Familie Benitz vor ihrem Haus, April 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Familie Benitz hat sich vor ihrem Haus in der Alenbergstraße zum Gruppenfoto versammelt. Im Mittelpunkt sitzt Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), umgeben von ihren Kindern, Schwiegertöchtern und Enkelkindern. Die Haustür hinter ihnen ist mit Reisiggirlanden und weißen Papierblumen geschmückt, zwei Tännchen rahmen den Eingang ein. Der Anlass ist ein besonderer: Franz Benitz (1908-1944), rechts in der hinteren Reihe, feiert seine Heimatprimiz. Am 31. März 1935 wurde der 27-Jährige durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht. Eine Woche später, am 7. April, zelebriert er in seiner Heimatgemeinde Löffingen erstmals die Messe. Familie und katholische Kirchengemeinde feiern den Neupriester, und auch das Elternhaus wird für diesen Tag festlich geschmückt.

Für Anna Benitz ist es ein Familienfest nach Jahren, in denen sie bereits schwere Schicksalsschläge hinnehmen musste. Seit 1919 ist sie Witwe. Mit ihrem Mann, dem Weinhändler Joseph Benitz (1859-1919), hatte sie sieben Kinder. Zwei von ihnen leben 1935 nicht mehr: Friedrich Benitz (1902-1908) starb bereits als Kind, die Tochter Anna (1896-1922) im Alter von 26 Jahren. Beim Großbrand von 1921 traf es die Familie besonders hart: Gleich vier ihrer Häuser wurden zerstört. Das Wohn- und Geschäftshaus in der Alenbergstraße, vor dem die Familie sich nun versammelt, entstand beim anschließenden Wiederaufbau.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1928-2012), 2 Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), 3 Elisabeth Benitz (verh. Burger, 1930-2019), 4 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 5 Josefine Benitz (geb. Klaus, 1903-1991), 6 Anna Maria Benitz (1934-2021), 7 Maria Benitz (verh. Wiedemann, 1911-?)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 Albert Benitz (1905-1996), 3 Paul Benitz (1899-1979), 4 Franz Benitz (1908-1944)

Franz Benitz ist der einzige der Söhne, der Priester wird, doch die gesamte Familie ist sehr religiös und tief im katholischen Milieu verwurzelt. Familienmitglieder engagieren sich im kirchlichen Leben, etwa im Kirchenchor und im Stiftungsrat, und politisch in der Zentrumspartei. Gerade deshalb geraten sie nach der nationalsozialistischen Machtübernahme ins Visier der örtlichen Nationalsozialisten. Joseph Benitz (1897-1981) wurde im August 1933 für zwei Tage in sogenannte »Schutzhaft« genommen – eine willkürliche Inhaftierung, die der Einschüchterung politischer Gegner dient.

Als das Foto aufgenommen wird, ist es noch keine zehn Monate her, dass Stadtpfarrer Guido Andris am 23. Juni 1934 gewaltsam aus Löffingen vertrieben wurde. Joseph Benitz und Albert Benitz gehörten zu den mutigen Männern, die offen gegen das Vorgehen der Nationalsozialisten protestieren. Beide wurden daraufhin verhaftet. Vor diesem Hintergrund ist die Primiz von Franz Benitz im Frühjahr 1935 nicht nur ein Familienfest. Sie ist zugleich ein sichtbares Bekenntnis zum Katholizismus, der vom NS-Regime zunehmend unter Druck gesetzt wird.

Standort des Fotografen: 47.885270, 8.344131

Ehrennarren der »Laternenbrüder« beim Umzug, Fasnacht 1974

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Auch die Ehrennarren der »Laternenbrüder« reihen sich in den Narrenumzug am »Fasnet Mändig« ein. Soeben ziehen sie durch die Obere Hauptstraße, vorbei an der Stadtapotheke (Obere Hauptstr. 7), die von Helene Knödler (1926-1990) betrieben wird. Ein Schilderjunge geht vorneweg. Es folgen fünf ehemalige Narrenräte, die in blaue Fuhrmannskittel gekleidet sind.

