Sägewerk Benz mit rauchendem Kamin, ca. 1920

Dieses Foto stellten uns dankenwerterweise Johanna und Walter Nägele zur Verfügung.

Von der »Breiten«, etwa vom Bereich der heutigen Hebelstraße aus, wird diese Fotografie aufgenommen. Der Blick fällt auf das Firmengelände der Holzindustriewerke Josef Benz AG mit dem rauchenden Schornstein. Die meisten Fabrikgebäude sind noch nicht aus Stein, sondern nur aus Holz gebaut. Vorne rechts ist die Villa des Firmengründers (Rötenbacher Str. 12) zu sehen. Auf dem Alenberg stehen noch Häuser, die beim Großbrand 1921 zerstört werden.

Josef Benz wurde 1882 als Sohn von Johann und Katharina Benz geb. Maier in Löffingen geboren. Als er fünf Jahre alt war, brannte sein Elternhaus in der Unteren Hauptstraße zusammen mit zwei Nachbargebäuden ab. Auf dem Brandplatz errichte sein Vater ein neues Gebäude (Untere Hauptstr. 8), das bis heute als »alter Benzbau« bezeichnet wird. Von seinem Vater übernahm er ein kleines Holzhandelsgeschäft. In den Jahren 1911/12 errichtete Josef Benz dann auf einem Gelände jenseits der Bahnlinie, zwischen Hohlgasse und Rötenbacher Straße gelegen, ein zweigattriges Sägewerk und eine Kistenfabrik. Nach und nach baute er das Unternehmen aus und wandelte es 1921 in eine Aktiengesellschaft um. In erster Ehe war Josef Benz mit Emma geb. Langenbacher (1885-1917) verheiratet. Sie hatten zwei Söhne: Walter (1908-1990) und Hans (1914-1957), denen später die beiden Villen in der Bonndorfer Straße gehören sollten. Emma Benz starb 1917 im Alter von nur 32 Jahren. Nach ihrem Tod heiratete der Unternehmer Anna geb. Bauer (1892-1963), die aus der Gegend von Stockach stammte. Sie bekamen eine Tochter, Inge (1920-1948), die 1920 geboren wurde. Josef Benz starb nach einer Operation in der Klinik in Freiburg am 7. März 1932 und wurde auf dem Friedhof in Löffingen beerdigt. Er wurde nur 49 Jahre alt.

Standort des Fotografen: 47.881316, 8.338814

Lithografische Ansicht des Sägewerk Benz, ca. 1927

Stadtarchiv

Diese lithographische Ansicht des Sägewerks Benz schmückt das Briefpapier des Unternehmens, das in den 1930er Jahren Verwendung findet. Der offizielle Name der Firma lautet: »Holzindustrie-Werke Josef Benz Aktiengesellschaft«. Unter der Ansicht ist aufgeführt, aus welchen Anlagen das gesamte Werk besteht: »Sägewerke, Hobel- und Spaltwerk, Kistenfabrik, Trocken- und Dampf-Anlagen, Imprägnieranstalt«.

Die Lithografie ist stilisiert und keine 100% realistische Wiedergabe. Während das Werksareal selbst weitgehend detailgenau wiedergegeben und auch die Villa Benz in der Rötenbacher Straße am rechten Bildrand gut zu erkennen ist, sind vor allem die Häuser im Hintergrund frei erfunden. Sie sind im Bereich der Hohlgasse dargestellt, entsprechen äußerlich aber einer Mischung aus den beiden Villen in der Bonndorfer Straße und dem neuen »Benzbau« in der Ringstraße.

Auf dem Briefpapier, dessen Briefkopf in dem Foto zu sehen ist, wirbt der Sägewerksbesitzer Josef Benz weiterhin mit seinen Produkten. Als »Haupt-Erzeugnisse« werden aufgezählt: »Kistenteile in allen Ausführungen, Imprägnierte Telegraphen-, Licht- und Leitungsmasten, Eisenbahnschwellen, Waggonbohlen, Hobelbretter, Kiefern- und Fichtenblochware«. Auch die »Neben-Erzeugnisse« werden aufgelistet: »Baustangen, Grubenholz, Papierholz, Latten, Spalierlatten, Reb- und Baumpfähle roh und kyanisiert, Schal- und Sägespände, Bundelholz«.

Standort: 47.883978, 8.330484