2 Fotos: Familie Hepting auf dem Feld, ca. 1934

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Bei der landwirtschaftlichen Arbeit auf dem Feld ist ein Fotoapparat eher selten zur Hand – umso bemerkenswerter sind diese beiden Aufnahmen. Sie zeigen die Familie Hepting bei der Heuernte, einer anstrengenden und schweißtreibenden Arbeit, die nur gemeinsam zu bewältigen ist.

Der voll beladene Heuwagen spendet ein wenig Schatten. Die Arbeit ruht für einen Moment, man setzt sich ins Gras, kommt zur Ruhe. Die kurze Pause wird genutzt – nicht nur zum Durchatmen, sondern auch für ein Erinnerungsfoto. Mit dabei ist der jüngste Familienspross: Ewald Hepting (1933-2010). Für die Arbeit ist er noch zu klein, doch im Mittelpunkt steht er trotzdem. Auf dem einen Bild wird er gefüttert, auf dem anderen sitzt er zufrieden auf dem Schoß eines Erwachsenen.

Ewald Hepting wurde am 10. Januar 1933 geboren. Die Aufnahmen dürften im Sommer des folgenden Jahres entstanden sein – ein flüchtiger Moment, festgehalten im Schatten eines Heuwagens.

oberes Foto
V.l.n.r.:
1 ???, 2 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), 3 Ewald Hepting (1933-2010) , 4 ???

unteres Foto
V.l.n.r.:
1 Rupert Hepting (1905-1990), 2 Ewald Hepting (1933-2010)

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Musikkapelle beim »Bunten Abend« in der Festhalle, Fasnacht 1977

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Beim traditionellen »Bunten Abend« des Turnerbundes in der Festhalle sorgen auch die »Löffinger Musikanten« für Stimmung. Auf einer seitlich zur Hauptbühne aufgebauten Spielfläche haben sie Aufstellung genommen und begleiten das Programm mit schwungvoller Unterhaltungsmusik. Mit Tuba, Posaunen, Klarinetten und Schlagzeug bringen sie den Saal in Bewegung. Die Musiker tragen einheitliche Westen und Kniebundhosen..

Die »Löffinger Musikanten« sind aus der sogenannten Tanzabteilung der Stadtmusik hervorgegangen. Diese trat vor allem bei den beliebten Heimatabenden in der Festhalle auf, die gemeinsam mit der Trachtengruppe veranstaltet wurden. Jetzt haben die Musikanten bei der jährlichen Fasnachtsveranstaltung des Turnerbundes einen großen Auftritt. Geleitet wird die Formation von Lothar Zepf.

oberes Bild
1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lothar Zepf (Flügelhorn), 2 Ferdinand Hasenfratz (Saxophon), 3 Franz Benz (Saxophon), 4 Lothar Baader (Klarinette), 5 Uli Keller (Posaune), 6 Willi Guth (Schlagzeug)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lisa Benz (Flöte), 2 Waldemar Zepf (Trompete), 3 Reinhold Hryzuniak (Trompete), 4 ??? (verdeckt), 5 Hans Kaufmann (Bariton), 6 Dieter Gauger, 7 Kuno Schlatter (Tuba)

Standort des Fotografen: 47.882886, 8.347846

Ehepaar Schlenker beim Wasserreservoir auf dem Alenberg, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

Emil Schlenker (1907-1992) und Mathilde Schlenker (geb. Fehrenbach, 1907-1980) lassen sich vor dem Wasserreservoir auf dem Alenberg fotografieren. Über der schweren Tür ist die Jahreszahl »1901« zu lesen – ein Hinweis auf das Baujahr des markanten Bauwerks. Da waren die beiden noch nicht geboren, sie kamen sechs Jahre später zur Welt.

Das Ehepaar lebt in der Bahnhofstraße und bewirtschaftet dort ein landwirtschaftliches Anwesen. Auf dem Foto jedoch stehen sie nicht in Arbeitskleidung vor der Kamera. Beide haben sich sichtbar herausgeputzt: Er im Anzug mit Weste, sie im Kleid und Handtasche. Es ist der »Sonntagsstaat«, wie man sagt.

Die Aufnahme wirkt bewusst gewählt – nicht beiläufig, sondern als kleines Erinnerungsbild. Vielleicht entsteht sie bei einem sonntäglichen Spaziergang? Das Wasserreservoir jedenfalls wird zur Kulisse eines Moments, der über den Alltag hinausweist.

Standort des Fotografen: 47.886314, 8.344718

Haus Butsch in der Demetriusstraße, ca. 1976

Stadtarchiv

Fotografien von der Jahrhundertwende bis in die Gegenwart zeigen, dass das Haus Butsch (Demetriusstr. 15) über lange Zeit hinweg erstaunlich unverändert geblieben ist. Auch die Fassade hat sich über Jahrzehnte kaum gewandelt. Seit 1957 ist dort der Schriftzug »Metzgerei Butsch« zu lesen; zuvor stand an gleicher Stelle in identischer Schrifttype »Metzgerei Werne«.

Im Jahr 1957 übernahm Metzgermeister Willy Butsch (1913-1991) das Anwesen und das Geschäft. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Emma Butsch (geb. Satler, 1911-2006) führte er die Metzgerei über viele Jahre. Eine Modernisierung erfolgte um 1964, als im Erdgeschoss ein breites Schaufenster eingebaut wurde. Abgesehen von diesem Eingriff blieb die äußere Gestaltung jedoch erhalten. 1972 ging der Betrieb an die nächste Generation über: Metzgermeister Dieter Butsch (1940–2023) übernahm das Geschäft und führt es seitdem gemeinsam mit seiner Ehefrau Uta Butsch.

Das Gebäude bildet den mittelalterlichen Stadtring. Seine Geschichte lässt sich weit in die Vergangenheit zurückverfolgen. Bereits 1494 ist an dieser Stelle das »11. Gut« des Klosters Friedenweiler erwähnt, das auch als »Uli Mayers Gut« bezeichnet wird. Dabei handelt es sich jedoch um einen Vorgängerbau, denn beim Stadtbrand von 1535 wurde das gesamte Städtchen – mit Ausnahme der Kirche – zerstört.

Standort des Fotografen: 47.883658, 8.343690

Klassenausflug in der Wutachschlucht, Juli 1957

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Eberhard Müller zur Verfügung.

Die Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse der Volksschule sind auf Klassenausflug. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Karl Burkhart haben sie sich auf den Weg in die Wutachschlucht gemacht. Oberhalb der Lotenbachklamm wird eine Pause eingelegt. Vor einem Wegweiser stellt sich die Gruppe für ein Erinnerungsfoto auf. Die Kinder drängen sich dicht zusammen, einige stehen, andere sitzen im Gras. Viele lachen – die fröhliche Stimmung ist deutlich spürbar.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Peter Keller, 2 Rolf Imbery, 3 Eberhard Müller, 4 Werner Kienzler, 5 Wolfgang Schmitt, 6 Werner Adrion (1948-2023), 7 Gottfried Herrmann, 8 Karl-Heinz Hahn, 9 Willi Geisinger (1949-2024)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Werner Hasenfratz, 2 Walter Frey (1948-2009), 3 Marianne Zepf (verh. Grieshaber), 4 Elisabeth Wölfle (verh. Ratzer), 5 Hannelore Gedack, 6 Stephanie Fehrenbach, 7 Theresia Guth (verh. Ganter), 8 Gertrud Heizmann
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Norbert Brugger, 2 Gretel Jordan (verh. Ganter), 3 Maria Hall (Begleitperson), 4 Angela Reichenbach, 5 Elfriede Hall (verh. Faller), 6 Gisela Höfler
4.Reihe: Lehrer Karl Burkhart

Standort des Fotografen: 47.837671, 8.311185

Vorführung der Jugendabteilung des Turnerbunds, Fasnacht 1978

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der traditionelle »Bunte Abend« des Turnerbunds in der vollbesetzten Festhalle steht in diesem Jahr unter dem Motto »Kurprogramm – International«. Einen sportlichen Höhepunkt des mehrstündigen Programms bildet der Auftritt der Turner und Jugendturner, die als »ungarische Akrobaten« eine eindrucksvolle Pyramide zeigen. Mit Kraft, Gleichgewicht und viel Vertrauen ineinander türmen sich die jungen Sportler zu einer mehrstöckigen Formation. Die sorgfältig einstudierte Darbietung verlangt Konzentration und präzises Zusammenspiel – jeder Griff muss sitzen.

Angeleitet wird die Gruppe von Robert Rosenstiel und Klaus Ruf, die auch auf dem Foto zu sehen sind. Die jungen Turner sind: Henry Fehrenbach, Jürgen Fehrenbach, Axel Fehrenbach, Wolfgang Hörig, Roland Hofmann, [Uwe Streit?]

Das Publikum in der Festhalle verfolgt den Auftritt gespannt und honoriert die gelungene Vorführung mit kräftigem Applaus.

Standort des Fotografen: 47.882905, 8.347862

2 Fotos: Sofie Jonner im Fasnachtskostüm, 1928

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Sofie Jonner (verh. Hepting, 1909-1995) hat sich für die Fasnacht als Teufel verkleidet – allerdings als ein recht freundlicher. Hörner trägt sie zwar, auch einen weit fallenden Umhang. Öffnet sie ihn, kommen Flammen zum Vorschein: In der Hölle geht es schließlich heiß zu! Doch ihr Gesichtsausdruck wirkt eher verschmitzt als furchteinflößend.

Die beiden Aufnahmen entstehen im Innenraum einer Wohnung, vermutlich im Wohnhaus der Familie Jonner (Alemannenstr. 1). Die Einrichtung ist schlicht: ein Sofa, darüber ein gerahmtes Porträtfoto, an der Wand eine Uhr, daneben ein ausgestopfter Waldkauz, der beinahe so wirkt, als gehöre er zum Kostüm dazu.

Das Haus Jonner ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht alt. Es wurde nach dem verheerenden Großbrand von 1921 wieder aufgebaut.

Standort des Fotografen: 47.886809, 8.343453

Turnerbund beim Wandern im Mauchachtal, ca. 1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Eine größere Gruppe hat sich am Rand einer Wiese versammelt, vermutlich im Mauchachtal in der Nähe der »Öle«. Für ein Gruppenfoto legt man einen kurzen Zwischenstopp ein: Man stellt sich zusammen, rückt ein wenig enger, einige setzen sich ins Gras, andere stützen sich auf ihre Wanderstöcke.

Die Mitglieder des Turnerbundes unternehmen einen gemeinsamen Ausflug. Solche Wanderungen gehören selbstverständlich zum Vereinsleben dazu – sie stärken nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch den Zusammenhalt.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Edmund Kaltenbrunner, 2 ???, 3 ???, 4 Hans Streit, 5 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 Ernst Göhry, 10 Brunhilde Zepf, 11 Margarete Zepf (verh. Senn, 1932-2021), 12 Hilda Hepting (geb. Fehrenbach), 13 Ewald Hepting (1933-2010)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Anselm Zepf (1898-1989), 6 Hermann Jordan (geb. 1935), 7 ???, 8 ???

Standort des Fotografen: 47.896470, 8.349946

3 Fotos: Jugendliche im Karateclub, Juli 1993

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Der Karateclub Löffingen ist noch jung, doch der Andrang ist groß. Erst im November wird er von Trainer Thomas Werner aus Neustadt gegründet – und stößt sofort auf unerwartet großes Interesse, vor allem bei Jugendlichen. Nun legen 17 Nachwuchs-Karatekas erfolgreich ihre erste Prüfung ab und erwerben den gelben Gürtel. Im Training geht es nicht nur um Technik und Disziplin, sondern auch darum, Körper und Geist zu stärken und einen Ausgleich zum Alltag zu finden. Die fernöstliche Kampfkunst soll helfen, Energie in geordnete Bahnen zu lenken.

1.Reihe, kniend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Olaf Spiegel, 4 ???, 5 ???, 6 Michael Sigwart, 7 ???
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Denis Leber, 4 Udo Jehle, 5 Robert Ravic, 6 Karin Müller, 7 ???

Außerdem bestehen folgende Jugendliche die Prüfung: Björn Spiegel, Sonja Stroucken, Kai Weißenberger, Thorsten Bartz, Mike Schreiber, Jonas Javers, Philipp Javers, Kevin Wiedensohler, Georg Schmidle, Matthias Schmidle und Timo Reichhardt.

Trainiert wird regelmäßig in der Sporthalle. Aufgrund der großen Nachfrage ist bereits für Frühjahr 1994 ein weiterer Anfängerkurs geplant.

Standort des Fotografen: 47.883907, 8.346953

Kühe am Ratzer-Brunnen in der Dittishauser Straße, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Zwei Kühe stehen am »Ratzer-Brunnen« in der Dittishauser Straße, der auch als Viehtränke dient. Der Platz um den Brunnen ist mit Kopfsteinpflaster befestigt, damit der Boden nicht aufweicht und matschig wird. Die Tiere gehören zum landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Hepting und sind aus dem nahegelegenen Stall ein paar Meter über die Straße zum Brunnen getrieben worden.

Im Vordergrund ist der kleine Ewald Hepting (1933-2010) zu sehen, der eine Geisel in der Hand hält. Das Foto dürfte gestellt sein: Der Junge posiert für die Kamera, treibt die Kühe aber nicht wirklich.

Der Chronist Leo Ratzer (1881-1948), der im benachbarten Haus (Dittishauser Str. 1) wohnt, beschreibt 1938 in einem Artikel, wie der zunehmende Autoverkehr das Leben von Mensch und Tier verändert. Sein Beitrag trägt den Titel »Der Verkehr auf der Landstraße vor 50 Jahren und heute«. Darin heißt es:
»Heute nimmt auch das störrischste Ochsenvieh kaum mehr Notiz von dem oft ohrenbetäubenden Verkehr; viel lästiger ist ihm das Ungeziefer in den Sommermonaten. Man kann hier seit zwei Jahren einen alten Ochsen beobachten, der seinen Weg von und zum Brunnen ganz allein, hart an einem Gartenzaun vorbei, nimmt und die Straße vollkommen außer Acht lässt. Dieses brave Tier könnte manchem Zeitgenossen als Beispiel in der Verkehrsdisziplin dienen – hier spricht der natürliche Instinkt.«

Standort des Fotografen: 47.884780, 8.348525

4 Fotos: Clowngruppe beim Umzug auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1987

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Manege frei für Clowns, Akrobaten und Musikanten« lautet das diesjährige Fasnachtsmotto. Diese Gruppe des Turnerbunds entscheidet sich nicht für eine der drei Varianten, sondern vereint gleich alles miteinander.

Bunt kostümiert und geschminkt, mit fröhlichen Gesichtern und farbigen Luftballons, treten sie als Clowns auf. Auf Hüpfbällen wird gesprungen, auf Stelzen marschiert – akrobatische Einlagen inklusive. Und dazu wird musiziert: auf Akkordeons und Blasinstrumenten aller Art, von der Tuba bis zur Kindertröte. Sogar Gartenschläuche und Gießkannen kommen zum Einsatz.

Die Gruppe zieht über den oberen Rathausplatz und passiert gerade das Rathaus. Das Wetter spielt allerdings nicht mit: Die aufgespannten Regenschirme sind keine bloßen Accessoires, sondern bitter nötig. Trotzdem harren die Zuschauer*innen am Straßenrand tapfer im Schmuddelwetter aus. So beteiligt sich die Gruppe als bunter Farbtupfer am närrischen Treiben – ein fröhlicher Kontrast zum grauen »Fasnet Mändig«, der für einen Moment fast vergessen lässt, wie ungemütlich das Wetter eigentlich ist.

erstes Foto: Birte Meder, Bruno Meder, Renate Meder

zweites Foto: 1 Josef (Jupp) Jäger, 2 ???, 3 Ottmar Heiler

drittes Foto: 1 Annemarie Hryzuniak, 2 Lydia Kaiser, 3 Gertrud Feser (auf dem Ball sitzend)

viertes Foto: 1 Lore Isele, 2 Irma Hasenfratz, 3 Lore Bächle, X Klaus Ruf

Standort des Fotografen: 47.883986, 8.344518

5 Fotos: Volkstrauertag auf dem unteren Rathausplatz, November 1999

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Traditionell findet das Totengedenken am Volkstrauertag auf dem unteren Rathausplatz statt. Am Mailänder Tor befinden sich seit 1930 die Gedenktafeln mit den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Der 1954 geschaffene Demetriusbrunnen erinnert zudem an die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Kirchgang versammelt sich hier die Gemeinde.

Der Volkstrauertag wurde 1922 als Gedenktag für die Kriegstoten des Ersten Weltkriegs eingeführt. In der Bundesrepublik Deutschland wird er seit 1952 als staatlicher Gedenktag begangen und erinnert heute allgemein an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Dieses Gedenken ist jedoch nicht unproblematisch. Lange Zeit wurde pauschal der Gefallenen gedacht – und damit auch Soldaten eingeschlossen, die Teil eines verbrecherischen Angriffskrieges waren. Spätestens seit der Wehrmachtsausstellung von 1995, die in verschiedenen Städten gezeigt wurde und eine öffentliche Debatte entfachte, ist bekannt, dass nicht nur SS und Waffen-SS, sondern auch Teile der Wehrmacht an Kriegsverbrechen beteiligt waren und Mitverantwortung für den Holocaust trugen. Der Volkstrauertag steht seither stärker im Spannungsfeld zwischen persönlichem Gedenken, historischer Aufarbeitung und kritischer Erinnerungskultur.

Auf den Fotos ist die Gedenkfeier zu sehen: Die Stadtmusik spielt, die Feuerwehr tritt an und senkt die Fahne. Während sich die Anwesenden zum stillen Gedenken versammeln, hält Bürgermeister Frank Schmitt (1963-2005) eine Ansprache. Für ihn ist es eine Premiere: Erst seit Kurzem ist er Bürgermeister von Löffingen.

Standort des Fotografen: 47.883707, 8.343856