Haus Trenkle in der Hohlgasse, 2000

Sammlung Familie Waßmer

Von Bäumen und Sträuchern zugewachsen steht es da, das Haus Trenkle in der Hohlgasse. Ein bisschen verwunschen mutet es fast an. Seine Tage sind allerdings gezählt, denn bald soll es abgebrochen werden.

Nach dem Tod des Landwirts und Bahnarbeiters Ferdinand Trenkle im Jahre 1955 hatte sein Sohn Hermann Trenkle (geb. 1912) und dessen Ehefrau Karoline geb. Brunner (geb. 1923) das Anwesen übernommen. Fast 50 Jahre später war das Haus dringend renovierungsbedürftig. Es wurde abgerissen und machte einem Neubau Platz.

Standort des Fotografen: 47.885132, 8.340352

Haus Trenkle in der Hohlgasse, ca. 1925

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Andreas Trenkle zur Verfügung.

1916 erwarb der Landwirt und Bahnarbeiter Ferdinand Trenkle (1878-1955) aus Beha und seine Ehefrau Josefa geb. Bender (1885-1950), gebürtig aus Seppenhofen, das Haus Hohlgasse 1. Es war ein zweistöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stallung, Holz- und Wagenschopf und lag direkt an der Bahnlinie. Im Vordergrund ist eine rot-weiß-gestreifte Bahnschranke und das alte Stellwerkhäuschen zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.885357, 8.340259

Beim Kartenspielen im Haus Trenkle in der Hohlgasse, ca. 1935

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Gertrud Faller und Emma Kienzle zur Verfügung.

Bei Trenkles in der Hohlgasse sitzen sieben junge Männer und Buben um den Stubentisch versammelt. Hinter ihnen befindet sich der Herrgottswinkel mit religiösen Bildern an der Wand. »An Gottes Segen ist Alles gelegen«, steht auf einem der gerahmten Bilder. Die Gruppe spielt das Kartenspiel Cego, das badische Soldaten einst während der napoleonischen Kriege aus Spanien in ihre Heimat mitgebracht haben sollen und das sich seitdem in Baden großer Beliebtheit erfreut. Zwei Karten werden von den Spielern in die Kamera gehalten: die »Gaiß« und der »Mund«, die 21.

Das Foto ist ein gestelltes Bild. Das ist vor allem daran zu erkennen, dass in Wirklichkeit nie fünf Spieler gleichzeitig Cego spielen, sondern nur vier oder drei. Auch der Handharmonikaspieler, der während des Spiels auf seiner Qutschkommode dudelt, unterstreicht den gestellten Charakter.

Wer weiß, wer die jungen Männer und Buben sind? Zwei von ihnen sind die Zwillingsbrüder Ferdinand Trenkle (1919-1947) und Friedrich Trenkle (1919-1945). Die beiden waren die Söhne des Landwirts und Bahnarbeiters Ferdinand Trenkle und seiner Ehefrau Josefa geb. Bender. Beide Brüder waren Wehrmachtssoldaten und kehrten nicht in ihre Heimat zurück. Friedrich Trenkle kam im September 1945 in sowjetischer Kriegsgefangenenschaft zu Tode und Ferdinand Trenkle soll im Februar 1947 in einem Kriegsgefangenenlazarett in der Sowjetrepublik Aserbaidschan verstorben sein.

Standort des Fotografen: 47.885104, 8.339958

Glockenabgabe für die Rüstungsindustrie, April 1942

Dieses Foto stelle uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Die eingezogenen Glocken stehen in der Bahnhofstraße zu ihrer Verladung bereit. Auf der großen Glocke vorne ist am unteren Glockenrand »in Villingen« zu entziffern. die Villinger Glockengießerei Grüninger hatte die Kirchenglocken 1922 neu gegossen, nachdem sie im Ersten Weltkrieg schon einmal eingeschmolzen worden waren. Im Hintergrund sind auf der anderen Seite der Bahngleise die Häuser in der Hohlgasse zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47°53’04.7″N 8°20’28.6″E