Gertrud Faller mit Enkelin, Fasnacht 1989

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Oma und Enkelin posieren hier für ein gemeinsames Erinnerungsfoto. Im Mittelpunkt steht heute die Enkelin: Heike Bölle gehört zu den diesjährigen 20-Jährigen und hat mit den anderen Angehörigen des Jahrgangs 1969 den Narrenbaum auf dem unteren Rathausplatz gestellt. Verkleidet ist sie als »Schotte« – mit Kilt, Weste und Mütze.

Geerbt hat sie ihr Fasnachtsgen ganz sicher von ihrer Großmutter Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005). Obwohl nicht mehr die Jüngste, ist sie Jahr für Jahr bei der Straßenfasnacht anzutreffen – meist im Doppelpack mit ihrer Freundin Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?), die im Hintergrund des Fotos zu sehen ist.

So treffen sich auf diesem Bild zwei Generationen: die eine mittendrin im närrischen Höhepunkt ihres Jahrgangs, die andere seit Jahrzehnten vertraut mit dem Treiben – und doch immer noch mit Freude dabei.

Standort des Fotografen: 47.883972, 8.343932

Ehepaar Schlenker beim Wasserreservoir auf dem Alenberg, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

Emil Schlenker (1907-1992) und Mathilde Schlenker (geb. Fehrenbach, 1907-1980) lassen sich vor dem Wasserreservoir auf dem Alenberg fotografieren. Über der schweren Tür ist die Jahreszahl »1901« zu lesen – ein Hinweis auf das Baujahr des markanten Bauwerks. Da waren die beiden noch nicht geboren, sie kamen sechs Jahre später zur Welt.

Das Ehepaar lebt in der Bahnhofstraße und bewirtschaftet dort ein landwirtschaftliches Anwesen. Auf dem Foto jedoch stehen sie nicht in Arbeitskleidung vor der Kamera. Beide haben sich sichtbar herausgeputzt: Er im Anzug mit Weste, sie im Kleid und Handtasche. Es ist der »Sonntagsstaat«, wie man sagt.

Die Aufnahme wirkt bewusst gewählt – nicht beiläufig, sondern als kleines Erinnerungsbild. Vielleicht entsteht sie bei einem sonntäglichen Spaziergang? Das Wasserreservoir jedenfalls wird zur Kulisse eines Moments, der über den Alltag hinausweist.

Standort des Fotografen: 47.886314, 8.344718

Albert und Katharina Jonner, ca. 1920

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Der Landwirt Albert Jonner (ca. 1873-1926) lässt sich zusammen mit seiner Ehefrau Katharina Jonner (geb. Thoma, 1875-1955) fotografieren. Die beiden stehen nebeneinander im Freien, ernst und aufrecht, wie es für solche Aufnahmen der Zeit typisch ist. Vermutlich ist das Foto in der Nähe ihres Anwesens am Alenberg entstanden.

Um 1905 heirateten Albert und Katharina Jonner und übernahmen das Elternhaus der Ehefrau (Alemannenstr. 1). Das landwirtschaftliche Anwesen wird beim Großbrand am 28. Juli 1921 zerstört, anschließend jedoch am selben Standort wieder aufgebaut. Nur wenige Meter entfernt befindet sich das 1901 angelegte Wasserreservoir auf dem Alenberg – möglicherweise wird hier das Foto des Ehepaares aufgenommen.

Katharina Jonner wurde am 25. Oktober 1875 als Tochter des Maurers Albert Thoma und dessen Ehefrau Maria Thoma (geb. Gromann) in Löffingen geboren. Ihr Ehemann stirbt am 25. Mai 1926 im Alter von nur 53 Jahren. Katharina Jonner überlebt ihn um fast drei Jahrzehnte und stirbt am 16. Februar 1955.

Standort des Fotografen: 47.886368, 8.344709

Martin und Luise Laufer, ca. 1900

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Landwirt Martin Laufer und seine Ehefrau Luise Laufer (geb. Siefert) lassen sich im Fotostudio fotografieren – ein bewusster Schritt, kein beiläufiger Schnappschuss. Solche Porträts entstehen nicht nebenbei. Man zieht das beste Gewand an, nimmt Haltung an und lässt sich für die Nachwelt festhalten.

