Mitarbeiter des Sägewerk Benz vor dem Bürogebäude in der Rötenbacher Straße, ca. 1970

Stadtarchiv

Für das Gruppenfoto haben sich die Mitarbeiter des Sägewerks Benz vor dem Bürogebäude (Rötenbacher Str. 12) versammelt. Man steht dicht gedrängt vor dem Eingang, manche haben auf der Außentreppe Platz genommen. Mit dabei ist auch Firmenchef Peter Benz (1939-2000). Der Aufgang ist mit Blumenkästen geschmückt. Viele Männer tragen Anzug oder Jackett. Nur eine Frau steht mitten unter den Beschäftigten.

Unbeschwert sind diese Jahre für den Betrieb allerdings nicht. Am 24. Juli 1970 zerstört ein Großbrand die Platten- und Kistenfabrikation. Zwei Jahre später, im Herbst 1972, wird die Produktion vollständig eingestellt. Damit endet die Geschichte der Josef Benz A.G., die über Jahrzehnte zu den wichtigsten Arbeitgebern in Löffingen und der Umgebung gehört. Das Foto hält damit eine Belegschaft fest kurz vor dem Ende eines Unternehmens, das das Wirtschaftsleben des Städtchens lange geprägt hat.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Peter Benz, 6 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???
4.Reihe, auf der Treppe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Standort des Fotografen: 47.882484, 8.339865

2 Fotos: Im Büro der Firma Sägewerk Benz AG, 1965

Dieses Foto stellte dankenwerterweise Herbert Frei zur Verfügung.

Seit Jahrzehnten existiert das Sägewerk Benz – und es ist lange Jahre der wichtigste Arbeitgeber in der Stadt. In den Büroräumen herrscht geschäftiges Treiben: Schreibmaschinen klappern, Aktenblätter rascheln, Stempel klacken auf Formulare. An den Schreibtischen werden Lieferscheine ausgefüllt, Rechnungen geprüft und Bilanzen in schwere Folianten eingetragen. Das Telefon klingelt nur selten – der Großteil der Kommunikation läuft noch per Brief oder persönlich.

Die Arbeitsatmosphäre im Büro ist kollegial, man kennt sich seit vielen Jahren. Der Blick aus den Fenstern geht auf das Werksgelände mit seinen Holzstapeln – der Geruch von frisch gesägtem Holz liegt oft auch im Büro in der Luft.

Doch die besten Zeiten liegen schon hinter dem Sägewerk. Mitte der 1960er Jahre ist die Konkurrenz groß, die Auftragslage schwankt. Sieben Jahre später, im November 1972, wird das Sägewerk Benz seinen Betrieb einstellen. In den Wochen davor wird das Personal Schritt für Schritt abgebaut – zuerst ältere Mitarbeiter*innen und künftige Rentner*innen, am Ende die gesamte Belegschaft. Paul Siefert, der 1960 zu den Holzindustriewerken Benz AG kam, wird die Insolvenz als Finanzvorstand abwickeln.

oberes Foto
V.l.n.r.:
1 ??? Benz (Rötenbach), 2 Paul Siefert (geb. 1935)

unteres Foto
V.l.n.r.: 1 ???, 2 Walter Maier, 3 Ursula Rieck (verh. Kramer)

Standort des Fotografen: 47.882620, 8.339714

Sägewerk Benz, ca. 1950-1957

Stadtarchiv

Im Zweiten Weltkrieg war das Sägewerk Josef Benz, in dem zahlreiche ausländische Zwangsarbeiter ausgebeutet und Munitionskisten gefertigt wurden, bei Luftangriffen erheblich zerstört worden. Wie die Luftaufnahme aus der Nachkriegszeit zeigt, sind die Schäden bereits beseitigt. Der Wiederaufbau ist abgeschlossen und das Werk wieder zu alter Leistungsfähigkeit geführt. 160 Männer und Frauen werden hier (1951) beschäftigt. Das Gesellschaftskapital beträgt 600.000 DM. Es befindet sich im Besitz der Erben des 1932 verstorbenen Firmengründers Josef Benz (1882-1932).

Aus der Vogelperspektive sind die Ausmaße des Werkgeländes gut zu erkennen, das sich in einem Dreieck von ca. 10 ha erstreckt. Begrenzt wird es von der Rötenbacher Straße, der Hohlgasse und der Güterstraße bzw. der Bahnlinie. Auch der werkseigene Bahnanschluss ist aus luftiger Höhe zu sehen. Überragt wird das Areal von dem Benz-Kamin und dem Späneturm, der an der Rötenbacher Straße steht. Der Komplex war nach den beiden Sägebränden 1928 nach Plänen des Stuttgarter Industriearchitekten, Oberbaurat Philipp Jakob Manz (1861-1936), errichtet worden.

Das Luftbild lässt sich in die 1950er Jahre datieren, wenn man den Blick schweifen lässt. Die 1957/58 errichteten Aussiedlerhöfe in Stettholz existieren noch nicht. Ob das neue Bahnhofsgebäude bereits erbaut ist, lässt sich leider nicht sagen, da das Foto an der Stelle endet. Die Bundesstraße 31 führt noch über die Rötenbacher Straße durch das Städtchen. Die Umgehungsstraße ist noch nicht gebaut.

