20-Jährige beim Sammeln für den Fasnetfunken, Fasnacht 1964

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Matthias von Dungen zur Verfügung.

Die 20-Jährigen sind während der Fasnacht gleich mehrfach gefordert. Nicht nur am »Schmutzigen Dunschdig« sind sie im Einsatz, wenn sie den Narrenbaum aufstellen und auf die Laterne der Laternenbrüder vereidigt werden. Auch am »Fasnet Mändig« beteiligen sie sich selbstverständlich am Narrenumzug. Und am »alten Fasnetsunndig« wartet bereits der nächste wichtige Brauch: Dann versteigern sie den Narrenbaum und setzen mit dem Fasnetfunken der Fasnacht symbolisch ein Ende.

Auf diesem Foto sammeln die 20-Jährigen Brennmaterial für den Funken – vor allem ausgediente Weihnachtsbäume und anderes Holz. Der Anhänger ihres Traktors ist bereits gut gefüllt. Der Traktorfahrer ist Werner Tschiggfrei, hinter ihm sitzt Herbert von Dungen. Gerade fahren sie durch die Kirchstraße und kommen am Haus Kuster (Kirchstr. 14) vorbei.

Dort lässt sich nebenbei ein baulicher Wandel ablesen: Der frühere Ökonomiebereich des Hauses war im Vorjahr abgerissen worden. Auf dem Foto ist die rechte Gebäudehälfte bereits neu aufgebaut, doch die Balkone sind noch unvollendet – die Brüstungen fehlen noch.

Standort des Fotografen: 47.883066, 8.344155

3 Fotos: Frauengruppe bei einem lustigen Kaffeekränzchen, 1964

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Zuerst sitzen die Frauen noch ganz gesittet beisammen. Vor ihnen auf dem Tisch stehen Kuchen, Torten und die gute Kaffeekanne mit Kaffeeservice. Im Hintergrund hängen gerahmte Bilder, die einiges über den Zeitgeist verraten: Ein Kunstdruck des berühmten »Feldhasen« (1502) von Albrecht Dürer, daneben ein Blumenstillleben, das eine sommerliche Landschaft in den Raum holt.. Alles wirkt ordentlich, so wie es sich für ein Kaffeekränzchen gehört.

Doch schon wenig später hält sich niemand mehr an förmliche Zurückhaltung. Aus dem ernsten Gruppenbild wird eine Szene voller Gelächter: eine der Frauen liegt halb über den Schoß der anderen, Köpfe fallen einander an die Schulter, Hände werden vor Lachen vors Gesicht geschlagen. Es ist ein ausgelassenes, fröhliches Durcheinander, das zeigt, wie vertraut diese Frauenrunde miteinander ist. Ein paar Stücke Kuchen, eine Tasse Kaffee und die richtige Gesellschaft reichen, um einen glücklichen Nachmittag zu erleben.

oberes Bild
V.l..n.r.:
1 [Stefanie Heiler?], 2 Anna Jordan (geb. Fehrenbach, 1907-1982, Wirtin »Küferstüble«), 3 Emma Butsch (geb. Maier, 1886-1971), 4 Maria Schweizer (geb. Ganter (1909-?), 5 Olga Geisinger (geb. Schmutz), 6 Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-?), 7 Cäcilie Rosenstiel (geb. Winterhalter, 1901-?)

mittleres Bild
V.l.n.r.:
1 Maria Schweizer (geb. Ganter, 1909-?), 2 Olga Geisinger (geb. Schmutz), 3 Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-?), 4 Cäcilie Rosenstiel (geb. Winterhalter, 1901-?), 5 Rosa Henzler (geb. Winterhalder, 1900-?), 6 ??? Duttlinger (Seppenhofen)

Standort des Fotografen: ???

Entlassfeier im Kindergarten in der Bahnhofstraße, 1964

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Monika Huber zur Verfügung.

