Narrenpolizei in der Maienlandstraße, Fasnacht 1971

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor dem Haus Glunk (Maienlandstr. 22) steht die männliche Narrenpolizei, in Reih und Glied angetreten. Die Polizisten tragen ihre Uniform mit Pickelhaube, das Gewehr steht bei Fuß. Es ist Schmutziger Dunschdig und gleich wird die Narrenpolizei gebraucht, um den unteren Rathausplatz abzusperren und für Ordnung zu sorgen, wenn dort der Narrenbaum aufgestellt wird.

Im Hintergrund ist das Gästehaus vom »Pilgerhof« (Maienlandstr. 24) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.886571, 8.341819

Reichburgmali in der Maienlandstraße, Fasnacht 1971

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nach einer alten Überlieferung soll auf dem Gewann Reichburg, dem heutigen Reichberg, ein altes Männlein gehaust haben, das »Reichburgmali«. Mit dieser unheimlichen Gestalt drohte man unartigen Kindern. Gewerbelehrer Karl Ehret etablierte die Sagengestalt als Fasnachtsfigur 1936. Auf dem Foto ist das »Reichburgmali« am Rosenmontag in der Maienlandstraße zu sehen, es steht auf Höhe des Gästehauses vom »Pilgerhof«.

Das grüne Leinengewand ist mit Tier- und Waldmotiven versehen, wie Tannen und Fichtenzweigen, Beeren und Waldfrüchten, Silberdisteln und Eichhörnchen. Die erste Maske schnitzte Hans Moser aus Unadingen.

Standort des Fotografen: 47.886600, 8.341835

Mehrbildkarte mit Gasthaus »Pilgerhof«, ca. 1925

Sammlung Familie Waßmer

Die Wirtsleute des Café und Gasthauses »zum Pilgerhof« (Maienlandstr. 24) vertreiben ab Mitte der 1920er Jahre diese Mehrbildkarte für Werbezwecke. Unten links ist der »Pilgerhof« zu sehen, der gleich neben dem Gasthaus »Witterschnee« (Maienlandstr. 26) liegt. Beide Lokale profitieren insbesondere von den Wallfahrern, die zur Wallfahrtskirche Witterschneekreuz pilgern, die unten rechts zu sehen ist. Daher rührt auch der Name »Pilgerhof«.

Die Gesamtansicht in der oberen Hälfte der Ansichtskarte zeigt das Städtchen vom Gewann »Im kleinen Brühl« aus. Hinter der Bahnlinie sind die beiden Barockhäuser am Ortseingang zu erkennen. Der »neue Benz-Bau« (Ringstr. 8) ist als Mehrfamilienhaus für die Arbeiter des Sägewerks und ihre Familien neu gebaut. Auch am Alenberg sind mehrere Neubauten errichtet, die die beim Großbrand 1921 zerstörten Häuser ersetzt haben.

Gasthaus »Pilgerhof« in der Maienlandstraße, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das Gasthaus »Pilgerhof« wird seit dem Tod ihres Ehemannes 1940 von der Witwe Rosa Vogel geb. Faller betrieben. Seit 1871 besitzt das Gasthaus im Maienland, ideal am Weg der Wallfahrer zum Witterschneekreuz gelegen, das Schankrecht. Doch die modernen Zeiten machen auch nicht vor dem »Pilgerhof« Halt. Auf dem Foto ist zu sehen, dass gerade bauliche Veränderungen durchgeführt werden, die das Aussehen der Bauernwirtschaft stark verändern. Im Obergeschoss wurden alle Sprossenfenster durch moderne Fenster ersetzt, ein besonders breites Fenster wurde über der Stalltür in die Fassade gebrochen. Bald wird der Ökonomieteil vollständig verschwinden.

1963 übernimmt Anita Hoitz geb. Gaede mit ihrem Ehemann Josef zunächst als Pächter, später als Eigentümer das Gasthaus. Sie bauen das Gebäude vollständig um und führen die traditionsreiche Wirtschaft zu einer neuen Blüte. 30 Jahre später verkauft das Ehepaar Hoitz den »Pilgerhof« an die Wirtsleute Manfred und Rita Karbacher. Im November 1993 wird das Gebäude bei einem Großbrand zerstört. 2001 wird Brandruine der linken Gebäudehälfte abgetragen

Standort des Fotografen: 47.887106, 8.341441

65er-Treffen des Jahrgangs 1910-1912 im »Pilgerhof«, Oktober 1976

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Diese Männer und Frauen haben zusammen die Schulbank gedrückt, als die Volksschule noch im Rathaus war. Lang ist es her. Rund 65 Jahre sind sie jetzt alt und damit größtenteils im Ruhestand angekommen. Es ist höchste Zeit für ein Klassentreffen. Im Gasthaus »Pilgerhof« sind sie zu einem geselligen Beisammensein zusammengekommen.