2 Fotos: Blick vom Alenberg nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Diese Fotos stellte dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Nach dem Großbrand vom 28. Juli 1921 liegen große Teile des Städtchens in Trümmern. Der Fotograf verschafft sich vom Alenberg einen Blick auf die Trümmerstätte. Legt man die beiden Fotos nebeneinander, ergibt sich ein breites Panoramafoto. Am linken Bildrand ist das Rathaus und der Giebel des Postamtes (Rathausplatz 3) zu sehen. Beide Gebäude konnte die Feuerwehr retten und damit ein Übergreifen des Feuers auf weitere Straßenzüge verhindern. Das Foto zeigt aber, dass zahlreiche Gebäude am unteren Rathausplatz, in der Demetriusstraße, der Ringstraße und der Alenbergstraße vollkommen zerstört wurden.

Im einzelnen sind auf den Fotos die niedergebrannten Anwesen zu erkennen von Johann Riegger, Anton Brunner und Emil Fürst (am Rathausplatz), von Wilhelm Werne, Julius Heer, Anton Frei, Karl Schreiber, Peter Rombach, Ernst Ritter, Karl Wölfle und Emil Fürst (in der Demetriusstraße), von Alois Fritsche, Anton Kuster, Martin Mayer, Karl Diesberger, Andreas Maier, Heinrich Thoma und Katharina Mäder (in der Ringstraße) sowie von Leopold Geisinger und Julius Zürcher (in der Alenbergstraße). Insgesamt brannten 36 Anwesen ab und mehr als 200 Menschen wurden obdachlos.

Im Bildhintergrund ist der Bahnhof und das Sägewerk Benz sowie die Häuser der Rötenbacher Straße zu erkennen. Der »neue Benzbau« (Ringstr. 8) ist noch nicht gebaut.

Standort des Fotografen: 47.885139, 8.345083

2 Fotos: Mitarbeiter im Büro des Sägewerk Benz, 1965

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Herbert Frei zur Verfügung.

Die Telefonnummer der Holzindustriewerke Josef Benz AG ist die »661-3«. Unter dieser Nummer kommen Anrufer im Geschäftsbüro der Firma heraus. Auf den beiden Fotos sind Geschäftsführer Paul Siefert und Walter Maier im Büro (Rötenbacher Str. 12) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882613, 8.339699

Erika Jordan im Büro des Sägewerk Benz, 1965

Stadtarchiv

Im Verwaltungsgebäude des Sägewerk Benz (Rötenbacher Str. 12) sitzt Erika Jordan (1911-?) an ihrem Arbeitsplatz. Sie tippt auf der Schreibmaschine einen Geschäftsbrief. Hinter ihr steht ein Regal, voll mit Aktenordnern. Aus dem Fenster fällt der Blick auf das angrenzende Werksgelände.

Standort des Fotografen: 47.882638, 8.339660

Belegschaft des Sägewerk Benz, 1968/69

Stadtarchiv

Offensichtlich gibt es im Sägewerk Benz einen Grund, zu feiern. Sektgläser und kleine Häppchen bzw. deren Überreste stehen auf dem Tisch. Darum versammelt haben sich die Firmendirektoren und einige Angestellte.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Walter Benz (1908-1990), 2 ??? Benz, 3 Walter Maier (1927-?), 4 Erika Jordan (1911-?)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Peter Benz (1939-2000), 2 Elisabeth Höcklin, 3 Anita Mayer, 4 Monika Rieck

Standort des Fotografen: 47.882679, 8.339658

Skisportfest in der »Breiten«, ca. 1960

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Die Startnummern »9« und »17« stehen bereit. Die Skier sind angeschnallt, die Stöcke in der Hand – gleich kann der Wettkampf beginnen. Auf der verschneiten »Breiten« haben sich zahlreiche Teilnehmer*innen und Zuschauer*innen versammelt. Vor allem Kinder und Jugendliche sind mit Begeisterung dabei.

Der 1959 gegründete Skiclub trägt dazu bei, dass der Skisport in Löffingen immer beliebter wird. Bei solchen Skisportfesten können sich die jungen Fahrer*innen miteinander messen und zeigen, was sie auf den Brettern bereits gelernt haben. Im Schnee zeichnen sich zahlreiche Spuren ab, am Rand warten weitere Teilnehmer*innen auf ihren Einsatz.

Die Aufnahme entsteht an einem sonnigen Wintertag. Im Hintergrund stehen die Häuser in der Rötenbacher Straße. Noch ist das Gelände im Gewann »Breiten« weitgehend unbebaut und bietet genügend Platz für ein Skisportfest mitten im Städtchen. Die tief stehende Sonne wirft lange Schatten über den Schnee und lässt die winterliche Szenerie besonders klar hervortreten.

