Fünf Jugendliche bei einem Ausflug ins Grüne, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

An einem kleinen Hang haben sich fünf junge Männer im Gras niedergelassen – wobei der Ausdruck »Männer« für die Mehrzahl von ihnen wohl übertrieben ist, denn augenscheinlich handelt es sich eher um noch halbe Kinder. Leider ist unbekannt, wer die Fünf sind. Wo das Foto wohl aufgenommen wird? Bei einem Ausflug in die Umgebung? Oder doch einfach nur am Rande der »Hasle« oder auf dem »Ochsenberg«?

V.l.n.r.: 1 ??? (geb. 1907-1909), 2 ??? (geb. 1907-1909), 3 ??? (geb. 1907-1909), 4 ???, 5 August Mösch

Standort des Fotografen: ???

Haus Strobel in der Oberen Hauptstraße, ca. 1922

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Matthias von Dungen zur Verfügung.

»Bei des Mahlers Kreuz« lautet die Adresse der Häuser, die an der Ausfallstraße nach Unadingen in der heutigen Oberen Hauptstraße stehen. Das namensgebende Steinkreuz steht direkt neben dem Haus Strobel (Obere Hauptstr. 35) und ist am linken Bildrand zu sehen. Beim Haus Strobel handelt sich um ein einstöckiges Wohnhaus mit Scheuer und Stallung, an das 1910 rückseitig ein Schweinestall angebaut wurde. Neben dem Kreuz hängt an einer Wäscheleine frischgewaschene Kleidung zum Trocknen in der Sonne. Es ist Frühling. Der Spalierbaum hat noch kein Laub und die Vorfenster sind noch angebracht.

Familie Strobel lässt sich vor ihrem Haus fotografieren. Das Haus gehört seit 1919 dem Landwirt und Gipsermeister Bernhard Strobel (1886-1970) und seiner Ehefrau Anna Strobel (geb. Fehrenbach, 1886-1970). Die beiden sind gleichaltrig, wobei Bernhard Strobel wenige Monate jünger ist. Er kam am 14. August 1886 zur Welt, während Anna Strobel bereits am 24. Mai geboren wurde. Beide sterben im Jahr 1970, Bernhard Strobel am 15. März und seine Witwe folgt ihm am 4. Juni 1970 ins Grab.

Die Strobels sind eine kinderreiche Familie: Drei Jungs sitzen auf einer Holzbank vor dem Haus, während zwei Mädchen gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Vater vor der Haustür stehen. Die drei Jungs sind Hans Strobel (1913-1954), Josef Strobel (1912-?) und Eugen Strobel (1919-2009). Die beiden Mädchen sind Mathilde Strobel (verh. Schilling, 1914-1983) und Hermine Strobel (verh. von Dungen, 1917-1998). Die Tochter Hedwig Strobel (verh. Kienzler, 1923-2007) ist noch nicht geboren. Im zweiten Stock schaut eine ältere Frau zum Fenster hinaus.

Zwei Details sind an dem Foto noch interessant: Zum einen ist die Elektrizität hervorzuheben, die seit 1916 die Häuser des Städtchens mit Strom versorgt. Die gespannten elektrischen Leitungen sind unübersehbar, auch auf dem Dach ist ein Mast angebracht. Zum anderen sticht das Schild ins Auge, das zwischen dem Haus Strobel und dem benachbarten Haus Göhry (Obere Hauptstr. 37) angebracht ist. Darauf ist zu lesen: »Josef Göhry – Schleifanlagen – Schmiedmeister – Hammerwerk«. Offenbar betreibt Josef Göhry (1893-?) im Hof seine Schmiedewerkstatt, die er 1920 eingerichtet hat.

Standort des Fotografen: 47.885284, 8.351461

Familie Baader, ca. 1920

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Gerda Wach geb. Waibel zur Verfügung.

