»Miami-Club« im Haus Fürst, 1951

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Beatrix Russo zur Verfügung.

Im Haus Fürst (Demetriusstr. 5) wird Geburtstag gefeiert. Der ein paar Jahre zuvor gegründete »Miami-Club« tritt in Aktion. In der Band haben sich junge Musiker*innen zusammengeschlossen, um Tanzmusik zu spielen, aber auch Jazz und Beat. Es ist der Beginn der »wilden 50er Jahre«. Und Amerika und Miami sind Sehnsuchtsorte.

1: »Bazi« (Assistent beim Zahnarzt Gwinner), 2: Marie-Luise (Liesel) Schmid, 3: Gerd Allinger, 4: ???, 5: Joachim Laufer (»Jockili«), 6: Florian Schweizer, 7: Karl Fürst, 8: Rita ??? (Volksbank), 9: Gerda Leppert

Standort des Fotografen: 47.884460, 8.344405

Blick in die Demetriusstraße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Schneeberge türmen sich in der Demetriusstraße. Auf den Dächern und den Staffelgiebeln liegt die weiße Pracht. Eiszapfen hängen vom Dach der Molkerei (Demetriusstr. 6) hinunter. Der Buchbinder Albert Rebholz (1907-1962) zieht mit seinem Fotoapparat los und fotografiert das Städtchen, das sich in eine traumhafte Winterlandschaft verwandelt hat.

Standort des Fotografen: 47.884385, 8.344585

Blick in die Demetriusstraße mit der Molkerei, 1961

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor der Molkerei (Demetriusstr. 6) stehen die Milchkannen feinsäuberlich aufgereiht auf der kleinen Verladerampe. Der Blick wandert die Demetriusstraße hinunter in Richtung Mailänder Tor. Die Häuserzeile wurde nach dem Großbrand 1921 nach den Plänen der Wiederaufbaukommission wieder aufgebaut. Das Merkmal, das am meisten ins Auge sticht, sind die Staffelgiebel. Nach und nach werden die Häuser umgebaut. Scheunentore verschwinden allmählich, Schaufenster werden in die Fassade gebrochen, wie dies bereits am Haus Hasenfratz (Demetriusstr. 9) geschehen ist.

Standort des Fotografen: 47.884332, 8.344523

Frau mit Kinderwagen in der Demetriusstraße, ca. 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gudrun Wörner zur Verfügung.

Fangen wir mit dem Hintergrund des Bildes an: Schön zu sehen sind die Häuser der Demetriusstraße, die nach dem Großbrand 1921 entsprechend der Pläne der Wiederaufbaukommission erbaut wurden. Sie sind noch nahezu unverändert. Nur das Haus von Kaufmann Karl Hasenfratz II (Demetriusstr. 9) wurde bereits modernisiert und verfügt im Erdgeschoss über ein breites Schaufenster. Dass es sich um ein Schuhgeschäft handelt, ist am Werbeschild der Firma »Medicus« über der Eingangstür zu erkennen. Es folgen die Häuser von Heinrich und Josefine Thoma (Demetriusstr. 8), Schuhmacher Gerhard Scholz (Demetriusstr. 7) und danach die Tordurchfahrt und die Molkerei (Demetriusstr. 6). 

Im Vordergrund steht eine junge Frau mit einem Kinderwagen. Sie wird von einem Teenager begleitet. Ein weißer Hund (ein Spitz) springt auf der Straße herum.

Standort des Fotografen: 47.884017, 8.343983

Blick vom Mailänder Tor in die Demetriusstraße, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

»Hintergasse« heißt damals die enge Straße, die vom Mailänder Tor entlang des Altstadtrings führt. Die Häuser sind alt, schmal und größtenteils mit Holzschindeln gedeckt. Die Gasse mündet in den »Süßen Winkel«, der im Hintergrund zu sehen ist. Die enge Bebauung wird 1921 zum Verhängnis, als im Haus des Landwirts Julius Heer (Demetriusstr. 10) ein Brand ausbricht, der sich in rasender Geschwindigkeit ausbreitet. Das Feuer frisst sich die Gasse hinauf bis zum Haus von Schmiedemeister Viktor Fürst (Demetriusstr. 5). Ein mit Stockholz beladener Wagen, der in der Gasse steht, kann nicht mehr rechtzeitig weggefahren werden, auch er fängt Feuer. Da die Gasse nur drei Meter breit ist,  springt das Feuer auch auf die Häuser am Rathausplatz über. Innerhalb weniger Stunden werden insgesamt 36 Gebäude eingeäschert.       