V.l.n.r.: 1 Stephan Burger (Schilderjunge), 2 Joseph Benitz (1897-1981), 3 Ernst Krauß (1897-1978), 4 Engelbert Müller, 5 Anselm Zepf, 6 Edmund Laufer (1922-1990)

Standort des Fotografen: 47.884480, 8.345847

Familie Benitz auf einer Treppe, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Klaus Eggert zur Verfügung.

Familie Benitz hat sich auf vor einem Haus versammelt. Damit alle auf dem Gruppenfoto zu sehen sind, stellt man sich vor und auf der steinernen Außentreppe auf. Die Männer tragen formelle Anzüge, Krawatten und teils Taschenuhren, die Frauen überwiegend dunkle Kleider. Das junge Mädchen im Vordergrund trägt ein Kleid mit einer Blume am Revers. Insgesamt 16 Personen sind zu sehen.

Das Foto wird anlässlich eines besonderen Ereignisses aufgenommen, etwa einer Feier oder eines Familientreffens. Paul Benitz und Josefine Benitz (geb. Klaus), die oben auf der Treppe in der Mitte stehen, heiraten am 8. Juni 1931. Vielleicht entsteht das Bild anlässlich ihrer Verlobung?

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 ???, 3 Emma Klaus (verh. Eggert, 1918-1950), 4 ???, 5 ???, 6 Albert Benitz (1905-1996)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 3 ???, 4 Maria Benitz (1911-?), 5 Josefine Benitz (geb. Klaus, 1903-1991), 6 Paul Benitz (1899-1979), 7 ???, 8 ???, 9 ???
3.Reihe: 1 ???

Es gibt ein weiteres Foto (ID: 58590): Die Laternenbrüder stehen ca. 1930 auf derselben Treppe.

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Konferenz auf der Fasnachtsbühne, Fasnacht 1963

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Die »Schnitterin« des Rathausbrunnens hat schon manches Spektakel mitangesehen. Heute wird sie Augenzeugin einer wichtigen Konferenz, die auf der Fasnachtsbühne abgehalten wird, die über dem Rathausbrunnen errichtet ist. Das Foto muss in den frühen 1960er Jahren aufgenommen worden sein, denn 1958 und 1959 befand sich die Fasnachtsbühne noch in der Kirchstraße. Und Mitte der 1960er Jahre ändert sich die Beschriftung an der Rathausfassade. Noch steht da »Volksbank Löffingen GmbH gegr. 1906«, später wird eine große Inschrift über der Eingangstür angebracht.

Doch nicht nur die »Schnitterin« schaut dem Treiben zu, auch die »Laternenbrüder« verfolgen die Darbietung mit Interesse. Neun Narren in schwarzen Anzügen haben sich um einen Tisch versammelt. Manche tragen Hüte, andere Perücken mit Halbglatzen. Die ganze Szenerie wirkt wie von »anno dazumal«. Ein altmodisches Tischtelefon steht bereit und auch eine Tischglocke darf nicht fehlen. Am Tischende hat die Sitzungsleitung Platz genommen. Aber eine Flasche Wein steht ebenfalls griffbereit auf dem Tisch. Vermutlich wird eine Gemeinderatssitzung persifliert.

Die »Herren Gemeinderäte« werden u.a. von Else Egle (geb. Ganter), Hans Müller, Erich Adrion, Maria Geisinger (geb. Egle, 1925-2008), Agnes Beha und Hedwig Hepting (geb. Egle, 1932-2020) dargestellt. Die Sitzungsleitung und damit den Bürgermeister spielt Paul Benitz.

Bei den »Laternenbrüdern« sind v.l.n.r. 1 Josef Guth, 2 Hugo Schropp, 3 Narrenvater Alfred Köpfler, 4 Joseph Benitz jun., 5 Joseph Benitz (1897-1981), 6 Ernst Krauß (1897-1978) und 7 Josef Frey zu erkennen.