Familie Baader lässt sich fotografieren. Der Landwirt Emil Baader (1863-1941) wurde am 16. September 1863 geboren. Seine Eltern waren der Sattler und »Ochsen«-Wirt Johann Baader und dessen (erste) Ehefrau Karoline Baader (geb. Faller). Neben seiner Landwirtschaft verdient sich Emil Baader Geld als »Kutscher für Reisende«. Verheiratet ist er mit Ludwina Baader (geb. Jordan, 1867-1932), mit der er zwei Töchter hat. Die Familie wohnt im Haus Nr. 220 (Obere Hauptstr. 3), das Emil Baader im Jahr 1900 gekauft hat.

V.l.n.r.: 1 Emil Baader (1863-1941), 2 Ludwina Baader (geb. Jordan, 1867-1932), 3 Josefine Baader (verh. Waibel, 1905-?), 4 Monika Baader (verh. Wehrle, 1910-?)

Ludwina Baader stirbt 65-jährig am 14. März 1932. Emil Baader folgt ihr am 12. Juni 1941 im Alter von 77 Jahren.

Standort des Fotografen: ???

Feuerwehrübung auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1927

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Karl-Heinz Guderian zur Verfügung.

Keine Sorge! Es brennt nicht im Gasthaus »zum goldenen Löwen« (bzw. im »Hôtel au Lion d’Or«, wie auf dem zweisprachigen Wirtshausschild auch auf Französisch zu lesen ist), noch in einem anderen der umstehenden Gebäude. Zwar ist die Feuerwehr im Einsatz. Eine Feuerwehrspritze steht Mitten auf dem oberen Rathausplatz, Wasser aus dem Rathausbrunnen entnehmend. Uniformierte Feuerwehrmänner mit glänzenden Helmen rennen hin und her. Eine Feuerwehrleiter ist ausgefahren. Und die Zuschauer*innen, die dem Spektakel beiwohnen, schauen interessiert, aber tiefenentspannt zu. Das wäre bei einem wirklichen Brand ganz anders, schließlich fielen nur wenige Jahre zuvor, beim Großbrand 1921, 36 Anwesen einer Feuersbrunst zum Opfer. Auch im Gasthaus »Löwen« stehen die Gäste neugierig am Fenster und schauen dem Treiben der Feuerwehr zu. – Klar, es handelt sich um eine Feuerwehrübung! Offenbar gilt die Probe dem Rathaus, die Blicke vieler Zuschauer*innen sind dorthin gerichtet.

Vergleicht man das Foto und die darauf abgebildeten Fassaden vom Gasthaus »Löwen« (Rathausplatz 11), aber auch der angrenzenden Gebäude (Gasthaus »Ochse« und Stadtmühle), die am linken und rechten Bildrand angeschnitten zu sehen sind, mit älteren Ansichten der frühen und mittleren 1920er und jüngeren Bildern der 1930er Jahre, dann wird deutlich, dass die Feuerwehrübung etwa zwischen 1927 und 1930 stattfindet. 1927 erhält die Freiwillige Feuerwehr Löffingen ihre erste Automobilfeuerspritze. Wahrscheintlich wird das nagelneue motorisierte Löschgerät hier zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.

Standort des Fotografen: 47.884085, 8.344574

Anna Ganter mit ihrer Tochter Else, ca. 1927

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Auf einer Sitzbank im Wald haben sich Mutter und Tochter niedergelassen. Die Frau im Mantel ist Anna Ganter (geb. Hepting, 1900-?), die seit 1922 mit dem Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957) verheiratet ist. Neben ihr sitzt ihre erstgeborene Tochter Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011). Ihre Beine baumeln in der Luft. Vielleicht sind die beiden auf einem kleinen Herbstspaziergang in der »Hasle« oder im Stadtwald unterwegs?

Standort des Fotografen: ???

Schäfer mit Schafherde, ca. 1925

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Schafherde zieht (vermutlich) über den Ochsenberg, behütet von ihrem Hirten und dessen Hund. Sie sucht sich ihren Weg durch offenes, allgemein zugängliches Land. Der Beruf des Schäfers beschränkt sich nicht nur darauf, Produzent von Schaffleisch und Schafswolle zu sein. Er ist gleichzeitig auch eine Art Landschaftspfleger, denn er verhindert, dass die landwirtschaftlich genutzen Flächen mit Sträuchern und Bäumen zuwachsen.