Wer erkennt die ehemaligen Schüler*innen?

V.l.n.r.:

Zu den Personen auf dem Foto zählen u.a. Josef Armbruster (1910-?), Anton Rebholz (1912-2001),  Johanna Rebholz geb. Ganter (1913-2003), Mathilde Kranzer geb. Keller, Else Weiss geb. Häusle (1911-?), Karl Guth (1912-2002).

Standort des Fotografen: 47.886949, 8.341624

Gasthaus »Pilgerhof« in der Maienlandstraße, ca. 1921-1925

Sammlung Familie Waßmer

»Kaffee & Gasthaus zum Pilgerhof« steht in großen Buchstaben auf dem Emailleschild, das unübersehbar an der Fassade angebracht ist. Über der Eingangstür hängt ein weiteres, viel kleineres Schild. Darauf steht der Name des Besitzers: Otto Vogel.

Der Gast- und Landwirt Otto Vogel (1871-1940), in Freiburg geboren, hatte 1895 nach Löffingen eingeheiratet. Seine Frau Rosa geb. Faller (1870-1934) war die Tochter der Wirtsleute Faller. Das Ehepaar Vogel brach die angrenzende Scheune ab und errichtete etwa 1921 an ihrer Stelle ein Pensionsgebäude mit Fremdenzimmern, das rechts im Bild zu sehen ist. Auf dem Foto sind am rechten Bildrand außerdem Stromkabel zu erkennen, die über die Maienlandstraße gespannt sind. Insofern muss das Foto nach der Elektrifizierung 1916 und nach dem Bau des Pensionsgebäudes Anfang der 1920er Jahre entstanden sein.

Standort des Fotografen: 47.887093, 8.341458

Brandruine »Pilgerhof« in der Maienlandstraße, ca. 1995

Sammlung Familie Waßmer

1990 verkauften die Wirtsleute Jupp und Anita Hoitz ihren »Schwarzwaldgasthof Pilgerhof« an einen neuen Betreiber. Seit 1960 hatten sie das Gasthaus sehr erfolgreich betrieben und es zu einem renommierten Haus gemacht, das überregionale Bekanntheit erlangte. Doch im November 1993 brannte das Gebäude ab. Mehrere Jahre stand die Brandruine im Maienland, abgesperrt durch ein Flatterband, und verschandelte die Nachbarschaft. Schließlich wurde die linke Gebäudehälfte abgerissen und ein Parkplatz angelegt, während in der rechten Hälfte Wohnungen eingerichtet wurden.

Standort des Fotografen: 47.886864, 8.341605

Wirtshausschild des »Pilgerhofes«, ca. 2000

Sammlung Familie Waßmer

Die Geschichte des Gasthauses »Pilgerhof« ist eng verknüpft mit den Wallfahrten zum Witterschneekreuz. Gelegen an der Maienlandstraße, die zur 1898 neu erbauten Wallfahrtskirche führt, entwickelte sich das Gasthaus zu einer beliebten Einkehrmöglichkeit, wie schon sein Name zeigt.

Das schmiedeeiserne Wirtshausschild, das einen Pilger auf dem Rückweg vom Schneekreuz zeigt, ist vergleichsweise jung und wurde erst Anfang der 1980er Jahre geschaffen, als die damaligen Wirtsleute Jupp und Anita Hoitz das Gebäude zum letzten Mal umfassend modernisierten. Mit dem Brand 1993 endete die Geschichte des Traditionshauses jäh.

Standort des Fotografen: 47.886904, 8.341714

Hochzeitsgesellschaft vor dem »Pilgerhof«, 1952

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Familie Laufer zur Verfügung.

Eine Hochzeitsgesellschaft hat sich vor dem Gasthaus »Pilgerhof« versammelt. Vorne in der Mitte stehen der Bräutigam Erich Adrion (geb. 1926), der Gipsermeister von Beruf und unter dem Spitznamen  »Drilli« bekannt ist, und die Braut Martha geb. Fehrenbach. Das Ehepaar Adrion wohnt auf dem Alenberg.

Standort des Fotografen: 47.886957, 8.341649