Blick vom »Kleinen Brühl« auf das Städtchen, ca. 1910

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer

Mit »unser Haus« ist diese Ansichtskarte beschriftet, die am 19. Juli 1913 von Löffingen nach St. Georgen geschickt wird. Markiert mit einem Pfeil ist das Haus von Schreiner Rupert Wehrle (Rötenbacher Str. 2), das direkt an der 1901 eröffneten Bahnlinie steht. Überhaupt ist letztere auf dieser Gesamtansicht gut zu erkennen.

Aufgenommen im Gewann »Im kleinen Brühl« fällt der Blick auf das unbebaute Gebiet, in dem heute die Häuser der Gartenstraße, der Bonndorfer Straße und der Göschweiler Straße stehen. Im Hintergrund sind die Häuser der Rötenbacher Straße zu sehen mit dem neu gebauten Forstamt (Rötenbacher Str. 8).

Dass vor dem Bahnbau die Göschweiler Straße geradewegs in den heutigen Pfarrweg überging, lässt sich auf dem Foto ebenfalls noch erahnen. Die beiden Häuser von Schreiner Viktor Heiler (Pfarrweg 1) und von Waldhüter Anton Maier (Pfarrweg 2) werden in alten Dokumenten denn auch als »am Göschweiler Weg« gelegen bezeichnet.

Standort des Fotografen: 47.880011, 8.343684

Frau mit Kinderwagen in der Alemannenstraße, 1965

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Es ist Frühling. Die strahlende Sonne und die Maiblüte locken zu einem Spaziergang nach draußen. Helga Küßner geb. Stöhr (geb. 1938) geht mit ihrem Sohn Armin Küßner durch die Alemannenstraße, einen Kinderwagen schiebend.

Über die Dächer der Alenbergstraße schweift der Blick hinüber zum neuen »Benz-Bau« (Ringstr. 8) und den Häusern in der Bahnhofstraße und der Rötenbacher Straße. Die »Breite« und der Reichberg in der Ferne sind noch unbebaut.

Standort des Fotografen: 47.885517, 8.344732

2 Fotos: Blick vom Alenberg nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Diese Fotos stellte dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Nach dem Großbrand vom 28. Juli 1921 liegen große Teile des Städtchens in Trümmern. Der Fotograf verschafft sich vom Alenberg einen Blick auf die Trümmerstätte. Legt man die beiden Fotos nebeneinander, ergibt sich ein breites Panoramafoto. Am linken Bildrand ist das Rathaus und der Giebel des Postamtes (Rathausplatz 3) zu sehen. Beide Gebäude konnte die Feuerwehr retten und damit ein Übergreifen des Feuers auf weitere Straßenzüge verhindern. Das Foto zeigt aber, dass zahlreiche Gebäude am unteren Rathausplatz, in der Demetriusstraße, der Ringstraße und der Alenbergstraße vollkommen zerstört wurden.

Im einzelnen sind auf den Fotos die niedergebrannten Anwesen zu erkennen von Johann Riegger, Anton Brunner und Emil Fürst (am Rathausplatz), von Wilhelm Werne, Julius Heer, Anton Frei, Karl Schreiber, Peter Rombach, Ernst Ritter, Karl Wölfle und Emil Fürst (in der Demetriusstraße), von Alois Fritsche, Anton Kuster, Martin Mayer, Karl Diesberger, Andreas Maier, Heinrich Thoma und Katharina Mäder (in der Ringstraße) sowie von Leopold Geisinger und Julius Zürcher (in der Alenbergstraße). Insgesamt brannten 36 Anwesen ab und mehr als 200 Menschen wurden obdachlos.

Im Bildhintergrund ist der Bahnhof und das Sägewerk Benz sowie die Häuser der Rötenbacher Straße zu erkennen. Der »neue Benzbau« (Ringstr. 8) ist noch nicht gebaut.

Standort des Fotografen: 47°53’06.5″N 8°20’42.3″E

Luftbild in Richtung »Hasle«, ca. 1953-1960

Sammlung Familie Waßmer

Diese Luftaufnahme entsteht in der Mitte der 1950er Jahre. Zur Datierung dienen verschiedene Anhaltspunkte: Die Evangelische Kirche, aber auch die Siedlung »Neue Heimat« in der Haslachstraße wurden 1952/53 gebaut. Beide sind auf dem Foto bereits zu sehen. Das Foto entsteht aber auch vor 1960/61, da der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael noch nicht verputzt und das Wohn- und Geschäftshaus von Malermeister Karl Sibold (Maienlandstr. 4) noch nicht gebaut ist.

