Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.
Drei Jugendliche stehen nebeneinander und blicken ernst in die Kamera – so ernst, wie es sich für ein ordentliches Porträtfoto gehört. Das Foto entsteht in einem Fotostudio, wohl in den frühen 1920er Jahren. Der Hintergrund mit Vorhang und gerahmtem Bild ist gemalt, die Bodenlinie markiert den Übergang zur Studiodekoration.
Die beiden Größeren links und rechts tragen Anzug, Weste, Krawatte und Hut – und präsentieren ihre Taschenuhr, die sie an einer Kette mit sich führen. Der Jugendliche in der Mitte trägt eine Schirmmütze. Sind es vielleicht Klassenkameraden?
V.l.n.r.: 1 [Paul Straub?], 2 Otto Schweizer (1906-1992), 3 [Franz Zepf?]
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.
Eine wilde, ausgelassene Szene voller Leben. Kinder haben sich auf der steinernen Treppe vor dem Haus Nägele (Rathausplatz 2) postiert, um ja nichts vom närrischen Treiben zu verpassen – schließlich ist auf dem oberen Rathausplatz die Fasnachtsbühne aufgebaut, auf der Darbietungen und Späße geboten werden. Und von hier oben hat man den besten Blick!
Vor der Treppe steht eine bunte Narrengruppe dicht gedrängt beieinander: ein Mann in Frauenkleidern und Damenhut lehnt mit verschmitztem Blick an einem Freund im Frack und Zylinder, der mit dunklem Schnurrbart fast wie Charlie Chaplin wirkt. Neben ihnen schunkeln weitere Gestalten in improvisierten Kostümen. Ein älterer Mann mit angeklebtem Schnurrbart zieht das Akkordeon, die Falten des Balgs aufgespannt, bereit für das nächste Lied.
In der rechten Gebäudehälfte vom Haus Nägele ist das Lebensmittelgeschäft zu sehen, das die Kaufmannswitwe Lina Nägele (geb. Ott) betreibt. Es wird später von Kaufmann Robert Sauter (1900-1945) und seiner Ehefrau Justina Sauter (geb. Brett, 1900-1994) fortgeführt.
Diese Fotos stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.
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Dicht gedrängt stehen sie auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße: eine laute, ausgelassene Narrenschar mitten im Trubel der Fasnacht. Ein Akkordeon wird gespielt, einer ruft dazwischen, alle reden durcheinander. Kinderwagen, Wäschekörbe, Vogelkäfige, Kittelschürzen und klappernde Milchkannen- ein wilder, bunter Haufen. Die Szenerie ist lebendig, überdreht, komisch – und typisch für die Straßenfasnacht, bei der sich ganze Gruppen gemeinsam beteiligen und ihrer Phantasie freien Lauf lassen.
Doch auf den zweiten Blick ist das Bild nicht so harmlos, wie es scheinen mag. Die Gruppe stellt sogenannte »Zigeuner« dar, also Sinti und Roma. Ihre Kleidung und das Verhalten sind klischeehaft überzogen, betonen ihre Armut und zeigen eine ungezügelte Wildheit. Was als Fasnachtsspaß gemeint ist, ist zugleich diskriminierend. Die Fotoserie zeigt auch, wie tief verwurzelte Vorurteile und rassistische Stereotype über Jahrzehnte hinweg tradiert und durch scheinbar harmlose Volksbräuche im Alltag weitergegeben und verfestigt werden. Mit dem Ende des NS-Regimes endete die Diskriminierung und Verfolgung der Minderheit der Sinti und Roma nicht.
Foto Nr. 1: Der Polizist in der Bildmitte ist Arno Adrion (1924-1993). V.l.n.r. Gertrud Faller (geb. Schmid), Otto Schweizer, Hedwig Amann (geb. Geisinger), Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?, Irma Adrion (geb. Schmid, 1927-2019), Renate Schelb (geb. Adrion)
Zu der Narrengruppe gehören auch: Bärbel Benz, Gretel Jordan (verh. Ganter), Elise Hepting, Anni Jordan (verh. Kaiser), Ernst Krauß (1897-1978), Maria Schweizer, Edmund Laufer, Henriette Laufer, Anna Jordan
Foto Nr. 5: Bei der Stadtmusik ist Lothar Zepf zu sehen. Daneben stehen Gertrud Geisinger (geb. Limb) und Gretel Jordan.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.
Diese sorgfältig inszenierte Gruppenaufnahme zeigt Mitglieder des 1905 gegründeten Turnerbundes. Das Foto wird in einem Fotostudio aufgenommen, wie der drapierte Vorhang im Hintergrund erkennen lässt. Die Gruppe ist klar gegliedert: In der Bildmitte und im Vordergrund sitzen und liegen aktive Turner in ihren typischen weißen Turnkleidung, die das Emblem des Vereins auf der Brust tragen. Drei der Turner tragen eine Schärpe über die Schulter, einer von ihnen hält die Vereinsfahne. Sie wird bei Wettkämpfen, Festumzügen und Ehrentagen mitgeführt. Der Turnerbund schaffte sich 1923 eine Fahne an, die am 2./3. Juni 1923 geweiht wurde. Vielleicht entsteht das Foto zu diesem Anlass?