Im städtischen Kindergarten in der Bahnhofstraße werden die großen Kinder verabschiedet, da sie nach den Sommerferien eingeschult werden. Die Stimmung ist ausgelassen, die Kinder lachen herzhaft und haben sichtlich Spaß. Zwei von ihnen sitzen sich mit verbundenen Augen gegenüber und füttern sich gegenseitig Schokoladenpudding. Die Szene sorgt für großes Gelächter bei den anderen Kindern, die vor Freude kreischen und kaum stillsitzen können.

Wer erkennt die Kinder?
V.l.n.r.: 1 Petra Beha, 2 Konrad Kuster, 3 Markus Hecht, 4 Bernd Nobs, 5 Monika Schelling, 6 Fritz Kaufmann, 7 Andrea Jonner

Standort des Fotografen: 47.885564, 8.341008

4 Fotos: Kommunionkinder vor der Kaplanei, 1964

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Am Vormittag haben die Kommunionkinder beim Festgottesdienst zum ersten Mal das Sakrament der Eucharistie empfangen. Stunden später kommt man am Nachmittag wieder zusammen, um eine gemeinsame Vesper zu feiern. Die größte Aufregung ist mittlerweile verflossen und die Geschenke zu Hause ausgepackt. Für ein Gruppenfoto stellen sich die Kommunionkinder vor der katholischen Kaplanei (Seppenhofer Str. 3) auf.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Annette Hall, 2 ??? (Mädchen), 3 Klaus Walter Zepf, 4 Ferdinand Trenkle, 5 Stefan Rogg, 6 Thomas Sibold, 7 Ulrich Straetker, 8 Karlheinz Reichenbach, 9 Klaus Winkler, 10 Walter Kuster, 11 ??? (Mädchen), 12 Gerda Honold (verh. Isele)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ??? (Mädchen), 2 Bernhard Benz, 3 Peter Streit, 4 Erhard Durst, 5 Siegfried Kuster, 6 ???, 7 Egon Bader, 8 Kuno Schlatter, 9 [Roland Mauthe?], 10 Annemarie Stratz (Mädchen)
3.Reihe, auf der Treppe, v.l.n.r.: 1 Gertrud Rappenegger, 2 ???, 3 Lioba Wider, 4 [Ilse Heiler], 5 Lydia Kopp (verh. Morath), 6 Marianne Kaltenbrunner, 7 Roswitha Jaschke, 8 Christa Kienzler, 9 Beatrix Konhäuser, 10 Heidi Muenzer, 11 Irene Schelling, 12 Beate Hofmeier, 13 ???, 14 ???, 15 Elisabeth Roth, 16 ???, 17 Christa Kasprowicz

Außerdem sind zu sehen: Hansjoerg Benz

Standort des Fotografen: 47.882077, 8.344382

Familie Egle bei einem Ausflug im Wald, 1964

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Es hat durchaus Seltenheitswert, dass die ganze Egle-Verwandtschaft zusammenkommt. Insbesondere Schwester Confirmata (1910-1991), vormals Klara Egle, ist selten vom Kloster Hegne zu Besuch in Löffingen. Aber heute ist man – fast komplett – zusammen und unternimmt einen gemeinsamen Ausflug im Wald. Auf einer Lichtung beim Seelbrunnen nimmt man ein Gruppenfoto auf. Das Bild wird vermutlich von Else Egle (geb. Ganter, 1923-2011) geknipst.

1.Reihe, v. l.n.r..: 1 Werner Egle, 2 Christa Egle, 3 Otmar Egle, 4 Karl-Friedrich Geisinger, 5 Hans-Peter Hepting
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Werner Hepting (1928-2011), 2 Fritz Egle (1929-2017), 3 Alfred Egle (1920-2001) mit 4 Hermann Egle, 5 Otto Geisinger (1921-2010) mit 6 Regina Geisinger
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Marianne Egle, 2 Hedwig Hepting (geb. Egle, 1932-2020), 3 Schwester Cornfirmata (Klara Egle, 1910-1991), 4 Maria Geisinger (geb. Egle, 1925-2008)

Auf dem Foto fehlen Hannelore Egle und Renate Hepting.

