Hilde Selb auf dem Alenberg, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Hilde Selb (geb. Laufer, 1887-1969) steht auf dem Alenberg und blickt hinunter auf das Städtchen. Neben ihr breitet eine Fichte ihre Äste aus, während sich unterhalb des Hanges die dicht gedrängten Häuser der Altstadt ausbreiten. In ihrer Hand hält sie eine kleine Handtasche; ihr dunkles Kleid wirkt schlicht und elegant – vielleicht ist sie gerade auf einem Sonntagsspaziergang unterwegs.

Aus dem Dächergewirr ragt der Rathausturm hervor. Dahinter erhebt sich der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael, der das Stadtbild prägt und weithin sichtbar ist. Jenseits des Städtchens öffnet sich die Landschaft mit Feldern und sanften Hügeln der Baar.

Der Blick vom Alenberg gehört zu den schönsten Aussichtspunkten auf Löffingen. Spaziergänger*innen kommen hierher, um kurz innezuhalten und über das Städtchen zu schauen – so wie Hilde Selb an diesem Tag.

Standort des Fotografen: 47.885624, 8.344861

2 Fotos: Kleider- und Wäschefabrik »Sultan Konfektion« in der Bahnhofstraße, 1995

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

In den ehemaligen Prause-Gebäuden in der Bahnhofstraße eröffnet der Unternehmer Ahmad Waseem die deutsche Filiale seiner Firma »Sultan Konfektion«. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Izmir in der Türkei. Waseem, ein gebürtiger Pakistani, der in Deutschland aufgewachsen ist, betreibt dort bereits seit den 1970er Jahren ein Textilunternehmen. Der Kontakt nach Löffingen kommt eher zufällig zustande. Während eines Aufenthalts in Deutschland trifft Waseem auf Ekkehard Marx (1928-2026), den stellvertretenden Ortsvorsteher von Unadingen. Aus diesem Gespräch entwickelt sich schließlich die Idee, einen Betrieb im Städtchen anzusiedeln.

Zum Zeitpunkt der Eröffnung arbeiten zunächst acht Beschäftigte in der Löffinger Filiale, mittelfristig sollen bis zu 15 Arbeitsplätze entstehen. In der Werkstatt werden Modelle entworfen und Stoffe zugeschnitten. Die eigentliche Produktion erfolgt anschließend in der Türkei. Die fertigen Kleidungsstücke kommen danach zurück nach Löffingen, wo sie gebügelt, verpackt und für den Versand vorbereitet werden. Hergestellt wird Oberbekleidung für Damen, Herren und Kinder. Die Produkte sind vor allem für Versandhäuser bestimmt.

oberes Foto

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V.l.n.r.: 1 Charlotte Weißer, 2 Ahmad Waseem, 3 Senta Ritzi

Standort des Fotografen: 47.886030, 8.340842

2 Fotos: Kindergartenfest, ca. 1985

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Renate Meder zur Verfügung.

Im Kindergarten wird gefeiert. Auf einer kleinen Holzbühne tanzen Kinder im Kreis um ein Geflecht aus Seilen – ein Bändertanz, bei dem sich die Stränge nach und nach umeinander winden. Die Kinder heben die Arme, drehen sich und folgen aufmerksam den Anweisungen der Erzieherin. Sie halten konzentriert die Seile fest und bewegen sich im Rhythmus. Noch ist das Geflecht ungeordnet, doch mit jeder Runde entsteht langsam ein Muster.

Die Bühne ist liebevoll geschmückt: Rote und gelbe Papiergirlanden spannen sich entlang des Geländers, daneben steht ein großer Sonnenschirm aus Bast – fast wie aus einem Urlaubsort. Im Hintergrund sitzen Eltern und Gäste im Gras oder auf Bänken und verfolgen das Programm.

Wochenlang wurde für das Kindergartenfest geübt: Lieder, kleine Tänze und Spiele. Für die Kinder bedeutet der Auftritt vor Publikum ein großes Abenteuer – und für die Eltern einen Moment, den man gern fotografisch festhält.

Zu sehen sind u.a. Birte Meder.

Standort des Fotografen: 47.883181, 8.346912

Drei Freundinnen vor dem Jahn-Denkmal, Sommer 1934

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Drei junge Frauen machen bei einem Spaziergang durch die »Hasle« Halt am Jahn-Denkmal. Zwischen hohen Nadelbäumen und hellen Waldwegen steht der mächtige Tuffsteinblock, in dessen Mitte ein Rundrelief mit dem Porträt von Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) eingelassen ist. Seit seiner Errichtung im Jahr 1928 ist das Denkmal ein beliebter Ort für Erinnerungsfotos – so auch an diesem Sommertag.