Rechts und links der Turner stehen Männer in Anzug und Krawatte, die vermutlich dem Vereinsvorstand angehören. Auffällig ist zudem die Anwesenheit einer Frau. Ihre Präsenz weist auf die Existenz einer Damenriege hin, wie sie in vielen Turnvereinen seit der Jahrhundertwende zunehmend üblich wurde.
1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rupert Hepting, 2 Otto Schweizer (1906-1992) 2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rosa Adrion (geb. Berger), 2 ??? Sibold, 3 ???, 4 Fritz Adrion 3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Heinrich Wider, 3 Anselm Zepf (1898-1989), 4 Jakob Schreiber, 5 Ernst Fehrenbach, 6 ???, 7 Konrad Sibold (1900-1979), 8 ??? 4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Paul Benitz
Auf dem Foto ist vermutlich Vereinsvorsitzender J. Fehrenbach zu sehen.
Die deutsche Turnbewegung geht auf Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), den sogenannten »Turnvater Jahn«, zurück. Er begründete im frühen 19. Jahrhundert das Turnen als nationale Erziehungsbewegung, verbunden mit dem Ideal der körperlichen und geistigen Ertüchtigung des deutschen Volkes. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Bewegung zu einem breiten bürgerlichen Phänomen. Besonders in kleineren Städten und Gemeinden bildeten sich zahlreiche Turnvereine, die neben dem sportlichen Aspekt auch das Gemeinschaftsleben stärkten.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.
Die Mitglieder des Fußballclubs Löffingen haben sich versammelt, um gemeinsam den Fußballplatz zu erweitern. Der Schriftzug am unteren Bildrand – »Sportplatzvergrößerung des Fussball-Club Löffingen im Januar 1932« – fasst das Geschehen prägnant zusammen. Männer mit Spaten, Pickel und Grabegabeln posieren zwischen frisch ausgehobener Erde, einige haben sich auf den Erdhaufen oder Werkzeuge gestützt. In der Bildmitte ist eine Lore zu sehen, voll beladen mit Erdreich – ein klares Zeichen, dass hier mit vollem körperlichem Einsatz gearbeitet wird. Der Hintergrund zeigt den weiten Blick über einen Teil des Städtchens und die umgebende Landschaft. Zu sehen sind Häuser in der Alemannenstraße und der Oberen Hauptstraße.
Der sportliche Erfolg des Fußballclubs machte die Sportplatzerweiterung notwendig. 1927/28 war der FC Löffingen in die A-Klasse aufgestiegen, was erhöhte Anforderungen an die Spielstätte mit sich brachte. Der 1924 angelegte Fußballplatz reichte schlicht nicht mehr aus. Trotz einer hohen Schuldenlast bewiesen die Mitglieder des Vereins Durchhaltevermögen, Kreativität und großen Gemeinschaftssinn. Zur Finanzierung wurden kulturelle Veranstaltungen organisiert und neben freiwilligen Spenden half vor allem die Eigenleistung: Mit Schaufel und Muskelkraft machen sich die Vereinsmitglieder selbst ans Werk.
Diese Fotos stellten dankenswerterweise Christa Egle und Alexandra Scholl zur Verfügung.
Diese Gruppe Narren hat sich als »fahrendes Volk« oder Marketender verkleidet und zieht mit zwei aneinandergehängten Planwagen durch die Straßen des Städtchens. Die liebevoll gestalteten Wagen, gezogen von einem kleinen Esel, erinnern an frühere Zeiten, als Händler von Ort zu Ort zogen und ihre Waren verkauften. Ob es sich um eine klischeehafte Darstellung von Sinti und Roma oder einfach um eine Hommage an das »fahrende Volk« vergangener Jahrhunderte handelt, bleibt offen.
Musiker*innen mit Akkordeons begleiten den Umzug mit fröhlichen Klängen. Kinder müssen die Umzugstrecke nicht mitlaufen, sondern sitzen bequem auf den beiden Wagen. Die Zuschauer*innen stehen dicht gedrängt am Straßenrand und genießen den Anblick – manche neugierig, andere lachend, während die Narren mit viel Elan durch die Straßen ziehen.
Unter den Narren sind u.a. zu erkennen: Karl Krieg (1927-2021), Otto Schweizer (1906-1992), Friedhilde Wörner (geb. Rosenstiel), Hedwig Egle (verh. Hepting, 1932-2020), Henriette Laufer (geb. Metz, 1922-2004)
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.
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Vor dem früheren Gasthaus »Sonne« (Rathausplatz 9-10) sind »Indianer«-Zelte aufgebaut. Es ist Fasnacht und das diesjährige Motto lautet: »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus«. Mit dem Motto wird an die breite Rezeption der »Indianer« angeküpft, die seit dem Kaiserreich in Deutschland populär ist. Insbesondere durch die »Winnetou«-Romane von Karl May erfreut(e) sich die Darstellung von »Indianern« größter Beliebtheit. Dabei geht es natürlich nicht um eine Beschäftigung mit realen indigenen Völkern Nordamerikas, sondern um ein Stereotyp, das sowohl verächtlich gemeint, als auch von Faszination und Bewunderung geprägt sein kann.
