4 Fotos: Erste-Hilfe-Kurs beim Roten Kreuz, 1989

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Im Saal des DRK-Hauses (Bei der Kirche 3) findet ein Erste-Hilfe-Kurs statt. Die meisten Menschen in Deutschland beschäftigen sich mit Themen wie stabiler Seitenlage, Druckverband oder Herzdruckmassage nur im Zusammenhang mit der Führerscheinprüfung – und selbst dann oft eher als lästige Pflicht, um den erforderlichen Nachweis für den Führerschein zu erhalten.

Hier werden neun Frauen deutlich intensiver geschult – wobei die neunte gerade die Patientin mimt und im Krankenbett liegt. Ihr Bein wird fachgerecht verbunden, während die Kursleiterin, die mit dem Rücken zum Fotografen steht, die einzelnen Handgriffe erklärt. Dass eine solche Fortbildung nicht nur lehrreich, sondern auch unterhaltsam sein kann, ist den Frauen anzusehen: Es wird konzentriert gearbeitet, aber auch herzlich gelacht.

Wer erkennt die Frauen?
V.l.n.r.: 1 ???, 2 [Judith?] Oschwald, 3 Inge Frei, 4 Gerda Kuttruff (geb. Brunner), 5 Burgel Gauger, 6 ???, 7 Kerstin Beck, 8 ???
Im Krankenbett liegt ???.

Und wann hast Du Deinen letzten Erste-Hilfe-Kurs gemacht? Statistisch gesehen leisten die meisten Menschen Erste Hilfe nicht irgendwo auf der Straße bei Fremden, sondern im eigenen privaten Umfeld – in der Familie, im Freundeskreis oder in der unmittelbaren Nachbarschaft. Auch deshalb kann es nicht schaden, das Wissen regelmäßig aufzufrischen.

Standort des Fotografen: 47.882379, 8.344979

5 Fotos: Drachentanz beim Sommerfest des Altenpflegeheims, August 1989

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Ein langer, schuppiger Leib windet sich über den Rasen vor dem Altenpflegeheim. Vorne reißt der Drache sein Maul auf, die Zähne gefletscht, die Augen weit aufgerissen. Mehrere Mitwirkende tragen die kunstvoll gestaltete Drachenfigur. Mit jedem Schritt hebt und senkt sich der Körper, als würde das Ungeheuer wirklich leben. Die Fotoserie zeigt, wie sich der Drachenzug über die Rasenfläche bewegt. Der Drache schlängelt sich, bäumt sich auf, senkt sich wieder ab.

Das Altenpflegeheim St. Martin (Seppenhofer Str. 7) feiert sein Sommerfest. Und ausgerechnet zum großen Finale – dem Drachentanz der Seniorengruppe unter der künstlerischen Leitung von Peter Bueb – kommt die Sonne heraus. Fast wie bestellt bricht sie durch die Wolken und taucht die Szene in warmes Licht. Zahlreiche Zuschauer*innen haben sich im Halbkreis aufgestellt. Bewohner*innen und ihre Angehörigen, Löffinger Bürger*innen – sie alle verfolgen gespannt das Schauspiel. Die aufgespannten Regenschirme werden nach und nach zusammengeklappt. Mit viel Fantasie, handwerklichem Geschick, ihren selbst gefertigten Kostümen und spürbarer Freude leistet die Seniorengruppe einen besonderen Beitrag zum Sommerfest: Der Drachentanz ist zweifelsohne der Höhepunkt.

Wegen der unsicheren Wetterlage wurden Fest- und Speisesaal vorsorglich vorbereitet, doch am Ende spielt auch das Wetter mit. Die Stadtmusik sorgt für den musikalischen Rahmen, die Rötenbacher Kindertrachtengruppe zeigt Schwarzwälder Folklore, es wird gesungen, versteigert und gelacht. Der Erlös des Festes kommt kleinen Ausflügen und geselligen Veranstaltungen der Bewohner*innen zugute.