Bei der weiblichen Narrenpolizei sind u.a. zu sehen: Edeltraud Ratzer (verh. Streit) und Regina Sibold (verh. van den Heuvel, geb. 1946).

Der kleine Clown, der sich zwischen dem Narrenrat herumdrückt, ist evtl. Manuela Köpfler.

Standort des Fotografen: 47.883906, 8.344745

Laternenbrüder auf einer Treppe, Fasnacht ca. 1930

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hermann Egle und Gaby Vogt zur Verfügung.

In Fuhrmannskitteln und weißen Zipfelmützen lassen sich die »Laternenbrüder« fotografieren. Einige führen eine Laterne als Erkennungszeichen mit sich – und sei es nur in Miniaturgröße. Und eine Tabakpfeife darf offenbar auch nicht fehlen. Joseph Benitz (1897-1981) ist außerdem mit mehreren Militärorden dekoriert.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz, 2 ???, 3 Julius Limb, 4 Hermann Ganter [oder Engelbert Müller?], 5 Albert Benitz
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Wilhelm Vogt sen., 2 Heinrich Wider, 3 Paul Benitz, 4 ???, 5 Fritz Seilnacht
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ??? (am Fenster)

Das Foto wird vermutlich nicht in Löffingen, sondern auswärts aufgenommen.

Standort des Fotografen: ???

Männergesangsverein »Eintracht«, ca. 1925

Dieses Foto stellten Christa Egle und Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Die Mitglieder des 1861 gegründeten Männergesangsvereins »Eintracht« versammeln sich zu einem Gruppenfoto. 1919/20 übernahm Hauptlehrer Alfred Zwingert, der in der Mitte der ersten Reihe sitzt, die musikalische Leitung des Vereins. Erster Vorsitzender ist Friseurmeister Julius Limb, der auf dem Foto fehlt. Zweiter Vorsitzender ist der Kaufmann Josef Benitz, der vorne links sitzt. Auch der Schneidermeister Hermann Ganter, der als Schriftführer fungiert, fehlt auf dem Gruppenfoto.

Was mag der Anlass für dieses Foto sein? Im August 1923 nimmt der Verein am großen Preissingen in Freiburg-Littenweiler teil. Die Sänger kehren mit einem ersten Preis nach Hause. Vielleicht wird das Foto deshalb aufgenommen? Jedenfalls tragen die meisten Vereinsmitglieder an ihrem Revers eine Art Festabzeichen oder Auszeichnung. Sie posieren vor dem Gasthaus »Traube« in Seppenhofen, in das man wohl zur Feier des Tages einkehrt.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 ???, 3 ???, 4 Hauptlehrer Alfred Zwingert, 5 ???, 6 Karl Hepting (1893-1979), 7 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Ernst Krauß (1897-1978), 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Otto Schmitt, 9 ???, 10 ???, 11 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Johann Kaltenbrunner, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Alfred Geisinger
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Eugen Fehrenbach, 2 Karl Hasenfratz, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???

Standort des Fotografen: 47.873322, 8.349300

Hochzeitsgesellschaft Kaltenbrunner / Meßmer vor der Festhalle, ca. 1953

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Ratschreiber Josef Kaltenbrunner II (1930-1966) und die »Linde«-Tochter Annemarie geb. Meßmer (1930-2010) haben sich das Ja-Wort gegeben. Das Brautpaar versammelt sich mit seinen Hochzeitsgästen für ein Gruppenfoto vor der Festhalle. Mit dabei ist auch Stadtpfarrer Karl Weickhardt, der das Paar getraut hat.