Martin Laufer (1854-1922) trägt Uniform. Der hochgeschlossene Waffenrock sitzt tadellos, auf der Schulter die Rangabzeichen. Am Revers ist deutlich das Ordensband des Eisernen Kreuzes zu erkennen – eine Auszeichnung, die er im Krieg 1870/71 erhalten haben dürfte. Für den Ersten Weltkrieg ist er bereits zu alt: Als dieser 1914 beginnt, ist er bereits 60 Jahre alt. Das Foto muss also deutlich früher entstanden sein.

Sein markanter Schnurrbart und der feste Blick verleihen ihm eine würdevolle Strenge. Neben ihm steht Luise Laufer (geb. Siefert, 1864-1929). Ihr Haar ist sorgfältig frisiert, das dunkle Kleid mit Spitzenbesatz und hoher Bluse zeugt von bürgerlichem Selbstverständnis. Ihr Gesicht wirkt ruhig, beinahe sanft – ein Gegenpol zur militärischen Strenge ihres Mannes.

Geheiratet hatten die beiden am 29. Mai 1884. Martin Laufer, geboren am 3. Oktober 1854 als Sohn des Landwirts Martin Laufer sen. und Ursula Laufer (geb. Schneider), führt mit Luise Laufer ihre Landwirtschaft in der Bittengasse. Luise Laufer war am 13. April 1864 als Tochter des Landwirts Albert Siefert und Agnes Siefert (geb. Egle) geboren worden. Zwei alteingesessene Familien verbanden sich.

1919 verkaufen sie ihr Anwesen. Zehn Jahre später, 1929, wird es beim Großbrand in der Kirchstraße ein Raub der Flammen. Martin Laufer erlebt das nicht mehr: Er stirbt am 29. Mai 1922 – auf den Tag genau 38 Jahre nach seiner Hochzeit. Luise Laufer überlebt ihn um sieben Jahre und stirbt am 27. Dezember 1929 im Alter von 65 Jahren.

Standort des Fotografen: Neustadt

Anton und Wilhelmine Rebholz, ca. 1945

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Zwei Menschen sitzen nebeneinander, vor einem schlichten Vorhang, ohne jedes dekorative Beiwerk. Der Blick ist ernst. Es ist eines der wenigen Porträts von Buchbindermeister Anton Rebholz (1875-1946) – einem Mann, der sein Leben lang meist hinter der Kamera stand. Links sitzt seine Ehefrau Wilhelmine Rebholz (geb. Kaiser, 1880-1966).

Das Doppelporträt ist eigentlich eine Montage zweier Einzelaufnahmen. Beide wurden vor demselben neutralen Hintergrund fotografiert und später zusammengefügt – vielleicht, weil sich im Alltag selten Gelegenheit für ein gemeinsames Porträt bot. So entsteht nachträglich ein Bild des Ehepaares, das in dieser Form nie gemeinsam vor der Kamera saß.

Anton Rebholz wurde am 1. Oktober 1875 in Niedernau (Württemberg) geboren. Um 1895 kam er als junger Mann nach Löffingen. 1901 eröffnete er am Rathausplatz seine Buchbinderei und Buchdruckerei sowie eine »Photohandlung«. Von da an prägte er über Jahrzehnte das fotografische Gedächtnis des Städtchens. Die ältesten erhaltenen Aufnahmen stammen von der Jahrhundertwende um 1900. Hunderte, ja Tausende Ansichten, Ereignisse und Porträts hat er festgehalten – Straßen und Häuser, Menschen aller Generationen. Er selbst jedoch bleibt meist unsichtbar.

Anton Rebholz stirbt am 28. März 1946 im Alter von 70 Jahren. Seine Frau Wilhelmine überlebt ihn um zwanzig Jahre; sie stirbt am 14. März 1966 im Alter von 85 Jahren. Im Nachlass befinden sich mehr als 4.000 Glasplattennegative sowie ungezählte Rollfilm- und Kleinbildnegative – ein unschätzbarer Schatz für die Ortsgeschichte. 2019 würdigen Rosmarie Hauser-Metzger und Hans-Dieter Metzger in ihrem Bildband »Löffingen im Lichtbild 1900-1950« sein Werk mit den Worten: »Viele Einzelaufnahmen des Buchbindermeisters bestechen durch die Auswahl des Motivs, den durchdachten Bildaufbau und die professionelle Handhabung der Technik.«

Dieses stille Doppelporträt zeigt nicht nur ein Ehepaar. Es zeigt den Mann, dem Löffingen einen großen Teil seines visuellen Gedächtnisses verdankt. Der Bildband »Löffingen im Lichtbild 1900-1950« kann bei der Stadtverwaltung erworben werden.

