Olga Geisinger mit Enkelin, Fasnacht 1989

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Oma und Enkelin haben sich vor dem Café Fuß (Rathausplatz 5) für ein gemeinsames Erinnerungsfoto aufgestellt. Im Mittelpunkt steht an diesem Tag die Enkelin: Karin Geisinger gehört zu den diesjährigen 20-Jährigen und hat gemeinsam mit ihrem Jahrgang den Narrenbaum auf dem unteren Rathausplatz gestellt. Auf der Hausfassade zeichnet sich der Schatten des Narrenbaums ab. Verkleidet ist sie als »Schotte« – mit Kilt und passender Kopfbedeckung.

Neben ihr steht ihre Großmutter Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?), die der Straßenfasnacht seit vielen Jahren verbunden ist. Auch wenn sie längst nicht mehr zu den Jüngsten zählt, ist sie doch jedes Jahr mitten im närrischen Treiben anzutreffen – häufig zusammen mit ihrer Freundin Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005).

Im Hintergrund spannen sich die Fasnachtsbändel über den oberen Rathausplatz. Während ausgelassen gefeiert wird, halten zwei Generationen kurz inne für ein Foto – auch verbunden durch die Fasnacht, die für beide einen festen Platz im Leben hat.

Standort des Fotografen: 47.883972, 8.343932

Zwei Närrinnen bei der Wieberfasnet im Gasthaus »Linde«, Fasnacht 1983

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ob sie sich wohl als »doppeltes Lottchen« verkleidet haben? Jahr für Jahr sind die beiden Närrinnen feste Größen im närrischen Treiben – und selbstverständlich auch bei der traditionellen »Wieberfasnet« im Gasthaus »Linde« mit von der Partie. Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005) und Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?) tragen identische Kostüme: karierte Kleider mit weißen Spitzenkragen und Manschetten, Strohhüte mit Blumenschmuck und feine Häkelhandschuhe. Ihr gemeinsamer Auftritt lebt nicht nur von der liebevollen Kostümierung, sondern auch von der humorvollen Dynamik zwischen den beiden – nicht zuletzt wegen ihres deutlichen Größenunterschieds.

In diesem Moment haben sie sich Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013) vorgenommen, der als einer der wenigen Männer der »Wieberfasnet« beiwohnen darf. Mit verschmitztem Lächeln und spitzer Zunge sorgen die beiden Närrinnen für beste Stimmung im Saal.

Standort des Fotografen: 47.884258, 8.346542

3 Fotos: Frauengruppe bei einem lustigen Kaffeekränzchen, 1964

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Zuerst sitzen die Frauen noch ganz gesittet beisammen. Vor ihnen auf dem Tisch stehen Kuchen, Torten und die gute Kaffeekanne mit Kaffeeservice. Im Hintergrund hängen gerahmte Bilder, die einiges über den Zeitgeist verraten: Ein Kunstdruck des berühmten »Feldhasen« (1502) von Albrecht Dürer, daneben ein Blumenstillleben, das eine sommerliche Landschaft in den Raum holt.. Alles wirkt ordentlich, so wie es sich für ein Kaffeekränzchen gehört.

Doch schon wenig später hält sich niemand mehr an förmliche Zurückhaltung. Aus dem ernsten Gruppenbild wird eine Szene voller Gelächter: eine der Frauen liegt halb über den Schoß der anderen, Köpfe fallen einander an die Schulter, Hände werden vor Lachen vors Gesicht geschlagen. Es ist ein ausgelassenes, fröhliches Durcheinander, das zeigt, wie vertraut diese Frauenrunde miteinander ist. Ein paar Stücke Kuchen, eine Tasse Kaffee und die richtige Gesellschaft reichen, um einen glücklichen Nachmittag zu erleben.

oberes Bild
V.l..n.r.:
1 [Stefanie Heiler?], 2 Anna Jordan (geb. Fehrenbach, 1907-1982, Wirtin »Küferstüble«), 3 Emma Butsch (geb. Maier, 1886-1971), 4 Maria Schweizer (geb. Ganter (1909-?), 5 Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?), 6 Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-?), 7 Cäcilie Rosenstiel (geb. Winterhalter, 1901-?)

mittleres Bild
V.l.n.r.:
1 Maria Schweizer (geb. Ganter, 1909-?), 2 Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?), 3 Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-?), 4 Cäcilie Rosenstiel (geb. Winterhalter, 1901-?), 5 Rosa Henzler (geb. Winterhalder, 1900-?), 6 ??? Duttlinger (Seppenhofen)

Standort des Fotografen: ???

Närrinnengruppe beim Umzug in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1966

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Die Närrinnen schreiten im Gleichschritt, Arm in Arm, mit Körben voller Kleinigkeiten – und das Lächeln auf ihren Gesichtern verrät, dass sie die Fasnacht in vollen Zügen genießen. Ihre Kostüme wirken fast wie Schuluniformen: helle Kleider mit breiten weißen Kragen, Schleifen und schwarzen Strümpfen. Doch die selbstbewusste Haltung und die ausgelassene Stimmung zeigen: Hier marschieren keine braven Schülerinnen, sondern Närrinnen, die das Regiment übernehmen.

Linke Reihe, v.l.n.r.: 1 Helene Krauß, 2 Mathilde Schmid (geb. Geisinger, 1926-1989), 3 Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-1980, verdeckt)
Rechte Reihe, v.l.n.r.: 1 Hedwig Hepting (geb. Egle, 1932-2020), 2 Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?), 3 ???, 4 Else Egle (geb. Ganter, 1923-2011), 5 [Hedwig Bayer (geb. Schmid, 1924-1996)???], 6 Henriette Laufer (geb. Metz, 1922-2004), 7 Ernst Krauß (1897-1978)

Sie kommen von der Bahnhofstraße und biegen nun in die Untere Hauptstraße ein, auf dem Weg ins Städtchen. Im Hintergrund sind das Haus Zepf (Rötenbacher Str. 2) und das Schrankenwärterhaus (Rötenbacher Str. 1) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.882487, 8.343162

2 Fotos: Frauengruppe in einem Wohnzimmer, 1965

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Es ist ein Sommerabend 1965, und im Wohnzimmer herrscht beste Stimmung: Acht Frauen sitzen dicht gedrängt um den gedeckten Tisch, essen, trinken und lachen, dass die Wände wackeln. Eine hält lachend eine Bierflasche hoch, als wolle sie auf einen ganz besonderen Anlass anstoßen, während andere herzhaft in Hähnchenschenkel beißen oder sich gegenseitig necken. Die Wohnungseinrichtung – von der großen Standuhr bis zum gestreiften Vorhang – erzählt von den 1960er Jahren, ebenso wie das Porzellan auf der weißen Tischdecke. Hier wird nicht nur gegessen, sondern gefeiert – und zwar so, dass man fast das Lachen noch heute durch das Foto hören kann.

V.l.n.r.: 1 Cäcilie Rosenstiel (geb. Winterhalter, 1901-?), 2 Elisabeth Hepting, 3 Rosa Henzler, 4 [Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?)?], 5 ??? Duttlinger (Seppenhofen), 6 Maria Schweizer (geb. Ganter, 1909-?), 7 Anna Jordan (geb. Fehrenbach, 1907-1982), 8 Hildegard Keller (geb. Schmutz, 1920-2013)

Standort des Fotografen: ???

5 Fotos: Narrengruppe auf der Bühne in der Kirchstraße, Fasnacht 1959

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

»»» Trigger-Warnung

Dicht gedrängt stehen sie auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße: eine laute, ausgelassene Narrenschar mitten im Trubel der Fasnacht. Ein Akkordeon wird gespielt, einer ruft dazwischen, alle reden durcheinander. Kinderwagen, Wäschekörbe, Vogelkäfige, Kittelschürzen und klappernde Milchkannen- ein wilder, bunter Haufen. Die Szenerie ist lebendig, überdreht, komisch – und typisch für die Straßenfasnacht, bei der sich ganze Gruppen gemeinsam beteiligen und ihrer Phantasie freien Lauf lassen.

Doch auf den zweiten Blick ist das Bild nicht so harmlos, wie es scheinen mag. Die Gruppe stellt sogenannte »Zigeuner« dar, also Sinti und Roma. Ihre Kleidung und das Verhalten sind klischeehaft überzogen, betonen ihre Armut und zeigen eine ungezügelte Wildheit. Was als Fasnachtsspaß gemeint ist, ist zugleich diskriminierend. Die Fotoserie zeigt auch, wie tief verwurzelte Vorurteile und rassistische Stereotype über Jahrzehnte hinweg tradiert und durch scheinbar harmlose Volksbräuche im Alltag weitergegeben und verfestigt werden. Mit dem Ende des NS-Regimes endete die Diskriminierung und Verfolgung der Minderheit der Sinti und Roma nicht.

Foto Nr. 1:
Der Polizist in der Bildmitte ist Arno Adrion (1924-1993). V.l.n.r. Gertrud Faller (geb. Schmid), Otto Schweizer, Hedwig Amann (geb. Geisinger), Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?, Irma Adrion (geb. Schmid, 1927-2019), Renate Schelb (geb. Adrion)

Zu der Narrengruppe gehören auch: Bärbel Benz, Gretel Jordan (verh. Ganter), Elise Hepting, Anni Jordan (verh. Kaiser), Ernst Krauß (1897-1978), Maria Schweizer, Edmund Laufer, Henriette Laufer, Anna Jordan

Foto Nr. 5:
Bei der Stadtmusik ist Lothar Zepf zu sehen. Daneben stehen Gertrud Geisinger (geb. Limb) und Gretel Jordan.

