Alemannenstraße mit viel Schnee, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Tief eingeschneit sind die Häuser in der Alemannenstraße, die noch Friedhofstraße heißt. Schließlich führt sie geradewegs zum Friedhof, wie an der 1862 erbauten Friedhofskapelle zu erkennen ist, die über den Dächern emporragt.

Auf der rechten Straßenseite stehen die Häuser von Maurer Josef Schropp (Alemannenstr. 27), von Zimmermann August Fehrenbach (Alemannenstr. 25), von Maurermeister Josef Kuttruff (Alemannenstr. 23), von Landwirt Wilhelm Brugger (Alemannenstr. 21), von Malermeister Karl Hepting (Alemannenstr. 19) und von Sägearbeiter Heinrich Kaltenbrunner (Alemannenstr. 17). Alle Häuser wurden erst ab 1920 erbaut, die meisten von der Baugenossenschaft errichtet.

Standort des Fotografen: 47.886605, 8.350641

Haus Selb und Haus Sibold in der Öle, ca. 1950

Sammlung Familie Waßmer

Fernab vom Städtchen, an der Mauchach gelegen, neben der Straße nach Dittishausen, stehen einsam zwei Häuser. »Öle« heißt das Gewann, bezeichnet nach einer Ölmühle, die erstmalig im 13. Jahrhundert erwähnt wurde und ab 1688 kontinuierlich nachweisbar ist. Aus den Samen des Mohnes und einer Rapsart wurde Speiseöl geschlagen. Später wurde das Anwesen aufgegeben. Doch 1815 kehrte wieder Leben in die »Öle« ein.

Damals wurde das rechte Haus (Öle 1) von dem Öler und Müller Alois Faller erbaut. Über 100 Jahre später gehört es dem Landwirt Josef Sibold (1901-1995) und dessen Ehefrau Maria Sibold geb. Dreher (1910-1992). Die Kinder des Ehepaares haben wohl den längsten Schulweg, denn sie müssen jeden Tag zu Fuß zur Volksschule nach Löffingen laufen.

Das linke Haus (Öle 2) ist ein paar Jahre jünger, es wurde 1823/24 erbaut und gehört dem Landwirt Julius Selb (1880-1962) und dessen Ehefrau Maria Selb geb. Eckert (1884-1968).

Im Vordergrund ist die Straße nach Dittishausen zu sehen. Unter einer kleinen Brücke fließt die Mauchach hindurch.

Standort des Fotografen: 47.896448, 8.350200

Narrengruppe »Eskimo« in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1913

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

1913 wird die Fasnacht groß gefeiert, da die »Laternenbrüder« ihr 25. Gründungsjubiläum feiern. Im Vorjahr ließ man die Fasnacht extra ausfallen, damit sich alle Narren auf das Jubiläumsjahr konzentrieren können. Besonders ideenreich und aufwändig gestaltet fallen denn auch die Kostüme und Umzugswagen in diesem Jahr aus.

Als »Gesangsverein Polaris Eskimo« bezeichnet sich diese Narrengruppe, die vor dem Haus des Landwirts Konrad Bader (Obere Hauptstr. 17) posiert. Die bis heute übliche Bezeichnung »Eskimo« meint unterschiedliche indigene Völker im nördlichen Polargebiet. Auch wenn in Löffingen keine arktischen Temperaturen herrschen, so sind die Närrinnen und Narren doch warm angezogen und tragen Felle um ihre Köpfe. Die (aneinandergebundenen?) Schlitten, auf denen sie hintereinander sitzen, werden von Hunden gezogen, die gerade links und rechts neben den Schlitten stehen. Vermutlich handelt es sich um Mitglieder des »Männergesangsvereins Eintracht«.

Der Umzugswagen dahinter, der von Pferden gezogen wird, stellt laut Tafel »Germania Reisen« dar.

Standort des Fotografen: 47.884894, 8.349137

Seppenhofer Straße mit viel Schnee, ca. 1951/52

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Noch führt die Seppenhofer Straße geradewegs über die Bahnlinie und mündet auf der anderen Seite in die Bonndorfer Straße. Genau hier hat der Fotograf Position bezogen, um dieses winterliche Foto aufzunehmen. Zu sehen sind die Bahngleise und die letzten Häuser der Seppenhofer Straße und damit des Städtchens.

Die drei Häuser auf dem Foto wurden alle in der ersten Jahrhunderthälfte am Ortsausgang erbaut. Links steht das 1907 errichtete Haus von Glasermeister Anselm Egle (Seppenhofer Str. 15). In der Mitte ist das Haus von Landwirt Johann Brunner (Seppenhofer Str. 17) zu erkennen. Brunner hatte vor dem Großbrand 1921 ein landwirtschaftliches Anwesen am Rathausplatz besessen und sich gegen einen Wiederaufbau auf dem Brandplatz und stattdessen für einen Neubau in der Seppenhofer Straße entschieden. Rechts steht das Haus Schreiber (Seppenhofer Str. 19), das ebenfalls nach dem Großbrand 1921 erbaut wird. Es wird 1975 bei einem Feuer zerstört.

