3 Fotos: Kinder auf der Liegewiese im Waldbad, September 1957

Willy Pragher / Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg (Bestand W 134)

1954 hatte der Gemeinderat beschlossen, das Waldbad wieder instand zu setzen, das seit der Kriegszeit ein desolates Dasein fristete. 1955 war es dann soweit und das Waldbad wurde wieder eröffnet. Dass es vom Publikum begeistert angenommen wurde, ist auf den drei Fotos zu sehen: Kinder bevölkern die Liegewiesen, sie liegen in der Sonne und faulenzen. Auch im Wasserbecken tummeln sich ein paar Kinder, um sich abzukühlen, im wahrsten Sinne des Wortes, denn noch gibt es keine Wasserheizung. 

Die Fotos gehören zum umfangreichen Nachlass des Freiburger Fotografen Willy Pragher (1908-1992), der sich im Staatsarchiv Freiburg befindet. Er besteht aus einer Million Fotografien: aus Glasplattennegativen, Diapositiven, Papierpositiven und Filmnegativen.

Standort des Fotografen: 47.899541, 8.331783

Waldbad vor dem großen Gästeansturm, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Kurze Zeit nach der Renovierung des Waldbades 1969/70 wird dieses Foto aufgenommen. Alles ist noch neu und die Sträucher frisch gepflanzt. Idyllisch am Waldrand liegt das Schwimmbecken da. Wer will da nicht reinspringen? Offensichtlich ist die Kasse noch nicht geöffnet. Denn der Gästeansturm lässt noch auf sich warten. Doch in wenigen Augenblicken werden sich die Liegewiese und das Schwimmbecken mit Menschen füllen.

Standort des Fotografen: 47.899858, 8.332838

Sportplatzerweiterung, Januar 1932

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

1927/28 war der Fußballclub Löffingen in die A-Klasse aufgestiegen. Der 1924 geschaffene Fußballplatz genügte nun nicht mehr den bisherigen Ansprüchen. »An einer Platzvergrößerung kamen wir nicht mehr vorbei«, heißt es in der FCL-Festschrift aus dem Jahr 1960. »Noch hatten wir eine schwere Bürde alter Schulden. Aber wo ein Wille ist, findet sich immer ein Weg. Noch mehr als in früheren Jahren ging man zwecks Geldbeschaffung an kulturelle Aufgaben heran. Es wurden sogar Operetten aufgeführt, die dem FCL neben den sportlichen Erfolgen großes Ansehen und die Gesundung der Finanzen einbrachten. Mit Hilfe von zinslosen Bausteinen, freiwilligen Spenden, insbesondere Eigenarbeit usw., war das Problem Platzerweiterung bald bewerkstelligt.«

Auf dem Foto sind Mitglieder des Fußballclubs zu sehen, die selbst Hand anlegen und bei der Erweiterung des Fußballplatzes mitanpacken. Bei den Erdarbeiten kommen Loren zum Einsatz.

Standort des Fotografen: 47.883120, 8.350981

Waldbad mit Kinderutsche, ca. 1980

Familie Waßmer

Beim Betrachten des Fotos kann man das Toben und Lärmen im Kinderbecken förmlich hören. Es wird gelacht, gekreischt, mit Wasser gespritzt. Bis 1986, als die neue Riesenrutsche installiert wird, müssen die jungen Waldbad-Besucher*innen mit dieser Kinderrutsche Vorlieb nehmen.

Im Hintergrund ist das moderne Gebäude mit Umkleide und Duschen zu sehen, das bei der Renovierung 1969/70 an der Nordseite errichtet wurde.

Standort des Fotografen: 47.899728, 8.331713

Minigolfanlage in den Bittenwiesen, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das Ehepaar Koch betreibt bei sich in der Kirchstraße ein Gästehaus. Als ganz besonderes Angebot stellen sie den Kurgästen in den »Bittenwiesen«, unterhalb der Festhalle und der Volksschule, eine Liegewiese zur Verfügung. Auch eine »Deutsche Original-Miniatur-Golf-Anlage« steht zur Nutzung bereit. Heute ist die Fläche bebaut. Das Café Naschwerk (Bei der Kirche 8) steht hier.

Standort des Fotografen: 47.882388, 8.346597

Fußballmannschaft, 1938

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

Die zehn Spieler der 1. Mannschaft des Fußballclub Löffingen stellen sich für ein Gruppenfoto auf. Der Torwart Friedrich Trenkle, der in der Mitte sitzt, hält den runden Lederball. Es ist ein Jahr vor Beginn des Zweiten Weltkrieges. Von den elf abgebildeten Personen kehren vier nicht aus dem Krieg in die Heimat zurück.

  1. Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Josef Kienzler (?-1943), Alfred Egle, Torwart Friedrich Trenkle (?-1945), Karl Keller, Paul Bader.
    2. Reihe, stehend, v.l.n.r.: Albert Kienzler, Hans Rettich (?-1942), Heiner Kienzler, Willi Stumpf, Edmund Fehrenbach, Anselm Egle (?-1945).

Standort des Fotografen: ?

Bergfest des Turnerbundes auf dem Alenberg, ca. 1913

Verlag A. Rebholz

Am 25. Juli 1912 veranstaltet der 1905 gegründete Turnerbund Löffingen sein erstes Bergfest. Das Schauturnen findet fortan regelmäßig auf dem hinteren Alenberg statt, der damals noch unbebaut ist. Dieses Foto entsteht vermutlich im Jahr darauf, beim Schauturnen am 17. August 1913. Daran beteiligen sich neben dem Löffinger Verein Turner aus Neustadt, Lenzkirch, Blumberg, Hüfingen, Bräunlingen und Donaueschingen.