1.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, 5. Paula Meßmer (geb. Kaier, 1903-1984), Monika Bader, Braut Annemarie Kaltenbrunner (geb. Meßmer), Bräutigam Josef Kaltenbrunner II, Kind Christa Schneider (verh. Holl), Rosa Kaltenbrunner (geb. Fehrenbach, 1896-1977), Heinrich Kaltenbrunner (1892-1976), Kind Klaus Schneider, Margaretha Schneider (geb. Kaltenbrunner, 1921-2017)
2.Reihe, v.l.n.r.: Else Bader (geb. Fehrenbach), Rolf Meßmer [Ende der Reihe]
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hermann Bader, 2 Alois Fehrenbach , 3 Rosa Fehrenbach, 4 ???, 5 Joseph Benitz (1897-1981), 6 ???, 7 Hedwig Kaltenbrunner (1922-1999), 8 Albert Schneider (1915-2009)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Maria Fehrenbach (geb. Ganter, 1920-1998), 6 Albert Fehrenbach (1919-2008), 7 Anna Benitz (geb. Manz, 1910-1974), 8 Albert Benitz (1905-1996), 9 Karl Weickhardt (1905-1977)
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 Paul Benitz (1899-1979), 2 Josefine Benitz (geb. Klaus, 1903-1991), 3 ???, 4 Ernst Meßmer, 5 ???, 6 Angela Meßmer (verh. Hölderle), 7 Alfred Fehrenbach (1932-2021), 8 ???, 9 Joseph Benitz jr. (1928-2012), 10 Margarete Benitz (geb. Nober, 1924-2016), 11 Vikar ???
6.Reihe, v.l.n.r.: ??? Fehrenbach,

Josef Kaltenbrunner ist der Sohn von Heinrich Kaltenbrunner (1892-1976) und Rosa Kaltenbrunner geb. Fehrenbach (1896-1977). Sie wohnen in der Alemannenstraße (damals Friedhofstr. 239).

Standort des Fotografen: 47.883001, 8.347661

R3 Nr 2 und 3 Alois und Rosa Fehrenbach

Erzbischof Gröber vor dem Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße, 19. September 1937

Sammlung Familie Waßmer | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Der hohe kirchliche Würdenträger, der hier soeben das katholische Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße verlässt, ist der Freiburger Erzbischof Conrad Gröber (1872-1948). Das Foto wird am Sonntag, den 19. September 1937 aufgenommen, als er anlässlich der Firmung in Löffingen teilt. Gröber schreitet in Chorkleidung unter einem Stoffbaldachin dem Gottesdienst entgegen. Getragen wird dieser von vier sogenannten »Himmelträgern«. Im Hintergrund ist der Eingang des Pfarrhauses (Untere Hauptstr. 10) zu erkennen.

V.l.n.r.: 1 [Gastwirt Ernst Meßmer?], 2 Uhrmachermeister Wilhelm Maier, 3 Alt-Bürgermeister Adolf Kuster, 4 Kaufmann Joseph Benitz (1897-1981)

Conrad Gröber war am 20. Juni 1932 zum Erzbischof von Freiburg inthronisiert worden. Wenige Monate später übernahmen die Nationalsozialisten die Macht. Gröbers Haltung gegenüber dem NS-Regime ist bis heute umstritten: Er begrüßte die Machtübernahme und trat 1934 sogar als förderndes Mitglied der SS bei, was ihm im Volksmund den Beinamen »brauner Conrad« einbrachte.

Auch der Löffinger Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974), der am 23. Juni 1934 von den Nationalsozialisten gewaltsam aus seiner Pfarrei vertrieben wurde, zeigte sich später enttäuscht über die mangelnde Unterstützung durch seinen Bischof.

Standort des Fotografen: 47.882614, 8.343357

2 Fotos: »Laternenbrüder« am Demetriusbrunnen, Fasnacht 1962

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Erwin Mayer zur Verfügung.