Standort des Fotografen: 47.883068, 8.344306

2 Fotos: Narrengruppe hinter dem Gasthaus »Löwen«, Fasnacht 1959

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

»Lustig ist das Zigeunerleben«! So lautet der Titel eines berühmten deutschen Volksliedes, das die klischeehafte Vorstellung vom ungezwungenen Leben der Sinti und Roma sehr popularisiert hat. Mit der Lebenswirklichkeit dieser ethnischen Minderheit, die seit dem Mittelalter auch in Mitteleuropa zu Hause ist, hat dies freilich nichts zu tun. Vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus wurden Sinti und Roma in Deutschland, aber darüber hinaus in allen von Deutschland besetzten Ländern Europas aus rassistischen Gründen brutal verfolgt, deportiert und ermordet.

Ungeachtet dieser blutigen Verfolgungsgeschichte bleibt die Verkleidung als »Zigeuner*innen« an Fasnacht auch in der Nachkriegszeit äußerst beliebt. Die Figur gehört in den 1950er und 60er Jahren genauso selbstverständlich zur Fasnacht wie die Darstellung eines »Indianers«, Cowboys oder Clowns. Und da macht Löffingen keine Ausnahme. Auch diese Gruppe von Närrinnen und Narren haben sich entsprechend klischeehaft verkleidet. Im Einzelfall mag das gar nicht böse gemeint sein, aber es geht natürlich trotzdem auf Kosten der Minderheit und leistet Antiziganismus Vorschub. Die Närrinnen und Narren stehen in der Kirchstraße, hinter dem Gasthaus »Löwen« (Rathausplatz 11), wo auch ein Misthaufen seinen angestammten Platz hat. Auch die Rückseite des Gasthauses »Ochsen« (Rathausplatz 12) und das Haus Benz (Kirchstr. 3) sind zu sehen.

Zu der Narrengruppe gehören u.a. Gertrud Schmid (verh. Faller, 1925-2005), Anna Jordan (1907-?), Maria Schweizer, Henriette Laufer (1922-2004), Lisa Wölfle, Gretel Jordan, Hedwig Hepting, Irma Adrion, Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?), Elise Hepting und Friedhilde Wörner (1932-2004). Der Junge im Kinderwagen ist vermutlich Harry Zepf und das Mädchen rechts Annemarie Hepting. Der »Polizist« ist Arno Adrion (1924-1993).

Standort des Fotografen: 47.883647, 8.345210

Närrinnen beim Umzug auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1969

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Am »Fasnet Mändig« zieht der Narrenumzug über den unteren Rathausplatz, der verschneit ist. Eine Gruppe Närrinnen hat sich in den Zug eingereiht. Sie führen Musikinstrumente mit sich.

V.l.n.r.: 1 Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?), 2 Karolina Auer, 3 Leonie (Loni) Sibold (geb. Krause, 1918-2006), 4 Hedwig Hepting (1932-2020), 5 Ursula Kopp (geb. Rosenstiel, 1930-2018), 6 ???, 7 Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005), 8 Mathilde Schmid (1926-1989), 9 Helene Krauß (geb. Häusler, 1912-2006)

Der Mann, der mit dem Rücken zum Fotografen steht, ist vermutlich Ernst Krauß. Er dirigiert offenbar die Musikerinnen.

Am Maienländer Tor im Hintergrund lässt sich erkennen, in welchem Jahr das Foto aufgenommen wird. Der Torbogen ist so abgeklebt, dass optisch ein Rechteck entsteht. Darüber steht in Großbuchstaben: »N.B.L.«. An Fasnacht 1969 lautet das Fasnachtsmotto: »Närrischer Bildschirm«. Das »N.B.L.« steht wohl für »Närrischer Bildschirm Löffingen« – und das umgestaltete Mailänder Tor hat sich mal eben in einen großen Fernsehapparat verwandelt, über dessen Mattscheibe das Narrentreiben flimmert. Das Haus Müller (Demetriusstr. 13), das links an das Mailänder Tor angebaut ist, wird wenige Monate später, im Oktober 1969, bei einem Brand zerstört.

Standort des Fotografen: 47.883695, 8.344105

Ehrung mit dem Jubiläumsorden, Fasnacht 1989

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die »Laternenbrüder« feiern ihr 100. Gründungsjubiläum. In der Festhalle findet ein großer Jubiläumsball statt, bei der auch verdiente Närrinnen und Narren mit dem Jubiläumsorden geehrt werden. Einige der Ausgezeichneten posieren anschließend für ein Gruppenfoto.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anna Vierlinger (geb. Nägele, 1912-2004), 2 Hermine Baumgart (geb. Zürcher, 1907-1998)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rita Podlech (geb. Gaede), 2 Margarete Benitz (geb. Nober, 1924-2016), 3 Arno Adrion (1924-1993), 4 Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005), 6 Hermann Geisinger (1926-1989), 7 Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?), 8 Käthe Kaufmann (geb. Nägele, 1922-2013), 9 Karolina Auer (geb. Greuter, 1907-?)

