Blick in die Kirchstraße, 1973

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Brigitte und Günter Leber zur Verfügung.

Bei diesem Blick in die Kirchstraße stehen die Häuser im Vordergrund, die beim Großbrand 1929 abbrannten und dann neu mit Staffelgiebeln wiederaufgebaut wurden. Das Haus von Landwirt Adolf Sibold (Kirchstraße 19) mit seiner rötlichen Fassade brannte knappe zehn Jahre nach dem Entstehen dieser Farbfotografie erneut ab.

Im Hintergrund sind das Haus Walz mit dem Ladengeschäft, die Bäckerei Zahn und das Haus Schelling zu erkennen. Beim Haus Schelling wird gerade der Ökonomieteil umgebaut und ein Garagentor eingesetzt. Einige Jahre später wird es seinerseits durch das »Postbögle« ersetzt, um einen Durchgang von der Kirchstraße in die Bittengasse und in Richtung Postamt und Schule zu ermöglichen.

Standort des Fotografen: 47.883068, 8.344496

Bombenschaden am Haus Zahn, Februar 1945

 

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Lotte und Walter Ratzer zur Verfügung.

Während des Zeiten Weltkrieges wurde im Löffinger Wald Munition eingelagert. Umschlagplatz hierfür war der Bahnhof. Ab Februar 1945 bis Kriegsende flogen die Alliierten Bombenangriffe auf den Bahnhof und die Firma Holzwerke Benz. Es gab Bombentreffer verstreut über die gesamte Innenstadt. Menschen kamen ums Leben und zahlreiche Häuser wurden zerstört.

Zwei Bomben schlugen in der Bittengasse beim Transformatorenhaus ein. Das angrenzende Haus des Bäckermeisters Jakob Zahn wurde durch den Luftdruck abgedeckt und schwer beschädigt. Die Wiederkehr wurden zerstört, Fensterscheiben barsten. Trümmerschutt lag herum. Auf dem Foto nehmen Angehörige der Familie Zahn den enstandenen Schaden in Augenschein. Der Junge im ersten Stock, der aus dem Loch schaut, wo früher ein Fenster war, ist vermutlich der 1937 geborene Hermann Zahn.

Standort des Fotografen: 47.883235, 8.345357

Rückseite der Häuser Zahn und Schelling, März 2013

Sammlung Familie Waßmer

An den Häusern Zahn (Kirchstr. 13) und Schelling (Nr. 11) sind rückseitig zur Bittengasse hin Anbauten angefügt, die kaum mehr den Verlauf der mittelalterlichen Stadtrings erkennen lassen. Das Foto entstand wenige Jahre vor der grundlegenden Sanierung des Hauses Zahn. Der in einem desolaten Zustand befindliche Anbau ist durch einen Bauzahn von der Fahrbahn abgetrennt. Neben dem »Postbögle« befinden sich Garagen, die zum Nachbarhaus Schelling gehören.

Standort des Fotografen: 47.883389, 8.345561

Haus Benz, Kirchstr. 12, vor 1914

Neugierig schauen Angehörige der Familie Anton Benz aus den Fenstern hinunter auf die Straße. Der Seifensieder Anton Benz ist am Fenster über der Stalltür zu sehen. Er war ein hochdekorierter Veteran aus dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71.  Im Erdgeschoss betrieb er eine Seifensiederei mit dazu gehörendem Laden. Im Fenster neben der Eingangstür sind seine Produkte ausgestellt: Kernseife, Waschpulver, Bodenöl und Karrenschmiere.

Bäckerei in der Kirchstraße, März 2006

Sammlung Familie Waßmer

Über viele Jahrzehnte befand sich in dem Haus Kirchstraße 13 eine Bäckerei. Zunächst wurde sie von Bäckermeister Robert Isele, später von Bäckermeister Jakob Zahn betrieben. 1972 ging das Haus und die Bäckerei an den 35-jährigen Sohn Hermann Zahn über.

Das Ehepaar Zahn baute das Haus in den 1970er Jahren um. Staffelgiebel und eine Schleppgaube wurden eingebaut. Eine breite Fensterfront ermöglichte den Blick in den Laden. Links lud ein Café zum Verweilen ein. 2015 wurde das Gebäude an Elke und Bertram Bürer verkauft, die es komplett sanierten. Die Bäckerei-Tradition fand nun ein Ende. Stattdessen wurde eine Gemeinschaftspraxis für Physiotherapie eröffnet.

Auf dem Foto ist im angrenzenden Haus Schilling der Durchgang zur Bittengasse zu erkennen, der »Postbögle« heißt. Der Name hält sich bis heute, obwohl sich das Postamt längst nicht mehr in der Bittengasse befindet.

Standort des Fotografen: 47.883411, 8.345027

Bäckermeister Jakob Zahn beim Backen, ca. 1936-1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Zahn zur Verfügung.

 Bäckermeister Jakob Zahn wurde 1909 geboren. Zusammen mit seiner Frau Anna betrieb er bis in die 1970er Jahre eine Bäckerei im Haus Kirchstraße 13 (Hafnergasse 32). Das Foto zeigt ihn, wie er gerade ein Blech Brote aus dem Backofen zieht.

Standort des Fotografen: 47.883406, 8.345170

Blick auf die Häuser Schelling und Zahn, Februar 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rosa Hauser zur Verfügung.

Ein Brand im Jahr 1842 zerstörte die drei Häuser auf dem Bild, rechts das Haus Walz, das gerade umgebaut wird, das Haus Zahn in der Bildmitte und das Haus Schelling. Das Haus des Bäckermeisters Jakob Zahn ist seit dem Wiederaufbau ein Geschäftshaus. Zunächst waren die Ladenbesitzer Metzgermeister. Es folgten die Bäckereien Robert Isele und Jakob Zahn.

Das Bild entstand nach der Wahl von Edmund Laufer zum neuen Bürgermeister am 14. Februar 1965. Vor dem Wohnhaus Laufers in der Kirchstraße wurde damals ein geschmückter Baum aufgestellt, dessen Stamm schräg im Bild zu erkennen ist. In der Straße steht der Bock, auf dem der Baum gelagert war. Die wenigen Zuschauer an der Häuserfront stehen dicht an den Hausmauern oder in den Eingangstüren. Mehr Menschen stehen auf der Straßenseite im Vordergrund. Diese Seite scheint bei dem Spektakel die ungefährlichere zu sein. Die Menschen schauen gespannt nach oben zur nicht sichtbaren Spitze des Baumes.

Die Wahlbeteiligung bei der Bürgermeisterwahl 1965 war hoch. 90 Prozent der Löffinger Bürger gaben ihre Stimme ab. Von 1.083 gültigen Stimmen fielen 596 auf Edmund Laufer, der damit im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichte.