Mailänder Tor, ca. 1950-1955

Stadtarchiv

Durch das Mailänder Tor bewegt sich gerade ein Ochsengespann, auf dem Holzbretter transportiert werden. Über dem Torborgen hängt die Madonna mit Jesuskind, von einem Strahlenkranz eingerahmt. Die Plastik wurde 1930 geschaffen und gehört zu den beiden Gedentaktafeln mit den Namen der gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges, die über den kleinen Törchen links und rechts angebracht sind. Die Dacheindeckung zeigt, dass das Foto in der Nachkriegszeit aufgenommen wurde, deutlich sind noch die reparierten Kriegsschäden zu erkennen.

Links neben dem Mailänder Tor steht das Haus von Mechanikermeister Karl Müller, der es 1950 von der Stadtgemeinde erworben hat. Motorräder und Fahrräder sind vor dem Haus und im Schaufenster zu erkennen. »Mechanische Rep[aratur] Werkstätte«, steht an der Hausfassade.

Standort des Fotografen: 47.883751, 8.343863

Brandruinen der Molkerei und des Hauses Honold nach dem Großbrand, August 1921

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Engelbert Straetker zur Verfügung.

In der Maienlandstraße liegen die Molkerei und das Anwesen von Landwirt Karl Honold in Trümmern. Die Häuser der Ringstraße und der Demetriusstraße existieren nicht mehr, sodass der Blick bis zum Rathaus und zum Postamt am Rathausplatz geht. Karl Bader, der Sohn des Feuerwehrkommandanten, erinnerte sich 1971: »Für die Erhaltung des Rathauses und des Postgebäudes wurden alle verfügbaren Kräfte eingesetzt, denn für den Kommandanten und seinen Mitarbeiterstab bestand die Gewißheit, dass ein brennendes Rathaus und Postgebäude gleichbedeutend ist mit dem Niedergang vom Haus Nägele, den Häusern, welche nach dem Brand vom März 1907 wieder aufgebaut wurden, und einem großen Teil der Anwesen in der Vorstadt.« Die bedrohten Häuser, die Bader erwähnt, sind am linken Bildrand zu sehen.

Standort des Fotografen: 47°53’04.6″N 8°20’35.4″E

Aufräumungsarbeiten nach dem Großbrand im Maienland, August 1921

Verlag A. Rebholz

Die Aufräumungsarbeiten nach dem Großbrand vom 28. Juli 1921 dauerten nur bis Mitte September 1921. Die Gruppenpolizei V aus Mülheim leistete große Arbeit: Sie richtete das Trümmerfeld für den Wiederaufbau in nur 34 Arbeitstagen her. Auf dem Bild haben sich die Männer der Gruppenpolizei zu einem Foto aufgestellt. Sie stehen auf dem Brandplatz des eingeäscherten Hauses von Landwirt Karl Honold (Maienlandstr. 2). Sie haben Schaufeln bei sich, mit denen sie den Trümmerschutt in Schubkarren und in die Lorenbahn laden.

Im Hintergrund ist das Haus von Schreinermeister Leopold Strobel (Maienlandstr. 3) zu sehen, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht und vom Feuer verschont blieb.

Standort des Fotografen: 47.884456, 8.343490

Blick über die Brandstätte von der Maienlandstraße zum Alenberg, 29. Juli 1921

Verlag A. Rebholz

Beim Großbrand 1921 wurden in der Maienlandstraße das Anwesen von Landwirt Karl Honold (Maienlandstr. 2) und das kleine Molkereihäuschen ein Raub der Flammen. Karl Bader, der Sohn des damaligen Feuerwehrkommandanten erinnerte sich 50 Jahre später: »In dieser Breite nahm das Feuer seinen Zug hinauf bis zum Alenbergwäldchen und zerstörte alles, was die Menschen in jahrelanger Arbeit schufen.« Hinter dem Haus Honold und dem Molkereihäuschen sind die eingeäscherten Häuser Thoma und Benitz zu sehen. Auf dem Alenberg übersprang das Feuer die Häuser von Blechnermeister Otto Ganter (Alenbergstr. 14), Landwirt Hermann Fehrenbach (Alenbergstr. 13) und Antonie Münzer (Alenbergstr. 15). Es zerstörte aber weiter oben die Häuser von Bürgermeister Adolf Kuster, von Schreinermeister August Limb, von Schreinermeister Leo Münzer, von der Kriegerwitwe Rosina Morath und von Landwirt Albert Jonner.

Auf dem Foto sind die noch rauchenden Brandruinen am Tag danach zu sehen. Zwei Frauen mit Kinderwagen unterhalten sich auf der Maienlandstraße vor einer unheimlichen Kulisse.

Standort des Fotografen: 47.884462, 8.343312

Blick auf das Trümmerfeld in der Demetriusstraße nach dem Großbrand, Juli 1921

Verlag A. Rebholz

Von einem Fenster des Rathauses wurde dieses Foto aufgenommen, um einen Blick von oben auf den Brandherd und die angerichtete Zerstörung mehrerer Straßenzüge zu haben. Die Trümmer am unteren Bildrand gehören zu den einstigen Häusern von Schmiedemeister Emil Fürst, Landwirt Anton Brugger und Metzgermeister Johann Riegger am Rathausplatz. Dahinter sind die Ruinen der Demetriusstraße zu erkennen: Im Haus von Landwirt Julius Heer (zwei Häuser oberhalb des Mailänder Tores) war das verhängnisvolle Feuer ausgebrochen. Es schließen sich dahinter die zerstörten Häuser der Landwirte Alois Fritsche und Josef Kuster (beide Ringstraße) und des Landwirts Karl Honold (Maienlandstraße) an. Die Straße, die links oben zu sehen ist, ist die Maienlandstraße. Ein Pferdefuhrwerk fährt dort gerade an dem unbeschädigten Haus Strobel vorbei.

Standort des Fotografen: 47.883974, 8.344235

Atelieraufnahme von Familie Heizmann, ca. 1898

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise die Familien Isele und Albrecht zur Verfügung.

Familie Heizmann wohnte in der Maienlandstraße. 1893 hatte der Landwirt Josef Heizmann (1847-1913) zusammen mit seiner Ehefrau Maria Anna geb. Wackerle (1850-1921) das Anwesen gekauft. Auf dem Familienfoto sind sie zusammen mit ihren beiden Kindern zu sehen. Ihre Tochter Maria Heizmann (1882-1936) wird sich 1915 mit dem Landwirt Karl Honold (1879-1958) von Almendshofen verheiraten und das Elternhaus übernehmen.