NSV-Kindergarten in der Bahnhofstraße, 1943

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Helga Horn zur Verfügung.

Vor dem Eingang zum Kindergarten hat sich eine Schar Kinder zu einem Gruppenfoto mit ihrer »Tante« aufgestellt. »NSV-Kindergarten« steht in großen Buchstaben an der Fassade der 1908 eröffneten Kinderschule. Ursprünglich wurde sie von Ordensschwestern vom heiligen Vincenz von Paul geführt. In der NS-Zeit, als der Kindergarten der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt unterstand, leiteten ihn junge Frauen, die der Partei angehörten.

Wer weiß, wer die Kinder sind?

  1. Reihe, v.l.n.r.:
    2. Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.885509, 8.340839

Blick über die Bahngleise zum Kindergarten, ca. 1953

Verlag A. Rebholz / Sammlung Familie Waßmer

»   -Kindergarten« lautet die Inschrift auf dem Schild an dem Gebäude Bahnhofstr. 9. Es wurde 1907 erbaut und diente von Anfang an als »Kinderschule«. Das Schild ist deshalb interessant, weil es die Entnazifizierung nach dem Ende der NS-Herrschaft zeigt. Bis 1945 hatte auf dem Schild »NSV-Kindergarten« gestanden, da der Kindergarten der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) unterstand. Damit war bei Kriegsende Schluß und die Buchstaben »NSV« wurden auf dem Schild weiß übermalt. Zurück blieb eine leere weiße Stelle.

Im Vordergrund sind die Bahngleise zu sehen. Holzbiegen sind aufgeschichtet. Schuppen stehen entlang der Bahnhofstraße. Sie dienen als Lager der Kohlenhandlung von Wilhelm Siefert. Hier werden Kohle und Briketts von Bahnwaggons zwischengelagert, daher auch die Klappen.

Der Giebel, der über die Schuppen ragt, gehört zum Haus Bahnhofstr. 11. Darin wohnt die Witwe Emma Willman geb. Gratwohl (1880-?). Sie ist eine Kriegerwitwe: Ihr Ehemann, der Bauunternehmer Robert Willmann (1874-1917), ist 1917 im Kriegslazarett Freiburg an den Folgen einer Gasvergiftung verstorben. 

Standort des Fotografen: 47.885528, 8.340140

Blick von der Hohlgasse zur Bahnhofstraße, ca. 1926

Sammlung Familie Waßmer

Von der Hohlgasse fällt der Blick über eine lange Holzbiege und die Bahngleise hinweg zu den Häusern der Bahnhofstraße. Ganz links ist der Kindergarten zu sehen (Bahnhofstr. 9). Über dem Eingang hängt ein Schild mit der Aufschrift »Kinderschule«. Das Haus Bahnhofstr. 5 steht noch nicht, es wird erst 1928 von den beiden Schwestern Amalie und Berta Suckert erbaut. Weiter rechts sind das Dienstwohnungsgebäude der Deutschen Reichsbahn (Bahnhofstr. 4) und das 1913 erbaute Haus des Drehers und Maschinenhändlers Christian Faller (Bahnhofstr. 3) zu sehen.

Weiter im Hintergrund sind einige der nach dem Großbrand 1921 neu erbauten Häuser in der Ringstraße und am Alenberg zu erkennen. Vor allem das mächtige Gebäude der Weinhandlung Benitz fällt ins Auge. Unterhalb davon steht in der Rötengasse, halb verdeckt, noch die Brandruine des Hauses Thoma.

Standort des Fotografen: 47.885580, 8.340100

Zwei Mädchen mit ihrem Puppenwagen, ca. 1931

Dieses Bild stellte uns dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

Vor einem hölzernen Lattenzaun stehen zwei Mädchen. In ihrer Mitte halten sie einen Kinderwagen, aus der eine Puppe herausschaut. Die identischen Kleidchen mit weißem Kragen verraten, dass es sich um Schwestern handelt.

Links steht die ältere Schwester Gertrud Schmid (geb. 1925). Sie hält einen frisch gepflückten Blumenstrauß in ihrer Hand. Rechts steht ihre zwei Jahre jüngere Schwester Irma Schmid (geb. 1927).  Die Aufnahme entstand beim Kindergarten in der Bahnhofstraße.

Standort des Fotografen: 47.885576, 8.340810

Nähschule im Kindergarten in der Bahnhofstraße, ca. 1920-1930

Sammlung Familie Waßmer

Die »Kinderschule« in der Bahnhofstraße dient nicht nur als Kindergarten für Kinder unter sechs Jahren. Sie wird auch von jungen Frauen besucht, die die Nähschule besuchen.