Die »Laternenbrüder« stellen sich am Demetriusbrunnen zu einem Gruppenfoto auf. Sie tragen blaue Fuhrmannskittel und schwarze Rundhüte. Nicht nur die aktiven »Laternenbrüder« kommen mit auf das Erinnerungsfoto, sondern auch einige altverdiente Mitglieder. Sie nehmen den Narrenvater Karl Guth (1961/62) in ihre Mitte. Auf der Standarte mit der Laterne ist die Jahreszahl »1840« zu entziffern, obgleich die »Laternenbrüder« offiziell erst 1889 gegründet wurden. Aber vielleicht erfolgte damals nur eine Wiedergründung?

Mit auf das Foto darf eine Schar Kinder: Sie tragen ebenfalls einen Rundhut oder eine weiße Zipfelmütze. Vier von ihnen halten außerdem eine Laterne in die Kamera, das Symbol des Vereins. Wenn sie erwachsen sind, werden sie vielleicht in die Fußstapfen ihrer Väter treten und ebenfalls »Laternenbrüder« werden.

1.Reihe (Kinder), v.l.n.r.: 1 Erwin Mayer, 2 Michael Guth, 3 Willi Mayer, 4 ???, 5 ???, 6 Gerhard Pfeiffer
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rudolf Selb, 2 Fritz Fehrenbach, 3 Josef Bader, 4 Karl Glunk, 5 Hans Müller, 6 Josef Benitz jr., 7 Narrenvater Karl Guth, 8 Hugo Schropp, 9 Josef Guth, 10 Josef Frei, 11 Julius Limb, 12 Hans Schwarz, 13 Joseph Benitz sen., 14 Paul Benitz, 15 Bernhard Strobel, 16 Wilhelm Krauß, 17 Franz Fehrenbach, 18 Narrenpolizist Fritz Göpper

Standort des Fotografen: 47.883808, 8.343755

Männergesangsverein »Eintracht« vor dem Gasthaus »Linde«, ca. 1929

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Die Mitglieder des Männergesangsvereins »Eintracht« haben sich vor dem Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10) zu einem Gruppenfoto versammelt. In der 1986 erschienenen Festschrift anlässlich des 125-jährigen Vereinsjubiläums wird das Foto in das Jahr 1928 datiert.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das Foto ein Jahr später aufgenommen wurde: Am 21. Februar 1929 wurde ein neuer Vorstand gewählt: Neuer erster Vorsitzender wurde der Kaufmann Joseph Benitz, der auf dem Foto in der Mitte in der ersten Reihe sitzt. Zweiter Vorsitzender wurde der Friseurmeister Julius Limb, der neben ihm sitzt. Da auf dem Foto Schnee zu sehen ist, kann davon ausgegangen werden, dass das Gruppenfoto am Tag der Vorstandswahl entstanden ist.

Joseph Benitz war nur vier Jahre bis 1933 erster Vorsitzender. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme musste er infolge der freiwilligen Selbst-»Gleichschaltung« des Vereins von seinem Amt zurücktreten. Darüberhinaus wurde er am 7. August 1933 aufgrund seiner oppositionellen Haltung verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Zwei Tage später wurde er wieder nach Hause entlassen. Benitz zählt auch zu den Bürgern, die gegen die Vertreibung von Stadtpfarrer Guido Andris am 23. Juni 1934 protestierten und deshalb verhaftet wurden.  

1.Reihe sitzend, v.l.n.r.: 1 Wilhelm Vogt, 2 Eugen Fehrenbach, 3 Julius Limb, 4 Joseph Benitz (1897-1981), 5 Alfred Zwingert, 6 Hermann Ganter, 7 Heinrich Wider
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Karl Münzer, 2 Leopold Roth, 3 Franz Fehrenbach, 4 Fritz Seilnacht (1901-1987), 5 Otto Schmitt, 6 Albert Benitz, 7 Johann Schäfer, 8 Ernst Meßmer
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Karl Schmid, 2 Paul Benitz, 3 Ernst Krauß (1897-1978), 4 Hermann Kirner, 5 Alfred Geisinger, 6 Johann Kaltenbrunner, 7 Karl Beha, 8 Karl Hasenfratz