Standort des Fotografen: 47.880360, 8.345728

Holztransport der Firma Benz, ca. 1966

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gerhard Pfeifer zur Verfügung.

Der Lastwagen des Sägewerk Benz ist im Einsatz. Transportiert wird ein gewaltiger Baumstamm. Er soll im Eingangstor des neu errichteten Wildparks als Querbalken eingebaut werden. Oben auf dem Stamm thront Gerhard Pfeifer (geb. 1947). Links und rechts stehen Willi Mayer (1947-1970) und [Erich Frank?].

Der Holztransporter fährt vermutlich gerade an der Jungviehweide vorbei in Richtung Ziegelhütte. Im Hintergrund ist die Böschung zur neu gebauten Umgehunsstraße B31 zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.895733, 8.336464

Trümmerfeld in der Ringstraße nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz / Stadtarchiv

Die Ringstraße, die am unteren Bildrand verläuft, steigt steil an. Wenige Meter weiter mündet sie in die Alenbergstraße ein. Das Trümmerfeld zeigt die Überreste der Anwesen von Wagnermeister Andreas Maier (Ringstr. 2) und Landwirt Karl Diesberger (Ringstr. 2*) nach dem Großbrand vom 28. Juli 1921.

Karl Diesberger entschließt sich beim Wiederaufbau, sein neues Haus nicht auf dem Brandplatz zu errichten. Er baut es stattdessen »zwischen Bahnhof und Mailänderstrasse« (Weberweg 5). Dadurch entsteht mehr Platz für den Neubau von Andreas Maier und für eine veränderte Straßenführung. Die Stromkabel am oberen Bildrand führen hinauf auf den Alenberg.

Das Foto muss unmittelbar in den Tagen nach der Brandkatastrophe entstanden sein, denn zu den ersten Aufräumarbeiten, die die Polizisten aus Müllheim leisten, zählt das Entfernen der beschädigten Stromleitung.

Standort des Fotografen: 47.884731, 8.344769

Aufräumarbeiten in der Alenbergstraße nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Hundertschaft mit Polizisten der Gruppe V aus Müllheim ist nach dem Großbrand nach Löffingen zu Aufräumarbeiten abkommandiert. Sie werden bei ihrem Einsatz in sechs bis sieben Arbeitstruppen unterteilt. Jeder Trupp, bestehend aus einem Wachtmeister als Führer und ca. 15 Männern, arbeitet auf einem eigenen Brandplatz. In der Alenbergstraße sind gerade diese Polizisten damit beschäftigt, Mauerreste mit Spitzhacken abzubrechen. Am linken Bildrand ist die Stromleitung zu erkennen, die vom Städtchen auf den Alenberg hinaufführt.

Am 9. August 1921 heißt es in einem Tätigkeitsbericht über die Aufräumarbeiten: „In den ersten Tagen wurde die ganze Brandstätte von brennenden Holzteilen, Blech und Eisen und der zerstörten Starkstromleitung gesäubert, die Feldbahngeleise abmontiert und angefahren und zahlreiche Sprengungen und Einreißen gefahrdrohender Giebel, Mauern und Schornsteine vorgenommen. Da und dort mußten dauernd Brandherde, die in Verbindung mit dem herrschenden Wirbelwind immer wieder aufloderten, gelöscht werden, besonders auch zur Nachtzeit.“

Im Hintergrund des Fotos sind das Forstamt (Rötenbacher Str. 8) und das Sägewerk Benz zu sehen. Letzteres verfügt noch über zwei Kamine, die in den Himmel ragen.

Standort des Fotografen: 47.884967, 8.344816

Trümmerstätte in der Demetriusstraße nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Da die Straßenzüge in der Demetriusstraße und Ringstraße eingeäschert sind und auch am Rathausplatz drei Häuser bis auf die Grundmauern abbrannten, hat man vom Rathaus einen freien Blick über die Trümmerstätte hinweg. Ein einsamer Giebel ragt in der Demetriusstraße empor. Er gehörte bis vor wenigen Tagen zu dem Haus von Bäckermeister Ernst Ritter. Es handelt sich um einen Staffelgiebel, die vor dem Großbrand selten waren und erst nach dem Wiederaufbau zu einem Charakteristikum des Städtchens werden.