V.l.n.r.: 1 Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009), 2 ???, 3 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003)  

Errichtet wurde das 3,40 Meter hohe Denkmal vom Turnerbund. Anlass war der 150. Geburtstag des als »Turnvater« bekannten Pädagogen Friedrich Ludwig Jahn, des Begründers der deutschen Turnbewegung. Zugleich sollte das Denkmal an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Turner erinnern. Die Inschrift lautet: „Unserm Turnvater Jahn / Unsern Gefallenen 1914–18 / Turnerbund Löffingen / 1928“.

Jahn spielte nicht nur für das Turnwesen eine wichtige Rolle, sondern auch für die frühe deutsche Nationalbewegung. Seine Ideen zielten darauf, die Jugend körperlich zu stärken und für den Kampf gegen die napoleonische Besatzung zu formen. Heute wird er wegen seiner nationalistischen und völkischen Vorstellungen auch kritisch betrachtet.

Standort des Fotografen: 47.879838, 8.349970

Martin und Luise Laufer, ca. 1900

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Landwirt Martin Laufer und seine Ehefrau Luise Laufer (geb. Siefert) lassen sich im Fotostudio fotografieren – ein bewusster Schritt, kein beiläufiger Schnappschuss. Solche Porträts entstehen nicht nebenbei. Man zieht das beste Gewand an, nimmt Haltung an und lässt sich für die Nachwelt festhalten.

Martin Laufer (1854-1922) trägt Uniform. Der hochgeschlossene Waffenrock sitzt tadellos, auf der Schulter die Rangabzeichen. Am Revers ist deutlich das Ordensband des Eisernen Kreuzes zu erkennen – eine Auszeichnung, die er im Krieg 1870/71 erhalten haben dürfte. Für den Ersten Weltkrieg ist er bereits zu alt: Als dieser 1914 beginnt, ist er bereits 60 Jahre alt. Das Foto muss also deutlich früher entstanden sein.

Sein markanter Schnurrbart und der feste Blick verleihen ihm eine würdevolle Strenge. Neben ihm steht Luise Laufer (geb. Siefert, 1864-1929). Ihr Haar ist sorgfältig frisiert, das dunkle Kleid mit Spitzenbesatz und hoher Bluse zeugt von bürgerlichem Selbstverständnis. Ihr Gesicht wirkt ruhig, beinahe sanft – ein Gegenpol zur militärischen Strenge ihres Mannes.

Geheiratet hatten die beiden am 29. Mai 1884. Martin Laufer, geboren am 3. Oktober 1854 als Sohn des Landwirts Martin Laufer sen. und Ursula Laufer (geb. Schneider), führt mit Luise Laufer ihre Landwirtschaft in der Bittengasse. Luise Laufer war am 13. April 1864 als Tochter des Landwirts Albert Siefert und Agnes Siefert (geb. Egle) geboren worden. Zwei alteingesessene Familien verbanden sich.

1919 verkaufen sie ihr Anwesen. Zehn Jahre später, 1929, wird es beim Großbrand in der Kirchstraße ein Raub der Flammen. Martin Laufer erlebt das nicht mehr: Er stirbt am 29. Mai 1922 – auf den Tag genau 38 Jahre nach seiner Hochzeit. Luise Laufer überlebt ihn um sieben Jahre und stirbt am 27. Dezember 1929 im Alter von 65 Jahren.

Standort des Fotografen: Neustadt

2 Fotos: Kinder mit Rehkitz im Stettholz, 1971

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilie Runge zur Verfügung.

Sommer 1971 im »Stettholz«. Die Sonne steht hoch, das Gras ist trocken, hinter der Hecke blitzt ein weiß verputztes Wohnhaus mit braunen Fensterläden hervor. Eigentlich prägen Kühe, Stallgeruch und landwirtschaftliche Maschinen den Alltag auf den Aussiedlerhöfen – doch an diesem Tag sorgt ein ganz anderes Tier für Aufregung.

Mitten im Gras steht ein kleines Rehkitz. Sein geflecktes Fell leuchtet im Sonnenlicht, die dünnen Beine wirken noch etwas wackelig. Und doch scheint es keine Angst zu haben. Neugierig streckt es den Kopf nach oben, während eine junge Frau ihm vorsichtig ein Fläschchen hinhält. Offenbar wird es mit der Hand aufgezogen.

Vier Kinder haben sich um das Tier geschart. Ein Junge mit Brille und karierten Kniestrümpfen beobachtet das Geschehen aufmerksam. Zwei Mädchen im Sommerkleid streicheln behutsam über das weiche Fell. Ein weiterer Junge schaut halb verborgen hinter ihnen hervor. Ein Rehkitz auf einem Bauernhof ist keine Alltäglichkeit – deswegen ist auch schnell ein Fotoapparat zur Hand, um den besonderen Moment festzuhalten.

Vielleicht wurde das Tier im Wald gefunden – verlassen oder verletzt – und von der Familie aufgenommen? Wer erkennt die Kinder? Und bei welchem Aussiedlerhof im »Stettholz« ist dieses Foto entstanden?