Standort des Fotografen: 47.902000, 8.310611

2 Fotos: Hochzeitszug Beha / Zepf in der Dittishauser Straße, 1964

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das künftige Wohnhaus des Ehepaares Beha in der Dittishauser Straße ist frisch umgebaut und modernisiert. Die Fassade ist noch nicht verputzt. Aber heute ruhen die Bauarbeiten definitiv, denn jetzt wird erstmal Hochzeit gefeiert. Der Steinmetzmeister Josef Beha (1936-2018), Sohn von Landwirt Johann Beha (1907-1991) und dessen Ehefrau Katharina Beha (geb. Vogelbacher, 1908-1979), wuchs in der benachbarten Vorstadtstraße auf. Er heiratet Brunhilde Zepf (1934-2008), die Tochter von Waldwegwart Julius Zepf (1889-?) und dessen Ehefrau Sofie Zepf (geb. Eickhorn, 1897-?)

Vor dem Haus formiert sich allmählich der Hochzeitszug, bestehend aus dem Brautpaar und den Familienangehörigen. Gemeinsam schreitet man gleich in Richtung katholischer Pfarrkirche, in der die Trauung stattfinden wird. Leider spielt das Wetter nicht mit. Es ist regnerisch. Vielleicht nutzt das Brautpaar dann doch das geschmückte Hochzeitsauto, das bereit steht?

Oberes Bild
Zu sehen sind u.a. Johann Beha, Anna Hasenfratz (geb. Beha) und Franz Zepf.

Unteres Bild
Zu sehen sind u.a. Hedwig Beha, Anselm Zepf (Brautführer, 1898-1989), Alex Kaufmann (geb. 1944), Eugen Beha (1938-2003), Julius Zepf und Sofie Zepf (geb. Eickhorn).

Standort des Fotografen: 47.885960, 8.349724

Schulklasse mit Lehrern Dieterle und Hauger, Ostern 1964

Sammlung Familie Waßmer

Die beiden Lehrer Siegfried Dieterle (1915-1992) und Karl Hauger sitzen auf zwei Sesseln, umringt von ihren Schüler*innen. Siegfried Dieterle, der aus Rippoldsau stammt, ist seit 1. April 1959 als Lehrer in Löffingen tätig und wirkt 12 Jahre als Rektor. Karl Hauger kommt aus Ewattingen und unterrichtet seit 1. August 1959 in Löffingen.

Vermutlich wird das Foto an Ostern 1964 aufgenommen, denn am 22. März werden 26 Schüler*innen aus der Volksschule entlassen. Die Feier findet in der Festhalle statt. Im Anschluss versammelt man sich in einem Gasthaus.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Wolfgang Schmitt, 2 Lehrer Siegfried Dieterle, 3 Lehrer Karl Hauger, 4 Walter Frei
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Peter Keller, 3 Elfriede Hall (verh. Faller), 4 Marianne Zepf (verh. Grieshaber), 5 Andrea Butsch, 6 Angela Reichenbach, 7 Werner Adrion (1948-2023)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Gretel Jordan (verh. Ganter), 2 Lisi Wölfle (verh. Ratzer), 3 Gottfried Hermann, 4 Gertrud Heizmann, 5 Gottfried Hermann
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Theresia Guth (verh. Ganter), 2 Willi Geisinger, 3 ???, 4 Veronika Gromann, 5 ???, 6 Anita Koch (verh. Stephani), 7 ???, 8 Eberhard Müller
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 Werner Hasenfratz, 2 Werner Kienzler, 3 Norbert Bruger, 4 Karlheinz Hahn, 5 ??? Höfler

Standort des Fotografen: ???

Hexengruppe mit Hexenwagen in der Vorstadtstraße, Fasnacht 1964

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Beim Narrenumzug ist wie jedes Jahr natürlich auch die Hexengruppe mit dabei. Und auch die »große Hexe«, die seit 1958 fester Bestandteil ist, darf natürlich nicht fehlen! Die Hexen, die etwas fußlahm zu sein scheinen (schließlich ist die Fasnacht anstrengend!), lassen sich auf ihrem Hexenwagen fahren. Gerade kommen sie am Haus Wölfle (Vorstadtstr. 15) vorbei.

