Blick von der »Bittenwiese« auf das Städtchen, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Diese Gesamtansicht des Städtchens entstand von der »Bittenwiese« aus. Zu sehen ist der geschlossene Altstadtring in der Bittengasse mit den Rückansichten der Häuser der Hafnergasse (heute Kirchstraße). Die teilweise windschiefen Dächer werden vom Rathausturm überragt. Ganz links ist das Haus von Sattlermeister Ernst Geisinger (Kirchstr. 21) zu sehen, das beim Großbrand 1929 abbrannte. An die Häuser schließen sich Gärten mit Holzzäunen und dann die »Bittenwiese« an, die sehr feucht ist und nicht nur vom namensgebenden Bittenbach durchflossen wird. Ganz rechts ist der Alenberg zu sehen.

Der Künstler Guido Schreiber (1886-1979), der ab 1917 in Villingen wohnhaft war, malte diese Ansicht. Sie wurde 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« veröffentlicht. Damals erschien ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens, Fotografien, aber auch mit gemalten Bildern illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben.  

Standort des Malers: 47.882570, 8.346608

Rückseite des Mailänder Tores und des Hauses Werne, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Von der Maienlandstraße aus fällt der Blick auf die Rückseite des alten Mailänder Tores – so, wie es der Künstler Guido Schreiber (1886-1979) in dieser Zeichnung festhält. Das 1580 erbaute Stadttor wirkt in seiner gedrungenen, leicht unregelmäßigen Form eher wie ein schlichtes Wohnhaus mit einer Durchfahrt als wie ein repräsentatives Stadttor. Die enge Öffnung, der tief gezogene Dachfirst und die kleinen Fenster betonen den ländlichen, fast verwinkelten Charakter des Torgebäudes.

Deutlich erkennbar ist auch der hölzerne Anbau an der Außenwand – das Plumpsklo der Bewohner*innen. Das Abflussrohr führte direkt in den Stettbach, der noch offen durch die Maienlandstraße fließt. Im Tor wohnt zu dieser Zeit der Uhrenkastenschreiner Mathias Brugger.

Links und rechts schließen sich Wohnhäuser und Ökonomiegebäude an, teilweise mit vorgezogenen Dachtraufen, unregelmäßigen Fassaden und kleinen Fensteröffnungen. Der Weg unter dem Tor hindurch gibt den Blick frei auf die gegenüberliegende Straßenseite der Altstadt. Zwei Personen m Durchgang verleihen der Szene Tiefe und beleben die Ansicht.

Die Zeichnung wird 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« veröffentlicht – als Teil eines umfangreichen Beitrags über Löffingen. Anlass ist offenbar der verheerende Großbrand desselben Jahres, der den gesamten Straßenzug und auch das 350 Jahre alte Mailänder Tor zerstört. Beim Wiederaufbau entscheidet man sich, das Tor nicht originalgetreu wiederherzustellen, sondern die Durchfahrt zu verbreitern.

Standort des Malers: 47.884130, 8.343565

Torbogen des Mailänder Tors, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

»Anno 1580« steht an den Torbogen des Mailänder Tores geschrieben, denn in diesem Jahr wurde das Gebäude erbaut. Das letzte verbliebene der ehemals drei mittelalterlichen Stadtore verfügt nur über eine enge Durchfahrt ins Maienland. Es ist eigentlich ein dreistöckiges Wohnhaus. Deutlich zu erkennen ist dies an der Treppe, die zur Wohnung im ersten und zweiten Obergeschoss hinaufführt, und an den Fenstern mit den Blumenkästen. Im Tor wohnt der Uhrenkastenschreiner Mathias Brugger. Das Mailänder Tor übersteht den Großbrand 1921 weitgehend unbeschädigt, wird dann aber beim Wiederaufbau abgebrochen, um Platz für ein neues Tor mit einer breiteren Durchfahrt zu schaffen.

