Mitglieder des Fußballclub im Clubhaus, 1976

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Im Clubhaus des FC Löffingen haben sich einige Vereinsmitglieder für ein Gruppenfoto aufgestellt. Die Aufnahme ist ganz von den 1970er-Jahren geprägt: gemusterte Hemden, Rollkragenpullover, breite Krawatten und längere Frisuren bestimmen das Bild.

Auch die Wand im Hintergrund erzählt Vereinsgeschichte. Dort hängen Wimpel, gerahmte Urkunden, Erinnerungsstücke und verschiedene Trophäen. Das Clubhaus ist also nicht nur Treffpunkt nach dem Training oder Spiel, sondern zugleich ein kleiner Erinnerungsort des Vereinslebens.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Ottmar Heiler, 2 Peter Rieck, 3 ???

Standort des Fotografen: 47.883182, 8.350652

Narrengruppe mit Kamel vor dem Haus Vogt, Fasnacht 1969

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Am »Fasnet Mändig« zieht eine Narrengruppe über den Oberen Rathausplatz. Die Teilnehmer*innen haben sich in einer stark stereotypisierten Form als »Araber« verkleidet: mit langen Gewändern, einem Fes sowie weißen Kopftüchern mit schwarzen Halteringen. Solche Kostümierungen gehören zum Repertoire der Fasnacht und greifen auf exotisierende Bilder zurück, die mit der tatsächlichen Vielfalt der arabischen Welt wenig zu tun haben.

Der eigentliche Hingucker ist ohnehin das riesige Kamel, das mitten durch die Zuschauermenge stapft. Hoch über den Köpfen der Schaulustigen ragt sein Hals empor, auf dem Rücken sitzt ein verkleideter Reiter. Erst der Blick nach unten verrät die Konstruktion: Unter dem Körper des Tieres stecken zwei Menschen, deren Beine und Schuhe unter der Verkleidung hervorschauen. Das überlebensgroße Tier dürfte aus einem leichten Gestell mit Pappmaché oder einem ähnlichen Material gebaut worden sein.

Streng genommen handelt es sich nicht einmal um ein Kamel aus der arabischen Welt, sondern um ein Trampeltier mit zwei Höckern. Dessen ursprünglicher Lebensraum liegt weit östlich – etwa in Teilen Zentralasiens, der Mongolei und Nordwestchinas. Zur närrischen Vorstellung von »Arabien« passt es zoologisch also nur bedingt. In der Fasnacht zählt allerdings weniger die geografische Genauigkeit als der wirkungsvolle Auftritt.

Im Hintergrund ist das Haus Vogt (Rathausplatz 13) mit seinem Ladengeschäft zu sehen. Die großen Schaufenster werden von historistisch-klassizistisch anmutenden Säulen gerahmt, über dem Eingang ist der Name »W. Vogt« für Wilhelm Vogt in Stein gemeißelt. Zur Unteren Hauptstraße hin wirbt eine Tafel für »Batavia«-Zigarren.

Standort des Fotografen: 47.884187, 8.345213

»Alter Benzbau« in der Ringstraße, ca. 1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Ein Mann und eine Frau, vermutlich ein Ehepaar, haben sich vor dem »alten Benzbau« für ein Erinnerungsfoto aufgestellt. Die Aufnahme zeigt das Gebäude von der Ringstraße aus – eine Perspektive, die deutlich seltener fotografiert wird als die Hauptfassade an der Unteren Hauptstraße. Hinter dem Paar ist der seitliche Gebäudeflügel mit seinen zahlreichen Fenstern und dem vorspringenden Treppenhaus zu erkennen. Ein Fahrrad lehnt an der Hauswand.

Errichtet wurde der »alte Benzbau« 1887 von dem Wagner, Holzhändler und Gastwirt Johann Benz. Das Vorgängergebäude beziehungsweise die drei Vorgängergebäude waren bei einem Brand am 11. Januar 1887 zerstört worden. Der Wiederaufbau veränderte zugleich die städtebauliche Situation an dieser Stelle grundlegend.

Bis dahin war die Ringstraße hier geschlossen und die Häuserreihe bildete den mittelalterlichen Stadtring. Beim Neubau wurde ein Straßendurchbruch geschaffen. Auch die Bauflucht zur Unteren Hauptstraße wurde zurückgesetzt, um mehr Platz für den zunehmenden Verkehr zu schaffen. Der Neubau von 1887 steht damit nicht nur für den Wiederaufbau nach einem Brand, sondern auch für die allmähliche Öffnung und Modernisierung des alten Stadtgrundrisses.

Standort des Fotografen: 47.883096, 8.343309

Klassentreffen des Jahrgangs 1905/06 im Schwarzwald, 1985

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Rund 80 Jahre alt sind die ehemaligen Schulkamerad*innen des Jahrgangs 1905/06, als sie sich zum Klassentreffen zusammenfinden. Für den gemeinsamen Tag geht es hinaus in den Schwarzwald. Bei strahlendem Sonnenschein stellt sich die Gruppe zum Erinnerungsfoto auf. Einige haben sich untergehakt, andere stehen dicht beieinander – sichtbar vertraut miteinander.

