Gasthaus »Pilgerhof« mit Pensionsgebäude in der Maienlandstraße, ca. 1921-1925

Sammlung Familie Waßmer

»Kaffee & Gasthaus zum Pilgerhof« steht in großen Buchstaben auf dem Emailleschild, das unübersehbar an der Fassade angebracht ist. Über der Eingangstür hängt ein weiteres, viel kleineres Schild. Darauf steht der Name des Besitzers: Otto Vogel.

Der Gast- und Landwirt Otto Vogel (1871-1940), in Freiburg geboren, hatte 1895 nach Löffingen eingeheiratet. Seine Frau Rosa geb. Faller (1870-1934) war die Tochter der Wirtsleute Faller. Das Ehepaar Vogel brach die angrenzende Scheune ab und errichtete etwa 1921 an ihrer Stelle ein Pensionsgebäude mit Fremdenzimmern, das rechts im Bild zu sehen ist. Auf dem Foto sind am rechten Bildrand außerdem Stromkabel zu erkennen, die über die Maienlandstraße gespannt sind. Insofern muss das Foto nach der Elektrifizierung 1916 und nach dem Bau des Pensionsgebäudes Anfang der 1920er Jahre entstanden sein.

Standort des Fotografen: 47.887093, 8.341458

Mehrbildkarte mit Gasthaus »Pilgerhof« und Witterschneekirche, ca. 1930

Sammlung Familie Waßmer

Diese Ansichtskarte wird am 22. Juli 1937 mit der Post von Löffingen nach Neuenburg verschickt. Es ist ein Urlaubsgruß, der mit den Worten beginnt: »aus unserer diesjährigen Sommerfriscbe die allerherzlichsten Grüsse«. Auf der Mehrbildkarte sind drei Ansichten zu sehen.

Ganz oben erstreckt sich über die gesamte Länge eine Ansicht des Städtchens. Eine Kuh weidet auf einer großen Wiese, auf der heute die Häuser der Gartenstraße und Scheffelstraße stehen. Noch fällt der Blick ungehindert bis zu der Bahnlinie und den Häusern der Seppenhofer Straße. Zu erkennen sind das Städtische Krankenhaus (Seppenhofer Str. 7), aber auch die katholische Pfarrkirche St. Michael und die noch im Rohbau stehe Schule an der »Hasle«.

Unten links ist das Gasthaus »Pilgerhof« (Maienlandstr. 24) zu sehen. »Gasthof u. Pension Pilgerhof«, lautet die Beschriftung, das Nebengebäude, in dem sich Fremdenzimmer befinden, wird als »Dependance« bezeichnet. Ein Auto parkt vor dem Haus, signalisierend, dass auch auswärtige Gäste hier einkehren.

Daneben ist unten rechts eine Ansicht der »Wallfahrtskirche Witterschnee« zu sehen. Im Vordergrund steht die alte hölzerne Kapelle und im Hintergrund die ab 1894 errichtete Kirche. Die Verkaufsbuden, in denen insbesondere an Wallfahrer religiöse Artikel und kleine Andenken verkauft werden, sind auf dem Foto nicht zu sehen.

Gasthaus »Pilgerhof« mit Pensionsgebäude in der Maienlandstraße, ca. 1930-1939

Verlag A. Rebholz / Sammlung Familie Waßmer

1939 schickte ein Urlauber diese Ansicht vom Gasthaus »Pilgerhof« als Postkarte nach Karlsruhe. Im selben Jahr übernahm die Gast- und Landwirtin Rosa Müller geb. Vogel (1896-?) ganz offiziell den »Pilgerhof« von ihrem Vater, der ihn mehr als 40 Jahre betrieben hatte. Sein Name, Otto Vogel, steht noch auf einem Schild über der Eingangstür.

Der Gast- und Landwirt Otto Vogel (1871-1940), in Freiburg geboren, hatte 1895 nach Löffingen eingeheiratet. Seine Frau Rosa geb. Faller (1870-1934) war die Tochter der Wirtsleute Faller. Das Ehepaar Vogel bekam acht Kinder, die alle von früh an in der Gastwirtschaft und der Landwirtschaft mit anpacken mussten. Die Vogels bemühten sich, den Fremdenverkehr anzukurbeln. Sie rissen die angrenzende Scheune ab und errichteten an ihrer Stelle ein Pensionsgebäude mit acht Fremdenzimmern, das rechts im Bild zu sehen ist. Außerdem gestalteten sie den Hof zu einer terrassenförmigen Gartenwirtschaft um. Otto Vogel erlitt 1934 einen Schlaganfall und war seitdem gelähmt. Im selben Jahr starb Rosa Vogel am 19. April im Alter von 63 Jahren. Fortan waren Rosa Müller und ihr Ehemann bereits de facto die Betreiber.

