Familie Benitz vor ihrem Haus, April 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Familie Benitz hat sich vor ihrem Haus in der Alenbergstraße zum Gruppenfoto versammelt. Im Mittelpunkt sitzt Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), umgeben von ihren Kindern, Schwiegertöchtern und Enkelkindern. Die Haustür hinter ihnen ist mit Reisiggirlanden und weißen Papierblumen geschmückt, zwei Tännchen rahmen den Eingang ein. Der Anlass ist ein besonderer: Franz Benitz (1908-1944), rechts in der hinteren Reihe, feiert seine Heimatprimiz. Am 31. März 1935 wurde der 27-Jährige durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht. Eine Woche später, am 7. April, zelebriert er in seiner Heimatgemeinde Löffingen erstmals die Messe. Familie und katholische Kirchengemeinde feiern den Neupriester, und auch das Elternhaus wird für diesen Tag festlich geschmückt.

Für Anna Benitz ist es ein Familienfest nach Jahren, in denen sie bereits schwere Schicksalsschläge hinnehmen musste. Seit 1919 ist sie Witwe. Mit ihrem Mann, dem Weinhändler Joseph Benitz (1859-1919), hatte sie sieben Kinder. Zwei von ihnen leben 1935 nicht mehr: Friedrich Benitz (1902-1908) starb bereits als Kind, die Tochter Anna (1896-1922) im Alter von 26 Jahren. Beim Großbrand von 1921 traf es die Familie besonders hart: Gleich vier ihrer Häuser wurden zerstört. Das Wohn- und Geschäftshaus in der Alenbergstraße, vor dem die Familie sich nun versammelt, entstand beim anschließenden Wiederaufbau.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1928-2012), 2 Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), 3 Elisabeth Benitz (verh. Burger, 1930-2019), 4 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 5 Josefine Benitz (geb. Klaus, 1903-1991), 6 Anna Maria Benitz (1934-2021), 7 [Maria Benitz (1911-?)?]
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 Albert Benitz (1905-1996), 3 Paul Benitz (1899-1979), 4 Franz Benitz (1908-1944)

Franz Benitz ist der einzige der Söhne, der Priester wird, doch die gesamte Familie ist sehr religiös und tief im katholischen Milieu verwurzelt. Familienmitglieder engagieren sich im kirchlichen Leben, etwa im Kirchenchor und im Stiftungsrat, und politisch in der Zentrumspartei. Gerade deshalb geraten sie nach der nationalsozialistischen Machtübernahme ins Visier der örtlichen Nationalsozialisten. Joseph Benitz (1897-1981) wurde im August 1933 für zwei Tage in sogenannte »Schutzhaft« genommen – eine willkürliche Inhaftierung, die der Einschüchterung politischer Gegner dient.

Als das Foto aufgenommen wird, ist es noch keine zehn Monate her, dass Stadtpfarrer Guido Andris am 23. Juni 1934 gewaltsam aus Löffingen vertrieben wurde. Joseph Benitz und Albert Benitz gehörten zu den mutigen Männern, die offen gegen das Vorgehen der Nationalsozialisten protestieren. Beide wurden daraufhin verhaftet. Vor diesem Hintergrund ist die Primiz von Franz Benitz im Frühjahr 1935 nicht nur ein Familienfest. Sie ist zugleich ein sichtbares Bekenntnis zum Katholizismus, der vom NS-Regime zunehmend unter Druck gesetzt wird.

Standort des Fotografen: 47.885270, 8.344131

Stadtmusik vor dem Gasthaus »Gebert«, Fasnacht 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Vor dem Gasthaus »Gebert« (Obere Hauptstr. 9) steht eine Musikkapelle. Es ist die Stadtmusik, die sich hier mit ihren Musikinstrumenten ablichten lässt. Es ist Sonntag, der 3. März 1935. Man feiert Fasnacht und das närrische Volk zieht von Wirtschaft zu Wirtschaft, so wohl auch die Musiker auf dem Foto. Sie heizen die Stimmung so richtig an, bis die Wände vom »Gebert« wackeln.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Ernst Heiler, 2 ???, 3 ???, 4 Dirigent Rupert Hepting (1905-1990), 5 ???, 6 August Limb, 7 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 8 Franz Zürcher (1909-?), 9 ???, 10 Fritz Strobel, 11 Robert Rosenstiel, 12 Ernst Faller, 13 ???, 14 ???, 15 Franz Faller, 16 Franz Rappenegger
3.Reihe, v.l.n.r.: 17 ???, 18 Josef Kienzler, 19 ???, 20 Franz Zepf, 21 Wilhelm Brugger (1887-1955), 22 ???, 23 Karl Heizmann
4.Reihe, v.l.n.r.: 24 ???, 25 ???, 26 ???