V.l.n.r.: 1 Rudolf Heiler, 2 ???, 3 Petra Zepf, 4 ???, 5 Cäcilia Rebholz (verh. Runge)

Standort des Fotografen: ???

Personengruppe am Waldrand, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Drei junge Menschen stehen am Waldrand. Hinter ihnen ragen dunkle Tannen auf. Im Mittelpunkt des Fotos: Mathilde Keller (1911-?). Sie trägt ein helles Kleid mit feinem Strickjäckchen, dazu weiße Strümpfe und Riemchenschuhe. Eingerahmt wird sie von zwei jungen Männern.

Links von ihr steht ein junger Mann im zweireihigen Anzug mit Krawatte. Die Frisur ist geschniegelt, die Haltung aufrecht. Es ist ihr Bruder Ernst Keller (1912-1985), der selbstverständlich an ihrer Seite steht. Rechts hingegen ein weiterer junger Mann, ebenfalls im Anzug, mit Einstecktuch und Blume am Revers. Mathilde Keller legt ihm die Hand auf die Schulter – eine kleine, aber deutliche Geste der Vertrautheit. Ist es ihr Freund?

Mathilde Keller ist die Tochter des Taglöhners und Leichenschauers Josef Keller (1881-1955) und seiner Ehefrau Rosalie (geb. Schmid, 1884-1962). Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf.

V.l.n.r.: 1 Ernst Keller (1912-1985), 2 Mathilde Keller (verh. Kranzer, 1911-?), 3 ???

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Mini-Tischtennismeisterschaft in der Sporthalle, Dezember 1993

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Ein Samstag im Dezember 1993 – draußen vielleicht grau und winterlich, doch in der Sporthalle herrscht konzentrierte Spannung. Rund um die Tischtennisplatte drängen sich Mädchen und Jungen mit fest umklammerten Schlägern. Manche knien vorne auf dem Hallenboden, andere stehen dicht an dicht hinter der Platte.

28 Kinder sind an diesem Tag zur Mini-Tischtennismeisterschaft angetreten. Bundesweit hatte der Deutsche Tischtennisbund zu dieser Aktion aufgerufen, in Löffingen organisierten Grund- und Hauptschule gemeinsam mit dem Tischtennisclub das Turnier. Eigentlich hatten sich weit mehr angemeldet – doch am Ende kämpfen 28 Mädchen und Jungen der Jahrgänge 1981 und jünger um Punkte, Sätze und kleine Preise.

Gespielt wird im Pool-System mit anschließender K.-o.-Runde – für viele ist es das erste richtige Turnier überhaupt. Entsprechend ernst sind die Gesichter auf dem Foto, aber auch stolz. Unterstützt und angeleitet werden sie von Lehrer*innen und Vereinsmitgliedern, die im Hintergrund stehen.

Gewonnen haben an diesem Tag viele. Natürlich gibt es Sieger*innen in den verschiedenen Altersgruppen – doch durch Trostrunden und faire Spielmodi bleibt kaum jemand ohne Erfolgserlebnis. Genau das ist das Ziel der Mini-Meisterschaften: Freude am Spiel mit dem kleinen weißen Zelluloidball wecken – und vielleicht das ein oder andere Talent entdecken.

Standort des Fotografen: 47.883789, 8.347014

Klasse 6b der Realschule mit Lehrerin Glunk, 1988

Archiv der Realschule

Im Schulhof der Realschule hat sich die Klasse 6b mit Klassenlehrerin Barbara Glunk für ein Klassenfoto versammelt. Die 18 Schüler*innen verteilen sich auf drei Reihen, in der ersten wird gesessen, in der zweiten und dritten gestanden – in der letzten Reihe erhöht, damit auch wirklich alle Gesichter zu sehen sind. Die Mode verrät sofort die Zeit: weite Sweatshirts mit auffälligen Mustern, hochgekrempelte Jeans, bunte Pullover, Turnschuhe in allen Varianten. Die meisten lachen offen in die Kamera.

In der zweiten Reihe steht Klassenlehrerin Barbara Glunk, die seit 1982 an der Realschule unterrichtet.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Jonny Bader, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Lydia Willburger, 6 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Klassenlehrerin Barbara Glunk, 2 Daniela Meister, 3 ???, 4 Ulla van den Heuvel, 5 ???, 6 Klaus Faller
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Petra Heer, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Zum Jahrgang gehören auch: Michael Bischof, Armin Brunner, Dirk Urban, Sarah Becker, Alexandra Beha, Anja Burger, Melanie Diesperger, Doreen Hentschel, Sonja Mayer, Andrea Rosenstiel, Daniela Schmid, Heike Zimmermann

Standort des Fotografen: 47.884004, 8.347468