Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.
Eng zusammengerückt sitzt eine Männergesellschaft an einem langen Tisch. Ob es sich um einen regelmäßigen Stammtisch, eine gesellige Runde oder vielleicht doch um eine Arbeitsbesprechung handelt, ist nicht bekannt. Auffällig ist jedenfalls, dass mit Bürgermeister Adolf Kuster (1874-1946) und den Lehrern Eugen Steidlinger (1873-1939) und Alfred Zwingert (1880-1938) mehrere bekannte Persönlichkeiten des Städtchens vertreten sind. Auch ein uniformierter Mann sitzt mit am Tisch. Zu welcher Organisation er gehört, lässt sich auf dem Foto nicht sicher erkennen. Denkbar wäre etwa ein Beschäftigter der Reichsbahn.
Der Aufnahmeort bleibt also vorerst ein Rätsel. Dabei bietet die Wirtsstube zahlreiche Hinweise. Der untere Teil der Wände ist mit Holz vertäfelt, links steht ein aufwendig verzierter Kachelofen. An den Wänden hängen Reklametafeln für »Fürstenberg Bier« und »Stern-Brezel«, außerdem ein Werbeplakat des Löffinger Maschinenhändlers Christian Faller. Rechts ist ein Fahrplan der Reichsbahn angebracht. Ob die Aufnahme deshalb im Bahnhofslokal entsteht? Dagegen spricht, dass die Fenster nicht recht zu bekannten Ansichten des 1945 zerstörten Bahnhofsgebäudes passen.
Schade ist, dass auch die an der Wand befestigte Zeitung nicht besser zu erkennen ist. Wären Schlagzeilen oder Erscheinungsdatum lesbar, ließe sich die Aufnahme genau datieren. Adolf Kuster ist von 1920 bis 1933 Bürgermeister in Löffingen. Alfred Zwingert wird 1932 zum Oberlehrer in Bühlertal ernannt und verlässt das Städtchen. Das Foto muss also davor entstanden sein. Es bleibt nur die Einordnung zwischen 1925 und 1930 – und die Hoffnung, dass vielleicht jemand die Wirtsstube oder weitere Männer der Runde erkennt.
V.l.n.r.: 1 Lehrer Eugen Steidlinger (1873-1939), 2 ???, 3 [Alfred Köpfler (1880-1939)?], 4 ???, 5 Lehrer Alfred Zwingert (1880-1938), 6 ???, 7 ???, 8 Bürgermeister Adolf Kuster (1874-1946), 9 [Konrad Bader (1868-1958)?]
Standort des Fotografen: ???

es sind nur 9 Personen auf dem Bild. Was als Nr 4 verwackelt bezeichnet wird, ist das verwackelte Gesicht von Nr 3. Er hat bei Beginn der Belichtung noch zur Tischmitte geschaut und dann aber noch rechtzeitig und lange genug zum Fotografen hin, so dass die Aufnahme noch zu gebrauchen war.
Somit rückt Zwingert auf Nr 5 und Kuster auf Nr 8.
Nr 9 sieht wie Konrad Bader aus und Nr 3 wie Alfred Köpfler
Sehr gut beobachtet! Wir korrigieren die Nummerierung!
Wenn der Bahnhof auch früher schon eine Gaststätte hatte, dann könnte das durchaus dort sein. Der hohe Raum und das große Fenster sprechen dafür.
Abgesehen vom Ochsen-Saal hatten die meisten Gaststätten niedrige Räume. Den Ochsen schließe ich aus, der hatte andere Fenster.
Im Adressbuch von 1937 ist tatsächlich kein Bahnhofslokal aufgeführt, aber alle anderen Gasthäuser und Cafés.