Standort des Fotografen: 47.882014, 8.345711

Sekretärin Elisabeth Wolf in der Realschule, 1989

Archiv der Realschule

So kennen Generationen von Schüler*innen der Realschule die Sekretärin Elisabeth Wolf (1931-2022). Im Sekretariat sitzt sie am Schreibtisch und tippt fleißig ein Formular auf der Schreibmaschine. Auch die moderne Technik hat bereits Einzug gehalten: am linken Bildrand ist ein Computer zu sehen, der ebenfalls bereit steht. Sie ist nicht nur für die Belage der Schulleitung und des Lehrerkollegiums zuständig, sondern hat darüberhinaus stets ein offenes Ohr für die Schüler*innen und ein gutes Wort parat. Am 16. August 1974 trat sie ihren Dienst an, genau zehn Tage bevor das neue Realschulgebäude offiziell bezogen wurde. Von Anfang an dient sie unter Rektor Günter Leber (1937-2025) und Konrektor Karl Hauger, die bereits im Jahr zuvor in ihr Amt eingeführt worden waren. 21 Jahre wirkt sie als »gute Seele« in der Realschule, bevor sie im Mai 1995 in den Ruhestand verabschiedet wird.

Sie wurde am 19. Juni 1931 geboren. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Rosmarie Wolf (1931-2019) wohnt sie in Bachheim. Elisabeth Wolf stirbt am 24. Dezember 2022 im Alter von 91 Jahren.

Standort des Fotografen: 47.883784, 8.347870

Schülerband bei der Schulentlassfeier der Realschule, 1989

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Zehntklässler*innen werden nach der bestandenen Mittleren Reifeprüfung aus der Realschule entlassen. Die Entlassfeier wird von Schüler*innen der 6. Klasse musikalisch umrahmt. Um möglichst wie eine richtige Band auszusehen, haben sie sich einheitlich gekleidet – mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Andreas Furtwängler, 2 Heiko Walz, 3 [Heiko Zorn (Unadingen)]
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Antje Ganter, 2 ??? (verdeckt), 3 Sonja Maier, 4 Gabi Marx, 5 Daniela Wangler, 5 Simone Ebi (Dittishausen), 6 Bianca Lehmann, 7 Ulla Kramer
3.Reihe, sitzend: 1 Gabi Weber

Standort des Fotografen: 47.883794, 8.347945

Darstellung der »Heiligen Kümmernis« aus dem Jahr 1740, 1989

Kirchenführer, Verlag Schnell & Steiner
Fotograf: Kurt Gramer, Bietigheim-Bissingen

Am 1. Juni 1823 verfügte das badische Ministerium des Innern den Abbruch der Kümmerniskapelle, die sich in der Nähe des Gasthauses »Linde« (Obere Hauptst. 10) befand. Das Inventar der kleinen Kapelle wurde versteigert. Eine geschnitzte Statue, die die »heilige Kümmernis« darstellte und um 1740 geschaffen worden war, ging nach Reiselfingen.

Heimatforscher Leo Ratzer (1881-1948) hielt 1933 die mündliche Überlieferung, die sich um diese Heiligendarstellung rankte, schriftlich fest. Demnach soll die Gastwirtsfamilie Meßmer nach dem Abbruch der Kapelle Unglück bekommen und daraufhin das Bildnis gekauft und nach Löffingen zurückgebracht haben. Sie stellte es zunächst auf ihren Speicher. In heiligen Nächten sollen daraufhin seltsame Geräusche vom Dachboden zu hören gewesen sein. Die Meßmers ließen das Bildnis daraufhin in der südlichen Friedhofsmauer in einer Nische aufstellen. Die Statue wurde dort weiterhin verehrt, vor allem von jungen Frauen, für die die »heilige Kümmernis« als Fürsprecherin galt. Schließlich wurde die Statue in der Friedhofskapelle aufbewahrt und später in die katholische Pfarrkirche St. Michael überführt. Sie fand im hinteren Teil des Langhauses einen neuen Platz.