Standort des Fotografen: 47.884079, 8.344578

Maria und Emma Winterhalder im Fotostudio, ca. 1916-1920

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hilde Adrion und Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Die beiden Schwestern Maria Winterhalder (?-?) und Emma Winterhalder (verh. Hasenfratz, 1898-?) lassen sich im Fotostudio in Neustadt fotografieren. Eine steht neben dem kleinen Tisch, die andere sitzt auf dem Stuhl, die Hände sorgfältig abgelegt. Der gemalte Hintergrund, der Blumenstrauß in der Vase, die bewusst gewählte Haltung – alles folgt den Regeln der Atelierfotografie. Ein solcher Besuch ist nichts Alltägliches. Man kleidet sich gut, nimmt sich Zeit und weiß, dass dieses Bild bleiben wird.

Die beiden jungen Frauen sind Töchter des Landwirts Robert Winterhalder und dessen Ehefrau Sophie Winterhalder (geb. Wittmann). Die Familie wohnt im »Schlempental« (Obere Hauptstr. 45). Maria Winterhalder kam ??? zur Welt. Emma Winterhalder wurde am 23. Juni 1898 geboren. Sie heiratet 1921 Karl Hasenfratz von Dittishausen

Oder sind es gar nicht die Winterhalder-Schwestern? Sind es vielleicht Agathe Jonner und Rosa Rosenstiel?

Standort des Fotografen: Neustadt

Julius und Berta Glunk, ca. 1910

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Julius und Berta Glunk lassen sich in einem Fotoatelier in Mannheim fotografieren. Der Vater von Julius Glunk stammte aus Löffingen, er selbst wurde aber in Stockach geboren und wuchs in Mannheim auf. Alles an dieser Aufnahme ist sorgfältig arrangiert: Der gemalte Hintergrund mit angedeuteter Natur, die Haltung der beiden, die Kleidung, die Accessoires – alles signalisiert Wohlstand und gesellschaftliches Selbstbewusstsein. Julius Glunk trägt einen hellen Anzug mit Weste, dazu Krawatte und einen steifen Hut. In der Hand hält er einen Spazierstock. An seiner Seite steht Berta Glunk, die in dunkler, eleganter Robe erscheint. Ein breiter Gürtel betont die Taille, über den Schultern liegt ein Pelzstola. Auffällig ist der große, mit Federn geschmückte Hut – ein modisches Zeichen weiblicher Eleganz dieser Zeit. Auch sie hält einen Stock in der Hand.

Julius Glunk kam am 2. Mai 1862 in Stockach zur Welt. Sein Vater war der Lehrer Heinrich Glunk (1827-1868), der am 30. Juni 1827 in Löffingen als Sohn des Schneidermeisters Jacob Glunk (1784-1849) und dessen Ehefrau Maria Agatha Glunk (geb. Müller, 1786-1871) geboren wurde. Das Elternhaus des Vaters stand in der Demetriusstraße. Die Mutter von Julius Glunk war Christine Glunk (geb. Villinger, 1832-1902), die aus Mannheim stammte. Julius Glunk ist verheiratet mit Berta Glunk (geb. Edelmann) und arbeitet als Zollbeamter auf dem Hauptzollamt in Mannheim. Er stirbt am 2. März 1946 in Überlingen.

Standort des Fotografen: Mannheim

Frida Klotz mit einem Kind, ca. 1903

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christa Egle und Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Sicherlich ein aufregender Tag für Frida Klotz (verh. Egle, 1887-1951)! Schließlich wird man als Teenager nicht alle Tage im Fotoatelier für die Ewigkeit fotografiert! Sie sitzt in einem hochgeschlossenen Kleid auf einem Stuhl. Neben ihr steht ein kleines Kind, das – der Mode der Zeit entsprechend – einen Matrosenanzug trägt. Es ist nicht ihr eigenes Kind, denn Frida Klotz ist zu diesem Zeitpunkt noch unverheiratet. Später wird sie acht Kinder zur Welt bringen!

Geboren wurde Frida Klotz am 1. März 1887 in Löffingen als Tochter von Taglöhner Johann Baptist Klotz und dessen Ehefrau Anna Klotz (geb. Riedlinger). 1910 heiratet sie den Maurermeister Karl Egle (1885-1940), mit dem sie acht Kinder bekommt.