Das Ziel des Ausflugs ist nicht bekannt. Das Schwarzwaldhaus im Hintergrund, die Wiesen und der Waldrand lassen jedoch keinen Zweifel daran, dass man sich mitten im Schwarzwald befindet. Vielleicht gehört auch eine gemeinsame Einkehr zum Programm.

Für die Männer und Frauen liegt zu diesem Zeitpunkt ein langes Leben hinter ihnen. Geboren noch im Kaiserreich, haben sie zwei Weltkriege, die Weimarer Republik, das NS-Regime und die ersten vier Jahrzehnte der Bundesrepublik erlebt. Beim Klassentreffen steht aber wohl weniger die große Geschichte im Mittelpunkt als die gemeinsame Erinnerung an Schulzeit und Jugend in Löffingen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Mathilde Schmitt (geb. Heiler), 3 Otto Schweizer (1906-1992), 4 Josefine Waibel (geb. Baader, 1905-?), 5 Elise Göpper, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 Karolina Vogelbacher (geb. Fehrenbach, 1906-1993)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Franz Zepf, 2 Rupert Hepting (1905-1990), 3 ???, 4 Albert Benitz (1905-1996)

Standort des Fotografen: ???

Hochzeitszug Wiedemann/Benitz auf dem oberen Rathausplatz, 1952

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Der Hochzeitszug zieht über den Oberen Rathausplatz durch das Städtchen. Maria Benitz (1911-?) und Eduard Wiedemann (1904-?) haben sich soeben in der katholischen Pfarrkirche St. Michael das Ja-Wort gegeben. Die Braut trägt ein helles Kleid mit langem Schleier, den zwei Mädchen hinter ihr tragen. Einige Reihen vor ihr geht der Bräutigam. In den Zug eingereiht haben sich zahlreiche Verwandte und Hochzeitsgäste. Gemeinsam ist die Festgesellschaft auf dem Weg zum Gasthaus, wo weitergefeiert wird.

Eine Hochzeit bleibt im Städtchen nicht unbeobachtet. Am Straßenrand haben sich zahlreiche Schaulustige eingefunden, um das Brautpaar und die Festgesellschaft vorbeiziehen zu sehen. Auch Kinder begleiten aufgeregt den Zug. Für sie bietet eine Hochzeit noch eine besondere Gelegenheit: Sie spannen dem Brautpaar Schnüre über den Weg und verlangen ein kleines »Wegegeld«, bevor der Hochzeitszug weiterziehen darf.

Das Foto hält nebenbei auch ein interessantes Detail am Rathaus fest. Über dem Eingang zur Volksbank ist ein Fries mit Symbolen verschiedener Handwerksberufe angebracht. Zu erkennen sind unter anderem Amboss und Hammer für den Schmied, eine Schere für den Schneider, eine Brezel für den Bäcker, ein Stiefel für den Schuhmacher, ein Wagenrad für den Wagner sowie Hobel und Hammer für den Schreiner. Lange bleibt dieser Fassadenschmuck offenbar nicht bestehen. Auf Aufnahmen aus der Mitte der 1930er-Jahre fehlen die Handwerkssymbole noch, auf Fotos von 1957 sind sie bereits wieder verschwunden und durch Wappen ersetzt. Das Hochzeitsfoto dokumentiert damit ganz nebenbei einen nur für wenige Jahre bestehenden Zustand des Rathauses.

Standort des Fotografen: 47.884074, 8.345084

Hexengruppe im Kurpark, 1973

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Ein bisschen unheimlich wirkt die Szene schon. Eigentlich kennt man die Löffinger Hexen aus einer ganz anderen Umgebung: im winterlichen Narrenumzug, zwischen Schnee und Straßenfasnacht oder bei der schaurig-schönen Walpurgisnacht, wenn sie sich zur Hexenpyramide auftürmen. Hier aber ist Sommer. Die Bäume stehen voll im Laub, auf der Wiese blühen Blumen – und mittendrin treiben die Hexen ihr Unwesen.

Für ein Fotoshooting hat sich die Hexengruppe im Kurpark versammelt. Einige kauern im Gras, andere kriechen scheinbar auf den Fotografen zu, wieder andere schwingen ihre Besen. Rechts wird die Fahne der Hexen präsentiert. Das rote und gelbe »Häs« leuchtet kräftig vor dem Grün der Wiese, während die geschnitzten Masken mit ihren furchteinflößenden Gesichtern einen eigentümlichen Kontrast zur sommerlichen Idylle bilden.

Gerade weil Schnee, Dunkelheit und Fasnachtstrubel fehlen, wirken die Hexen beinahe noch fremdartiger als sonst. Aus dem vertrauten Bild wird für einen Augenblick eine gespenstische Szenerie mitten im sonnigen Kurpark.

Standort des Fotografen: 47.885234, 8.346363