Am rechten Bildrand sind die Brandruinen des Hauses Mayer (Ringstr. 3) und links daneben des Doppelhauses Benitz-Thoma (Alenbergstr. 7-9) zu sehen. Etwa in der Bildmitte ist die Ruine des Benitz’schen Hauses in der Rötengasse zu erkennen, die erst 1924 abgebrochen wird. Im Hintergrund sind die vor dem Flammeninferno geretteten Häuser in der Maienlandstraße und im Weberweg zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883910, 8.344197

Arbeiter vor Hochspannungsmast, ca. 1920-1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

1917 wird Löffingen an das Fürstlich-Fürstenbergische Elektrizitätswerk Stallegg angeschlossen. Das Flusskraftwerk in der Wutachschlucht, das unterhalb Göschweiler gelegen ist, wurde bereits 1895 in Betrieb genommen. Für die Energieübertragung wurde von Stallegg nach Donaueschingen eine 24 km lange 10-kV-Hochspannungsleitung aus 480 Masten gebaut, die jeweils 10 Meter hoch sind. Die Versorgung des Löffinger Raumes geschieht entlang dieser 10 kV Stallegger Holzmast-Leitung, welche über Göschweiler, Reiselfingen, Bachheim, Unadingen und Hüfingen nach Donaueschingen führt.

Dieses Foto wird vermutlich im Gewann »Kohlhalde« aufgenommen: Die Stromleitung ist dort über die Mauchach in Richtung Dittishausen gespannt. Die Arbeiter, die den Hochspannungsmasten errichtet haben, posieren nach getaner Arbeit vor ihm. Es handelt sich um einen Dreiebenenmasten, wobei die Leiterseile noch nicht gespannt sind. Diese Leitung dient nicht der Stromversorgung Löffingens, sondern des Villinger Raums. Denn es handelt sich um die 110 kV Leitung, die von Gurtweil via Villingen nach Offenburg führt. Bauherr ist die Badenwerk AG. Hochspannungsleitungen werden üblicherweise von AEG, Siemens oder BBC gebaut und vom Hauptsitz Karlsruhe geplant und gebaut,

Wer sind die Arbeiter?
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.:
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.896122, 8.376429

Rückseite des Hauses Sibold in der Bittengasse, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Während die Vorderfassaden der Häuser in der Kirchstraße häufiger fotografiert werden, sind ihre Rückseiten, die zur Bittengasse reichen, kein häufiges Fotomotiv. Das Haus von Adolf Sibold (Kirchstr. 19) ist noch immer ein landwirtschaftliches Anwesen, wie am Scheunentor, aber vor allem an den Misthaufen zu erkennen ist. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist vor dem Farrenstall ein Heuwagen geparkt. Wäsche ist am ersten und zweiten Stockwerk zum Trocknen aufgehängt. Offenbar hält man die Rückseite für weniger vorzeigbar.

Das Nachbarhaus von Sattlermeister Karl Koch (Kirchstr. 21) wird nicht landwirtschaftlich genutzt. Eine Garage ist zur Bittengasse hin angebaut. Ihr Dach dient zugleich als Terrasse. Der Blick endet bei der katholische Pfarrkirche St. Michael, die seit jeher außerhalb des Altstadtrings steht. Ihr Kirchturm wird 1961 verputzt, hier ist noch das Mauerwerk zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883007, 8.345095

Haus Morath in der Alenbergstraße, ca. 1925/26

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Scholz zur Verfügung.

Beim Großbrand am 28. Juli 1921 war das Haus der Kriegswitwe Morath und ihrer minderjährigen Kinder auf dem Alenberg abgebrannt. Der Ehemann und Familienvater Emil Morath war am 4. Oktober 1918, kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges, gefallen. Dass die Hinterbliebenen beim Brand 1921 auch ihr Haus samt Hab und Gut verloren, war ein weiterer schwerer Schicksalsschlag.

Vier Jahre nach dem Brandunglück errichtet der Zimmermann Johann Morath auf dem Grundstück ein kleines Wohnhaus. 1930 erwirbt es der Kaufmann Alfred Gaede (1902-1961).

Standort des Fotografen: 47.886600, 8.342936

Umzugswagen des Turnerbundes in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1927

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Auch der Turnerbund beteiligt sich am Fasnachtsumzug mit einem eigenen Wagen. Er wird von vier Pferden gezogen. Die Turner auf dem Wagen tragen ihre weiße Sportkleidung. Vorneweg marschiert ein Turner, der ein Schild mit dem Turnerkreuz trägt. Es setzt sich aus vier »F« zusammen, die für den Wahlspruch »Frisch, fromm, fröhlich, frei« stehen. Auf dem Pferd reitet Jakob Schreiber. Dahinter auf dem Wagen steht vorne links Anselm Zepf (1898-1989).

Das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet: »Das altdeutsche Lied in Wort, Bild und Sang«. Die Turner beteiligen sich mit dem Turnvater-Jahn-Lied »Der Ruf ist erklungen«. Sie hätten aber auch ihr eigenes Gründungslied von 1905 zum Besten geben können. Es beginnt mit den Zeilen: »In Löffingen allgemein – / es sollt zwar anders sein – / denn nirgends ist was los, / sind lauter Latschi bloß! / Des Ding muaß anders sein, / mir gründen en Turnverein!«

An Fasnacht 1927 veranstaltet der Turnerbund auch zum ersten Mal seinen »Bunten Abend«, eine Tradition, die bis heute existiert. Veranstaltungsort ist der neu erbaute »Gebertsaal«.

Standort des Fotografen: 47.884795, 8.348797