Musikkapelle »Rio Combo« in der Festhalle, ca. 1955

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hans-Peter Hepting und Christa Egle zur Verfügung.

Noch kommt die Tanzmusik bei Veranstaltungen nicht vom Band. Kein DJ legt auf – stattdessen spielt eine Kapelle live. In der Festhalle sorgt die »Rio Combo« für Stimmung und Tanzmusik. Schon der Name klingt Mitte der 1950er-Jahre ein wenig nach großer weiter Welt.

Die Besetzung ist vielseitig: Saxophon, Kontrabass, Schlagzeug, Gitarre und Akkordeon liefern gemeinsam den typischen Klang einer Tanzkapelle. Vor den Musikern stehen Notenpulte mit dem schwungvollen Schriftzug »Rio«, Mikrofone sind aufgebaut, und ein Blumenstrauß schmückt den Bühnenrand.

Die »Rio Combo« ist in Löffingen und im Ösch bekannt und spielt bei Festen und Tanzveranstaltungen auf. Für viele gehört solche Live-Musik selbstverständlich zu einem geselligen Abend. Erst später werden Schallplatten, Tonbänder und schließlich DJs die Tanzkapellen nach und nach ablösen.

V.l.n.r.: 1 Ewald Hepting (1933-2010), 2 Werner Hepting (1928-2011), 3 Adolf (»Adi«) Metzger (Neustadt), 4 Erich Adrion (»Drilli«, 1926-2001), 5 Paul Siefert (geb. 1935)

Standort des Fotografen: 47.882873, 8.347844

Musikkapellen »Rio Combo« und »Die lustigen Alenberger«, Juli 1996

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

In »Drillis Hütte« im Gewann Hardt wird musiziert. Zwischen Tannengrün, Blumen und Lautsprechern haben die Musiker ihre Instrumente aufgebaut. Am Kontrabass steht der Jubilar selbst: Gipsermeister Erich Adrion (1926-2001), genannt »Drilli«, feiert am 15. Juli 1996 seinen 70. Geburtstag – und lässt es sich nicht nehmen, an diesem Tag selbst mitzuspielen.

Musik gehört seit Jahrzehnten zu seinem Leben. Bereits seit den 1950er-Jahren spielt Erich Adrion in den Kapellen »Rio Combo« und »Die lustigen Alenberger«. Beide Formationen gestalten nun seine Geburtstagsfeier mit. Die Notenständer tragen die Namen der Kapellen und erinnern an viele gemeinsame Auftritte bei Festen und geselligen Veranstaltungen.

V.l.n.r.: 1 Erich Adrion (»Drilli«, 1926-2001), 2 Ewald Hepting (1933-2010), 3 Andreas Nobs (»Pan«, 1926-2005), 4 Paul Siefert (geb. 1935)

Nicht im Bild ist Bernhard Adrion (Schlagzeug).

Fünf Jahre später, am 14. Mai 2001, stirbt Erich Adrion – nur wenige Wochen vor seinem 75. Geburtstag.

Standort des Fotografen: 47.877689, 8.376368

Närrinnen auf der Festhallenbühne, Fasnacht 1953

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Mondän haben sich die Närrinnen für ihren Auftritt herausgeputzt. In langen Kleidern im Biedermeierstil, mit passenden Hütchen und kleinen Schirmen stehen sie auf der Bühne der Festhalle. Körbe und Täschchen vervollständigen die Ausstattung. Selbst ein kleiner Hund gehört zur Gruppe und dürfte für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen.

An dieser Fasnacht findet in der Festhalle eine »Große Preis-Narren-Modenschau« statt – die Bühne wird zum närrischen Laufsteg. Die Teilnehmerinnen führen ihre Kostüme vor und hoffen auf eine Prämierung. Mit ihrer sorgfältig aufeinander abgestimmten Kleidung hat die Gruppe sicherlich gute Chancen.

Zu sehen sind u.a. Maria Kaufmann (geb. Vogelbacher), Olga Streit (geb. Fehrenbach) und Elisabeth Burger (geb. Benitz)

Für die musikalische Begleitung ist ebenfalls gesorgt. Vor der Kulisse aus dunklen Schwarzwaldtannen sitzen Musiker der Stadtmusik mit ihren Instrumenten bereit und warten auf ihren nächsten Einsatz. Am rechten Bildrand sind die beiden Stadtmusikanten Walter Müller und Eugen Hepting mit ihren Spitzhüten zu erkennen.

Am linken Bildrand sitzt hingegen Erich Adrion (»Drilli«) am Schlagzeug, der nicht der Stadtmusik angehört, sondern Musiker der Tanzkapelle »Rio Combo« ist. Zusammen mit Paul Siefert, Ewald Hepting und Andreas Nobs (»Pan«) spielt er Tanzmusik.

Standort des Fotografen: 47.882923, 8.347877

3 Fotos: »Bunter Abend« in der Festhalle, Fasnacht 1982

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zur Fasnacht 1982 lädt der Turnerbund in die Festhalle zum traditionellen »Bunten Abend« ein. Unter dem Motto »Talent-Schuppen« erwartet die Besucher*innen ein rund dreieinhalbstündiges Programm, das mit Musik, Tanz und humorvollen Einlagen für beste Unterhaltung sorgt.

Auf der Bühne wechseln sich verschiedene Gruppen mit ihren Darbietungen ab. Zu sehen sind hier (vermutlich) Turnerinnen unter der Leitung von Ute Kaiser. Sie präsentieren eine »Skigymnastik nach herkömmlicher und moderner Art, à la Rock’n’Roll«, wie es später in der Lokalpresse heißt. In bunten Kostümen und mit schwungvollen Bewegungen tanzen sie über die Bühne und sorgen für viel Applaus im Saal.

Für die passende musikalische Begleitung sorgt eine Rockband, die ordentlich Stimmung macht. Mit Sonnenbrillen, Jeans- und Lederjacken geben sich die Musiker betont lässig und liefern den Soundtrack zu den Tanzeinlagen.

Wer erkennt die Musiker der Rockband? Und wer sind die Turnerinnen?

erstes Bild
V.l.n.r.:
1 Clemens Jordan, 2 Johannes Winkler, 3 Ferdinand Riegger, 4 Rainer Zepf

Standort des Fotografen: 47.882924, 8.347869

Musikkapelle im Gasthaus »Löwe«, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellte dankenwerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Wenn an Fasnacht in den Gasthäusern gefeiert wird, darf Livemusik nicht fehlen. Im Gasthaus »Löwe« spielt heute diese Musikkapelle auf.

Auf der kleinen Bühne sitzen drei Musiker mit ihren Instrumenten – eine Posaune und ein Saxophon sind zu sehen. Neben ihnen steht ein Schlagzeug, an dem wohl der vierte Musiker spielt, der auf dem Foto fehlt. Zwischen Notenständern und Bierflaschen herrscht ausgelassene Stimmung. Zwei Frauen haben sich zu den Musikern auf die Bühne gesetzt; eine von ihnen trägt ein auffälliges weißes Kleid mit aufgemalten Noten und einem Violinschlüssel – ganz im Zeichen der Musik. Ihr Lächeln und die lockere Haltung der Gruppe zeigen, dass hier nicht nur musiziert, sondern auch gefeiert wird.

V.l.n.r.: 1 Waldemar Zepf (1937-2024), 2 ???, 3 Lothar Zepf, 4 ???, 5 [Werner Zepf]

Standort des Fotografen: 47.883830, 8.345087

Musikkapelle »Rio Combo« im Haus Adrion, ca. 1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Die Trommel schlägt den Takt, das Akkordeon setzt ein, und schon erklingt das Saxophon. Die Gitarre legt den Rhythmus darunter – und im Raum beginnt es zu kribbeln. Die vier Musiker der »Rio Combo« sind in ihrem Element, spielen mit Schwung und sichtbarer Freude. Gemeinsam bringen sie den Rhythmus der »wilden 50er« nach Löffingen.

Das Foto wird im Haus Adrion (Alenbergstr. 21) aufgenommen. Fritz Adrion sen. (1897-1971) gibt im Untergeschoß seines Hauses, dem so genannten »Tanzsaal«, Tanzunterricht. Nach den Kursabenden wird ein Abschlußball der Teilnehmer*innen veranstaltet. Die »Rio-Combo« ist meist die Hauskapelle. Bunte Girlanden und glitzerndes Aluminium tauchen den Raum in Feststimmung. Es ist Mitte der 1950er Jahre, die Kriegszeit ist vorbei, und die Menschen sehnen sich nach Tanz, Musik und unbeschwerten Momenten.

