Personengruppe, ca. 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Diese Freunde und Freundinnen scheinen miteinander durch dick und dünn zu gehen. Berührungsängste haben sie definitiv nicht. Denn für das Gruppenfoto legen sie sich einmal querbeet auf ein Sofa, unter- und übereinander. Ob sie das Foto mit Selbstauslöser aufnehmen?

Die vier jungen Männer dürften im wehrpflichtigen Alter sein oder zumindest bald zur Wehrmacht eingezogen werden. Dann sind die unbeschwerten Stunden zu Hause vorüber. Und sie werden sich als Soldaten in einem verbrecherischen Krieg wiederfinden.

V.l.n.r.: ???, Ferdinand Egle (?), Agathe Köpfler (verh. Jordan, 1922-1982), Ernst Göhry (1919-2014), ???, Rosalie Egle (verh. Konhäuser, 1917-2014), Anna Köpfler (verh. Zepf, 1920-2010), Walter Egle (1920-2010)

Standort des Fotografen: ???

Heimatmuseum mit »Allianzwappen« und Truhe, ca. 1935

Verlag A. Rebholz / Stadtarchiv
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Wappen und Gemälde« lautet die Überschrift dieses Ausstellungssegments im 1935 eröffneten Heimatmuseum. Der Titel ist gut lesbar an der Wand angebracht, recht und links davon hängen die Wappen von St. Blasien (ein linksgewendeter, steigender Hirsch) und von Stühlingen (das »Stühlinger Männle« mit Wams, Bart und Kopfbedeckung). Sie erinnern daran, dass einst das Kloster St. Blasien Besitz und Rechtstitel auf der Gemarkung Löffingen besaß und Stühlingen bis 1723 als Residenz der Fürsten zu Fürstenberg fungierte.

In der Mitte der Wand hängt das »Allianzwappen«, das auch am früheren Fürstenbergischen Amtshaus (Rathauspatz 2) über dem Eingangsportal zu sehen ist. Es erinnert an die Hochzeit von Graf Froben Ferdinand zu Fürstenberg (1664-1741) mit Gräfin Maria Theresia Felicitas von Sulz (1671-1743) im Jahre 1690. Links sieht man das Wappen der Füstenberger, rechts das der Grafen von Sulz. Gewidmet ist diese Darstellung dem Grafen Karl Egon Fürst zu Fürstenberg (1665-1702), einem Bruder von Graf Froben Ferdinand zu Fürstenberg, der als kaiserlicher Feldmarschall-Leutnant im Spanischen Erbfolgekrieg am 14. Oktober 1702 in der Schlacht bei Friedlingen fiel. Bis 1702 hatten die beiden Brüder die Herrschaft gemeinsam verwaltet, dann erhielt Karl Egon die Ämter Löffingen und Hüfingen sowie weitere Ländereien als eigenes Herrschaftsgebiet. Vermutlich schuf Gewerbeschullehrer Karl Ehret diese Darstellung des »Allianzwappens«.

Darunter steht eine »Alte Truhe« aus dem Jahr 1795, wie auf das Holz geschrieben und auf dem kleinen Zettel zu entziffern ist, der an ihr angebracht ist. Woher die Truhe stammt, ob aus Löffingen oder einem der umgebenden Dörfer, darüber werden leider keine Angaben gemacht.

Standort des Fotografen: 47.882694, 8.347601

Hermann Ganter mit anderen Personen, Silvester 1926

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Das Jahr 1926 neigt sich dem Ende zu. Was wird das neue Jahr bringen? Wird 1927 ein gutes Jahr werden? Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957) sitzt zusammen mit Freund*innen und feiert in das neue Jahr hinein. Vermutlich handelt es sich um Mitglieder des Kirchenchores. Auf dem Tisch stehen Teller, die schon leer gegessen und teilweise zusammengeräumt sind. Mehrere Flaschen »Ganter Bier« verraten, was die Runde trinkt. Na dann: »Prost! Auf ein gutes Neues!«

V.l.n.r.: Willy Siefert (?-1968), Hermann Ganter, Anna Siefert geb. Guth, ???, ???, ???, ???

Die Silvesterfeier scheint in einer Privatwohnung stattzufinden und nicht in einem Gasthaus. Im Hintergrund ist ein Klavier zu sehen, auf dem das gerahmte Porträt einer Frau steht.

Standort des Fotografen: ???

Familie Bader unter dem Weihnachtsbaum, ca. 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Familie Bader ist zusammengekommen, um miteinander zu feiern. Der mit Weihnachtskugeln und Lametta geschmückte Baum steht im Hintergrund. Aber die Kerzen sind nicht entzündet. Feiert man Weihnachten? Oder Silvester? Das Festtagsessen dürfte weitgehend vorüber sein. Aber die Gläser sind noch gut gefüllt. In der Schüssel auf dem Tisch könnte eine Bowle sein.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Hilde Selb geb. Laufer (1887-1969), Fritz Selb (1875-1956), Konrad Bader sen. (1868-1958), Erna Bader geb. Rudolf, Erna Bader geb. Mutterer (1908-1969), Josef Bader (1900-1988)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: ???, Elisabeth Bader (verh. Obert, 1909-1997), Konrad Bader jr. (1915-1946), Karl Bader (1902-1971)

Auf dem Foto fehlt Franz Bader, der vermutlich fotografiert.