Im Volksglauben galt die »heilige Kümmernis« als Tochter eines nichtchristlichen Königs. Als der sie an einen Nichtchristen verheiratet wollte, habe sie Jesus Christus Jungfräulichkeit gelobt und ihn darum gebeten, ihr einen Bart wachsen zu lassen. Sie sei daraufhin von ihrem Vater verstoßen und gekreuzigt worden. Anstelle des Schildes »INRI«, die bei Darstellungen des gekreuzigten Jesus üblich ist, ist hier ein Schild mit der Inschrift »St. Kümmernis« zu sehen.

Die »bärtige Heilige« ist von der katholischen Kirche nicht als offizielle Heilige anerkannt. Im Volksglauben konkurrierte sie sogar zeitweilig mit dem Marienkult.

Standort des Fotografen: 47.882547, 8.344172

Ehrennarren beim Umzug, Fasnacht 1989

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Brigitte Mayer zur Verfügung.

Die Laternenbrüder feiern ihren 100. Geburtstag. Rund 3.000 Hästräger aus der Baar, aber auch aus dem Hegau, aus dem schwäbischen Raum, aus dem Rheintal und sogar aus der Schweiz, beteiligen sich am großen Narrenumzug und begeistern rund 10.000 Zuschauer*innen, die am Straßenrand stehen. Mit dabei sind natürlich auch die Ehrennarren der Laternenbrüder.

1.Reihe, v.l.n.r.: Paul Bugger (1916-1990) und Josef Guth
2.Reihe, v.l.n.r.: Jakob Zahn (1909-2002) und Albert Benitz (1905-1996)

Standort des Fotografen: 47.883786, 8.343996

Schulentlassungsfeier der Realschule, 1989

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Schüler*innen der 10. Klasse der Realschule haben es geschafft! Nach dem Bestehen der Mittleren Reifeprüfung werden sie aus der Schule entlassen. Bei der Schulentlassungsfeier in der Aula geht es feierlich zu. Eine Schülerin, Bianca Duttlinger (verh. Egle), hält eine kurze Ansprache. Sie blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf das Ende der Schulzeit und dankt im Namen aller den Lehrer*innen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rektor Günter Leber, 2 Lehrer Wolfgang Jarvers, 3 Silke Benz (verh. Janz), 4 Sekretärin Elisabeth Wolf, 5 Annemarie Voss (geb. Vierlinger), 6 Lehrer Basilius Jäger, 7 Lehrer Peter Stehle, 8 Jürgen Kuttruff, 9 Fritz Fehrenbach, 10 Hakan Yaratici, 11 Birgit Stegerer (verh. Streatker), 12 Bianca Duttlinger (verh. Egle)

Zu dem Jahrgang der Zehntklässler gehören außerdem u.a. Daniela Bölle, Tanja Riedlinger, Luise Vögt.

Standort des Fotografen: 47.883787, 8.347900

2 Fotos: Narrengruppe auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1989

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Am »Schmutzigen Dunschdig« fährt ein Wagen über den oberen Rathausplatz, der mit Fasnachtsbändeln üppig geschmückt ist. Schließlich feiern die Laternenbrüder ihr 100. Gründungsjubiläum. Die Stimmung auf dem Wagen ist ausgelassen. Eine Schar Hexen, mit Besen ausstaffiert, steht und sitzt darauf.

Oberes Foto
V.l.n.r.: 1 Viola Beck, 2 Sabine Fischer, 3 Daniela Herberger, 4 ???, 5 Guido Hensler, 6 Matthias Heer, 7 ??? (halb verdeckt), 8 ???, 9 ??? (halb verdeckt), 10 Elisabeth Marx, 11 Michaela Willmann

Unteres Foto
V.l.n.r.: 1 Bozica Medved, 2 Sandra Förderer, 3 Diana Ketterer

Standort des Fotografen: 47.883969, 8.344923

Tauziehen auf dem Schulhof der Realschule, 1989

Archiv Realschule

In der Realschule wird natürlich besonderen Wert auf die Schulgemeinschaft gelegt. Lehrer*innen und Schüler*innen sollen an einem Strang ziehen. Auch hier auf dem Foto tun sie es – allerdings gegeneinander! Denn auf dem Schulhof wird gerade ein Wettkampf im Tauziehen veranstaltet und ein Team von Lehrer*innen tritt gegen ein Team von Schüler*innen an. Ein besonderes Gaudi für die umstehenden Zuschauer*innen ist es, wenn die Lehrkräfte zu verlieren drohen!

