3 Fotos: 20-Jährige mit Narrenbaum in der Maienlandstraße, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Angeführt von der Stadtmusik und begleitet von einer Schar Kinder, die neugierig und aufgeregt neben dem Zug herlaufen, tragen die 20-Jährigen ihren Narrenbaum ins Städtchen. Es ist »Schmutziger Dunschdig« und in diesem Jahr sind die Angehörigen des Geburtsjahrgangs 1937 an der Reihe. Sie werden den Baum gleich auf dem unteren Rathausplatz aufstellen und auf die Laterne der Laternenbrüder vereidigt werden.

Soeben sind die 20-Jährigen am Haus von Landwirt Franz Guth (Weberweg 2) angelangt, dessen Scheunentor im Hintergrund zu sehen ist.

Standort des Fotografen: 47.884615, 8.343182

Blick vom Rathausturm ins Maienland, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Rathausturm fällt der Blick über die Dächer der Häuser in der Demetriusstraße mit ihren Staffelgiebeln hinweg in das Maienland. Zwischen dem Altstadtring und den ersten Häusern im Maienland erstrecken sich große Gärten. Weder das Haus Sibold (Maienlandstr. 4) noch das Haus Müller (Maienlandstr. 5) sind zu diesem Zeitpunkt bereits gebaut. Und auch die Villa Gugelberger (Maienlandstr. 6), die als Kinderheim genutzt wird, steht erst seit Mitte der 1930er Jahren.

Standort des Fotografen: 47.883840, 8.344186

Narrengruppe in der Maienlandstraße, Fasnacht 1974

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine fröhliche Schar von Fasnachtsnärrinnen bewegt sich im Gänsemarsch durch die Maienlandstraße. Vorneweg marschiert eine Akkordeonspielerin und haut in die Tasten. Es wird laut dazu gesungen.

V.l.n.r.: Lotte Ratzer, Margret Adrion, Claudia Beha, Agnes Beha, ???, Marta Adrion, Inge Mayer, ???, ???, ???.

Im Hintergrund ist das Haus Strobel (Maienlandstr. 3) zu sehen, in dem der Schreinermeister Fritz Strobel seine Werkstatt betreibt. Am linken Bildrand steht neben einem Misthaufen an der Einmündung zur Ringstraße ein geschnitzter Wegweiser, der die Richtung zum Wildpark weist.

Standort des Fotografen: 47.884217, 8.343522

Blick durch das Tor in die Maienlandstraße, ca. 1969

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Durch das Mailänder Tor fällt der Blick in das Maienland, das »Neue Land«, das sich seit jeher außerhalb des Stadtrings befindet. Auf der linken Straßenseite ist das Haus Strobel (Maienlandstr. 3) zu sehen und auf der rechten Seite steht, von Bäumen weitgehend verdeckt, das Haus Honold (Maienlandstr. 2).  Am Schopf vom Haus Rappenegger (Ringstr. 6) hängt über dem Misthaufen ein Wegweiser, der Ortsunkundige in Richtung Gasthaus »Pilgerhof« weist.

Standort des Fotografen: 47.883954, 8.343716

Prozession in der Maienlandstraße, Fronleichnam 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Es ist Fronleichnam oder »Herrgottstag«. Nach der heiligen Messe in der katholischen Pfarrkirche St. Michael, deren Kirchturm im Hintergrund zu sehen ist, schließt sich eine lange Prozession durch das Städtchen an. Der Stadtpfarrer trägt die Monstranz mit dem Allerheiligsten in einem Festzug unter Gebet und Gesang durch die Straßen. Die Monstranz wird dabei von einem »Himmel« genannten Stoffbaldachin beschirmt. Der Pfarrer wird von den Gläubigen begleitet. Vorneweg laufen Ministranten mit Fahnen, dahinter folgen die Erstkommunionkinder.

Schier endlos mutet die Prozession an, die vom Haus Egle (Maienlandstr. 8) bis weit hinter das Mailänder Tor reicht. In den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft waren Fronleichnamsprozessionen nur eingeschränkt möglich gewesen, weil die Stadtgemeinde der Kirchengemeinde immer wieder die Benutzung öffentlicher Straßen untersagt hatte. Auch die Anzahl der Gläubigen, die an der Prozession teilnahmen, war in der NS-Zeit zurück gegangen. In der Nachkriegszeit gab es nun eine Renaissance des Religiösen. Obwohl die katholische Kirche eine Mitschuld auf sich geladen  hatte, wurde sie von vielen als eine Institution angesehen, die moralisch unbeschädigt aus Diktatur, Krieg und Massenmord hervorgegangen war.

Auf dem Prozessionsweg sind mehrere Altäre aufgebaut; bei jeder Station wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen, es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen und über die Stadt erteilt. Auch in der Maienlandstraße steht traditionell einer der Altäre. Die Straße selbst ist geschmückt. Zwar sind auf dem Foto keine Fahnen und auch kein Blumenteppich zu sehen, aber beiderseits der Straße sind Birkenzweige in das Straßenpflaster gesteckt, sodass sich die Prozession durch junges Grün bewegt. Vorne rechts ist der Laufbrunnen vor dem Garten von Familie Kuster zu sehen, der in den 1960er Jahren entfernt wird. Er muss der Stadtwaage weichen.

Standort des Fotografen: 47.885416, 8.342254

Haus Guth im Weberweg, ca. 1907-1910

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Walter Ganter zur Verfügung.

Nur wenig verändert hat sich das Haus Guth bis heute. Die sichtbarste Veränderung bezieht sich auf die Scheunentore: Die beiden kleinen wurden durch Garagentore ersetzt, das größere musste dem Einbau zweier Fenstern weichen. Statt einer Haustür und einer Stalltür ist heute ein modernes Treppenhaus zu sehen; die Treppenstufen, die einst zum Eingang hinaufführten, wurden beseitigt. Aber ansonsten ist die Abfolge der Fenster gleich geblieben. Auch das große Dach ist unverändert.  

Vor dem Haus steht eine Frau mit drei kleinen Kindern. Vermutlich handelt es sich um Sofie Guth geb. Spehl (1870-1956), die Ehefrau des Landwirts Anton Guth (1871-1918). Eines der Kinder dürfte Franz Guth (1903-1970) sein, der 1938 das Anwesen übernahm. Sophie Guth war gebürtig aus Göschweiler. In jungen Jahren wurde sie bereits Witwe, denn ihr Ehemann Anton starb 1918, gerade einmal 47 Jahre alt. Sie selbst starb 1956 im Alter von 85 Jahren.

Standort des Fotografen: 47.884558, 8.343130