Wirtshausschild des früheren Gasthauses »Sonne«, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Eine strahlende Sonne weist noch immer den Weg zum früheren Gasthaus »Sonne« am oberen Rathausplatz. Das kunstvoll geschmiedete Wirtshausschild ragt weit über die Straße hinaus. In seinem quadratischen Rahmen sitzt das Sonnenmotiv mit kräftigen Strahlen, umgeben von verspieltem schmiedeeisernem Rankenwerk. Dahinter öffnet sich der Blick auf Dächer und Hauswände der Nachbargebäude.

Als die Aufnahme entsteht, ist der Gastbetrieb in der »alten Sonne« bereits eingestellt. Das traditionsreiche Schild bleibt jedoch erhalten. 1930 bekommt es einen neuen Platz: Das bisherige Gasthaus »Lamm« (Kirchstr. 29) wird in Gasthaus »Sonne« umbenannt und übernimmt das historische Wirtshausschild. Dort hängt es bis heute – ein Stück des alten Gasthauses überlebt damit an anderer Stelle.

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint das Foto 1921 als Bild Nr. 26 unter der Überschrift »Wirtshausschild zur Sonne«. Für den Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922), der den neunseitigen Löffingen-Beitrag verfasst, sind offenbar nicht nur Kirchen und bedeutende Gebäude sehenswert, sondern auch solche Zeugnisse des alten Handwerks und des alltäglichen Stadtbildes. Die vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebene Zeitschrift widmet sich der Geschichte, Kunst, Landschaft und Volkskunde Badens – und bewahrt mit ihren 28 Löffinger Ansichten zugleich Details, die andernfalls leicht verloren gegangen wären.

Standort des Fotografen: 47.883707, 8.344609

Blick aus dem Gasthaus »Adler« mit Wirtshausschild, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Fast scheint das schmiedeeiserne Wirtshausschild vom Gasthaus »Adler« über dem Städtchen zu schweben. Von einem Fenster im zweiten Obergeschoss des Gasthauses fällt der Blick hinaus auf den unteren Rathausplatz. Das reich verzierte Schild mit dem Adler ragt weit über die Fassade hinaus und beherrscht die Aufnahme. Gastwirt des »Adlers« ist zu dieser Zeit Heinrich Faller.

Rechts erhebt sich das Rathaus, davor steht das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Links ist das Haus des Schmiedemeisters Emil Fürst (Rathausplatz 5) zu sehen. An seinem Giebel wächst ein Spalierbaum empor. Dem Gebäude bleibt allerdings nicht mehr viel Zeit: Beim Großbrand von 1921 wird es zerstört.

Das Foto zeigt Löffingen damit unmittelbar vor einer tiefgreifenden Veränderung des Stadtbildes. Gerade solche Aufnahmen sind nach dem Brand von besonderem Wert, weil sie Häuser und Straßenzüge dokumentieren, die kurz darauf verschwinden und beim Wiederaufbau ein völlig neues Aussehen erhalten.

Veröffentlicht wird die Aufnahme 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« als Bild Nr. 27 unter der Bezeichnung »Wirtshausschild zum Adler«. Ein neunseitiger Beitrag führt die Leser*innen anhand von insgesamt 28 Ansichten wie auf einem Rundgang durch das Städtchen. Verfasst wird er von Max Wingenroth (1872-1922), Kunsthistoriker, Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg und Schriftleiter der Zeitschrift. Herausgeber ist der 1909 gegründete »Landesverein Badische Heimat e. V.«, der sich der Geschichte, Kunst, Landschaft und Volkskunde Badens widmet. Der Großbrand von 1921 dürfte den unmittelbaren Anlass dafür geben, das alte Löffingen noch einmal ausführlich in Wort und Bild vorzustellen.

Standort des Fotografen: 47.883581, 8.343731

Gesamtansicht des Städtchens vom »kleinen Brühl« aus, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Weit und fast unverbaut liegt Löffingen in der Landschaft. Vom Gewann »Im kleinen Brühl« fällt der Blick über Wiesen und die Bahnlinie hinweg auf das Städtchen. Die Aufnahme entsteht ungefähr dort, wo später die Gartenstraße verläuft. Von einer geschlossenen Bebauung ist hier noch nichts zu sehen; auch entlang der Bonndorfer Straße stehen noch keine Häuser.

Jenseits der Bahnlinie beginnen die Häuser der Seppenhofer Straße und des heutigen Pfarrwegs. Dahinter verdichtet sich die Bebauung zum historischen Stadtkern. Über den Dächern ragt der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael auf und gibt der Silhouette ihren markantesten Akzent. Der freie Vordergrund macht besonders deutlich, wie kompakt Löffingen zu dieser Zeit noch inmitten der landwirtschaftlich genutzten Flächen liegt.

Die Gesamtansicht bildet als Foto Nr. 28 den Abschluss des neunseitigen Beitrags über Löffingen, der 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint. Der Kunsthistoriker und Schriftleiter Max Wingenroth (1872-1922) führt seine Leser*innen darin anhand von 28 Ansichten auf einem Rundgang durch das Städtchen. Herausgegeben wird die Zeitschrift vom 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e. V.«, der sich der Geschichte, Kunst, Landschaft und Volkskunde Badens widmet. Das Schlussbild trägt die Bildunterschrift »Löffingen von Seppenhofen aus«.

Zum Ende seines Rundgangs wird Wingenroth beinahe poetisch: »Da liegt das Städtlein sonnenbeglänzt, von sanften Hügelrücken umrahmt, vor uns, mit seinen freundlichen Häusern, ihren altersbraunen Dächern, dem schlichten Kirchturm ein echtes Kind der Baar, das sich seine stillen Reize noch lange unverdorben erhalten möge.« Mit seiner Ortsangabe liegt er allerdings daneben: Er verortet den Aussichtspunkt auf einer »Höhe bei Reiselfingen«. Tatsächlich entsteht die Aufnahme wesentlich näher am Städtchen, im Bereich des »kleinen Brühl«, in Richtung Seppenhofen gelegen.

Standort des Fotografen: 47.879723, 8.344469