Standort des Fotografen: 47.885049, 8.349069

2 Fotos: Möbel vor einer Schreinerwerkstatt, ca. 1910-1920

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor einem Haus werden dem Fotografen Holzmöbel präsentiert. Zu sehen sind Betten, Nachttischchen und Stühle. Stolz stehen die Schreiner der Möbelstücke bei ihren geschaffenen Werken.

Vermutlich handelt es sich um die Schreinerwerkstatt von Leo Münzer. Die Hausnummer ist zwar kaum zu entziffern, scheint aber die Nr. 157 zu sein. Das Haus Münzer befindet sich auf dem hinteren Alenberg, es ist nan das Haus von Schreinermeister August Limb angebaut. Beide Gebäude werden beim Großbrand 1921 zerstört.

Standort des Fotografen: 47.886506, 8.342982

2 Fotos: Franz Rosenstiel auf Heimaturlaub mit Freunden, 1944

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Der Zweite Weltkrieg dauert bereits fünf Jahre. Franz Rosenstiel (1927-2006) ist Soldat in der Wehrmacht und für ein paar Tage auf Heimaturlaub. Er ist mit dem Eisernen Kreuz dekoriert. Bevor es wieder zurück in den Krieg geht, trifft er sich mit Freunden, von denen einige ebenfalls Soldaten sind. Man kommt nicht bei Rosenstiels zusammen, sondern bei den Nachbarn, nämlich bei Maurer Karl Friedrich Schmutz (1876-1947) und Karolina Schmutz geb. Hirt (1889-1970). Die jungen Männer sitzen in der Küche beisammen und picheln Apfelmost.

Oberes Foto, v.l.n.r.: Ernst Egy, [Paul Groß (?-1944 verm.)], Franz Rosenstiel, ???, ???, Walter Köpfler (1927-1944)
Unteres Foto, v.l.n.r.: Ernst Egy, ??? Franz Rosenstiel

Standort des Fotografen: 47.885290, 8.352979

2 Fotos: Lustige Runde bei einer Geburtstagsfeier, 1937

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Offensichtlich hat sich diese lustige Runde zu einer Geburtstagsfeier zusammengefunden. Der Herr vorne, im schwarzen Anzug und mit Zylinder, scheint der Jubilar zu sein. Denn vor ihm ragt die Zahl »67« ins Bild, die vermutlich als Dekoration beim Tischschmuck dient. Die versammelten Gäste machen sich einen Spaß und tragen alle Hüte. Für die beiden Fotos wechseln sich Julius Limb und Fritz Seilnacht als Fotografen ab, sodass mal der eine, mal der andere mit auf dem Foto zu sehen ist.

Aber wer ist das Geburtstagskind, das hier sein 67. Wiegenfest feiert? Er müsste Jahrgang 1870 sein. Und in welcher Wohnung steigt die Party? Und wie heißen die versammelten Gäste?

Oberes Foto:
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Hedwig Limb (verh. Vogt, 1919-2010), ???, ???, Gertrud Limb
2.Reihe, v.l.n.r.: Friseurmeister Julius Limb (1883-1968), Maria Limb geb. Nägele, Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), Anna Ganter geb. Hepting (1899-?), Kaufmann Albert Benitz (1905-1996)

Auf dem unteren Foto steht ganz rechts Metzgermeister Fritz Seilnacht (1901-1987).

Albert Benitz, Hermann Ganter, Julius Limb und Fritz Seilnacht sind die vier Sänger des »Baaremer Quartett«. Vielleicht haben sie die Feier musikalisch umrahmt?

Standort des Fotografen: ?

2 Fotos: Silvesterfeier im Haus Schweizer, 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Otto und Maria Schweizer haben zur Silvesterparty geladen. Nicht nur ein Jahr geht zu Ende, auch ein ganzes Jahrzehnt. Um Mitternacht beginnen die 60er Jahre! Zu den geladenen Gästen zählen das Ehepaar Senn, Egon und Rosa Eggert mit ihrer Tochter Irmentrude (geb. 1949) sowie Karl und Maria Hall. Man feiert ausgelassen, was an der Anzahl der geleerten Flaschen auf dem Tisch abzulesen ist. Die Stimmung ist feucht-fröhlich. Als die Kinder schon im Bett sind, hat irgendjemand die glorreiche Idee, dass jede*r am Tisch Strumpfmasken über das Gesicht zieht. Gut getarnt rutscht man in das Jahr 1960.