Es handelt sich vermutlich um einen auswärtigen Schäfer, denn im Adressbuch von Löffingen aus dem Jahr 1928/29 ist kein Schäfer als Einwohner verzeichnet.

Standort des Fotografen: ???

Personengruppe vor dem Gasthaus »Witterschnee« in der Maienlandstraße, ca. 1920

Sammlung Familie Waßmer

Die Fotografie ist so verblichen, dass das Gebäude im Hintergrund leider nur noch schemenhaft zu erkennen ist. Deutlich zu lesen ist eigentlich nur das Wirtshausschild, das an der Fassade angebracht ist. »Gasthaus zum Witterschnee« ist darauf zu lesen. Links ist die Tür zur Gastwirtschaft zu sehen, die gerade offen steht. Es folgen zwei Fenster, die zur Gaststube gehören. Rechts schließen sich Werkstatträume an. Am linken Bildrand ist ein Briekasten zu sehen, der an der Hauswand hängt. Ein Posthorn ist darauf abgebildet.

Bereits seit 1877 gibt es das Gasthaus »Witterschnee« (Maienlandstr. 26). Seit 1904 wird es von dem Gast- und Landwirt Robert Rosenstiel (1873-1932) und seiner Ehefrau Maria geb. Selb (1879-1959) betrieben.

Die Personengruppe im Vordergrund ist deutlich besser als das Gebäude zu erkennen. Sechs Männer und zwei Frauen stehen vor dem Gasthaus. Zwei der Männer haben Fahrräder dabei, obgleich die Witterungsverhältnisse nicht gerade optimal zum Fahrradfahren sind, denn es liegt richtig Schnee. Vielleicht handelt es sich um Mitglieder des Radfahrvereins? Drei der Männer spielen auf Musikinstrumenten, einem Akkordeon, einer Mandoline und einer Gitarre.

Standort des Fotografen: 47.887245493803476, 8.341409280373876

Narrengruppe, ca. Fasnacht 1926

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Zwei Narren und zwei Närrinnen posieren für ein Gruppenfoto. Sie haben sich gegenseitig untergehakt und halten sich die Hände. Wo die Vier genau stehen, ist unklar. Als einziger Anhaltspunkt ist im Hintergrund ein niedriger Mauersockel zu erkennen, auf dem ein schmiedeeiserner Gartenzaun angebracht ist.

V.l.n.r.: ???, Maria Ganter (verh. Schweizer, 1909-?), ???, ???

Maria Ganter trägt ein fast identisches Kostüm an der Fasnacht 1926. Das Foto wird demnach vermutlich im Jahr davor oder danach aufgenommen.

Standort des Fotografen: ???

Kommunionkinder vor der Kirche, ca. 1920

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Karl Koch und Gerald Münzer zur Verfügung.

20 Kommunionkinder, alles Jungs, stehen in dunklen Anzügen und mit Kommunionkerzen vor dem Seiteneingang der katholischen Pfarrkirche, der zur Bittengasse hinunterführt. Sie blicken, dem Anlass gemäß, ernst in die Kamera des Fotografen. Es handelt sich um Jungs aus Löffingen und den Filialgemeinden Seppenhofen und Dittishausen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Karl Koch (1910-1980), 2 Karl Rokoschoski (1909-1966), 3 Eugen Münzer (1911-1957), 4 Edwin Krug, 5 Willy Vogt (1910-1990)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Franz Zürcher (1909-?), 2 Wilhelm Schwörer (1910-?), 3 Albert Schwörer 1910-2001), 4 Friedrich Beha, 5 Edwin Ritter, 6 ??? Straub (Krähenbach), 7 Karl Berger, 8 ??? Götz (Seppenhofen)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ??? Roth (Dittishausen), 2 Alfred Schmitt, 3 Karl Fesenmeier (Dittishausen), 4 Albert Trenkle (1910-1960), 5 Alfons Böhringer, 6 Karl Schreiber (1910-2001), 7 Willi Leitold (1910-1986), 8 ???