Standort des Fotografen: 47.887093, 8.341458

Hochzeitsgesellschaft Adrion / Fehrenbach vor dem Gasthaus »Pilgerhof«, 1952

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Familie Laufer zur Verfügung.

Eine Hochzeitsgesellschaft hat sich vor dem Gasthaus »Pilgerhof« versammelt. Vorne in der Mitte stehen der Bräutigam Erich Adrion (1926-2001), der Gipsermeister von Beruf und unter dem Spitznamen »Drilli« bekannt ist, und die Braut Martha geb. Fehrenbach (1928-2019). Das Ehepaar Adrion wohnt auf dem Alenberg.

1.Reihe, links, sitzend, v.l.n.r.: Karolina Vogelbacher geb. Fehrenbach (1906-1993), Karl Fehrenbach, Zimmermeister Eugen Fehrenbach, Franziska Fehrenbach geb. Bieler
1.Reihe, rechts, sitzend, v.l.n.r.: Rosa Adrion geb. Berger (1898-1973), Fritz Adrion (1897-1971), ???, ???

2.Reihe, v.l.n.r.: ???, Klara Zepf geb. Fehrenbach (1902-?), Klara Bieler, Brautjungfer Olga Fehrenbach (verh. Streit), Braut Martha Adrion geb. Fehrenbach, Bräutigam Erich Adrion, Brautjungfer Genoveva Adrion, ???, ??? Irma Adrion geb. Schmid, Arno Adrion, ???

3.Reihe, v.l.n.r.: ???, Ulrich Fehrenbach (geb. 1935), ???, Berthold Fehrenbach (geb. 1937), ???, Eugen Fehrenbach, ???, Edgar Adrion (geb. 1950), Ernst Heiler, Margret Adrion (1926-2021), Fritz Adrion jr. (1920-2004)

Standort des Fotografen: 47.886957, 8.341649

Pensionsgebäude des Gasthauses »Pilgerhof« in der Maienlandstraße, ca. 1953-1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jupp Hoitz zur Verfügung.

Anfang der 1920er Jahre ließen die Wirtsleute Otto und Rosa Vogel neben ihrem Gasthaus »Pilgerhof« ein kleines, zweistöckiges Pensionsgebäude errichten. »Pension – Pilgerhof« steht auf die Fassade geschrieben. Im Erdgeschoss befindet sich eine Garage.

Rechts grenzt ein großer Garten an, der zum Nachbargrundstück von Familie Glunk gehört.

Standort des Fotografen: 47.886585, 8.341821

Laternenbrüder vor dem Gasthaus »Pilgerhof«, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Im blauen Fuhrmannskittel und mit schwarzem Rundhut stehen sie da, die Laternenbrüder, erkennbar auch und vor allem an der Laterne, die sie mit sich führen. Mit ihrem Narrenvater Karl Koch sen. an der Spitze haben sie sich im Gasthaus »Pilgerhof« (Maienlandstr. 24) mit einem Mittagessen gestärkt. Denn der Tag ist lang. Es ist »Schmutziger Dunschdig«. Gleich wird der Narrenbaum im Städtchen aufgestellt. Dann folgt die Straßenfasnacht und das Herumziehen durch die Lokale. Und am Abend findet dann noch der »Hemdglunkerumzug« statt.

Die Laternenbrüder sind v.l.n.r.: Edmund Laufer, Hermann Geisinger, Karl Koch sen. Der Musiker, der als Holländerin verkleidet ist und ganz rechts steht, ist Anton Maier. Hinter den Laternenbrüdern sind einige 20- Jährige zu sehen, u.a. Walter Zeller, Hans Streit, Heinz Egle und Rita Willmann.

Standort des Fotografen: 47.886804, 8.341696

Haus Rosenstiel in der Maienlandstraße, ca. 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Weitgehend in Vergessenheit geraten ist das Gasthaus »Witterschnee« (Maienlandstr. 26), direkt neben dem »Pilgerhof« gelegen. Das Gasthaus hatte bereits 1939 seinen Betrieb eingestellt. Aber der Name steht noch Ende der 1950er Jahre groß und deutlich lesbar an der Hausfassade, wie auf dem Foto zu sehen ist. In dem Haus führt der Schreinermeister Johann Rosenstiel (1917-2007) seine Werkstatt. Zusammen mit seiner Ehefrau Hedwig Rosenstiel (1921-2002) betreibt er außerdem eine Landwirtschaft. 

Offenbar soll der Ökonomiebereich mit Scheuer, Stall und Schopf umgebaut werden. Jedenfalls ist über dem Scheunentor ein Loch in die Mauer gebrochen.

Standort des Fotografen: 47.887539, 8.341229

Gasthaus »Pilgerhof« in der Maienlandstraße, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das Gasthaus »Pilgerhof« wird seit dem Tod ihres Ehemannes 1940 von der Witwe Rosa Vogel geb. Faller betrieben. Seit 1871 besitzt das Gasthaus im Maienland, ideal am Weg der Wallfahrer zum Witterschneekreuz gelegen, das Schankrecht. Doch die modernen Zeiten machen auch nicht vor dem »Pilgerhof« Halt. Auf dem Foto ist zu sehen, dass gerade bauliche Veränderungen durchgeführt werden, die das Aussehen der Bauernwirtschaft stark verändern. Im Obergeschoss wurden alle Sprossenfenster durch moderne Fenster ersetzt, ein besonders breites Fenster wurde über der Stalltür in die Fassade gebrochen. Bald wird der Ökonomieteil vollständig verschwinden.

1963 übernimmt Anita Hoitz geb. Gaede mit ihrem Ehemann Josef zunächst als Pächter, später als Eigentümer das Gasthaus. Sie bauen das Gebäude vollständig um und führen die traditionsreiche Wirtschaft zu einer neuen Blüte. 30 Jahre später verkauft das Ehepaar Hoitz den »Pilgerhof« an die Wirtsleute Manfred und Rita Karbacher. Im November 1993 wird das Gebäude bei einem Großbrand zerstört. 2001 wird Brandruine der linken Gebäudehälfte abgetragen

Standort des Fotografen: 47.887106, 8.341441

Gasthaus »Pilgerhof« mit Pensionsgebäude in der Maienlandstraße, ca. 1965

Verlag A. Rebholz / Sammlung Familie Waßmer

Diese Ansicht des »Pilgerhofes« schickt eine Urlauberin aus dem Ruhrgebiet Mitte der 1960er Jahre an ihre Familie. Auf der Rückseite schreibt sie: »In dem Gasthof wohne ich. Wetter nicht besonders. Essen sehr gut und reichlich.«

Betreiber des Gasthauses, des Cafés und der Pension sind seit 1960 Josef Hoitz und seine Ehefrau Anita geb. Gaede. Die junge Küchenmeisterin hatte das Traditionshaus von ihrer Tante Rosa Müller geb. Vogel (1896-?) übernommen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Jupp, einem Bäcker- und Konditormeister aus dem Rheinland, führt sie den »Pilgerhof« 26 Jahre lang. In dieser Zeit verändert das Gebäude durch Umbaumaßnahmen mehrfach sein Aussehen. Auf dieser Ansicht ist rechts noch das freistehende Häuschen zu sehen, in dem sich Pensionen befanden. Autos parken vor dem Gasthaus und sollen signalisieren, dass es gut besucht wird. Eine Werbeschild der »Fürstenberg«-Brauerei hängt über dem Eingang.

Standort des Fotografen: 47.887076, 8.341495

Stadtmusik vor dem »Pilgerhof« in der Maienlandstraße, Fasnacht 1968

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Unter den Klängen des Narrenmarsches zieht die Stadtmusik vom Maienland in Richtung Städtchen. Es ist »Schmutziger Dunschdig«. Traditionell sammeln sich die Stadtmusik, die Laternenbrüder und die 20-Jährigen mit ihrem Narrenbaum beim Gasthaus »Pilgerhof«, um gemeinsam zum Rathausplatz zu marschieren.

Standort des Fotografen: 47.886702, 8.341748

Klassentreffen des Jahrgangs 1930/31 vor dem »Pilgerhof«, 1971

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Priska Zemann zur Verfügung.

Die ehemaligen Schüler*innen des Geburtsjahrgangs 1930/31 haben sich zu einem Klassentreffen versammelt. Sie kehren zusammen im Gasthaus »Pilgerhof« ein. Für ein Gruppenfoto gehen sie vor die Tür und stellen sich vor dem Gasthaus auf. In der ersten Reihe sitzt ihre ehemalige Lehrerin.

Zu den Schüler*innen zählen in alphabetischer Reihenfolge u.a.: Alfons Beha, Adolf Benz, Elisabeth Burger (geb. Benitz), Hilde Fehrenbach, Johann Glunk, Willi Göpper, Brunhilde Heiler, Elisabeth Isele, Franz Isele, Maria Kaltenbrunn (geb. Ritter, genannt »Schranken-Marie«), Hans Kaufmann, Heinrich Kopp, Hedwig Maier, Ursula Nobs (geb. Fürst), Olga Streit, Lotte Ratzer, Ruth Straetker (geb. Siefert), Egon Studer, Hanni Thoma, Arthur Waibel, Maria Wetzel (geb. Maier), Luise Winkler, Elisabeth Zepf.

Standort des Fotografen: 47.886933, 8.341614