Der Künstler Guido Schreiber (1886-1979), der ab 1917 in Villingen wohnhaft war, malte diese Ansicht. Sie wurde 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« veröffentlicht. Damals erschien ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens, Fotografien, aber auch gemalten Bildern illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben.  

Standort des Malers: 47.883939, 8.343769

Rückseite der Häuser der Demetriusstraße, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Noch existiert die Ringstraße in diesem Bereich nicht. Die Häuser der Demetriusstraße bilden den äußeren Stadtring. An die Rückseite der Häuser mit ihren schiefen Dächern schließen sich Gärten und Wiesen an. Es folgt der Bahndamm. Der »neue Benzbau« (Ringstr. 8) wird erst einige Jahre später gebaut und wird dann links ins Bild ragen. Über die Dächer spickelt der Rathausturm. Darüber türmen sich Wolken dramatisch auf. Ob es ein Gewitter geben wird?

Der Künstler Guido Schreiber (1886-1979), der ab 1917 in Villingen wohnhaft war, malte diese Ansicht. Sie wurde 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« veröffentlicht. Damals erschien ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens, Fotografien, aber auch gemalten Bildern illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben.  

Standort des Malers: 47.883543, 8.342473

Demetriusstraße hinter dem Gasthaus »Adler«, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Die Demetriusstraße verengt sich hinter dem Gasthaus »Adler«. Vom Gasthaus führt ein Übergang hinüber zu der Tanzlaube und zu den Stallungen in der angrenzenden »Adler«-Scheune, links im Bild. Im rechten Teil des Bildes sieht man die Rückansicht der Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6). In der Enge der Altstadt musste auch der kleinste Platz als Lagermöglichkeit genutzt werden. Auch ein Misthaufen hatte seinen Platz zu finden.

Der Künstler Guido Schreiber (1886-1979), der ab 1917 in Villingen wohnhaft war, malte diese Ansicht. Sie wurde 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« veröffentlicht. Damals erschien ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens, Fotografien, aber auch gemalten Bildern illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben.  

Standort des Malers: 47.883392, 8.343473

Blick vom Mailänder Tor in die Demetriusstraße, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

»Hintergasse« heißt damals die enge Straße, die vom Mailänder Tor entlang des Altstadtrings führt. Die Häuser sind alt, schmal und größtenteils mit Holzschindeln gedeckt. Die Gasse mündet in den »Süßen Winkel«, der im Hintergrund zu sehen ist. Die enge Bebauung wird 1921 zum Verhängnis, als im Haus des Landwirts Julius Heer (Demetriusstr. 10) ein Brand ausbricht, der sich in rasender Geschwindigkeit ausbreitet. Das Feuer frisst sich die Gasse hinauf bis zum Haus von Schmiedemeister Viktor Fürst (Demetriusstr. 5). Ein mit Stockholz beladener Wagen, der in der Gasse steht, kann nicht mehr rechtzeitig weggefahren werden, auch er fängt Feuer. Da die Gasse nur drei Meter breit ist,  springt das Feuer auch auf die Häuser am Rathausplatz über. Innerhalb weniger Stunden werden insgesamt 36 Gebäude eingeäschert.       

Der Künstler Guido Schreiber (1886-1979), der ab 1917 in Villingen wohnhaft war, malte diese Ansicht. Sie wurde 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« veröffentlicht. Damals erschien ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens, Fotografien, aber auch gemalten Bildern illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben.

Standort des Malers: 47.884021, 8.343908

Blick zum Gasthaus »Lamm« und zur Kirche, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Zwischen den Häusern der Unteren Hauptstraße öffnet sich der Blick zur katholischen Pfarrkirche St. Michael. Ihr schlanker Turm ragt weit über die Dächer des Städtchens hinaus. Davor steht das stattliche Gasthaus »Lamm« (Kirchstr. 29), das mit seiner breiten Giebelfront den Straßenraum prägt. Zu erkennen sind außerdem das Warenhaus »zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7) und am rechten Bildrand der sogenannte »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8).