Der Künstler Guido Schreiber (1886-1979), der ab 1917 in Villingen wohnhaft war, malte diese Ansicht. Sie wurde 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« veröffentlicht. Damals erschien ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens, Fotografien, aber auch gemalten Bildern illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben.  

Standort des Malers: 47.884021, 8.343908

Zwei Kinder mit Fahrrad in der Demetriusstraße, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gudrun Wörner zur Verfügung.

Zwei Kinder stehen in der Demetriusstraße. Der Junge, der stolz sein Fahrrad präsentiert, ist Diethelm Fuß, der gleich nebenan im Haus der Bäckerei Fuß (Rathausplatz 5) aufwächst. Der Junge links ist Guido Ganter.

Beim Haus der Metzgerei Rohrer (Rathausplatz 4) ist rückseitig ein Flachbau angebaut, der noch nicht verputzt ist. Auch auf der anderen Straßenseite wird gerade gebaut: Beim Haus Scholz (Demetriusstr. 7) ist die Fassade eingerüstet und wird renoviert. Dahinter ist die Molkerei (Demetriusstr. 6) zu sehen. Auf der Verladerampe stehen Milchkannen bereit. Am Ende der Straße ist das Haus Götz (Demetriusstr. 4) zu erkennen. Bereits von weitem ist der Schriftzug »Elektro-Götz« über dem Schaufenster zu lesen.

Standort des Fotografen: 47.884124, 8.344100

Trümmerfeld an der Einmündung von Demetriusstraße und Ringstraße nach dem Großbrand, Juli 1921

Verlag A. Rebholz

Der Brunnen in der Bildmitte steht an der Einmündung von Demetriusstraße (damals Hintergasse) und Ringstraße, an der Stirnseite des Hauses von Anton Engesser (Demetriusstr. 4). »Süßer Winkel« wird die Ecke im Altstadtring eigentlich genannt. Doch sie hat all ihre Süße eingebüßt, nur noch Schutt und Asche sind nach dem Großbrand vom 28. Juli 1921 übrig geblieben. Der Blick geht von der Demetriusstraße, an einem schief stehenden Strommasten vorbei, in Richtung Ringstraße und Alenberg. Die Ruinen gehören zu den Häusern von Katharina Mäder (Ringstr. 1), Wagnermeister Andreas Maier (Ringstr. 2) und Landwirt Karl Diesberger (Ringstr. 2*). Beim Wiederaufbau wurden die Grundstücke von Maier und Diesberger zusammengelegt.

Standort des Fotografen: 47°53’03.6″N 8°20’40.1″E

Hochzeit von Edmund Jordan und Ida Schlatter, 1903

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Der Briefträger Edmund Jordan (1875-1915) heiratet 1903 die 23-jährige Ida Schlatter (1879-1947). Das Brautpaar wird in einem Fotoatelier abgelichtet. Das Hochzeitsbild ist im so genannten Kabinettformat überliefert (»Cabinet-Portrait«), d.h. in einem Format von 10 × 15 cm, auf Karton aufgeklebt.

Ida Schlatter wurde als Kind von dem Ehepaar Joseph und Berta Schlatter adoptiert, das im »Winkel« in der »Hintergasse« wohnte, dort, wo sich heute die Durchfahrt von der Demetriusstraße in die Ringstraße befindet. Im Zuge ihrer Hochzeit übernahm Ida Schlatter 1903 das Haus.

Am 23. März 1907 brach darin ein Feuer aus, das sich rasch ausbreitete und schließlich 15 Häuser einäscherte. Nach dem Großbrand entschieden sich die Jordans, außerhalb des Städtchens im »Schlempental« ein neues Haus zu bauen (Obere Hauptstr. 21). Die Ehe von Edmund und Ida Jordan wurde später geschieden.