Standort des Fotografen: ???

Alfred und Ottilie Zimmermann, ca. 1910

Fotograf: Photograph. Atelier Carl Koch, Hamburg
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hans-Peter Schneider zur Verfügung.

640 Kilometer Luftlinie von Löffingen entfernt lässt sich dieses junge Paar in einem Fotostudio in Hamburg fotografieren. Das Paar scheint frisch verheiratet (oder verlobt?). Vielleicht wird das Doppelporträt auf der Hochzeitsreise aufgenommen.

Zu sehen sind der Kaufmann Alfred Zimmermann und seine Ehefrau Ottilie Zimmermann (geb. Stein), die am 16. Juni 1910 in Neustadt im Schwarzwald heiraten. Im selben Jahr übernehmen sie das Warenhaus »Kasten« in der Unteren Hauptstraße von Ottilies Eltern Karl (Carl Bernhard) Stein und Amalie Stein (geb. Mayer). Alfred Zimmermann wird am 2. November 1910 als neuer Inhaber in das Handelsregister eingetragen.

Alfred Zimmermann wurde am 9. April 1880 im württembergischen Gerlingen als Sohn des Kaufmanns Gottlob Zimmermann und dessen Ehefrau Pauline Zimmermann (geb. Hammer) geboren. Er stirbt am 19. September 1944 in Löffingen. Ottilie Stein wurde am 5. April 1888 in Löffingen geboren. Die Zimmermanns sind beide evangelisch.

Standort des Fotografen: Hamburg

Frau in Tracht, ca. 1910

Fotograf: Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Johanna und Walter Nägele zur Verfügung.

Im Fotoatelier in Neustadt lässt sich eine junge Frau in Tracht fotografieren. Neben ihr sitzt auf einem Hocker ein kleines Mädchen. Handelt es sich um Luise Beha (geb. Bader, 1874-1958) und ihre Tochter Agathe (verh. Geisinger, 1906-?)?

Standort des Fotografen: Neustadt

Ehepaar Ganter (?) im Fotostudio, ca. 1910

Fotograf Leo Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Man lässt sich nicht alle Tage im Fotoatelier fotografieren. Klar, dass man dann besondere Kleidung anzieht und sich herausputzt. Schließlich ist so ein Foto für die Ewigkeit. Dieses Löffinger Ehepaar hat sich auf den Weg nach Neustadt gemacht, um im Studio von Fotograf Leo Molitor abgelichtet zu werden. Die Frau sitzt auf einem Stuhl mit Armlehne, der Mann steht hinter ihr.

Wer weiß, wer das Ehepaar ist?

Standort des Fotografen: Neustadt

Hermann und Sophie Selb, ca. 1880

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Ein Ehepaar lässt sich im Fotoatelier fotografieren. Die Frau sitzt, hinter ihr steht der Mann, seinen Arm auf die Stuhllehne legend. Es handelt sich um Hermann Selb (1840-1892) und seine Ehefrau Sophie Selb geb. Fischer (1847-1922). Sie betreiben in der Oberen Hauptstraße eine Bierbrauerei (Obere Hauptstr. 7).

Hermann Selb wurde am 19. Februar 1840 als Sohn des Landwirts und Frachtfuhrmanns Johann Selb und dessen Ehefrau Luzia Selb geb. Bader geboren. Sein Elternhaus war das Haus Nr. 61 (Untere Hauptstr. 5). Der Bierbrauer heiratete am 30. März 1869 die sieben Jahre jüngere Sophie Fischer, die aus Neustadt stammte, wo sie am 12. Mai 1847 geboren worden war. Sie bekamen (mindestens) sieben Kinder: Franz Carl (* 1870), Johann (* 1871), Hermann Josef (* 1872), Ernst August (* 1873), Friedrich Wilhelm (* 1875), Maria Anna (* 1876) und Ernst Josef (* 1879).

Hermann Selb stirbt am 19. Juni 1892 im Alter von 52 Jahren. Als Todesursache wird im Sterbebuch »Gehirn-Entzündung« angegeben. Die Brauerei wird daraufhin zunächst von dem Sohn Johann Selb weitergeführt. 1919 wird das Gebäude schließlich verkauft und ein Jahr später eröffnet der Apotheker Ferdinand Pielmann darin eine Apotheke. Die Witwe Sophie Selb stirbt am 23. Mai 1922 im Alter von 75 Jahren und 11 Tagen.

Standort des Fotografen: ???