Der Traktorfahrer ist Hexe Albin Zepf (1934-2009). Der Handharmonikaspieler ist Hexe Ulrich Fehrenbach (1935-2023).

Standort des Fotografen: 47.884713, 8.347711

Umzugswagen in der Vorstadtstraße, Fasnacht 1964

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Am Haus von Blechnermeister Anton Geisinger und seiner Ehefrau Olga geb. Schmutz (Vorstadtstr. 14) zieht der Narrenumzug vorüber. Statt eines liebevoll gestalteten und phantasievoll geschmückten Umzugwagens rollt gerade ein Anhänger mit einem großen Misthaufen durch das Bild des Fotografen. »Ergebnis der Narrenversammlung« lautet der Titel.

Das diesjährige Fasnachtsmotto deutet auf einige Unstimmigkeiten unter den Närrinnen und Narren hin. »Kunterbunt ohne Narrenvater in närrischer Rund«, lautet das Motto 1964. Der Posten des Narrenvaters ist vakant. 1963/64 amtierte Alfred Köpfler (1923-1981). Auf ihn folgt erst 1965/66 Arno Adrion (1924-1993).

Der Umzugswagen mit dem Misthaufen nimmt aber offenbar gar nicht die Laternenbrüder ins Visier, sondern den Gemeinderat, der quasi als Narrenrat verspottet wird. Hintergrund ist eine umstrittene Gemeinderatsentscheidung. Heißt es nicht schon in einem Narrenspruch: »Im G’mondrot, im G’mondrot, do häts so g’schiedi Lit, ’s ganz Johr sin si närrisch, a de Fasnet aber nit.« Zu den Initiatoren dieses Umzugswagens zählen Johann Fehrenbach und Hugo Schropp.

Standort des Fotografen: 47.884698, 8.347473

Männergesangsverein und Trachtengruppe bei einem Ausflug am Niederwalddenkmal, Juni 1964

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Sonja Schwörer geb. Vogt und Rudi Straetker zur Verfügung.

Der Männergesangsverein »Eintracht« und die Trachtengruppe sind auf großer Fahrt. Man besucht vom 30. Mai bis 1. Juni 1964 den Männergesangsverein »Harmonie« Mainz-Kostheim. Beeindruckend ist für die Teilnehmenden die Veranstaltung im großen Saal des Kurfürstlichen Schlosses in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. Ihr Auftritt erntet begeisterten Applaus.

Zum Besuchsprogramm zählt auch ein Abstecher zum 1883 errichteten Niederwalddenkmal, das oberhalb der Stadt Rüdesheim am Rhein liegt. Das Denkmal, das von einer 12,5 Meter großen »Germania«-Figur gekrönt wird, erinnert an die Einigung Deutschlands 1871. Die Tourist*innen aus Löffingen lassen sich unterhalb des eigentlichen Denkmals auf den Treppenstufen fotografieren. Danach geht es weiter zum gemeinsamen Picknick.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Margarete Stahl, 2 ???, 3 Walter Selb, 4 Emma Selb, 5 Willi Willmann, 6 Ingrid Kienzler (verh. Riedlinger), 7 ???, 8 Hildegard Hepting, 9 Ewald Hepting, 10 Melitta Fehrenbach, 11 Ulrich Fehrenbach
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Elisabeth Vogt, 2 Ernst Krauß, 3 ???, 4 ???, 5 Alfons Beha, 6 Agnes Beha, 7 Karl Beha, 8 Luzia Bader, 9 Albert Benitz, 10 ???, 11 ???, 12 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Helene Krauß, 2 ???, 3 Franz Vogt, 4 ???, 5 Ernst Frey, 6 Otto Schmitt, 7 Hilde Fehrenbach, 8 Alfred Fehrenbach, 9 ???, 10 Hermann Schelling