Standort des Fotografen: 47.882587, 8.344743

Hochzeitsgesellschaft, ca. 1920-1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.

Die Braut und der Bräutigam stehen – wie könnte es anders sein? – im Mittelpunkt. Schließlich dreht sich heute alles um sie. Umgeben werden sie von vier Paaren, wobei die Frauen sitzen und die Männer jeweils dahinter stehen.

Aber wie heißt das Brautpaar?
Vermutlich wird das Foto nicht in Löffingen aufgenommen. Gegebenenfalls werden wir es wieder offline nehmen.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???
2.Reihe, stehend, v..l.n.r.: ???, ???, Braut ???, Bräutigam ???, ???, ???

Standort des Fotografen: ???

Marienaltar in der katholischen Pfarrkirche, ca. 1920-1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der katholischen Pfarrkirche St. Michael steht an der nördlichen Stirnwand des Langhauses der Marienaltar. Geschaffen wurde er 1775 von Mathias Faller, der auch den Hauptaltar und den anderen Seitenaltar schuf.

Normalerweise ist hier auf dem Hauptgemälde Maria zu sehen, im roten Kleid und blauen Mantel, das Kind auf dem linken Arm, das Haupt mit der Krone der Himmelskönigin bekrönt, den rechten Fuß auf die Mondsichel gesetzt, eingerahmt von zwei Heiligen.

Doch auf dem Foto ist das Gemälde verdeckt, denn es ist Mai und vor dem Marienaltar finden die Maiandachten statt. Aus diesem Anlass ist vor dem Gemälde eine Marienstatue mit Kind aufgebaut, das von Girlanden eingefasst und durch zahlreiche Blumen geschmückt ist. »Ave Maria« steht auf einem Banner – und weiter unten, auf der Tischdecke: »Heilige Maria, bitte für uns«. Hier versammeln sich die Gläubigen, um zur »Muttergottes« zu beten und Marienlieder zu singen: »Gegrüßet seist du, Königin, o Maria, /
Erhab’ne Frau und Herrscherin, o Maria, / Freut euch, ihr Cherubim, / Lobsingt, ihr Serafim, / Grüßet eure Königin. / Salve, salve, salve, Regina.«

Nicht verdeckt sind das Oberbild und die beiden seitlichen Figuren, die den heiligen Konrad und den heiligen Gallus mit dem Bären darstellen. Sie verdeutlichen die alten Beziehungen zur Diözese Konstanz und zum Benediktinerkloster St. Gallen. Im Hintergrund ist zu erkennen, dass die Innenwände des Kirchenraumes noch farbig ausgemalt sind. 1881 erfolgte diese Gestaltung. Bei einer späteren Innenrenovation werden die Wände 1936/37 weiß übertüncht. 

Standort des Fotografen: 47.882612, 8.344382

2 Fotos: Personengruppe im Gasthaus XXX, ca. 1925-1930

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Die Garderobe, die am linken Bildrand neben dem Kachelofen zu sehen ist, lässt vermuten, dass die beiden Fotos in einem Gasthaus aufgenommen werden, es kann sich aber auch um eine Privatwohnung handeln. Junge Leute sind zusammengekommen und bringen sich für zwei Gruppenfotos in unterschiedliche Positionen.

Manche von ihnen scheinen verkleidet, auch Männer- und Frauenkleidung scheint teilweise getauscht zu sein. Aber ob tatsächlich gerade Fasnacht ist, muss offen bleiben. Es kann sich auch einfach um ein bisschen »Budenzauber« handeln. Eventuell handelt es sich um die 20-Jährigen des Geburtsjahrgangs 1905/06!

Wer erkennt die jungen Leute?

Oberes Bild
1.Reihe, kniend, v.l.n.r.: 1 Paul Faller (1912-2006), 2 ???, 3 Ernst Keller (1912-?)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Otto Schweizer (1906-1992), 2 Maria Schreiber (verh. Frei), 3 Franz Zepf (in Tracht), 4 ???, 5 ???, 6 ???

Standort des Fotografen: ???