Für ein Gruppenfoto bringen sich die Löffinger Turner in Position. Spiegelsymmetrisch ordnen sie sich vor einer Stehleiter an und bilden eine Pyramide. Das Gruppenfoto findet als Ansichtskarte Verbreitung. »Gruß vom Bergfest des Turnerbundes Löffingen«, lautet der Titel.

Standort des Fotografen: 47.887191, 8.343221

Schauturnen auf dem Turnplatz beim Friedhof, ca. 1925

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Franz und Elisabeth Isele zur Verfügung.

Auf dem Turnplatz beim Friedhof zeigen 13 Turner ihr Können im Boden- und Geräteturnen. Sie haben sich in einer symmetrischen Anordnung in Position gebracht und blicken zum Fotografen. Die Turner gehören dem 1905 gegründeten Turnerbund Löffingen an. Wer weiß, wie sie heißen?

Der Hausgiebel, der zwischen den Bäumen zu erkennen ist, gehört zum Feuerwehrhaus (Florianweg 1).

Standort des Fotografen: 47.885408, 8.348163

Turnen auf dem Turnplatz beim Friedhof, ca. 1925-1930

Sammlung Familie Waßmer

Hinter dem Friedhof, wo der Florianweg in die Alemannenstraße mündet, befindet sich der Turnplatz des 1905 gegründeten Turnerbundes. Der Platz ist von Bäumen beschattet. Seit 1906 wird hier regelmäßig öffentlich Sport getrieben. Drei Dutzend Turner, alle in weiße Turnkleidung und schwarze Kniestrümpfe gekleidet, machen gerade Dehnungsübungen. Im Hintergrund stehen ein paar Zuschauer als Zaungäste.

Am linken Bildrand ist die Werkstatt von Steinbildhauer und Steinmetzmeister Karl Häusle (1878-1956) zu sehen. Auf der Ausstellungsfläche dvor präsentiert er von ihm geschaffene Grabsteine.

Standort des Fotografen: 47.885408, 8.348163

Seifenkistenrennen in der Alenbergstraße, 5. Februar 1951

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

Beim Seifenkistenrennen an Fasnacht 1951 nehmen zwei verschiedene Altersgruppen teil: Die »Kleinen« fahren zuerst, erst dann sind die »Großen«, d.h. die 14-Jährigen, an der Reihe. Letztere sind auf diesem Foto zu sehen, an der Startposition in der Alenbergstraße.

Ganz vorn sitzt in einem »Mercedes« Eugen Fehrenbach (geb. 1937), hinter ihm ist sein Zwillingsbruder Berthold Fehrenbach (geb. 1937) und daneben – an der Mauer hockend – Karl Fürst (geb. 1932) zu sehen. Dahinter folgt ein »Maserati«, in dem Karl Sibold (1937-2006) sitzt. Hinter ihm sind Bernd Schmid (geb. 1937) und Ernst Jester, genannt »Bubi« zu erkennen.

Die Rennstrecke führt geradeaus die Alenbergstraße runter bis zum »Scharfen Eck«. Dort ist ein Strohpolster aufgebaut, damit auch ja alle die Kurve bekommen. Dann geht es weiter um die Ecke zum Rathaus.

Standort des Fotografen: 47.885839, 8.343607

Seifenkistenrennen in der Alenbergstraße, 5. Februar 1951

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Michael Rösch zur Verfügung.

Runter geht es immer, sagen sich die Kinder, die am Seifenkistenrennen teilnehmen. Sie bringen sich in der Alenbergstraße mit ihren selbst gebauten Kleinfahrzeugen in Startposition. Die Seifenkiste im Vordergrund mit der Nummer »22« trägt den Namen »Mailand«. Mit vollem Karacho wird es gleich den Hang der Alenbergstraße und der Ringstraße runtergehen. Im Hintergrund ist das Haus von Wagnermeister Andreas Maier (Ringstr. 2) zu sehen, »s’Wangers« genannt. Dort müssen die Rennfahrer die Kurve bekommen.

Zu dem Seifenkistenrennen kursiert eine weitere Geschichte: Demnach fand das Rennen nicht am 5. Februar 1951, sondern bereits ein Jahr früher statt. Weil 1950 wegen der Maul- und Klauenseuche keine Fasnacht gemacht werden durfte, veranstaltete man ersatzweise diesen Fasnachtsklamauk. Die Seuche soll bei den Landwirten Gottlieb Mayer und Franz Zepf ausgebrochen sein. Beide Anwesen wurden unter Quarantäne gesetzt.

Standort des Fotografen: 47.885052, 8.344610

Seifenkistenrennen in der Alenbergstraße, 5. Februar 1951

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Michael Rösch zur Verfügung.

Auf Höhe des Hauses Vogelbacher (Alenbergstr. 13) stehen mehrere Seifenkisten in Startposition. Gleich wird es in den selbst gebauten Kleinfahrzeugen mit Karacho den Hang der Alenbergstraße runtergehen. Eine Helmpflicht gibt es noch nicht, die meisten Kinder tragen zwar eine Kopfbedeckung, aber einen Helm hat nur ein Junge auf.

Standort des Fotografen: 47.885826, 8.343598