Teilnehmer eines Skikurses in der Festhallenstraße, Januar 1995

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Dick eingepackt in Skianzüge, Mützen und Handschuhe haben sich die jungen Skifahrer*innen in der Festhallenstraße zum Gruppenfoto versammelt. Hinter ihnen türmt sich der Schnee. Manche knien im Schnee, andere stehen dahinter. Nach mehreren Tagen auf den Skiern sind die Kinder schon zu einer Gruppe zusammengewachsen.

Insgesamt 38 Kinder nehmen an dem fünftägigen Skikurs teil, den der Skiclub gemeinsam mit einer Skischule aus Neustadt veranstaltet. Zum Skifahren geht es nach Waldau. Betreut werden die Teilnehmer*innen unter anderem von den beiden Vereinsvorsitzenden Erich Sattler, der mit auf dem Foto zu sehen ist, und Peter Conzelmann.

Die Lokalzeitung berichtet, dass es zu Beginn auf der Piste noch etwas unbeholfen zugeht, das Können der jungen Skifahrer*innen aber von Tag zu Tag wächst. Zum Abschluss wird sogar ein kleines Skirennen veranstaltet. Alle Teilnehmer*innen erhalten anschließend eine Erinnerungsurkunde – und mit diesem Gruppenfoto bleibt noch eine weitere Erinnerung an fünf winterliche Tage im Schnee.

Standort des Fotografen: 47.883668, 8.348237

4 Fotos: Oberschwester Hildegard der TV-Serie »Schwarzwaldklinik« mit dem Löwen am Rathaus, 1985

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Eine gelbe Telefonzelle steht unmittelbar beim Rathaus – und davor streift ein ausgewachsener Löwe umher. Mittendrin: Oberschwester Hildegard, gespielt von Eva Maria Bauer (1923-2006). Für die Dreharbeiten zur Fernsehserie »Schwarzwaldklinik« verwandelt sich Löffingen für kurze Zeit in eine Filmkulisse. Gedreht wird für die Folge »Die fromme Lüge«, die als 14. Folge der ersten Staffel am 4. Januar 1986 ausgestrahlt wird. In der Handlung reißt ein Löwe aus einem Zirkus aus und sorgt in der Umgebung für Aufregung. Löffinger Statist*innen spielen Passant*innen, die beim Anblick des Tieres erschrocken das Weite suchen. Bei einem Kameraschwenk ist sogar kurz das Gasthaus »Löwen« am Rathausplatz zu erkennen – ein passender Hintergrund für eine Szene mit einem echten Löwen.

Oberschwester Hildegard sucht in Panik Schutz in einer Telefonzelle, die eigens für die Dreharbeiten beim Rathaus aufgestellt wurde. Auch die Ausstattung ist auf den Drehort abgestimmt: In der Kabine ist Werbung für die Volksbank Löffingen angebracht, außerdem ein Aufkleber der Kurverwaltung Löffingen. So können aufmerksame Fernsehzuschauer*innen erkennen, wo die Szene aufgenommen wird.

Doch die vermeintlich sichere Zuflucht erweist sich als weniger zuverlässig als gedacht. Löwe »Ken« schleicht nicht nur um die Kabine herum, sondern richtet sich plötzlich auf und lehnt sich gegen die Glasscheibe. Die Lokalzeitung berichtet später, ein wenig mehr Druck hätte genügt, und das Tier wäre mitsamt der Scheibe Oberschwester Hildegard entgegengekommen. Die Szene wird deshalb nur ein einziges Mal gedreht.

In der fertigen Folge wandert der Löwe schließlich weiter zum »Hüsli«, dem Wohnhaus der Familie Brinkmann. Während die Erwachsenen in Aufregung geraten, begegnet Angie dem Tier erstaunlich furchtlos. Haushälterin Käti erschrickt beinahe zu Tode, und Zivi Mischa versucht, das Mädchen zu retten – wofür er einen schmerzhaften Kratzer am Hintern davonträgt.

Standort des Fotografen: 47.883729, 8.344304

Investitur von Pfarrer Winkel vor dem Pfarrhaus, 26. April 1936

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Festlich ist der Eingang des katholischen Pfarrhauses (Untere Hauptstr. 10) geschmückt. Eine Reisiggirlande mit weißen Papierblüten rahmt die Haustür ein, links und rechts des Treppenaufgangs stehen junge Tännchen. Davor hat sich der Kirchenchor versammelt. Die Sänger halten ihre aufgeschlagenen Liederbücher in den Händen, während Stadtpfarrer Robert Winkel (1897-1972) erhöht vor dem Eingang steht und den musikalischen Gruß entgegennimmt.

