Närrinnen beim Umzug auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1969

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Am »Fasnet Mändig« zieht der Narrenumzug über den unteren Rathausplatz, der verschneit ist. Eine Gruppe Närrinnen hat sich in den Zug eingereiht. Sie führen Musikinstrumente mit sich.

V.l.n.r.: 1 Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?), 2 Karolina Auer, 3 Leonie (Loni) Sibold (geb. Krause, 1918-2006), 4 Hedwig Hepting (1932-2020), 5 Ursula Kopp (geb. Rosenstiel, 1930-2018), 6 ???, 7 Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005), 8 Mathilde Schmid (1926-1989), 9 Helene Krauß (geb. Häusler, 1912-2006)

Der Mann, der mit dem Rücken zum Fotografen steht, ist vermutlich Ernst Krauß. Er dirigiert offenbar die Musikerinnen.

Am Maienländer Tor im Hintergrund lässt sich erkennen, in welchem Jahr das Foto aufgenommen wird. Der Torbogen ist so abgeklebt, dass optisch ein Rechteck entsteht. Darüber steht in Großbuchstaben: »N.B.L.«. An Fasnacht 1969 lautet das Fasnachtsmotto: »Närrischer Bildschirm«. Das »N.B.L.« steht wohl für »Närrischer Bildschirm Löffingen« – und das umgestaltete Mailänder Tor hat sich mal eben in einen großen Fernsehapparat verwandelt, über dessen Mattscheibe das Narrentreiben flimmert. Das Haus Müller (Demetriusstr. 13), das links an das Mailänder Tor angebaut ist, wird wenige Monate später, im Oktober 1969, bei einem Brand zerstört.

Standort des Fotografen: 47.883695, 8.344105

Sommerfest im Kindergarten, 23. Juli 1969

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Für diese Kinder heißt es Abschiednehmen: Sie werden aus dem Kindergarten entlassen, um nach den Sommerferien in die Grundschule eingeschult zu werden. Bei der Abschiedsfeier präsentieren sie allerlei Darbietungen, wie diesen Tanz, der mit Klaviermusik begleitet wird.

Zu sehen sind Kinder des Jahrgangs 1962/63: u.a. Doris Bader, Renate Göhry und Inge Sibold.

Der Kindergarten im Schulweg ist zu diesem Zeitpunkt noch sehr neu, gerade einmal vier Jahre zuvor hat er seine Pforten geöffnet.

Standort des Fotografen: 47.883497, 8.346639

Mailänder Tor, 1969

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Auf den ersten Blick ist das Foto schwer zu datieren, denn schließlich hat sich das Mailänder Tor seit seiner Erbauung 1922 bzw. der Anbringung der Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges im Jahre 1930 kaum verändert. Erste Anhaltspunkte bieten jedoch das geflickte Dach, das noch deutliche Spuren der Kriegszerstörung 1945 zeigt, und das geparkte Auto, das vor dem rechten Nachbarhaus (Demetriusstr. 11) steht. Klar, das Foto ist irgendwann in der Nachkriegszeit entstanden. Dass ein Wegweiser in Richtung Maienland zum »Wildpark« weist, ist ein weiteres wichtiges Detail, das die zeitliche Einordnung erleichtert.

Auf der Verkehrsinsel vor dem Mailänder Tor steht ein Wahlplakat der FDP. Darauf ist der Wahlwerbespruch »Wir schaffen die alten Zöpfe ab« zu lesen. Es herrscht Wahlkampf, denn am 28. September 1969 findet die Bundestagswahl statt. Nach der Wahl konstituiert sich erstmals in der 20-jährigen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine sozialliberale Koalition auf Bundesebene. Willy Brandt (SPD) wird Bundeskanzler, Walter Scheel (FDP) wird Vizekanzler.

Zum Jahr 1969 passt, dass das linke Nachbarhaus (Demetriusstr. 13), das dem Mechanikermeister Karl Müller gehört, noch steht: Es brennt am 17. Oktober 1969, rund drei Wochen nach der Bundestagswahl, ab. Somit dürfte das Foto vermutlich das letzte sein, auf dem das Haus Müller noch zu sehen ist.

Standort des Fotografen: 47.883857, 8.343832

Blick zum Rathaus und zur »alten Sonne«, 1969

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Ein kleines Detail hilft, dieses Foto sehr genau zu datieren. Links neben dem Kriegerdenkmal lehnen an der Mauer des Rathauses zwei Wahlplakate von politischen Parteien. Das Plakat der FDP ist deutlich zu erkennen. Der Bundestagswahlkampf 1969 läuft auf Hochtouren. Trotz nur hauchdünner Mehrheit wird die FDP eine Koalition mit der SPD eingehen und Willy Brandt (SPD) wird neuer Bundeskanzler.

