Gasthaus »Pilgerhof« in der Maienlandstraße, ca. 1970-1974

Schwarzwald-Verlag Offenburg / Sammlung Familie Waßmer

Anfang der 1970er Jahre präsentiert sich der »Pilgerhof« noch so: »Café« und »Gasthof« steht links und rechts über der Eingangstür. Blumenkübel umrahmen den Eingang, daneben steht eine Sitzbank, Blumenkästen schmücken die Fenster im Erdgeschoss. Das Dach ist komplett ausgebaut, die Dachgauben nehmen die gesamte Fläche ein. An der Hausecke rechts hängt ein Kaugummiautomat, der bei Kindern heißbegehrt ist. Vor dem Seiteneingang döst ein Hund in der Sonne.

Das Foto ist die Vorderseite einer Ansichtskarte, die eine Urlauberin 1974 nach Bad Honnef schickt. Sie markiert darauf mit einem Kreuzchen bei einem Fenster im ersten Obergeschoss, welches Zimmer der Pension sie bewohnt. Im selben Stockwerk befindet sich außerdem der große Saal.

Die Ansicht des »Pilgerhofes« wurde vom Verlag retuschiert: Das angebaute Haus Rosenstiel (Maienlandstr. 26) zur Linken wurde wegretuschiert, um mehr blauen Himmel auf das Bild zu zaubern.

Standort des Fotografen: 47.886864, 8.341605

Narrengruppe in der Maienlandstraße, Fasnacht 1971

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor dem Haus Glunk (Maienlandstr. 22) sind sechs Soldaten zum Appell angetreten. Sie tragen eine Uniformjacke und Pickelhaube, ihr Gewehr ist bei Fuß. Beinahe könnte man meinen, es handele sich um die männliche Narrenpolizei, die in Reih und Glied angetreten ist. Tatsächlich handelt es sich aber um Angehörige des Geburtsjahrgang 1948/49:

V. l. n. r: Kommandant Norbert Brugger (Rückenansicht), Bernhard Heizmann, Werner Adrion, Willi Geisinger, Wolfgang Straub, Peter Reinhardt.

Im Hintergrund ist das Gästehaus vom »Pilgerhof« (Maienlandstr. 24) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.886571, 8.341819

»Reichburgmali« in der Maienlandstraße, Fasnacht 1971

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nach einer alten Überlieferung soll auf dem Gewann Reichburg, dem heutigen Reichberg, ein altes Männlein gehaust haben, das »Reichburgmali«. Mit dieser unheimlichen Gestalt drohte man unartigen Kindern. Gewerbelehrer Karl Ehret etablierte die Sagengestalt als Fasnachtsfigur 1936. Auf dem Foto ist das »Reichburgmali« am »Fasnet Mändig« in der Maienlandstraße zu sehen, es steht auf Höhe des Gästehauses vom »Pilgerhof«.

Das grüne Leinengewand ist mit Tier- und Waldmotiven versehen, wie Tannen und Fichtenzweigen, Beeren und Waldfrüchten, Silberdisteln und Eichhörnchen. Die erste Maske schnitzte Hans Moser aus Unadingen.

Standort des Fotografen: 47.886600, 8.341835

Klassentreffen des Jahrgangs 1911/12 vor dem »Pilgerhof«, 1976

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Diese Männer und Frauen haben zusammen die Schulbank gedrückt, als die Volksschule noch im Rathaus war. Lang ist es her. Rund 65 Jahre sind sie jetzt alt und damit größtenteils im Ruhestand angekommen. Es ist höchste Zeit für ein Klassentreffen. Im Gasthaus »Pilgerhof« sind sie zu einem geselligen Beisammensein zusammengekommen.

Wer erkennt die ehemaligen Schüler*innen?

Zu den Personen auf dem Foto zählen u.a. Josef Armbruster (1910-?), Maria Armbruster geb. Heizmann (1911-?), Witwe Else Bader (geb. Fehrenbach), Alois Fehrenbach (1911-?), Maria Frei (1911-2007), Karl Guth (1912-2002) Mathilde Kranzer geb. Keller, Anton Rebholz (1912-2001), Witwe Helene Schlenker, Else Weiss geb. Häusle (1911-?).