Der Anlass ist die feierliche Investitur des bisherigen Pfarrverwesers als Stadtpfarrer der katholischen Kirchengemeinde Löffingen. Passender könnte der Tag kaum gewählt sein: Es ist der Sonntag vom Guten Hirten. In der Chronik des Kirchenchores heißt es: »Da das Fest gerade auf den Sonntag des guten Hirten fiel, begrüßte der Kirchenchor den hochwürdigen Herrn Stadtpfarrer am Eingang seines Hauses bei der Abholung mit dem 32. Psalm ›Der Herr ist mein Hirt‹.« Geleitet wird der Chor von Hauptlehrer Emil Willig. Auch die anschließende Festmesse umrahmt der Kirchenchor musikalisch.

Hinter der feierlichen Zeremonie liegt eine dramatische Vorgeschichte. Am 23. Juni 1934 war Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974) von den Nationalsozialisten gewaltsam aus Löffingen vertrieben worden. Danach blieb die Pfarrstelle zunächst unbesetzt. Erst am 17. Januar 1935 übernahm Robert Winkel als Pfarrverweser die Leitung der Gemeinde. Mehr als ein Jahr später, am 3. April 1936, ernannte ihn Erzbischof Conrad Gröber zum Stadtpfarrer. Am 26. April wird er schließlich durch Dekan Bernhard Kromer aus Friedenweiler feierlich in sein Amt eingeführt.

Robert Winkel wurde am 31. August 1897 in Gernsbach bei Rastatt geboren und wuchs seit 1904 in Freiburg auf. Am 18. Juni 1922 empfing er durch Erzbischof Karl Fritz die Priesterweihe. Seine erste Stelle führte ihn nach Kirrlach bei Waghäusel, anschließend war er von 1923 bis 1931 Kaplan der Herz-Jesu-Gemeinde in Mannheim. Es folgten Stationen als Pfarrverweser in Kappel am Rhein, Spechbach bei Heidelberg und Steinbach bei Bühl, bevor er nach Löffingen kam.

Bei den Mitgliedern des Kirchenchores sind u.a. Joseph Benitz und Eugen Steidlinger zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.882621, 8.343363

Mitglieder des Schwarzwaldvereins, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.

Eine Personengruppe hat es sich im Gasthaus gemütlich gemacht und ist offenbar bester Laune. Man rückt eng zusammen, legt sich gegenseitig die Arme um die Schultern und lacht in die Kamera. Kurios sind die aufgespannten Regenschirme, denn die Männer und Frauen befinden sich in der Gaststube und damit im Trockenen. Jedenfalls sorgen die Schirme sichtbar für Heiterkeit.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Alfred Köpfler, 2 Albert Kienzler (1921-?)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Marta Adrion (geb. Fehrenbach, 1928-2019), 2 Joseph Benitz jun. (1928-2012), 3 Engelbert Straetker (1923-2017), 4 ???, 5 Theo Hasenfratz, 6 Gerhard Maier

Das Foto zeigt eventuell Mitglieder des Schwarzwaldvereins. Seine Aktivitäten bestehen nicht nur aus Wanderungen, dem Erneuern von Wegmarkierungen und dem gemeinsamen Naturerlebnis. Mindestens ebenso wichtig ist das gesellige Beisammensein nach einer Tour oder bei Vereinsabenden. Und wenn die Stimmung stimmt, wird aus dem Wanderverein schnell eine fröhliche Runde.

Das Foto wird vermutlich im Gasthaus »Ochsen« aufgenommen.

Standort des Fotografen: 47.883998, 8.345311

Holzhauer im Wald, 1927

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Für einen Moment ruht die Arbeit im Stadtwald. Die Holzhauer haben sich zwischen den gefällten Stämmen aufgestellt und präsentieren sich dem Fotografen mit ihren Werkzeugen. Äxte, Beile und lange Sägen bestimmen das Bild. Einer der Männer hält ein Sägeblatt in die Kamera. Zwei andere Männer geben gerade vor, zu sägen. Auf ihrem Sägeblatt ist mit heller Farbe zu lesen: »Holzhauer G.W. Löffingen 1927«.