Standort des Fotografen: 47.882234, 8.339560

Skisportfest in der »Breiten«, ca. 1960

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Wo heute das Gewerbegebiet in der »Breiten« ist, befindet sich auf diesem Foto die Zielgerade beim Skisportfest. Zuschauer säumen die Loipe und feuern die ankommenden Langläufer an, damit sie auf den letzten Metern nochmal ihr Letztes geben. Skifahren erfreut sich in den 1960er Jahren großer Beliebtheit in Löffingen. Im November 1959 wurde der Skiclub gegründet. Und wer nicht selbst aktiv Ski fährt, der schaut eben zu! 

Standort des Fotografen: 47.882234, 8.339560

Blick auf die Rötenbacher Straße und die »Breiten«, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Klaus Kinast zur Verfügung.

Vom Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael fällt der Blick über die Bahnlinie hinweg auf die Häuser der Rötenbacher Straße. Es handelt sich noch um eine Ausfallstraße, nur fünf Häuser stehen entlang der Straße. Zur Linken eröffnen sich weite Wiesen und Felder im Gewann »Breiten«.

Im Vordergrund ist das Haus von Ratschreiber Karl Zepf und seiner Ehefrau Maria geb. Biehler (Rötenbacher Str. 2) zu sehen. Das Ehepaar stirbt 1963 und 1966. An das Haus Zepf angebaut sind Dienstwohnungen der Deutschen Bundesbahn (Rötenbacher Str. 4). Darin wohnt Stationsvorsteher Willi Brendel (1907-2003) mit seiner Frau Johanna (1912-1990) und den Kindern.

Auf der anderen Straßenseite steht das Anwesen von Landwirt Anton Selb und seiner Ehefrau Hedwig geb. Oschwald (Rötenbacher Str. 3). Es folgt das Haus Limb (Rötenbacher Str. 5), das dem Schreinermeister August Limb gehört und nach seinem Tod von seiner Tochter Emma Binder geb. Limb übernommen wird. Daneben steht das Forstamt (Rötenbacher Str. 8), das 1907 erbaut wurde. Durch mehrere Bäume fast verdeckt ist das landwirtschaftliche Anwesen von Karl Benz zu sehen (Rötenbacher Str. 10). Als letztes Haus in der Straße steht die Villa von den Holzindustriewerken Josef Benz A.G. (Rötenbacher Str. 12).

Standort des Fotografen: 47.882612, 8.344048

Blick von der »Breiten« auf das Städtchen, ca. 1923-1929

Verlag A. Rebholz | Stadtarchiv | Sammlung Familie Waßmer | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hermann Egle sowie Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Im Bereich der heutigen Hebelstraße steht der Fotograf, um diese Gesamtansicht des Städtchens aufzunehmen. Noch ist das Gewann »Breiten« vollkommen unbebaut. Der Blick geht über Wiesen und Felder zur Rötenbacher Straße, wo er auf die ersten Häuser trifft: Die Villa Benz (Rötenbacher Str. 12), das Haus von Landwirt Josef Benz II (Rötenbacher Str. 10), das Forstamt (Rötenbacher Str. 8) und schließlich das Haus von Schreinermeister August Limb (Rötenbacher Str. 5).

Dahinter beginnt die Dächerlandschaft des Städtchens. Oben auf dem Alenberg sind die Häuser deutlich zu erkennen. Das Foto entstand zweifelsohne nach dem Großbrand 1921 und dem Wiederaufbau: Das Haus Benitz, aber auch die anderen Häuser bis hinauf zum Haus Kuster und zum Haus Jonner, sind allesamt neu gebaut. Die Aufnahme lässt sich aber zeitlich auch dahingehend eingrenzen, dass sie vor 1929 entstanden sein muss. Denn neben der katholischen Pfarrkirche St. Michael ist in der damaligen Hafnergasse der Giebel des Hauses von Sattlermeister Ernst Geisinger (Kirchstr. 21) auszumachen. Das Gebäude brannte aber zusammen mit den Nachbarhäusern beim Brand am 20. April 1929 ab.

Standort des Fotografen: 47.881611, 8.339160

Blick auf das Sägewerk Benz von der »Breiten«, ca. 1925

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Carola Hannes, Hans-Martin Konhäuser und Georg Willmann zur Verfügung.

Vor dem Großfeuer, das im Juli 1928 das Werksgelände zerstört, entsteht diese Ansicht des »Sägewerks J. Benz«. Zwei Schornsteine ragen in den Himmel und geben einen Anhaltspunkt zum Ausmaß des Firmengeländes. In den 1920er Jahren zählt das Löffinger Werk mit rund 350 Arbeitern und Angestellten zu den größten im Südschwarzwald. Es ist nicht nur eine Holzgroßhandlung, sondern auch ein Dampfsäge- und Hobelwerk, eine Kistenfabrik und eine Kyanisieranstalt. In ihr wird Holz in einem großen Becken mit hochgiftigem Quecksilberchlorid imprägniert.

Entlang der Rötenbacher Straße, die in der Bildmitte verläuft, wird das angelieferte Langholz gelagert. Rechts ist die Villa des Firmenbesitzers Josef Benz zu sehen (Rötenbacher Str. 12).

Standort des Fotografen: 47.881689, 8.338805