Haus Fehrenbach in der Bahnhofstraße, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erschien 1921 ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben. Der Artikel wurde von seinem Schriftleiter, Max Wingenroth (1872-1922) verfasst, der Kunsthistoriker und Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg war. Der Artikel führt seine Leser in Form eines Rundgangs durch das Städtchen.

Das Foto Nr. 21 ist mit  »An der Bahn, Haus Nr. 74« betitelt. Zu sehen ist das 1901 beim Bahnhof erbaute Haus des Briefträgers Josef Fehrenbach.

Wingenroth beschreibt die Ansicht mit den Worten: »Leider war es ja eine Zeitlang auf dem Schwarzwald üblich, völlig fremde Bauformen in der merkwürdigsten Mischung zu verwenden. Das Haus Nr. 74 an der Bahn ist bereits besser gemeint, und doch sind die zwei Giebel mit dem abgewalmten Dach, die starre Führung des Daches ohne Aufschiebling wie die Stichbogentür mit der gezackten Quaderung hierzulande niemals üblich.«

Standort des Fotografen: 47.883928, 8.341967

Umzug zur Stadterhebung in der Bahnhofstraße vor dem Haus Fehrenbach, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Heidi und Rudolf Lasson zur Verfügung.

Der Festumzug anlässlich der Stadterhebung bewegt sich bei nasskaltem Schmuddelwetter durch die Bahnhofstraße. Der Wagen mit der späteren Königin Marie-Antoinette (1755-1793) wird von Pferden gezogen.

Dargestellt wird der historische Brautzug der 14-jährigen österreichischen Erzherzogin von ihrem Geburtsort Wien nach Versailles. Am 4. Mai 1770 kam er auf dem Weg von Donaueschingen nach Freiburg auch durch Löffingen. Der Zug bestand aus 22 sechsspännigen Karossen und 57 leichteren Kaleschen mit 450 Zug- und Reitpferden. Das Gefolge war 250 Personen stark. Am 16. Mai 1770 traf der Brautzug schließlich in Versailles ein, wo Marie-Antoinette die Gemahlin des späteren französischen Königs Ludwig XVI. wurde.

Im Hintergrund ist rechts das Haus Fehrenbach zu sehen. Es gehörte der Witwe Frieda Fehrenbach geb. Blattert (?-?), die von Dillendorf stammte. Ihr Mann Wilhelm Fehrenbach (1908-1943), den sie 1938 geheiratet hatte, war am 5. Februar 1943 im Kaukasus gefallen. Das Haus hinten links gehört zum Weberweg und war im Besitz des Ehepaars Franz Vogelbacher (1906-?) und Berta Vogelbacher geb. Hoch (1911-?).

Standort des Fotografen: 47.884021, 8.341936