Darüberhinaus sind u.a. zu sehen: Hermann Geisinger, Ferdinand Hasenfratz (in Tracht), Franziska Heiler, Werner Kuttruff, Melanie Maier und Franz Maier, Brunhilde Maier und Walter Maier, Engelbert Müller, Walter Sevecke, Willy Siefert, Ruth Straetker und Engelbert Straetker, Fritz Strobel, Rosé-Charlotte Studer und Egon Studer, Josef Wölfle

Standort des Fotografen: Niederwalddenkmal

Zwei Närrinnen mit Kinderwagen in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1964

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Narrenumzug zieht am 1957 neu gebauten Bahnhofsgebäude vorüber. Zwei Närrinnen haben sich mit einer alten Kinderchaise in den Zug eingereiht. Das Kind, das darin liegt, ist zwar bereits aus dem Kinderwagenalter sichtbar herausgewachsen. Aber es handelt sich ja auch um gar keine normale Chaise. Auf einem Schild, das daran angebracht ist, steht nämlich geschrieben: »Exklusives Waldbadtaxi«. Damit spielen die beiden Närrinnen auf die schlechte Verkehrsanbindung des entlegenen Waldbades im Gewann »Welschland« an.

Bei den beiden Närrinnen handelt es sich um Andrea Butsch und Angela Reichenbach. Das »Riesenbaby« ist Gretel Jordan, eine Schulkameradin der beiden. Die Musiker im Hintergrund gehören der »Knabenkapelle« an, die von 1960 bis 1964 besteht. Zu sehen sind Joachim Rogg (geb. 1949), Edgar Adrion (geb. 1951) und Klaus Heizmann (geb. 1952).

Jenseits der Bahnlinie ist das Sägewerk Benz zu erkennen. Aus dem Werksareal ragt der Kamin in den Himmel.

Standort des Fotografen: 47.883469, 8.342380

Narrengruppe in der Unteren Hauptstraße, Fasnacht 1964

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Renate Fehrenbach zur Verfügung.

Eine Narrengruppe steht mitten auf der Unteren Hauptstraße. Die Narren sind als Soldaten kostümiert und spielen hochaktuell auf die so genannte Nagold-Affäre an. Die Fallschirmjäger-Ausbildungskompanie 6/9 war kurz zuvor aufgelöst worden, nachdem ein Rekrut bei einem Gewaltmarsch zu Tode gekommen war. Weitere Ausbilder hatten sich wegen der Misshandlung Untergebener vor Gericht verantworten müssen.

Die Narren gehören zum Turnerbund. Zu sehen sind v.l.n.r.: Alfons Schlenker, Klaus Wider, Horst Fehrenbach, ???, Heiko Keller, Willi Fehrenbach (1941-2018). Ganz rechts steht Fritz Sibold.

Unabhängig von der Narrengruppe im Vordergrund ist das Foto interessant, richtet man die Aufmerksamkeit auf zwei Details im Hintergrund.

Da ist zum einen das von der Narrengruppe halb verdeckte Schaufenster. Der Schriftzug lautet: »Siefert – Straetker«. Darunter ist »Sonderangebot« zu lesen. Die Modistin Ruth Straetker geb. Siefert (geb. 1930) hat das Hutgeschäft von ihrer Mutter Anna Siefert geb. Guth übernommen. Zusammen mit ihrem Ehemann Engelbert Straetker (1923-2017), der aus Westfalen stammt und Schneidermeister von Beruf ist, baute sie 1961 das Hutgeschäft zu einem Modegeschäft aus. 1972 modernisieren die Straetkers die Räumlichkeiten und erweitern die Verkaufsfläche. Hier ist noch das ursprüngliche Schaufenster zu sehen.

Das zweite interessante Detail ist am Nachbarhaus Bank (Untere Hauptstr. 1) zu sehen. Zur Eggertenstraße hin werden gerade Fenster in die Fassade gebrochen. Der Verputz ist abgeschlagen und das nackte Mauerwerk zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883640, 8.343768