Sie versammeln sich mit der Handarbeitslehrerin, dem Fräulein Josefa Kuster (1877-1948), zu einem Gruppenfoto hinter dem Gebäude. Nicht nur eine Nähmaschine wird für das Foto herbeigeschleppt, sondern auch eine Schneiderbüste, auf der ein selbst genähtes Kleid drapiert wird.

Standort des Fotografen: 47.885550, 8.341159

Teilnehmerinnen eines Säuglingskurs in der Bahnhofstraße, ca. 1935

  

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Heizmann zur Verfügung.

Vor dem Kindergarten in der Bahnhofstraße haben sich die Teilnehmerinnen eines Säuglingskurs zu einem Gruppenfoto versammelt.  Links kniet Helene Häusler (verh. Krauß, 1912-2006). In der ersten Reihe sitzen Maria Faller (verh. Selb), Hermine Strobel (verh. von Dungen, 1917-?) und Josefa Gebert (verh. Mayer).

Standort des Fotografen: 47.885460, 8.340829

Kindergartenkinder vor der »Kinderschule« in der Bahnhofstraße, ca. 1910

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele sowie Karlheinz Maier zur Verfügung.

87 Kinder haben sich zu einem Erinnerungsfoto vor der »Kinderschule« in der Bahnhofstraße versammelt. Kaum vorstellbar, dass sie alle bei schlechtem Wetter in den Innenräumen des 1907 errichteten Gebäudes Platz finden konnten. 

1907 wurde in Löffingen ein Frauenverein gegründet, der sich an die Stadtgemeinde mit der Bitte wandte, eine Kleinkinderschule zu bauen. Der Gemeinderat und der Bürgerausschuss stimmten für den Bau und stellten die dafür notwendigen finanziellen Mittel bereit. Sie verlangten aber vom Frauenverein, dass er die laufenden Betriebskosten übernehmen werde. Johanna Nägele geb. Wider (1850-1920), die damalige Vereinsvorsitzende, stellte das Grundstück in der Bahnhofstraße zur Verfügung. Im Oktober 1908 entsandte das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul katholische Nonnen nach Löffingen. Die erste war Schwester Sofia. In ihre Obhut wurden die Kinder gegeben.

Standort des Fotografen: 47.885473, 8.340944

Kindergartenkinder in der Halle in der Bahnhofstraße, ca. 1926

 

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Else Egle zur Verfügung.

Eines der kleinen Mädchen auf diesem Foto ist Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011), die im Maienland aufwächst. Zusammen mit anderen gleichaltrigen Kindern, die noch nicht schulpflichtig sind, besucht sie die 1908 eröffnete »Kinderschule« in der Bahnhofstraße. In der angebauten Halle können die Kinder spielen. Eine Schaukel ist auf der rechten Seite zu sehen. Eine Schaukel für 61 Kinder?

Standort des Fotografen: 47.885550, 8.341159

Kindergartenkinder in der Halle in der Bahnhofstraße, 1922

Sammlung Familie Waßmer

49 Kinder auf einem Haufen, die nicht wild durcheinander toben, sondern still sitzend darauf warten, dass der Fotograf den Auslöser drückt. Sie werden von mehreren »Kindergarten-Tanten« betreut, die in der letzten Reihe stehen. Anna Beha (1903-?) steht oben rechts.

Der Kindergarten bzw. die »Kinderschule« in der Bahnhofstraße wurde 1908 eröffnet. Die Leitung oblag zwei Ordensschwestern aus dem Mutterhaus vom Heiligen Vinzenz vom Paul.

Wer erkennt die Kinder?

Standort des Fotografen: 47.885550, 8.341159

Kinderreigen vor dem NSV-Kindergarten in der Bahnhofstraße, ca. 1944-1945

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Die Kinder vor dem  »NSV-Kindergarten« haben sich mit ihren Erzieherinnen, die noch  »Kindergartentanten« heißen, in einem Kreis aufgestellt. Sie haben sich an den Händen gefasst und machen ein Ringelspiel. Es wird getanzt und vermutlich ein Kinderreim aufgesagt.

Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) war eine Parteiorganisation der NSDAP. In den NSV-Kindergärten lernten die Kleinkinder bereits Propaganda, wie z. B. den Spruch:  »Händchen falten, Köpfchen senken – immer an den Führer denken. Er gibt euch euer täglich Brot und rettet euch aus aller Not.«

Standort des Fotografen: 47.885515, 8.340786