Standort des Fotografen: 47.884416, 8.346626

Blick vom Haus Fehrenbach zum Alenberg, 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Vom Haus Fehrenbach (Bahnhofstr. 2) fällt der Blick in Richtung Alenberg. Auch wenn die Aufnahme verwackelt ist, so bietet sich doch eine schöne Aussicht. Im Vordergrund sind das landwirtschaftliche Anwesen von Franz Guth (Weberweg 2) und die Rückseite des Hauses Strobel (Maienlandstr. 3) zu sehen. Dahinter erhebt sich das »hohe Haus« (Alenbergstr. 7-9), wie die Löffinger das stattliche Wohn- und Geschäftshaus der Familie Benitz respektvoll nennen.

Die Häuserzeile in der Alenbergstraße ist wiederaufgebaut. Sie war größtenteils beim Großbrand 1921 abgebrannt, das Feuer hatte nur das Haus von Blechnermeister Otto Ganter (Alenbergstr. 14) und das Anwesen von Landwirt Josef Fehrenbach (Alenbergstr. 13) übersprungen. Auch das Alenbergwäldchen hatte damals durch Funkenflug Feuer gefangen.

Wandert man mit den Augen vom Haus Benitz die Rötengasse hinunter, dann erkennt man einen Teil des Daches von der Villa des Arztes Dr. Franz Gugelberger (Maienlandstr. 6), die ansonsten verdeckt ist. Das Dach scheint noch nicht mit Ziegeln eingedeckt zu sein, weshalb das Foto 1935 aufgenommen sein muss, als die Villa gebaut wird.

Standort des Fotografen: 47.884159, 8.342197

Umzugswagen »Santa Maria« in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Die Segel sind gesetzt! Die »Santa Maria«, das berühmte Flaggschiff von Christoph Kolumbus bei seiner ersten Expedition von 1492/93, nimmt Kurs auf das Städtchen. Ihr folgt die kleinere »St. Lucia«. Eben kreuzen die beiden an der Einmündung von der Dittishauser Straße und vom Florianweg in die Obere Hauptstraße vorbei. Das holzverschindelte Haus von Leo Ratzer (Dittishauser Str. 2) ist im Hintergrund zu sehen.

Es ist »Fasnet Mändig« und das diesjährige Fasnachtsmotto erinnert an die »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus«. Bleibt zu hoffen, dass der italienische Seefahrer in kastilischen Diensten Recht behält und die Erde keine Scheibe, sondern wirklich eine Kugel ist. Nicht, dass die beiden Schiffe irgendwo hinter dem »Scharfen Eck« von der Erdoberfläche runterfallen…

Standort des Fotografen: 47.884652, 8.348121

Aufmarsch des BDM in der Unteren Hauptstraße, 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rosel Konhäuser zur Verfügung.

Zu welchem Anlass im nationalsozialistischen Festkalender dieser Aufmarsch durch das Städtchen zieht, ist unklar. Der 1. Mai, der seit 1933 als »Tag der nationalen Arbeit« groß begangen wird, scheidet aus: Zu warm sind die Menschen auf dem Foto angezogen und zu wenig frühlingshaft sind die Bäume und Gärten im Hintergrund.

Denkbar wäre der »Heldengedenktag«, der am 5. Sonntag vor Ostern begangen wird, oder der »Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung« am 9. November, mit dem das NS-Regime alljährlich an den gescheiterten Hitler-Putsch in München 1923 erinnert.

Das Foto zeigt den Aufmarsch des »Bund Deutscher Mädel« (BDM), des weiblichen Zweiges der »Hitlerjugend« (HJ). Darin sind im Sinne der totalitären Ziele des NS-Regimes die Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren organisiert. Zu diesem Zeitpunkt ist die Mitgliedschaft noch freiwillig, verpflichtend wird sie ab 1. Dezember 1936. Die Mädchen ziehen gerade am katholischen Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) vorüber, aus dem im Vorjahr Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974) gewaltsam vertrieben wurde. Hinter dem BDM folgt eine Musikkapelle.

Standort des Fotografen: 47.882782, 8.343563

Franz Benitz bei seiner Primiz, 7. April 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

Nachdem Franz Benitz am 31. März 1935 durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht wurde, feiert er am 7. April in seiner Heimatgemeinde die Primiz. Er steht vor seinem Elternhaus in der Alenbergstraße. Von hier aus geht es in einer feierlichen Prozession in die katholische Pfarrkirche St. Michael, wo er die Messe zelebrieren wird. Das kleine Mädchen ist vermutlich Elisabeth Benitz (verh. Burger, 1930-2019).