Blick auf die Brandstätte am Alenberg nach dem Großbrand, Juli 1921

Verlag A. Rebholz

Das Foto wurde von einem Fenster des Rathauses nach dem Großbrand vom 28. Juli 1921 aufgenommen. Im Blickfeld sind die eingeäscherten Gebäude in der Demetriusstraße und der Ringstraße bis hoch zum Alenberg. Der Giebel vorne rechts gehört zum Postamt am oberen Rathausplatz, dessen Rettung gelang. Dahinter der Trümmerberg gehörte einst zum Haus des Schmiedemeisters Viktor Fürst (Demetriusstr. 5). Dahinter sind das ausgebrannte Answesen des Landwirts Martin Mayer (Ringstr. 3) und direkt daneben das zerstörte Haus des Landwirts Karl Diesberger (Ringstr. 2) zu sehen. Die Schneise der Zerstörung setzt sich in der Alenbergstraße fort. Besonders markant ist der stehengebliebene Giebel der Weinhandlung Benitz (Alenbergstr. 7-9), der aus dem Trümmerfeld emporragt.

Standort des Fotografen: 47.883974, 8.344235

Blick in die Demetriusstraße in Richtung Mailänder Tor, ca. 1933-1945

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Familie Nobs zur Verfügung.

Alle Gebäude, die auf diesem Foto oberhalb des Mailänder Tores zu sehen sind, wurden beim Großbrand 1921 zerstört und danach neu erbaut. Vor dem Großbrand gab es keine Brandmauern zwischen den Häusern im »Winkel« oder in der »Hintergasse«, wie die Demetriusstraße damals hieß. Dadurch konnten sich die Flammen von einem Dachstuhl zum nächsten ungehindert ausbreiten.

Der Brand brach am 28. Juli 1921 im Haus Heer aus, das dort gestanden hatte, wo auf dem Foto das bewachsene Haus des Landwirts Emil Fürst zu sehen ist (Demetriusstraße 10). Die Flammen sprangen auf die gegenüberliegende Häuserfront über, so dass beide Häuserzeilen in kürzester Zeit abbrannten. Eine Kommission legte die Rahmenbedingungen für den Wiederaufbau der Häuser fest mit dem Ziel, den alten Charakter des Straßenzuges zu bewahren. Die Steingewände der Fenster und die Rundbogen der Toreinfahrten sollten dazu beitragen. Brandmauern und darauf aufbauende Staffelgiebel waren vorgeschrieben.

Das Foto zeigt, dass die Straße nur einen Sand- und Schotterbelag hatte. An den Häusern sorgten Pflasterungen für gefestigte Vorplätze.

Standort des Fotografen: 47°53’04.1″N 8°20’40.5″E

Haus Nobs in der Demetriusstraße, ca. 1974

Stadtarchiv

Nach dem Großbrand 1921 baute der Schmiedemeister Otto Fürst (1894-?) sein Wohnhaus, mit Ökonomie und Schmiede in der damaligen Hinterstraße (heute Demetriusstraße). Im Erdgeschoss befanden sich links zwei Scheunentore, während das Tor rechts zum  »Beschlag« und zur dahinter liegenden Werkstatt führte.

Fürsts Ehefrau Johanna geb. Biethinger (1907-1955), die aus Freiburg stammte, war bereits 1955 verstorben. Nach dem Tod von Otto Fürst erbten die Töchter Ursula Nobs und Margit Riemann 1974 das Anwesen und modernisierten es.  Im ersten Stock brachten sie einen Balkon an, eines der Fenster wurde zur Balkontür umfunktioniert. Das Dachgeschoss wurde erst später ausgebaut. 

Standort des Fotografen: 47°53’03.4″N 8°20’40.5″E

Schmiedemeister Otto Fürst mit Hammer und Amboss, ca. 1954

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Der 1894 in Löffingen geborene Schmiedemeister Otto Fürst stand bis ins hohe Alter in seiner Werkstatt. Nach dem Besuch der Volksschule war der 14-Jährige beruflich in die Fußstapfen seines Vaters Viktor Fürst (1862-1934) getreten und hatte ebenfalls das Schmiedehandwerk erlernt. Im Ersten Weltkrieg hatte er als Soldat gedient und danach in seine Heimat zurückgekehrt. Beim Großbrand 1921 verlor die Familie Fürst ihr Anwesen und das gesamte Hab und Gut. Im Zuge des Wiederaufbaus erbaute Otto Fürst in der Demetriusstraße dann sein neues Wohnhaus mit Ökonomie und Schmiede. Er verheiratete sich mit Johanna geb. Biethinger (1907-1955), die aus Freiburg stammte. Die beiden bekamen drei Kinder: Karl, Ursula und Margit.

Standort des Fotografen: 47°53’04.3″N 8°20’39.7″E