Ganz offensichtlich ist die Szene arrangiert. Die Männer stehen und sitzen so verteilt, dass möglichst jeder gut zu sehen ist. Einige lehnen auf ihren Werkzeugen, andere haben sich auf Baumstämmen niedergelassen. Im Vordergrund kniet ein Waldarbeiter an einer kleinen Kochstelle. Vielleicht wird dort gerade Kaffee gekocht oder eine Mahlzeit warm gemacht – auch die Pause gehört schließlich zum langen Arbeitstag im Wald.

Der Fotograf hat die Umgebung bewusst mit ins Bild genommen. Links ragt ein mächtiger Baum ins Foto, in dessen Stamm ein Beil eingeschlagen ist. Überall liegen Holzreste, Äste und bereits gefällte Stämme. So entsteht nicht nur ein Gruppenporträt der Männer, sondern zugleich ein anschauliches Bild ihres Arbeitsplatzes. Die Aufnahme zeigt eine Arbeitswelt, in der fast alles mit Muskelkraft geschieht. Motorsägen gibt es noch nicht; gefällt, entastet und zerteilt wird mit Axt und Handsäge. Umso stolzer wirken die Holzhauer, als sie für einen Augenblick die Arbeit niederlegen und sich mit ihrem Handwerkszeug ablichten lassen.

1.Reihe: 1 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???
4.Reihe: 1 ???

Standort des Fotografen: ???

3 Fotos: Löwenbiss bei den Dreharbeiten zur TV-Serie »Schwarzwaldklinik«, 12. Juli 1985

Fotograf: Wolfram J. Mehl, Hamburg | Dies Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Ein spektakulärer Zwischenfall überschattet die Dreharbeiten zur TV-Serie »Schwarzwaldklinik«. Regisseur Hans-Jürgen Tögel (1941-2026) liegt auf der Straße, umklammert von Löwe »Fritzchen«. Ein Tierpfleger und weitere Helfer greifen ein. Das Foto hält einen Moment fest, der wenig später bundesweit durch die Presse geht – und lange Zeit Gesprächsstoff im Städtchen bleibt.

Eigentlich soll »Fritzchen« an diesem Morgen nur für eine Filmszene durch das Mailänder Tor trotten. Der Filmlöwe gilt als zahm und menschenfreundlich. Nach dem Drehbuch sollen ahnungslose Passant*innen beim Anblick des Tieres erschrecken und in die umliegenden Geschäfte flüchten. Mehrmals wird die Szene geprobt. Doch der Löwe wirkt auf dem ungewohnten Gelände zunehmend nervös. Plötzlich läuft er nicht mehr wie vorgesehen, sondern weicht nach links und rechts aus. Erst ein Stück Fleisch bringt ihn wieder auf Kurs.

Kurz darauf treten Regisseur Hans-Jürgen Tögel und einige Mitarbeiter*innen näher an das Tier heran. Offenbar zu nahe: Um »Fritzchen« herum bewegen sich plötzlich zahlreiche fremde Menschen und Beine. Als sich eines davon in seine Richtung bewegt, schnappt der Löwe zu. Tögel schreit auf und steht zunächst unter Schock. An seiner linken Wade ist eine handflächengroße Hautverletzung entstanden. Der Tierpfleger bekommt den Löwen sofort wieder unter Kontrolle, sodass ein Betäubungsschuss nicht notwendig wird. Nach dem Unfall wird sofort Hilfe gerufen. Dr. Wolfgang Dilger versorgt den verwundeten Regisseur noch am Drehort, anschließend bringt ihn das Rote Kreuz in das Kreiskrankenhaus Neustadt. Die Dreharbeiten in Löffingen werden abgebrochen.

Die Aufnahme wirkt heute fast voyeuristisch. Doch schon 1985 wird der Löwenbiss zum Medienereignis: Fotos des verletzten Regisseurs erscheinen in Lokal- und Regionalzeitungen, aber auch bundesweit und im Ausland. Tögel selbst verwendet nach seiner Genesung ausgerechnet dieses Foto sogar als Autogrammkarte und signiert es für Fans. Damit wird aus einem schmerzhaften Unfall am Rande der »Schwarzwaldklinik« schließlich selbst ein Stück Fernsehgeschichte.