V.l.n.r.: 1 Erich Adrion (1926-2001), 2 Paul Siefert (geb. 1935), 3 Ewald Hepting (1933-2010), 4 Andreas Nobs (»Pan«, 1926-2005)

Standort des Fotografen: 47.886427, 8.342926

»Ösch-Fuzzys« in der Unteren Hauptstraße, Fasnacht 1993

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Am »Schmutzigen Dunschdig« zieht das närrische Volk durch die Straßen des Städtchens. Da dürfen natürlich die »Ösch-Fuzzys« nicht fehlen. Vorneweg marschiert musizierend Dieter Vierlinger. Es folgen Franz Hofmeier, Georg Dieterle, [Achim Schropp] (verdeckt) und Konrad Schwörer.

Sie sind leicht »orientalisch« gekleidet – von den Strohschuhen einmal abgesehen. Aber die Pluderhose und die Kopfbedeckung erinnern doch an traditionelle Kleidung aus dem orientalischen Raum bzw. an deren fantasievolle Interpretation. Die Mützen, die sie tragen, könnten als »Fes« durchgehen. Sie scheinen an die klassische rote, flache, zylindrische Kopfbedeckung mit Quaste angelehnt zu sein, die in vielen Ländern des Nahen Ostens verbreitet ist. Offenbar wollen die Musiker der »Ösch-Fuzzys« Multikulti nach Löffingen bringen. Hinter ihnen folgen Mitglieder der Hexengruppe, die in europäische Nationalfarben gekleidet und geschminkt sind.

Im Hintergrund sind Zuschauer*innen auf dem Balkon vom Haus Hofmeier (Untere Hauptstr. 4) zu sehen, die das närrische Treiben beobachten.

Standort des Fotografen: 47.883568, 8.343905

Musikband »Chipsy-Band« in der Festhalle, 1973

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Dass dieses Foto in den 1970er Jahren aufgenommen wird, offenbart bereits ein flüchtiger Blick. Die Klamotten und die Frisuren geben einen deutlichen Hinweis. Zu sehen sind vier Musiker der »Chipsy-Band«, die von 1973 bis 1975 existiert. Die Gruppe erfreut sich in der Region großer Beliebtheit. Sie gehört zu denjenigen Bands, die eine etwas lautere und auch rockige Musik an Tanzabenden spielt. Bis dahin wurde in den Tanzlokalen hauptsächlich deutscher Schlager und instrumentale Tanzmusik zum Besten gegeben. Die »Chipsy-Band« hat ein anderes Musikrepertoire und unterscheidet sich auch in der Art ihres Auftrittes.

V.l.n.r.: 1 Walter Rackelmann (Gitarre, aus Rothaus/Grafenhausen), 2 Bernhard Adrion (Schlagzeug), 3 Daniel Fehrenbach (Baßgitarre), 4 Hubert Riesterer (Keyboard, aus Freiburg).

Nach ihrem Auftritt stehen die vier Musiker am Rand der Bühne und ernten begeisterten Applaus des Publikums. Fast wöchentlich werden in der Festhalle Tanzabende veranstaltet. Die Festhalle wird zum Anziehungspunkt für Hunderte junger Leute aus dem »Ösch« und der ganzen Region, die samstags dorthin strömen und die Konzerte besuchen. Bereits um 20 Uhr ist die Halle stets gut gefüllt und pünktlich um 1 Uhr wird der Schlußtanz dargeboten. Die Vereine wechseln sich als Veranstalter ab. Und da neben der Hauptbühne auch ein Barbetrieb eingerichtet ist, werden auch die Vereinskassen aufgefüllt. Durch das Aufkommen der Diskotheken ab Mitte der 1970er Jahre verlieren die Konzerte wieder an Attraktivität.

Standort des Fotografen: 47.883035, 8.347901

6 Fotos: Jugoslawischer Folkloreabend in der Festhalle, Oktober 1983

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Der Jugoslawische Verein lädt zu einem Folkloreabend in die Festhalle ein. Und die jugoslawische Community aus Löffingen, aber auch aus den Nachbargemeinden wie Titisee-Neustadt, Bonndorf und Blumberg strömt herbei. Aber auch deutsche Gäste besuchen neugierig den Kulturabend, sodass die Lokalzeitung ihren Bericht mit »Schöne Völkerverständigung« betitelt.