Auch diese drei Fasnachtsnarren haben sich – durchaus phantasievoll und mit viel Liebe zum Detail – als »Indianer« verkleidet. Sie folgen den Darbietungen auf der Fasnachtsbühne, die auf dem oberen Rathausplatz aufgebaut ist. Zu sehen sind u.a. Otto Schweizer (1906-1992).
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.
Der Schwarzwaldhof im Hintergrund mit dem Walmdach zeigt es an: Die acht Skifahrer*innen (zwei sind Frauen!) sind nicht in Löffingen unterwegs, sondern irgendwo in der Umgebung, vielleicht sogar im Schwarzwald. Es liegt richtig viel Schnee. Für das Foto setzt sich einer der Wintersportler in den Schnee – lang wird er da nicht sitzen, denn so wasserabweisend ist seine Skikleidung nicht…
Diese Fotos stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.
Die Garderobe, die am linken Bildrand neben dem Kachelofen zu sehen ist, lässt vermuten, dass die beiden Fotos in einem Gasthaus aufgenommen werden, es kann sich aber auch um eine Privatwohnung handeln. Junge Leute sind zusammengekommen und bringen sich für zwei Gruppenfotos in unterschiedliche Positionen.
Manche von ihnen scheinen verkleidet, auch Männer- und Frauenkleidung scheint teilweise getauscht zu sein. Aber ob tatsächlich gerade Fasnacht ist, muss offen bleiben. Es kann sich auch einfach um ein bisschen »Budenzauber« handeln. Eventuell handelt es sich um die 20-Jährigen des Geburtsjahrgangs 1905/06!
Wer erkennt die jungen Leute?
Oberes Bild 1.Reihe, kniend, v.l.n.r.: 1 Paul Faller (1912-2006), 2 ???, 3 Ernst Keller (1912-?) 2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ??? 3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Otto Schweizer (1906-1992), 2 Maria Schreiber (verh. Frei), 3 Franz Zepf (in Tracht), 4 ???, 5 ???, 6 ???
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.
Gut möglich, dass das Foto in der »Hasle« aufgenommen wird. Zwei jugendliche Mädchen haben auf einer Sitzbank Platz genommen. Hinter ihnen steht Otto Schweizer (1906-1992), der einen weißen Matrosenanzug trägt und dazu auch eine Matrosenmütze. Auf dem Band steht u.a. »Unterseebootsflottille«.
Otto Schweizer ist zu jung, um im Ersten Weltkrieg als Soldat zu dienen. Matrosenanzüge sind aber als Kinderkleidung beliebt und zugleich sind sie Ausdruck der Begeisterung für die Kaiserliche Marine in der deutschen Bevölkerung. In der NS-Zeit geht die Popularität der Matrosenanzüge zurück, die nun als bürgerlich-dekadent gelten.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.
Die ehemaligen Schüler*innen des Jahrgangs 1905/06 versammeln sich zu einem Klassentreffen. Die Zeiten, in denen man gemeinsam die Schulbank in den Klassenräumen im Rathaus drückte, sind lange her. Es gibt viel zu erzählen. Das Foto wird vermutlich im Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29) aufgenommen.
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Maria Frei (geb. Schreiber), 2 Hildegard Schmutz, 3 Elisabeth Göpper, 4 Luise Urban (geb. Beha), 5 Otto Schweizer (1906-1992), 6 Helene Müller, 7 Mathilde Schmitt (geb. Heiler, 1905-?) 2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ??? Thoma, 2 Rosa Wagner (1905-?), 3 ???, 4 ???, 5 Hedwig Greuter, 6 Josefine Waibel (geb. Baader, 1905-?), 7 ???, 8 ??? 3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Paul Straub (1905-?), 2 Franz Zepf, 3 Karolina Vogelbacher (geb. Fehrenbach, 1906-1993), 4 Franz Vogelbacher, 5 ???, 6 ???, 7 Albert Benitz (1905-1996)
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.
Wo die Jugendlichen sich zum Rodeln treffen, ist unbekannt. Das Foto verrät es nicht, da rings um sie herum nur weißer Schnee zu sehen ist – und der sieht bekanntlich überall gleich aus. Möglich, dass sich die sieben Jugendlichen an der »Wanne« zum Schlittenfahren treffen.
Wer erkennt die Jugendlichen? V.l.n.r.: 1 Mathilde Hepting (verh. Bacher), 2 Lina Beha (verh. Herrenweger, 1902-1994), 3 Rupert Hepting (1905-1990), 4 Agathe Beha (verh. Geisinger, 1907-1972), 5 ???, 6 Anna Benz (verh. Strobel, 1906-1986), 7 Otto Schweizer (1906-1992)