Standort des Fotografen: 47.882924, 8.347813

Ehrung zweier Närrinnen im Gasthaus »Linde«, Fasnacht 1984

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Narrenvater Josef (»Jupp«) Hoitz legt lachend seine Arme um Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005) zu seiner Linken und Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?) zu seiner Rechten. Die beiden gehören schon seit ihrer Jugend zu den Aktivposten der Löffinger Fasnacht und beteiligen sich Jahr für Jahr am Narrentreiben. Für ihre Verdienste zeichnet Josef Hoitz sie mit dem Orden in Gold aus und überreicht ihnen eine Urkunde. Darauf heißt es: »Für ihre besonderen Verdienste um die Löffinger Fasnet erhält die ehrbare und tugendhafte Narrenfreundin [N.N.] den Ehrenorden der Laternenbrüder Löffingen in Gold verliehen«.

Bei der Narrenversammlung im Gasthaus »Linde« werden außerdem Rolf Meßmer, Richard Lehmann und Josef Benitz mit dem Orden in Silber ausgezeichnet.

Standort des Fotografen: 47.884300, 8.346584

Zwei Närrinnen in der Maienlandstraße, Fasnacht 1989

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Was wäre die Straßenfasnacht ohne Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?) und Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005)? Während andere im Alter allenfalls vom Straßenrand – oder sogar nur von der heimischen Fensterbank – aus dem närrischen Treiben zuschauen, werfen sich die beiden Mitten rein ins Getümmel. Sie lassen es sich am »Schmutzigen Dunschdig« nicht nehmen, den Zug der 20-Jährigen vom Gasthaus »Pilgerhof« ins Städtchen zu begleiten. Für beide Närrinnen ist es insofern eine besondere Fasnacht, weil ihre Enkelinnen Karin Geisinger und Heike Bölle in diesem Jahr bei den 20-Jährigen dabei sind. Ob sie das Fasnachtsgen von ihnen geerbt haben?

Olga Geisinger und Gertrud Faller laufen gerade am Haus Waßmer (Maienlandstr. 12) vorbei, das närrisch geschmückt ist. Schließlich feiern die »Laternenbrüder« ihr 100. Gründungsjubiläum.

Standort des Fotografen: 47.885437, 8.342487

2 Fotos: Narrengruppe vor dem »Gebertsaal«, Fasnacht 1959

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Christa Egle und Alexandra Scholl zur Verfügung.

»»» Trigger-Warnung

Es ist Fasnacht und wieder einmal haben sich Närrinnen und Narren zu einer Gruppen zusammengetan und als »Zigeuner« verkleidet, wie die Minderheit der Sinti und Roma 1959 noch genannt wird. Es ist ein beliebtes Sujet, das auch in den Jahren zuvor immer wieder an Fasnacht bemüht wurde. Ein gesellschaftliches Bewußtsein, dass dies angesichts der Jahrhundertelangen Diskriminierung und Verfolgung dieser Bevölkerungsgruppe, die in der NS-Zeit sogar in einem Völkermord gipfelte, zumindest unpassend sein könnte, besteht in den 1950er Jahren (noch) nicht.

Das Foto ist eine Rarität – nicht etwa wegen der Narrengruppe und des Sujets, sondern aus einem ganz anderen Grund: »Lichtspiel Theater« lautet der Schriftzug, der über dem Eingang des »Gebertsaals« (Obere Hauptstr. 11) prangt. Es ist das einzige bislang bekannte Foto, auf dem die zeitweilige Nutzung des 1925/26 erbauten Saalbaus als Kino erkennbar ist.

Wer erkennt die Närrinnen und Narren auf dem Foto?

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Renate Adrion (verh. Schelb), 2 Bärbel Benz, 3 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Gretel Jordan (verh. Ganter, Mitte), 3 ???, 4 ???, 5 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Gertrud Schmid (verh. Faller), 5 Elise Hepting, 6 Anni Jordan (verh. Kaiser), 7 Ernst Krauß (1897-1978), 8 Maria Schweizer, 9 Otto Schweizer (mit Schellenbaum, 1906-1992), 10 Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Henriette Laufer, 2 Irma Adrion, 3 Hedwig Geisinger (verh. Amann), 4 ???, 5 ???, 6 Anna Jordan

Standort des Fotografen: 47.884460, 8.346886