Das Foto zeigt den unteren Rathausplatz. Links ist der Demetriusbrunnen von 1954 zu sehen. In der Mitte thront das mächtige Rathausgebäude. Rechts steht die »alte Sonne« (Rathausplatz 9-10), die 1973 abgerissen wird. Daran angrenzend ist der kleine Gemüseladen von Monika Wehrle zu sehen. Die 1960er Jahre sind die »kinderreichen« Jahre, was sich auf dem Foto – Zufall oder nicht – insofern widerspiegelt, dass gleich zwei Frauen ihre Kinderwagen über den Rathausplatz schieben.

Standort des Fotografen: 47.883735, 8.343682

Blick von der »Bittenwiese« zur Schule und Festhalle, 1969

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Hinter dem Farrenstall und dem Bauhof öffnet sich die »Bittenwiese«. Auf dem Foto ist einer der Gärten zu sehen, der mit einem hölzernen Zaun eingefasst ist. Am linken Bildrand ist der 1964 gebaute Kindergarten (Schulweg 3) zu erkennen. Davor ist bereits ein kleiner Bolzplatz angelegt. Am rechten Bildrand stehen die Festhalle und die Grundschule. Dahinter ragen die Bäume der »Hasle« empor.

Standort des Fotografen: 47.882545, 8.346139

Kaplanei mit Geschäft Koch in der Seppenhofer Straße, 1969

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

»Koch« steht auf dem Schild über dem Eingang der 1840 erbauten Kaplanei der katholischen Kirchengemeinde in der Seppenhofer Straße. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem der Pfarrhof 1945 stark beschädigt wurde, diente das Gebäude einige Jahre als katholisches Pfarrhaus. Doch die Zeiten sind vorbei, denn das neue Pfarrhaus ist im Pfarrweg gebaut und längst von Stadtpfarrer Karl Weickhardt bezogen. Die katholische Kirche vermietet leerstehende Räumlichkeiten im Kaplanei-Gebäude an Karl E. Koch. Er betreibt darin ein Fachgeschäft für Gardinen, Teppiche, Kinder- und Sportwagen, Lederwaren und Reisegepäck sowie Spielwaren.

Im Vordergrund ist der Marienbrunnen an der Einmündung des Pfarrwegs zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.881955, 8.344318

Kinder spielen an der Bahnunterführung des Bittenbachs, 1969

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Priska Zemann zur Verfügung.

Es ist Sommer, die Sonne scheint und es ist heiß. Das ideale Wetter, um am Bittenbach zu spielen. Wenn man nass wird, ist das nicht weiter tragisch, sondern im Gegenteil sehr erfrischend. Franz Isele (geb. 1930) spielt mit seinen Kindern Marion, Gerald und Priska in den »Bitten« bei der Bahnunterführung, unterhalb der »Hasle«. Im Hintergrund ist das evangelische Pfarrhaus (Lärchenweg 2) zu erkennen, das 1969/70 erbaut wurde. Auf dem Foto steht der Rohbau.

Standort des Fotografen: 47.879614, 8.348257

Kinder im Garten vor dem Haus Isele in der Haslachstraße, 8. September 1969

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Priska Zemann zur Verfügung.

Die Blumen im Garten vom Haus Isele (Haslachstr. 10) stehen noch in voller Blüte. Doch der Sommer neigt sich allmählich seinem Ende zu. Die Sommerferien sind vorüber und die Schule hat wieder begonnen. Für Gerald Isele beginnt der Ernst des Lebens, er wird in die Grundschule eingeschult. Stolz steht er mit seiner Schultüte neben seinen Schwestern Marion Isele (1957-1990) und Priska Isele.

In dem kleinen Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite (Haslachstr. 9) wohnt Agnes Vetter geb. Bader (1907-1998). Die Witwe war mit Albert Vetter (1886-1962) verheiratet gewesen.

Standort des Fotografen: 47.883947, 8.349120

Sanierung des Waldbades, 1969

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Werner Lubrich zur Verfügung.

Das 1935 eröffnete Waldbad ist in die Jahre gekommen und muss grundlegend saniert werden. Die Badesaison 1969 fällt aus, das Bad bleibt für Besucher geschlossen. Das Becken wird erneuert, eine Wasserumwälzanlage und eine Heizung werden eingebaut. Die alten Gebäude mit den Umkleidekabinen und Duschen, die sich an der Süd- und Ostseite befunden haben, werden abgerissen. Stattdessen wird ein neues Gebäude an der Nordseite errichtet. Die Umbaumaßnahmen werden 1970 mit dem Anschluss des Waldbades an das Trinkwassersystem abgeschlossen. Im selben Jahr wird die DLRG-Ortsgruppe Löffingen gegründet.

Standort des Fotografen: 47.899457, 8.332223