Standort des Fotografen: 47.883560, 8.343864

Brautpaar Hepting / Jonner, ca. 1932

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Feierlich stehen Rupert Hepting (1905-1990) und Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) für ihr Hochzeitsfoto beisammen. Die Braut trägt ein dunkles, langes Kleid, dazu einen weißen Schleier und einen Brautstrauß bestehend aus weißen Nelken und Asparagus. Der Bräutigam hat sich im dunklen Anzug mit Fliege herausgeputzt und hält seinen Zylinder in der Hand. Vermutlich entsteht die Aufnahme beim Alenbergwäldchen.

Dass die Braut nicht in Weiß heiratet, ist zu dieser Zeit nichts Ungewöhnliches. Ein dunkles Festkleid ist praktischer und lässt sich auch nach der Hochzeit noch zu besonderen Anlässen tragen. Der helle Schleier und der Brautstrauß machen dennoch auf den ersten Blick deutlich, dass hier Hochzeit gefeiert wird.

Rupert Hepting ist Landwirt und Drechsler von Beruf. Gemeinsam mit seiner Ehefrau übernimmt er das elterliche Anwesen Haus Nr. 251 (Dittishauser Str. 7). Dort gründen die beiden ihre Familie und verbringen viele Jahrzehnte miteinander. Was an diesem Tag als gemeinsamer Lebensweg beginnt, hält mehr als ein halbes Jahrhundert: 50 Jahre später können Rupert und Sofie Hepting gemeinsam das Fest der Goldenen Hochzeit feiern.

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Abtransport der Holzkohle im Stadtwald, 1911

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Meiler ist abgebrannt, die Holzkohle ausgekühlt – nun beginnt der Abtransport. Männer stehen auf den hoch beladenen Fuhrwerken und schichten die schwarzen, unregelmäßig gebrochenen Holzkohlestücke möglichst platzsparend auf. Mit Körben wird weiteres Material hinaufgereicht. Die hohen hölzernen Aufbauten der Wagen sorgen dafür, dass von der leichten, aber sperrigen Ladung möglichst viel mitgenommen werden kann.

Nach Tagen der Arbeit am rauchenden Kohlenmeiler ist damit der letzte Abschnitt erreicht. Die Holzkohle staubt und färbt Hände und Kleidung schwarz; beim Umladen knirschen und brechen die spröden Stücke. Vom Kohlplatz im Stadtwald geht es mit den Fuhrwerken zum Löffinger Bahnhof. Dort wird die Ladung erneut umgeschlagen und in Eisenbahnwaggons verladen, um weitertransportiert zu werden.

Über mehrere Generationen betreibt Familie Nägele das Köhlerhandwerk und ist deshalb im Städtchen als »s’Kohle Nägeles« bekannt. Konrad Nägele (1885-1960) gilt als letzter Köhler der Familie. Die beiden Fotos gehören zu einer ganzen Serie, die der Löffinger Buchbinder Anton Rebholz 1911 von der Köhlerei im Stadtwald aufnimmt. Auf den Abzügen sind sie handschriftlich mit den Nummern XIV und XVI bezeichnet. Gerade durch diese Bildfolge lässt sich anschaulich nachvollziehen, wie viel Arbeitsschritte nötig sind, bis aus Holz schließlich verkaufsfertige Holzkohle wird.

Standort des Fotografen: 47.909612, 8.323702

13 Fotos: Feuerwehreinsatz beim Flugzeugabsturz in Bachheim, Juli 1988

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Dichter schwarzer Rauch steigt über dem alten Sportplatz in Bachheim auf. Ein Kleinflugzeug liegt zerbrochen auf der Wiese, Tragflächen und andere Wrackteile sind weit verstreut. Die Feuerwehr rückt mit Blaulicht an, Schläuche werden ausgerollt und Wasser und Löschschaum auf das qualmende Wrack gespritzt. Was wie ein schweres Flugzeugunglück aussieht, ist allerdings sorgfältig inszeniert: In Bachheim finden Dreharbeiten für die ZDF-Fernsehserie »Schwarzwaldklinik« statt.

Für die Szene wird einiges aufgefahren. Ein Pyrotechniker sorgt auf Kommando für Rauch und Feuer, ein künstlich aufgeschütteter Erdhaufen stellt die Spur des abgestürzten Flugzeugs dar, sogar umgeknickte Bäume gehören zur Kulisse. Fahrzeuge der Löffinger Feuerwehr, ein Krankenwagen und ein Polizeiauto rasen mit Sirene und Blaulicht über das Gelände. Die Feuerwehrleute spielen dabei gewissermaßen sich selbst. Immer wieder wird die Szene wiederholt, bis Bewegungen, Löscharbeiten und Kameraperspektiven stimmen. Schließlich liegt das Wrack unter einer dicken Schicht Löschschaum.