Standort des Fotografen: 47.884374, 8.346485

Narrengruppe »Abrüstungskonferenz«, Fasnacht 1932

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst, Hermann Egle sowie Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Hochpolitisch geht es in der letzten Fasnacht vor der Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur zu: 14 Jahre nach Ende des mörderischen Ersten Weltkrieges findet in Genf eine internationale Abrüstungskonferenz statt. Sie tagt, mit Unterbrechungen vom 2. Februar 1932 bis zum 11. Juni 1934. Ziel der Konferenz ist es, das Wettrüsten zu beenden, was letztlich scheitert.

Die Narrengruppe nimmt die Konferenz bei einer närrischen Veranstaltung am 8. Februar 1932 auf’s Korn. Zu sehen ist das Präsidium der Konferenz mit den Delegierten von verschiedenen Ländern, die durch die jeweiligen Fähnchen kenntlich gemacht sind. Offenbar machen sich die Narren über die Abrüstungskonferenz lustig. Im Vordergrund sind Spielzeug-Panzer und -Kanonen zu sehen. Die Narren sprechen von einem »Stillhalteabkommen«, wie auf dem Schild im Hintergrund zu lesen ist. Die Präsidiumsmitglieder tragen schwarze Anzüge und Zylinder, nur ein Mann in der Mitte sticht heraus: Vermutlich soll er den indischen Freiheitskämpfer und Pazifisten Mahatma Gandhi (1869-1948) darstellen, deutlich an seinem weißen Gewand, seiner Glatze und seiner Nickelbrille zu erkennen. Er wird international noch nicht so bewundert wie in späteren Jahren, sondern von vielen noch als Spinner verlacht. Auf sein Gewand ist die Jahreszahl »1932« geschrieben. In der rechten oberen Bildecke ist außerdem »Fasnacht 1932« notiert.

Das Foto wird vermutlich im Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12) aufgenommen.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 ???, 3 ???, 4 Fritz Seilnacht, 5 Karl Hepting, 6 ???
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Heinrich Wider, 2 Julius Limb, 3 Albert Benitz, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Ernst Krauß (1897-1978), 8 ???, 9 Paul Benitz (1899-1979)

Standort des Fotografen: 47.883973, 8.345162

Narrengruppe vor dem Gasthaus »Linde« in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1927

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Emma Binder, Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Alexandra Scholl zur Verfügung.

Eine Gruppe kostümierter Narren stellt sich zu einem Erinnerungsfoto auf. Eine zeitgenössische Beschriftung lautet: »Festausschuss mit Narrenvater«.

V.l.n.r.: 1 »Linden«-Wirt Ernst Meßmer (1869-1943), 2 Emil Zahn, 3 Dr. Richard Straub, 4 Narrenvater Joseph Benitz (1897-1981), 5 Hauptlehrer Alfred Zwingert, 6 Konrad Bader (1868-1958), 7 Ratschreiber Wilhelm Krauß, 8 Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957)

Im Hintergrund hängt an einem Scheunentor ein Plakat. Darauf ist zu lesen: »Am Sonntag, den 20. Febr. veranst[altet] der Turnerb[und] Löffingen im Saal Gebert einen Bunten Abend.« Weiter ist der Eintrittspreis genannt (»50 Pfennig«) und es wird bekannt gegeben, dass es anschließend Tanz gibt.  

Das Foto wird 1927 aufgenommen, da der 20. Februar in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt. In diesem Jahr lautet das Fasnachts-Motto: »Das altdeutsche Lied in Wort, Bild und Sang«. Zumindest einer der Narren hat auf einem Kostüm einen Violinschlüssel aufgenäht sowie Notenlinien mit den Noten »f«, »c« und »e«. Das Scheunentor gehört zum Gasthaus »Linde« in der Oberen Hauptstraße. 

Standort des Fotografen: 47.884398, 8.346370