Im Lehrer*innen-Team sind zu sehen: Wolfgang Jarvers, Uli Reichenbach, Arno Gärtner, Hannelore Gobil-Cremer, Peter Rieck, Helga von Holdt und Gundula Hoede

Standort des Fotografen: 47.883889, 8.347306

2 Fotos: Mitarbeiter*innen der Scheffel-Apotheke, 1989

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Der 30-jährige Arzt und Apotheker Frank Siefert übernimmt die Scheffel-Apotheke (Untere Hauptstr. 8). Der Sohn von Paul und Rosemarie Siefert hat von 1978 bis 1982 Pharmazie und anschließend bis 1988 Medizin studiert. Am 28. November 1988 erhielt er die Approbation. Seine 1989 abgeschlossene Dissertation trägt den Titel: »Beziehung zwischen Plasmakonzentration und hämodynamischer Toleranz gegenüber Isosorbid-5-Mononitrat (IS-5-MN)«.

Frank Siefert zur Seite steht ein Team aus Apothekenhelferinnen, Apothekerassistenten, Drogistinnen und Auszubildenden.

V.l.n.r.: Frank Siefert, Auszubildende Susanne Rohrbeck, Apothekenhelferin Elke Heer, Apothekenhelferin Regina Knörzer, Drogistin Christa Wagenhaus (verw. Pacher geb. Knöpfle,1944-2023), Apothekerassistent Frank Wahab

Standort des Fotografen: 47.883078, 8.343541

2 Fotos: Mitarbeiter*innen der Firma Wider, 1989

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Am letzten Tag vor den Betriebsferien zeichnet die 1907 gegründete Firma Wider langjährige Mitarbeiter*innen des Bauunternehmens für ihre Treue aus. Die beiden Firmeninhaber Heinrich Wider und Klaus Wider überreichen Reinhold Spang, Luzia Vogelbacher und Thomas Vogelbacher jeweils eine Urkunde für 10-jährige Betriebszugehörigkeit. Für 25-jährige Mitarbeit wird Günter Witt ausgezeichnet. Er war anfangs als Schlosser tätig und ist heute Baggerfahrer. Bürgermeister Dr. Dieter Mellert lässt es sich nicht nehmen, den Jubilaren persönlich zu gratulieren. Für Günter Witt hat er sogar eine Ehrenurkunde des Regierungspräsidiums dabei.

V.l.n.r.: Klaus Wider, Dr. Dieter Mellert, Reinhold Spang, Peter Hensler, Luzia Vogelbacher, Thomas Vogelbacher, Günter Witt, Heinrich Wider

Standort des Fotografen: 47.881973, 8.340322

Zwei Närrinnen in der Maienlandstraße, Fasnacht 1989

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Was wäre die Straßenfasnacht ohne Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?) und Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005)? Während andere im Alter allenfalls vom Straßenrand – oder sogar nur von der heimischen Fensterbank – aus dem närrischen Treiben zuschauen, werfen sich die beiden Mitten rein ins Getümmel. Sie lassen es sich am »Schmutzigen Dunschdig« nicht nehmen, den Zug der 20-Jährigen vom Gasthaus »Pilgerhof« ins Städtchen zu begleiten. Für beide Närrinnen ist es insofern eine besondere Fasnacht, weil ihre Enkelinnen Karin Geisinger und Heike Bölle in diesem Jahr bei den 20-Jährigen dabei sind. Ob sie das Fasnachtsgen von ihnen geerbt haben?

Olga Geisinger und Gertrud Faller laufen gerade am Haus Waßmer (Maienlandstr. 12) vorbei, das närrisch geschmückt ist. Schließlich feiern die »Laternenbrüder« ihr 100. Gründungsjubiläum.

Standort des Fotografen: 47.885437, 8.342487