Standort des Fotografen: 47.886949, 8.341624

Klassentreffen des Jahrgangs 1916/17 vor dem »Pilgerhof«, ca. 1976

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Bölle, Aloisia Huber und Monika Huber zur Verfügung.

Und wieder treffen sich die ehemaligen Klassenkamerad*innen zu einem Klassentreffen. Diesmal kehrt der Geburtsjahrgang 1916/17 im Gasthaus »Pilgerhof« (Maienlandstr. 24) ein. Das Gasthaus wurde in den Jahren zuvor umfassend umgebaut. Auf den Balkonen blühen die Geranien in voller Pracht.

Wer erkennt die Senior*innen?

V.l.n.r.: ???, Wilhelm Bader (1916-2014), ???, Emma Werner geb. Oschwald (Seppenhofen), Franz Faller (1916-?), Mina Schreiber geb. Rappenegger (1917-2004), Wilhelmine Guth, Hermine von Dungen (1917-?), Alma Spadinger geb. Egle, ???, Anna Geschwill geb. Maier (1916-2000), Christel Schweizer, Rosa Rappenegger, ???, Karl Kuster, Maria Rösch geb. Geisinger, Karl Schreiber (1910-2001)

Standort des Fotografien: 47.886739, 8.341723

Gasthaus »Pilgerhof« in der Maienlandstraße, 1983

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Auf der Terrasse vor dem Gasthaus »Pilgerhof« sind ein paar Sonnenschirme aufgespannt. Das Plätzchen lädt zur Einkehr auf einen Kaffee und Kuchen ein. Darüber der Balkon ist in seiner gesamten Länge mit Geranien geschmückt, die in voller Blüte stehen.

Oben auf dem Dach thront ein Türmchen, in dem die »Josefsglocke« hängt, benannt nach dem Gastwirt Josef (Jupp) Hoitz. Sie wird zu besonderen Anlässen, wie z. B. an Weihnachten und Silvester sowie bei vorüber ziehenden Wallfahrten, geläutet. Neben der Eingangstür zum »Schwarzwaldgasthof« hängt ein schmiedeeisernes Wirtshausschild, das einen Pilger auf seinem Weg zum Witterschneekreuz zeigt. Die Geschichte des »Pilgerhofs« ist seit jeher eng mit der Wallfahrt verbunden, wie der Name schon verrät.

Standort des Fotografen: 47.886685, 8.341699

Gasthaus »Pilgerhof« in der Maienlandstraße, ca. 1982-1990

Aus dem Hausprospekt

Nach dem Abschluss der Umbauarbeiten 1982 präsentiert sich das Gasthaus »Pilgerhof« mit neuem Aussehen: Das Dach ziert ein Türmchen, in dem die »Josefsglocke« hängt, die zu besonderen Anlässen, wie z. B. an Weihnachten und Silvester sowie vorüber ziehenden Wallfahrten, geläutet wird. Neben der Eingangstür hängt ein schmiedeeisernes Wirtshausschild, das einen Pilger zum Witterschneekreuz zeigt.

Das Foto wird im Werbeprospekt des renommierten »Schwarzwaldgasthauses« abgedruckt. Betrieben wird das Gasthaus von den Wirtsleuten Jupp und Anita Hoitz.

Standort des Fotografen: 47.886715, 8.341669

Ansichtskarte vom »Pilgerhof« in der Maienlandstraße, ca. 1982

Sammlung Familie Waßmer

Nach Vollendung der Umbauarbeiten 1982 verbreiteten die Wirtsleute Jupp und Anita Hoitz diese Ansichtskarte ihres Gasthauses. Die Mehrbildkarte zeigt oben in der Mitte die Außenansicht des renommierten »Schwarzwaldgasthauses«. Sein Dach zierte ein Türmchen, in dem die »Josefsglocke« hing, die zu besonderen Anlässen, wie z. B. an Weihnachten und Silvester sowie vorüber ziehenden Wallfahrten, geläutet wurde. Oben links ist das schmiedeeiserne Wirtshausschild und oben rechts ein hölzener Wegweiser zu erkennen.