Franz Benitz wurde am 2. April 1908 als Sohn des Weinhändlers Josef Benitz und dessen Ehefrau Anna geb. Glunk geboren. Er wuchs in einer »treukatholischen Familie« auf, wie es nach seinem Tod in einem Nachruf heißt. Nach seiner Priesterweihe ist er als Vikar in Sinzheim (bei Rastatt), Weingarten (bei Karlsruhe), Schwetzingen und Mannheim tätig.

Zur Wehrmacht wird er am 5. Dezember 1940 eingezogen. Drei Jahre befindet sich der Geistliche als Sanitäts-Obergefreiter an der Ostfront in der Sowjetunion. Er zieht sich dabei Fleckfieber zu. Die Krankheit kommt während eines Heimaturlaubs in Löffingen zum Ausbruch. Er wird daraufhin in das Lazarett nach Donaueschingen verlegt, wo er am 30. März 1944 im Alter von nur 36 Jahren stirbt. Seine letzte Ruhe findet er auf dem Friedhof seiner Heimatgemeinde.

Standort des Fotografen: 47.885222, 8.344212

4 Fotos: Narrenumzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1935

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Michael und Dorothea Kasprowicz zur Verfügung.

Der Fotograf dieser Bilderserie steht am »Fasnet Mändig« auf dem oberen Rathausplatz und fotografiert den Narrenumzug. Alle paar Sekunden löst er die Kamera aus, sodass wir wie in einem Film den Zug vorüberziehen sehen. Zwei Reiter auf Schimmeln reiten vornweg. Es folgt die Stadtmusik, die noch Tschakohelme trägt. Dahinter bewegt sich eine Schar »Indianer«, die aussehen, wie sie bei Karl May im Buche stehen. Ihnen folgt ein Segelschiff, das gerade am Rathaus vorüber fährt. Das Segel ist mit einem roten Kreuz verziert. Keine Frage, das ist die »Santa Maria«, das Flaggschiff von Christoph Kolumbus bei seiner Expedition 1492/93, bei der er den Seeweg nach Indien erkunden wollte, aber zufällig Amerika entdeckte.

Der Begriff der »Entdeckung« spiegelt die europäische Perspektive wider. Die indigene Bevölkerung Amerikas erlebte dies als feindliche Invasion. Bei der Eroberung des Doppelkontinents wurden mehrere Völker mitsamt ihrer Kultur und Sprache vernichtet. Davon ist am »Fasnet Mändig« freilich nichts zu sehen. Das Motto lautet: »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus«.

zweites Bild
Von den Musikern sind der Dirigent Rupert Hepting, Karl Meier (mit Becken) und Franz Rappeneger ganz hinten (mit Klarinette) zu erkennen.

viertes Bild
Zu sehen ist die Damenriege des Turnerbunds. Vorne weg marschiert Turnwart Anselm Zepf (1898-?) im karierten Frack.

Standort des Fotografen: 47.884156, 8.345192

3 Fotos: Aufführung auf der Bühne, Fasnacht 1935

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Elke Moser zur Verfügung.

Wenn das Fasnachtsmotto die »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus« lautet, dann verwandelt sich die Fasnachtsbühne vor dem Rathaus blitzschnell in den Hof des spanischen Königshauses. Schließlich versuchte der Seefahrer Christoph Kolumbus (1451-1506), der auf dem Seeweg nach Indien gelangen wollte, die Unterstützung des Königspaares Ferdinand II. von Aragón (1452-1516) und Isabella I. von Kastilien (1451-1504) für seine Pläne zu erhalten. Ein Adler kommt im Wappen des spanischen Königshauses zwar nicht vor, aber was soll’s, schließlich sind diese herrschaftlichen Kostüme von der Fasnacht 1927 noch vorhanden und machen allemal was her.

Der König ist ??? und die Königin Alma Egle.
Wer erkennt den Hofstaat?

Oberes Foto:
V.l.n.r.: ???, ???, ???, Martha Brugger (verh. Trenkle), ???, Rosalie Egle (verh. Konhäuser), …, ???, …, Franz Bader, ???

Mittleres Foto:
V.l.n.r.: Rosalie Egle (verh. Konhäuser), Josefa Roth (verh. Rappenegger), Else Fehrenbach (verh. Bader), Hilda Schultheiß (verh. Schulz), Berta Schwörer (verh. Kasprowicz), Maria Nägele, ???, Mina Rappenegger (verh. Schreiber)

Unteres Foto:
1.Reihe, v.l.n.r.:
2.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, Else Häusle (verh. Weiss), ???, Elise Schultheiß (verh. Würzburger), ???, …, ???, Franz Bader (2.v.r.), ???