Standort des Fotografen: 47.882206, 8.344230

Familienfeier im Haus Adrion, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Fritz Adrion zur Verfügung.

Feucht-fröhlich geht es bei Adrions auf dem Alenberg zu. Der Zweite Weltkrieg ist vorüber, die 1950er Jahre sind angebrochen. Der Gipsermeister Fritz Adrion (1897-1971) und seine Ehefrau Rosa Adrion geb. Berger (1898-1973) haben sich mit ihren Kindern und Schwiegerkindern in ihrer Stube versammelt. Erich Adrion, genannt »Drilli«, greift zur Gitarre.

Vorne, v.l.n.r.: Erich Adrion (mit Gitarre), Martha Adrion geb. Fehrenbach, Genoveva Kinast geb. Adrion, Ernst Heiler (Schwiegersohn von Fritz Adrion sen.) und Arno Adrion

Hinten, v.l.n.r.: Rosa Adrion geb. Berger (1898-1973), Fritz Adrion sen. (1897-1971), Fritz Adrion jun., davor Margarethe Adrion geb. Bierle (Neuenburg /Rh.) und Irma Adrion geb. Schmid

Standort des Fotografen: 47.886434, 8.342911

5 Fotos: Blick in die Zimmer des Gästehauses Koch in der Kirchstraße, ca. 1959

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Wir bieten Ihnen angenehme Unterkünfte in gut gepflegten Räumen«, heißt es in einem Werbeprospekt von Sattlermeister Karl Koch (1910-?) und seiner Ehefrau Anna Koch (1914-?). Das Ehepaar betreibt in ihrem Wohnhaus in der Kirchstraße das »Gästehaus Koch« und vermietet Zimmer an Kurgäste: Einzelzimmer, Doppelzimmer sowie Dreibettzimmer.

Die Fotos mit den Innenaufnahmen wurden für das Prospekt aufgenommen. Drei davon wurden darin abgedruckt. Die Bildunterschriften lauten: »Das gemütlich eingerichtete Frühstückszimmer« (1. Foto), »Alle Zimmer mit fließendem Wasser« (2. Foto), »Bad im Hause« (5. Foto).

Standort des Fotografen: 47.882972, 8.344617

Drei Frauen beim Mittagsschläfchen, ca. 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Dieses Foto ist ein echter Schnappschuss. Zumindest scheint die Szene nicht gestellt zu sein, die Frauen scheinen tatächlich erschöpft eingeschlafen zu sein und gerade ein Nickerchen zu machen. Die Frau links hat ihren Kopf auf der Tischplatte abgelegt. Die beiden älteren Frauen auf dem Sofa sind auch vom Schlaf übermannt worden, wobei unklar ist, ob die Frau rechts tatsächlich noch in ihrem Buch liest, oder ob auch ihr bereits die Augen zugefallen sind. Im Bilderrahmen über dem Sofa hängt eine Darstellung von Jesus Christus mit Dornenkrone.

Die Frau in der Mitte ist Maria Ganter geb. Bader (1881-1962). Sie ist mit dem Schneidermeister Edmund Ganter (1879-1956) verheiratet. Gemeinsam wohnen sie in der Seppenhofer Straße. 

Die Frau links ist die Pfarrhaushälterin von August Ganter (1907-1970). Er wurde am 21. Juni 1907 in Löffingen geboren und 1933 zum Priester geweiht. Ganter war Vikar in St. Märgen, Donaueschingen und Todtnau. Ab 1942 wirkt er zunächst als Pfarrverweser, dann als Stadtpfarrer in Ewattingen. Von 1954 bis zu seinem Tod ist der Geistliche in Obersasbach tätig. Er stirbt am 17. Juni 1970 auf einer Wallfahrt nach Altötting.

Standort des Fotografen: Katholisches Pfarrhaus Ewattingen

Familie Münzer in ihrer Stube, 1943

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gerald Münzer zur Verfügung.

Am Esstisch in der Stube sitzt das Ehepaar Münzer. Der Schreinermeister Leo Münzer (1871-1952) ist seit 1897 mit Maria Zirlewagen (1868-1944) verheiratet, die aus Bräunlingen stammt. 12 Kinder hat das Paar bekommen, die längst alle erwachsen sind. Hinter dem Ehepaar steht auf dem Fensterbrett ein Volksempfänger. Der Radioapparat wird im Volksmund auch »Goebbelsschnauze« genannt, aufgrund der NS-Propaganda, die darüber verbreitet wird. 

Mit auf dem Bild ist Hermine Bauer (1911-?). Da Maria Münzer seit vielen Jahren krank und zunehmend dement ist, führt Hermine Bauer den Haushalt und übernimmt die Pflege. Maria Münzer stirbt 1944 im Alter von 75 Jahren. Nach ihrem Tod heiraten Leo Münzer und Hermine Bauer.

Standort des Fotografen: 47.885974, 8.343294