Auffällig ist die freie Fläche vor der Kirche. Hier klafft eine Baulücke: Das Kaufhaus von Anton Schirmer (Kirchstr. 25) brannte 1916 ab und wurde bislang nicht wieder aufgebaut. Dadurch ist die Kirche von der Unteren Hauptstraße aus ungewöhnlich frei zu sehen. Erst mit einer späteren Neubebauung wird sich dieser Blick wieder verändern.

Die Aufnahme erscheint 1921 als Bild Nr. 8 unter der schlichten Überschrift »Blick auf die Kirche« in der Zeitschrift »Badische Heimat«. Für seinen neunseitigen Beitrag über Löffingen stellt der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922) insgesamt 28 Ansichten zusammen und führt seine Leser*innen damit auf einem fotografischen Rundgang durch das Städtchen. Die vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebene Zeitschrift will Geschichte, Architektur und Landschaft Badens einem größeren Publikum näherbringen. Gerade diese Aufnahme hält dabei nicht nur ein markantes Ortsbild fest, sondern auch einen vorübergehenden Zustand: die Baulücke nach dem Brand von 1916.

Standort des Fotografen: 47.883235, 8.343618

Hochaltar in der katholischen Pfarrkirche St. Michael, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Kerzenleuchter, Engelsfiguren, das Opferlamm und geschwungene Formen rahmen den Hochaltar der katholischen Pfarrkirche St. Michael. Die Aufnahme konzentriert sich auf dessen unteren Teil mit dem Tabernakel. Zwischen Säulen, Figuren und reichem Schnitzwerk entfaltet sich die Formensprache des Barock, während sich der eigentliche Altaraufbau mit dem Wandgemälde nach oben außerhalb des Bildausschnitts fortsetzt.

Geschaffen wurde der Hochaltar von dem Bildhauer Matthias Faller (1707-1791) aus St. Märgen, einem der bedeutenden Schwarzwälder Bildschnitzer des 18. Jahrhunderts. Wegen seiner zahlreichen religiösen Arbeiten wurde er später auch als »Herrgottschnitzer des Schwarzwaldes« bezeichnet.

Die Aufnahme erscheint 1921 als Bild Nr. 9 unter der Überschrift »Teilansicht des Hochaltars« in der Zeitschrift »Badische Heimat«. In einem neunseitigen Beitrag führt der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922), Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg und Schriftleiter der Zeitschrift, die Leser*innen anhand von 28 Fotografien durch Löffingen. Herausgegeben wird die Zeitschrift vom 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e. V.«, der sich der Geschichte, Kunst, Landschaft und Volkskunde Badens widmete.

Wingenroth zeigt sich vom Hochaltar besonders beeindruckt. Er beschreibt »jenen schönen Barockaltar mit dem immer wechselnden, immer geistreichen Aufbau von Säulen, geschwungenen Giebeln, flatternden Engeln«, bedauert aber zugleich, dass auf der Fotografie »leider nur der untere Teil« wiedergegeben werden könne. Aus dem barocken Altar schließt er außerdem: »Offenbar stand also hier einmal eine Barockkirche.«

Standort des Fotografen: 47.882477, 8.344638

Oberer Rathausplatz mit Rathaus und früherem Gasthaus »Sonne«, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Mitten auf dem oberen Rathausplatz steht frei das Rathaus und teilt den Platz in zwei Bereiche: in den oberen Rathausplatz und den unteren Rathausplatz. Links daneben erhebt sich das frühere Gasthaus »Sonne« (Rathausplatz 9-10). Der Gastbetrieb ist zu diesem Zeitpunkt bereits eingestellt. Daneben markieren kleine Bäumchen den Bereich des Schulhofs, denn das Rathaus dient zugleich als Schulhaus. Einige Personen bewegen sich über den ansonsten ruhig wirkenden Platz.