Der Sekretär des Vereins, Ivan Ravic, begrüßt die Gäste, darunter auch Vertreter der Stadtgemeinde und der Vereine, und führt durch das abwechslungsreiche Programm. Extra aus dem südlichen Jugoslawien angereist, präsentieren 38 Tänzer und Tänzerinnen in Trachten jugoslawisches Kulturgut. Begleitet wird ihre Darbietung von zwei Musikkapellen. Mit großer Begeisterung reagiert das Publikum. Auch der Löffinger Kinderchor des Vereins tritt auf und erntet viel Beifall.

Im Rahmen des Folkloreabends wird außerdem eine große Tombola veranstaltet. Mit landestypischen Spezialitäten wie Ćevapčići ist auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt.

Standort des Fotografen: 47.882903, 8.347806

4 Fotos: Musikband »Die Tornados« im Gasthaus »Löwen«, ca. 1970

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Im Gasthaus »Löwen« (Rathausplatz 11) treten »Die Tornados« aus Bräunlingen auf und sorgen für gute Stimmung. Der »Löwen«-Wirt bietet jeden Mittwochnachmittag eine Tanztee-Veranstaltung an.

Dem Quartett gehören an: Erwin Müller (Bassgeige), ???, ???, ???.

Standort des Fotografen: 47.883950, 8.345223

»Sing-Klang-Phon-Orchester« in der Festhalle, Fasnacht 1971

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Luzia Heiler zur Verfügung.

Beim Auftritt der Musiker des »Sing-Klang-Phon-Orchester« in der Festhalle geht es hoch her. Während die einen musizieren, springen andere durch die Stuhlreihen und verteilen Illustrierte. Die Darbietung bereichert den »Bunten Abend« des Turnerbunds an Fasnacht.

Zu sehen sind u.a. Willi Guth (Seppenhofen), Lothar Hall, Ottmar Heiler, Paul Heizmann (Gitarre), Fritz Sibold

Weitere Mitwirkende sind in alphabetischer Reihenfolge Wendelin Benz, Georg Dieterle, Rolf Dieterle, Rudolf Gwinner, Hans Hasenfratz, Josef Jäger, Michael Krieg und Klaus Winkler.

Standort des Fotografen: 47.882920, 8.347818

»Stockmihli«-Musikanten und Trachtengruppe beim Schneekreuz, 1984

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Auf der blühenden Wiese beim Schneekreuz finden Dreharbeiten des Südwestfunk (SWF) statt. Mit dabei sind die Trachtengruppe und die »Stockmihli «-Musikanten, eine Volksmusikgruppe, die weit über die Region hinaus bekannt ist. Die »Stockmihler« spielen u. a. ihren Hit »Guten morgen« – und die Trachtengruppe erzeugt dazu eine farbenfrohe Kulisse.

Der Name »Stockmihli« stammt von alten Mühlen, bei denen das Mühlenrad horizontal an einem dicken Pfahl, einem Stock angebracht war.
Eine solche Mühle stand bei Bräunlingen, wo die Musikanten auch ursprünglich Zuhause waren. Nach und nach stießen Löffinger Stadtmusiker zu den Bräunlinger Musikanten dazu oder ersetzten sie, bis sie schließlich in der Überzahl waren. Die Gruppe entwickelte sich ab 1980 zu einer der erfolgreichsten volkstümlichen Kapellen in Südwestdeutschland. Die »Stockmihler« veröffentlichen u.a. zehn Schallplatten und gehen auf fünf große Deutschland-Tourneen, haben aber auch mehrere Auftritte im Ausland, nicht nur in Europa, sondern sogar in Kanada und Australien!

V.l.n.r., Stockmihler: Waldemar Jansen (Trompete), Thomas Kleiser, Bernhard Adrion, Daniel Fehrenbach
V.l.n.r., Trachtengruppe: Rudolf Nägele, Lucia Vierlinger mit Tochter Diana Vierlinger, Carmen Vierlinger, Gretel Kaltenbach, Dieter Vierlinger

Die Wiese, die als Drehort des SWF dient, gehört Stadtrat Paul Bugger (1916-1990). Er versorgt das TV-Team, aber auch die Musiker und Mitglieder der Trachtengruppe reichlich mit Kaffee, Kuchen und heiteren Sprüchen. Die »Stockmihli«-Musikanten bestehen fast 50 Jahre lang, bevor sie sich 2005 auflösen.

Standort des Fotografen: 47.892690, 8.336324