Haus Fehrenbach in der Bahnhofstraße, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Direkt neben dem 1901 eröffneten Bahnhof steht das im selben Jahr errichtete Haus des Briefträgers Josef Fehrenbach (Bahnhofstr. 2). Der Hausname lautet »Postseppele’s«. Das Gebäude wirkt deutlich repräsentativer als viele ältere Häuser im Städtchen. An der Fassade wächst ein junger Spalierbaum empor, vor dem Haus befindet sich ein kleiner eingefasster Garten. Entlang der Bahnlinie entstanden seit der Jahrhundertwende neue Häuser, die sich architektonisch sichtbar vom historischen Stadtkern unterscheiden. Das Haus Fehrenbach gehört zu dieser jüngeren Erweiterung Löffingens.

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint die Aufnahme 1921 als Bild Nr. 21 unter der schlichten Bezeichnung »An der Bahn, Haus Nr. 74«. Der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922) nimmt auch dieses Gebäude in seinen Rundgang durch das Städtchen auf. Als Schriftleiter der vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebenen Zeitschrift beurteilt er gerade bei neueren Häusern sehr genau, ob sie seiner Vorstellung von einer regional angemessenen Bauweise entsprechen.

Ganz überzeugen kann ihn das Haus Fehrenbach nicht. Zwar sei es »bereits besser gemeint« als manche andere neuere Architektur. Doch die beiden Giebel, das abgewalmte Dach, dessen »starre Führung« ohne Aufschiebling und die Stichbogentür mit ihrer gezackten Quaderung seien »hierzulande niemals üblich«. Hier zeigt sich Wingenroths heimatschützerisches Ideal deutlich: Neubauten sollen nicht nur zweckmäßig und modern sein, sondern sich möglichst eng an vermeintlich überlieferte regionale Bauformen anlehnen.

Standort des Fotografen: 47.883928, 8.341967

Umzug zur Stadterhebung in der Bahnhofstraße, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Heidi und Rudolf Lasson zur Verfügung.

Der Festumzug anlässlich der Stadterhebung bewegt sich bei nasskaltem Schmuddelwetter durch die Bahnhofstraße. Der Wagen mit der späteren Königin Marie-Antoinette (1755-1793) wird von Pferden gezogen.

Dargestellt wird der historische Brautzug der 14-jährigen österreichischen Erzherzogin von ihrem Geburtsort Wien nach Versailles. Am 4. Mai 1770 kam er auf dem Weg von Donaueschingen nach Freiburg auch durch Löffingen. Der Zug bestand aus 22 sechsspännigen Karossen und 57 leichteren Kaleschen mit 450 Zug- und Reitpferden. Das Gefolge war 250 Personen stark. Am 16. Mai 1770 traf der Brautzug schließlich in Versailles ein, wo Marie-Antoinette die Gemahlin des späteren französischen Königs Ludwig XVI. wurde.

Im Hintergrund ist rechts das Haus Fehrenbach zu sehen. Es gehört der Witwe Frieda Fehrenbach (geb. Blattert, 1911-2003), die von Dillendorf stammt. Ihr Mann Wilhelm Fehrenbach (1908-1943), den sie 1938 geheiratet hatte, war am 5. Februar 1943 im Kaukasus gefallen. Sie verheiratete sich daraufhin ein zweites Mal mit Herbert Klatt.

Das Haus hinten links gehört zum Weberweg und ist im Besitz des Ehepaars Franz Vogelbacher (1906-?) und Berta Vogelbacher (geb. Hoch, 1911-?).

Standort des Fotografen: 47.884021, 8.341936

Trümmerfeld in der Demetriusstraße nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Unmittelbar nach dem verheerenden Großbrand entsteht diese Aufnahme, die das Trümmerfeld von einer erhöhten Position am Fuße des Alenbergs aus zeigt. Am unteren Bildrand ist die Säule des Laufbrunnens zu sehen, der an der Einmündung der Demetriusstraße in die Ringstraße steht. In der Bildmitte ist der abgebrannte Straßenzug in der Demetriusstraße zu sehen. Rauch steigt noch aus den Trümmern auf. Rechts ist die Ringstraße zu erkennen, die auf das erhalten gebliebene Haus von Ferdinand Schultheiß (Maienlandstr. 1) zuläuft.

Im Hintergrund sind das Bahnhofsgebäude und das Sägewerk Benz zu sehen. Der Schornstein ragt am rechten Bildrand in den Himmel.

Standort des Fotografen: 47.884699, 8.344792