Seine dritte Funktion als Kaufhaus hat das Rathaus seit der Jahrhundertwende verloren. Nur noch die großen rundbogigen Türen im Erdgeschoss, die einst zur Markthalle führten, erzählen vom früheren Marktgeschehen. Vor dem Gebäude steht der Rathausbrunnen mit der Figur der »Schnitterin«. Auch sie erinnert an die Bedeutung Löffingens als Marktort und insbesondere an den einst wichtigen Kornmarkt der Baar.

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint die Aufnahme 1921 als Bild Nr. 10 – allerdings mit einer falschen Bildunterschrift: »Rathaus und Gasthaus zum Löwen«. Tatsächlich ist links neben dem Rathaus nicht der »Löwen«, sondern die »alte Sonne« zu sehen. Das Foto gehört zu den 28 Ansichten, mit denen der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922) seinen neunseitigen Rundgang durch Löffingen illustriert. Als Schriftleiter der vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebenen Zeitschrift richtet er seinen Blick besonders auf Architektur und gewachsene Stadtbilder.

Das freistehende Rathaus gefällt Wingenroth ausgesprochen gut. Er beschreibt, wie »wirksam« es in der Mitte des Platzes stehe, und lobt »die Geschlossenheit seiner Bauerscheinung«. Besonders gelungen erscheint ihm, dass das Gebäude den Rathausplatz »gut in zwei Hälften« teilt. Diese städtebauliche Wirkung lässt sich auf der Aufnahme sehr schön nachvollziehen.

Standort des Fotografen: 47.884155, 8.345170

Kirchstraße, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Von der Kirche aus fällt der Blick die leicht gebogene Kirchstraße hinauf. Links steht im Vordergrund das Haus des Seifensieders Anton Benz (Kirchstr. 12) mit seinem markanten Staffelgiebel. Gleich daneben führt ein kleiner Tordurchgang in die Eggertenstraße. Auf der rechten Straßenseite ist das Haus des Sattlermeisters Ernst Geisinger (Kirchstr. 21) zu sehen. Holzstapel und landwirtschaftliches Gerät lagern unmittelbar im Straßenraum, ein paar Hühner laufen frei umher. Weiter oben steht einer der steinernen Laufbrunnen, die noch zum alltäglichen Straßenbild gehören.

Die Kirchstraße ist noch ganz selbstverständlich ein Wohn-, Arbeits- und Wirtschaftsraum zugleich. Vor den Häusern wird Holz gelagert, Tiere bewegen sich auf der Straße, und der Brunnen dient der Wasserversorgung von Menschen und Vieh. Das Haus Geisinger und mehrere angrenzende Gebäude auf der rechten Straßenseite werden wenige Jahre später beim Brand von 1929 zerstört.

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint die Aufnahme 1921 als Bild Nr. 11 unter der Überschrift »Blick von der Kirche in die Seitengasse«. Sie gehört zu den 28 Fotografien, mit denen der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922), Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg und Schriftleiter der Zeitschrift, seinen Rundgang durch Löffingen illustriert. Die vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebene Zeitschrift richtet ihr Augenmerk besonders auf historische Bauformen, gewachsene Ortsbilder und regionale Besonderheiten.

Wingenroth gefällt die Kirchstraße gerade wegen ihres unregelmäßigen, alten Erscheinungsbildes. Er beschreibt sie als »langes gebogenes Gäßlein«, in dem einige der ältesten Häuser mit »gotischen Gewänden« auffielen. Besonders angetan ist er vom steinernen Laufbrunnen und schwärmt von einer früheren Zeit, »die solchen Brunnen so hübsch in die Straße setzte«. Nur eines stört seinen vom Heimatschutz geprägten Blick: der Drahtzaun am Kirchplatz. Aber der befindet sich im Rücken des Fotografen und ist nicht in diesem Bild zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882911, 8.344179

Oberer Rathausplatz mit Gewerbeschule, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Vom Rathaus aus öffnet sich der Blick über den ansteigenden oberen Rathausplatz. Im Vordergrund steht der Rathausbrunnen mit der Figur der »Schnitterin«, die an die frühere Bedeutung des Platzes als Marktplatz erinnert. Die unregelmäßig angeordneten Häuser rahmen den Platz ein.

