf dem Kopf, die Gesichter mit Mehl weiß gepudert, wie beim »Hemdglunkerumzug« üblich, stehen sie vor dem Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2). Sie haben sich Holzbottiche um den Hals gehängt, die sich wunderbar als Trommeln eignen, wenn man mit Stöcken auf sie schlägt.

V.l.n.r.: »Ochsen«-Wirt Alfred Köpfler, Gipsermeister Franz Schweizer (1899-1971), »Adler«-Wirt Fritz Seilnacht (1901-1987), Malermeister Karl Schmid (1878-1955), Zimmermeister Eugen Fehrenbach, »Linden«-Wirt Ernst Meßmer, Weinhändler Paul Benitz (1899-1979)

Standort des Fotografen: 47.883581, 8.343780