Darunter sind zwei Ansichten aus dem Städtchen zu sehen: Links das Mailänder Tor und dem Straßenzug in der Demetriusstraße mit seinen Staffelgiebeln. Rechts die Kirchstraße mit dem 1975 errichteten Hexenbrunnen.

Standort des Fotografen: 47.886715, 8.341669

Wirtsleute Hoitz vor dem Pilgerhof in der Maienlandstraße, ca. 1980-1985

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jupp Hoitz zur Verfügung.

Stolz stehen sie in der Eingangstür ihres Gasthauses »Pilgerhof«, die Wirtsleute Jupp und Anita Hoitz. Sie betreiben mit großem Erfolg das Gasthaus, das Café und die Pension bzw. das Hotel seit 1960. Für das Foto posieren sie in Tracht. Schließlich bewerben sie ihr Gasthaus als »Schwarzwaldgasthof«.

Die junge Küchenmeisterin Anita Hoitz geb. Gaede hatte das Traditionshaus von ihrer Tante Rosa Müller geb. Vogel (1896-?) übernommen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Jupp, einem Bäcker- und Konditormeister aus dem Rheinland, führt sie den »Pilgerhof« 26 Jahre lang.

Zum Jahreswechsel 1990/91 übergeben Jupp und Anita Hoitz das renommierte Gasthaus schließlich an das Würzburger Gastronomenehepaar Manfred und Rita Karbacher. Im November 1993 wird der »Pilgerhof« bei einem Brand vollkommen zerstört.

Standort des Fotografen: 47.886951, 8.341617

2 Fotos: Blick in die Gaststube vom »Pilgerhof«, ca. 1982-1989

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Jupp Hoitz zur Verfügung.

Nach dem Umbau des Gasthauses »Pilgerhof« präsentiert sich die Gaststube neu gestaltet. Gemütlich ist sie geblieben. Die Wände sind mit Holz vertäfelt, Eckbänke und Kachelofen sorgen dafür, dass man sich in einer urigen Gaststube fühlt. Und der Zuspruch der Gäste, die aus der gesamten Region anreisen, gibt den Wirtsleuten Jupp und Anita Hoitz Recht.

Standort des Fotografen: 47.887034, 8.341730

2 Fotos: 20-Jährige mit Narrenbaum im Maienland, Fasnacht 1983

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die 20-Jährigen versammeln sich vis-à-vis vom Gasthaus »Pilgerhof« (Maienlandstr. 24) zu einem Gruppenfoto. Es ist »Schmutziger Dunschdig«. Der Narrenbaum steht zum Abtransport ins Städtchen bereit.

Wer kennt die 20-Jährigen und weiß, was sie darstellen?
In alphabetischer Reihenfolge u.a.: Fridolin Benz, Uwe Dominke (1963-2019), Sven Egle, Regina Geisinger, Hubert Gnädinger, Helmut Heizmann, Gerald Isele, Sabine Kromer, Lothar Mühlbauer

Ausnahmsweise liegt in diesem Jahr sogar richtig Schnee an Fasnacht. Der Garten von Familie Glunk (Maienlandstr. 22), der im Hintergrund zu sehen ist, ist tief verschneit. Auf den Obstbäumen, aber auch auf den Tannen hinter dem »Pilgerhof« liegt der Schnee.

Standort des Fotografen: 47.886549, 8.341760

Brandruine vom »Pilgerhof« in der Maienlandstraße, ca. 1995

Sammlung Familie Waßmer

1990 verkauften die Wirtsleute Jupp und Anita Hoitz ihren »Schwarzwaldgasthof Pilgerhof« an einen neuen Betreiber. Seit 1960 hatten sie das Gasthaus sehr erfolgreich betrieben und es zu einem renommierten Haus gemacht, das überregionale Bekanntheit erlangte. Doch im November 1993 brennt das Gebäude ab.

Mehrere Jahre steht die Brandruine im Maienland, abgesperrt durch ein Flatterband, und verschandelt die Nachbarschaft. Schließlich wird die linke Gebäudehälfte abgerissen und ein Parkplatz angelegt, während in der rechten Hälfte Wohnungen eingerichtet werden.

Standort des Fotografen: 47.886864, 8.341605