Besonders ins Auge fällt die Gewerbeschule (Demetriusstr. 1). Sie wurde nach dem verheerenden Brand von 1907 neu errichtet, bei dem mehrere Häuser in der Demetrius- und Ringstraße zerstört wurden. Mit ihrer Freitreppe, dem betonten Eingangsportal und einzelnen Jugendstil-Elementen ist sie das neueste Gebäude am Platz. Am rechten Bildrand sind das Wohn- und Geschäftshaus des Kaufmanns Wilhelm Vogt (Rathausplatz 13) sowie das Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12) zu erkennen. Der Rathausplatz selbst wirkt menschenleer.

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint die Aufnahme 1921 als Bild Nr. 12 unter der Überschrift »Oberer Platz mit Gewerbeschule«. Der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922), Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg und Schriftleiter der Zeitschrift, führt seine Leser*innen in seinem neunseitigen Beitrag anhand von 28 Fotografien durch Löffingen. Die vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebene Zeitschrift richtet ihren Blick besonders auf Architektur, Ortsbilder und regionale Baukultur.

Wingenroth gefällt die städtebauliche Wirkung des Platzes. Er lobt die »unregelmäßige Führung« der Häuserzeilen und den Brunnen, dessen Figur er als »Ährenleserin« bezeichnet. Auch die neue Gewerbeschule findet seine Zustimmung: Mit Freitreppe und Portal gebe sie dem ansteigenden Platz »einen guten Akzent« und füge sich in Höhe und Dachform »trefflich« ein. Weniger begeistert zeigt er sich vom Geschäftshaus Vogt auf der rechten Seite, das seiner Ansicht nach durch einen »unglücklichen Ladeneinbau« gelitten habe. Es zeigt sich sein vom Heimatschutz geprägter Maßstab: Neues darf durchaus selbstbewusst auftreten, soll sich aber harmonisch in das gewachsene Stadtbild einfügen.

Standort des Fotografen: 47.883875, 8.344645

Oberer Rathausplatz mit den Gasthäusern »Ochsen« und »Löwen«, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Die beiden traditionsreichen Gasthäuser »Ochsen« und »Löwen« beherrschen die Ostseite des oberen Rathausplatzes. Einige wenige Personen beleben den ansonsten ruhig wirkenden Platz. Rechts im Vordergrund steht der Rathausbrunnen mit seiner Figur der »Schnitterin«.

Die beiden Gasthäuser gehören seit langem zu den markanten Gebäuden im Städtchen. Zusammen mit dem Rathaus und dem Brunnen prägen sie den oberen Rathausplatz, der noch weitgehend frei von Verkehr ist.

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint die Aufnahme 1921 als Bild Nr. 13 unter der Überschrift »Oberer Platz, Ostseite, Gasthäuser zum Löwen und Ochsen«. Sie gehört zu den 28 Fotografien, mit denen der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922) seinen Rundgang durch Löffingen illustriert. Als Schriftleiter der vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebenen Zeitschrift beurteilt er immer wieder, wie gut sich alte und neue Gebäude in das gewachsene Stadtbild einfügen.

Nachdem Wingenroth zuvor die Fassadengestaltung des früheren Fürstenbergischen Amtshauses kritisiert hat, gefällt ihm diese Seite des Platzes deutlich besser. Lediglich die neugestaltete linke Hälfte des »Ochsen« stört ihn etwas. Doch er ist zuversichtlich: »Die Zeit wird durch Verwischung des neuen Anstriches das Ihrige tun.« Insgesamt seien dies ohnehin nur »leise Fehler« im Vergleich zu den Bausünden, die er andernorts beobachtet. Hier zeigt sich sein vom Heimatschutz geprägter Blick: Neues wird nicht grundsätzlich abgelehnt – es soll sich aber möglichst unauffällig in das überlieferte Ortsbild einfügen.

Standort des Fotografen: 47.884013, 8.344832