In sicherem Abstand verfolgen Regisseur Hans-Jürgen Tögel (1941-2026) und sein Team das Geschehen. Die Dreharbeiten locken aber auch zahlreiche Schaulustige an. Der ungewöhnliche Einsatz wird auch Kreisbrandmeister Fritz Isele (1940-2024) lange in Erinnerung bleiben. Auf einem der Fotos steht Feuerwehrmann Rudolf (Rudi) Jordan (1942-2024) mit Helm vor dem ausgebrannten Wrack und blickt direkt in die Kamera.

Dass eine Folge der erfolgreichen Fernsehserie ausgerechnet hier entsteht, ist für Bachheim und Löffingen etwas Besonderes. In den 1980er-Jahren ist die »Schwarzwaldklinik« ein Publikumsliebling und macht den Schwarzwald weit über Deutschland hinaus bekannt. Entsprechend groß ist in vielen Gemeinden das Interesse, selbst einmal als Drehort aufzutauchen. Ein paar Minuten Fernsehzeit versprechen Aufmerksamkeit – und so wird auch der fingierte Flugzeugabsturz zu einem kleinen lokalen Ereignis.

Standort des Fotografen: 47.856530, 8.406805

Joseph Benitz beim Angeln an der Gauchach, August 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Mitten im flachen Wasser der Gauchach steht Weinhändler Joseph Benitz (1897-1981) und hält konzentriert seine lange Angelrute über den Bach. Damit er trockenen Fußes im Wasser stehen kann, trägt er hohe Watistiefel. Jackett und Hut wirken für einen Angelausflug beinahe elegant – offenbar muss man auch beim Fischen nicht auf eine gewisse Form verzichten.

In seiner Freizeit zieht es Joseph Benitz immer wieder an die Gauchach. Er lässt Weinfässer und Geschäftskorrespondenz hinter sich und steht mitten im Bach. Zwischen bewaldeten Hängen und Wiesen sucht er sich einen ruhigen Platz und versucht sein Glück. Das Wasser ist klar und flach. Ob an diesem Augusttag tatsächlich ein Fisch anbeißt, verrät das Foto allerdings nicht.

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Frauengruppe beim brennenden Kohlenmeiler im Stadtwald, 1911

Fotograf: Carl Gehl, Neustadt | Diese Fotos stellte dankenswerterweise Dieter Vierlinger zur Verfügung.

Dichter Rauch steigt aus dem Kohlenmeiler auf und zieht zwischen den Tannen hindurch. Auf dem mit Erde und Rasensoden abgedeckten Meiler steht Konrad Nägele (1885-1960) und überwacht den Brand. Eine Leiter führt hinauf auf den mächtigen Hügel. Das Holz im Innern darf nicht offen verbrennen, sondern muss langsam und unter möglichst geringer Luftzufuhr verkohlen. Immer wieder muss der Köhler deshalb kontrollieren, ob der Meiler gleichmäßig glimmt und gegebenenfalls Öffnungen regulieren.

In der Luft liegt der schwere, beißende Geruch von Rauch, glimmendem Holz und frischer Holzkohle. Der Rauch setzt sich in Kleidung und Haaren fest. Dazu kommen die Hitze des Meilers und das Knacken des Holzes im Innern. Für Konrad Nägele ist dies Arbeitsalltag. Die Familie betreibt das Köhlerhandwerk bereits seit mehreren Generationen und ist deshalb im Städtchen als »s’Kohle Nägeles« bekannt. Konrad Nägele gilt als letzter Köhler der Familie.

Einen auffälligen Kontrast zur rußigen Arbeit bilden die drei Frauen, die sich für den Fotografen vor dem Meiler aufgestellt haben. Sie tragen keine Arbeitskleidung, sondern lange, elegante dunkle Kleider und wirken für den Besuch im Wald regelrecht herausgeputzt. Offenbar ist der brennende Meiler selbst eine Sehenswürdigkeit, die man sich anschaut und bei der man sich fotografieren lässt.

Im Hintergrund steht ein Pferdefuhrwerk, das für die schwere Arbeit im Wald unverzichtbar ist. Damit werden Holz und Arbeitsgerät herangeschafft und später die fertige Holzkohle abtransportiert.

Standort des Fotografen: 47.909612, 8.323702