Standort des Fotografen: 47.883924, 8.344760

Narrengruppe auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1935

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Auf das Mailänder Tor und das angrenzende Haus Werne ist das Datum gestempelt, als dieses Foto aufgenommen wurde: »3. März 1935«, also am »Fasnet Sundig«. Kostümierte Narren treiben sich auf dem unteren Rathausplatz herum. Vom eigentlichen Motto der diesjährigen Fasnacht, der »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus«, ist nichts zu sehen.

Der Clown mit Sternen-Häs, der einen Hund mit sich führt, ist vermutlich Friseurmeister Julius Limb. Er hält die Laterne in seiner rechten Hand, auf die die 20-Jährigen vereidigt werden. Der Narr links ist Zimmermeister Eugen Fehrenbach (1901-1974).

Standort des Fotografen: 47.883894, 8.343842

Schulklasse der Gewerbeschule mit Lehrer Ehret, 1935

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

25 Schüler und zwei Schülerinnen der Gewerbeschule haben sich in der Demetriusstraße vor der Freitreppe für ein Foto aufgestellt. In ihrer Mitte steht Gewerbelehrer Karl Ehret (1897-1974). Der Pädagoge ist bei seinen Schüler*innen äußerst beliebt.

Ehret ist seit 1919 als Lehrer in Löffingen tätig. Er unterrichtete zunächst an der Volksschule und ab 1923 an der Gewerblichen Fortbildungsschule. Verdienste erwirbt er sich auch beim Aufbau des Heimatmuseums in den Jahren 1934 bis 1937.

Wer erkennt die Schüler*innen?
1.Reihe, hockend, v.l.n.r.: ???, ???, ???
2.Reihe, v.l.n.r.: ???, Karl Binder (1921-?), ???, ???, ???, ???, Agathe Köpfler (verh. Jordan, 1922-1982), Albert Wehrle, Otto Geisinger (1921-2010)
3.Reihe, v.l.n.r.: Walter Egle (1920-2010), Anna Köpfler (verh. Zepf, 1920-2010), ???
4.Reihe, v.l.n.r.: ???, Alfred Egle (1920-2001), [Emil Kaltenbrunner (?-1941)]
5.Reihe, v.l.n.r.: Lehrer Karl Ehret
6.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.884265, 8.344998

Narrengruppe »Spanischer Hof« vor dem Gasthaus »Gebert«, Fasnacht 1935

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser und Elke Moser zur Verfügung.

Das diesjährige Fasnachts-Motto lautet: »Die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus«. Da darf natürlich das spanische bzw. kastilische Königshaus nicht fehlen, unternahm Kolumbus seine vier Entdeckungsreisen doch im Auftrag von König Ferdinand II. und Königin Isabella I. Die Narrengruppe auf dem Foto heißt denn auch »Spanischer Hof«. Doch statt vor einem Schloss stehen sie vor dem Gasthaus »Gebert« (Obere Hauptstr. 9).

Wer erkennt die Närrinnen und Narren?

1.Reihe, v.l.n.r.: ???, König ???, Königin Alma Egle, ???, Franz Bader, Else Bader
2.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, Hilde Schultheiß (verh. Schulz), Martha Brugger (verh. Trenkle), Josefa Roth (verh. Rappenegger), Maria Nägele, Elisabeth Schultheiß (verh. Würzburger), Else Häusle (verh. Weiß)
3.Reihe, v.l.n.r.: Hermine Rappenegger (verh. Schreiber), …, Rosalie Egle (verh. Konhäuser)

Standort des Fotografen: 47.884413, 8.346561

Aufführung auf der Fasnachtsbühne vor der »Sonne«, Fasnacht 1935

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Das diesjährige Fasnachtsmotto lautet: »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus«. Da überrascht es nicht, dass der obere Rathausplatz und die Fasnachtsbühne von zahlreichen »Indianern« bevölkert wird und vor dem ehemaligen Gasthaus »Sonne« Indianerzelte aufgebaut sind. Die Damen, die mit langen wallenden Gewändern rechts auf der Bühne stehen, gehören wohl zum Spanischen Hof.

Spätestens durch die »Winnetou«-Bücher von Karl May (1842-1912) sind klischeehafte Darstellungen der nordamerikanischen Ureinwohner äußerst populär. Winnetou ist ein fiktiver Häuptling der Apachen und verkörpert den edlen, guten »Indianer«, der mit seinem Gewehr »Silberbüchse« auf seinem Pferd »Iltschi« für Gerechtigkeit und Frieden kämpft. Er stellt damit eine Ausnahme dar, während andere »Indianer« als primitive Wilde gezeichnet werden.

Standort des Fotografen: 47.883935, 8.344702